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Dicke ESC-Überraschung: Kanada ist 2027 mit dabei!

von Bernd Krannich in News international
(01.07.2026, 15.02 Uhr)
Öffentlich-rechtliche Sender des Landes in EBU aufgenommen
Die EBU sagt: "Welcome Canada!"
EBU
Dicke ESC-Überraschung: Kanada ist 2027 mit dabei!/EBU

Vergangene Woche hat die European Broadcasting Union dem Beitrittsgesuch des öffentlich-rechtlichen kanadischen Senders CBC/Radio-Canada stattgegeben. Während es dabei vordergründig um andere Dinge ging, ist Kanada dadurch nun auch beim ESC teilnahmeberechtigt - und hat heute seine Teilnahmeabsicht für 2027 bekräftigt, wie die EBU bestätigt. Dabei wird sich das nordamerikanische Land mit knapp über 40 Millionen Einwohnern beim  71. Eurovision Song Contest in Bulgarien auf dem Weg zum Finale zunächst in einem der Halbfinals beweisen müssen. Kanada ist das erste Land seit 2015 (Australien), das sich ganz neu dem ESC anschließt.

In Kanada sind CBC (englischsprachig) und Radio-Canada (französisch) öffentlich-rechtliche Sender, die weitgehend durch Steuergelder bezahlt werden und den staatlichen Auftrag haben, das Land seinen Bewohnern in seinen zahlreichen Facetten zu zeigen sowie diese zu mündigen Bürgern zu machen. Zum Auftrag gehören auch fiktionale Serien wie  "Murdoch Mysteries",  "Heartland - Paradies für Pferde" oder früher  "Anne with an E", aber auch Nachrichtensendungen, politische Comedy und Dokumentation. Insgesamt also eine inhaltliche Ausrichtung, die sich auch die EBU-Mitglieder auf die Fahnen geschrieben haben. So hatte CBC/Radio-Canada schon seit 1950 mit der EBU zusammengearbeitet, war associate member. Auf einer EBU-Tagung letzte Woche in Prag wurde der Beitrittsantrag abgesegnet.

Kanadas Ziele in der EBU

Während die EBU sich über weitere Unterstützung für ihre Mission freut, nimmt die aktuelle kanadische Regierung von Premierminister Mark Carney damit einen Schritt hin zu Europa und damit auch weg von den Abhängigkeiten vom südlichen Nachbarn und dessen bissigen Präsidenten Donald Trump.

Carney war bei Wahlen 2025 vor dem Hintergrund eines von den USA vom Zaun gebrochenen Handelskrieges ins Amt gekommen. Bei der Wahl galt die Suche nach einem Politiker, der mit Trump umgehen könnte, als das zentrale Wahlthema. Der von Carney unterstützte Weg der öffentlich-rechtlichen Sender gibt diesen nun Zugang zum EBU-Netzwerk bezüglich investigativem Journalismus, Verifikationsmöglichkeiten und digitalen News inklusive des Eurovision-News-Exchange- und des Euroradio-Music-Exchange-Service.

Der ESC und die IBU-Mitglieder

Kanada ist bei weitem nicht das erste nicht-europäische Land mit EBU-Mitgliedschaft - die zur Teilnahme am Song Contest berechtigt: Israels Teilnahme wurde zuletzt zum Politikum und auch Marokko aus Afrika hat schon mal teilgenommen. Der australische Sender SBS hingegen ist nur ein "associate member" der EBU und nimmt unter einer bereits mehrfach verlängerten Sondererlaubnis teil. Andererseits verzichten diverse EBU-Nationen auf eine Teilnahme - teils wegen der Kosten und teils aus politischen Gründen (wie die Türkei, die sich nach dem Sieg von Conchita zurückzog).

Bisherige Kanadier beim ESC

Nur, weil Kanada bisher kein Teilnehmerland des ESC war, heißt das nicht, dass noch nie ein*e Kanadier*in den Wettbewerb gewonnen hätte: 1988 trat eine junge Céline Dion (geboren in der kanadischen Provinz Quebec) für die Schweiz mit dem französischsprachigen Titel Ne partez pas sans moi an und gewann. Weitere kanadische Künstler sind in der 70-jährigen ESC-Geschichte mit französischsprachigen Liedern auch für Luxemburg und Frankreich ins Rennen gegangen.



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