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845

Eurovision Song Contest

EU, 1956–

Eurovision Song Contest
EBU
Serienticker
  • Platz 397845 Fans
  • Serienwertung4 4861 3.78von 54 Stimmeneigene: –

Serieninfos & News

Musik, Show
Der internationale Musikwettbewerb, den die Europäische Rundfunkunion EBU seit 1959 für ihre Mitgliedsstaaten veranstaltet, lockt jedes Jahr ein Millionenpublikum an die TV-Geräte. Per Telefon können die Zuschauer abstimmen, welcher Gesangskünstler den Sieg davonträgt und in wessen Land daraufhin der nächste Wettbewerb stattfindet. Allerdings fließen seit 2009 zu 50 Prozent auch die Wertungen länderspezifischer Musikexperten-Jurys in die Wertungen ein.
Während die Vorauswahl der Interpreten in jedem Land individuell geregelt werden darf, ist im Finale unter anderem streng festgelegt, dass jedes Lied live gesungen werden muss und dass keine Cover-Versionen dargeboten werden. Sprachrestriktionen gibt es seit 1999 jedoch nicht mehr: jeder Teilnehmer darf sein maximal dreiminütiges Ständchen in jeder beliebigen Sprache vortragen.
Daten
Deutsche Stream-PremiereDi, 12.05.2020 (YouTube)
gezeigt bei Perlen aus dem Archiv (CH, 2017)
Weitere Titel: Grand Prix Eurovision de la Chanson
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Cast & Crew
Fernsehlexikon
ARD/EBU
Europäischer Schlagerwettbewerb, der jedes Jahr im Frühling im Land des Vorjahressiegers ausgetragen wird und eine der merkwürdigsten Veranstaltungen darstellt, die das Fernsehen hervorgebracht hat.
Jedes teilnehmende Land entsendet einen Interpreten mit seinem Titel. Jurys oder die Zuschauer wählen daraus den Gewinner, der daraufhin entweder ganz groß herauskommt oder von dem man nie wieder etwas hört. Letzteres ist die Regel.
Den ersten Grand Prix Eurovision de la Chanson veranstaltete die Eurovision, zu der sich sechs Jahre zuvor 23 öffentlich-rechtliche oder staatliche Fernsehsender Westeuropas zusammengeschlossen hatten, am 24. Mai 1956 im Teatro Kursaal in Lugano. Damals nahmen sieben Länder mit jeweils zwei Titeln teil. Deutschland war mit Walter Andreas Schwarz und Freddy Quinn vertreten, die beim Vorentscheid am 1. Mai 1956 im Großen Sendesaal des Kölner Funkhauses von einer Jury ausgewählt worden waren. Von den Jurys der vertretenen Länder wurde Lys Assia mit dem Titel "Refrain" zur Siegerin gewählt. In den kommenden Jahren stieg die Zahl der Teilnehmerländer, die ab 1957 nur noch je einen Titel ins Rennen schicken durften. Nach dem Ende des Kalten Krieges nahmen auch die Länder Osteuropas teil, wodurch die Zahl der Teilnehmer bis auf 26 (2003) stieg. Die Zahl der Interessenten überstieg die Möglichkeiten einer dreistündigen Live-Sendung, weshalb ab 1994 einige Länder aussetzen mussten - im Jahr 1996 traf dies den deutschen Vertreter Leon mit "Blauer Planet", weil eine internationale Jury den Titel (nicht ohne Grund) für zu schlecht hielt. 2004 wurde ein Modus mit einem Halbfinale eingeführt, in dem sich Länder, die neu dabei waren oder im Vorjahr nicht gut abgeschnitten hatten, einige Tage vor dem eigentlichen Wettbewerb erst qualifizieren müssen.
Abgesehen von den ersten Jahren galt die Regel, dass das Gewinnerland im nächsten Jahr den Song Contest ausrichten würde. Das war mit außergewöhnlich hohen Kosten verbunden, von denen die Eurovision nur einen Teil übernahm, weshalb Israel, als es 1979 zum zweiten Mal in Folge gewann, auf die Veranstaltung der Show verzichten musste und die Niederlande einsprangen. Andererseits bietet die Ausrichtung des Song Contest vor allem kleineren Ländern oder Staaten im Umbruch eine einzigartige Möglichkeit, sich vor zig Millionen Zuschauern in aller Welt als modern und weltoffen zu präsentieren. Am häufigsten gewann Irland: siebenmal.
Interessanter als die Lieder, die schon in den ersten Jahren wenig mit aktuellen Musiktrends zu tun hatten, war die Punktevergabe, die fast jedes Jahr zu Diskussionen über Mauscheleien und Freundschaften oder Abneigungen zwischen Ländern führten. Während sich etwa die skandinavischen Länder untereinander meist reich mit Punkten beschenkten, demütigten sich die Jurys aus Deutschland und Österreich jahrelang mit einem Punkt - wenn überhaupt.
Der Modus der Punktevergabe variierte anfangs. Erst 1975 etablierte sich das System, wonach jedes Land für das liebste Lied zwölf Punkte gibt, für das zweitliebste zehn, dann acht, sieben, sechs und so weiter bis zu einem Punkt. Das Ritual, die Punkte eines Landes durch einen Vertreter per Telefon oder Live-Schaltung bekannt zu geben, die dann in englisch oder französisch wiederholt und von einer mehrköpfigen Jury überwacht wurden, wurde im Laufe der Zeit für viele Zuschauer zum eigentlichen Grund einzuschalten - neben den abenteuerlichen Kostümen, den unfassbaren Choreografien, den unterirdischen Titeln und dem regelmäßigen Scheitern an der Pflicht, live zu singen. 1997 verteilten fünf Länder ihre Punkte erstmals nicht nach dem Votum einer Jury, sondern dem des Publikums, das per TED abstimmte. Ab 1998 wurde das zur Regel, 1999 zur Pflicht. Mit der Abschaffung der Jurys war auch der Versuch verbunden, die Veranstaltung zu modernisieren. Ebenfalls 1999 fiel die Pflicht, in der Landessprache zu singen, und statt mit Orchester sangen die Künstler zum Halbplayback.
Auch die deutsche Vorentscheidung wandelte sich. Viele Jahre hieß sie "Ein Lied für ... "mit dem Namen der Stadt, in dem der Grand Prix stattfand, im Titel. 1998 wurde die Show in Countdown Grand Prix umgetauft, 2004 in "Germany 12 Points". Die Veranstaltung wurde von wechselnden Moderatoren präsentiert. Axel Bulthaupt moderierte sechsmal (1998-2003), Carolin Reiber viermal (1979 und 1980 mit Thomas Gottschalk, 1982 und 1983 mit Rudolf Rohlinger), Hape Kerkeling dreimal (1989-1991). Mal wählte eine Jury, mal ein Programmdirektor, mal stand der Interpret vorher fest und stellte mehrere Titel zur Auswahl. 1961 nahm übrigens ein junger Mann namens Carl Dieter Heckscher mit dem Titel "Was tut man nicht alles aus Liebe" am Vorentscheid teil. Unter seinem Künstlernamen Dieter Thomas Heck hörte man später mehr von ihm. 1976 durfte erstmals das Publikum abstimmen: Per Postkarte wählte es Tony Marshall. Allerdings war sein Titel schon vier Jahre vorher veröffentlicht worden, was Disqualifikation bedeutete - nur ein Skandal von vielen. Statt Marshall fuhren die zweitplatzierten Les Humphries Singers zum Finale. Nach verschiedenen Umfragesystemen kam 1987 zum ersten Mal der TED zum Einsatz.
In den 90er Jahren geriet der Wettbewerb fast völlig aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. 1998 wurde er von Guildo Horn scheinbar zerstört, tatsächlich aber wiederbelebt: Mit dem Titel "Guildo hat Euch lieb" von Stefan Raab (unter dem Pseudonym Alf Igel) und großem PR-Geschick schaffte er die nötige Polarisierung ("Bild" fragte scheinheilig: "Darf dieser Mann für Deutschland singen?" - eine Idee von Horns Manager Johannes Kram). In den folgenden Jahren wurde auch die Musik vielfältiger und relevanter, vor allem beim jungen Publikum war die Sendung außerordentlich erfolgreich.
Den größten Erfolg nach einem Grand-Prix-Sieg schafften Abba, die 1974 mit "Waterloo" gewannen. Aber auch für andere Künstler brachte der Grand Prix den weltweiten Durchbruch, darunter Udo Jürgens (1966), Vicky Leandros (1972) und Céline Dion (1988). Deutschland gewann 1982 zum ersten und bislang einzigen Mal mit Nicole und dem Lied "Ein bisschen Frieden" von Ralph Siegel (Musik) und Bernd Meinunger (Text). Im Jahr darauf moderierte Marlène Charell den Grand Prix Eurovision aus München. Als Einziger konnte Johnny Logan zweimal gewinnen: Er siegte für Irland 1980 und 1987.
Seit 2001 wird der Grand Prix in Deutschland offiziell nicht mehr mit dem französischen, sondern dem englischen Titel benannt: Eurovision Song Contest, was sich aber nur zögerlich durchsetzte.
Die Veranstaltung löste bei Komponisten wie Ralph Siegel und Stefan Raab eine anscheinend unheilbare Besessenheit aus. Aus schwer zu erklärenden Gründen hat sie außerdem eine beunruhigende Anziehungskraft insbesondere auf homosexuelle Männer, die in teils rivalisierenden Fanclubs das Ereignis mit quasi-religiöser Anteilnahme verfolgen. Die Mainstream-Presse dagegen stellt Jahr für Jahr auf breitem Raum die Frage, welchem Zweck der Eurovision Song Contest überhaupt diene, was möglicherweise zugleich eine Antwort auf die Frage ist.
Das Fernsehlexikon*, Stand: 2005
Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier.

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Kommentare, Erinnerungen und Forum

  • katinka1 schrieb am 18.05.2026, 14.43 Uhr:
    Meine Reihenfolge:
    1) Schweden
    2) Bulgarien
    3) Zypern

    Bei Bulgarien lag ich gut. Die anderen beiden landeten auf den Plätzen 20 und 19.
    Das waren die einzigen Songs, die mir überhaupt gefallen haben.
    Mit der heutigen Musik kann ich eh wenig anfangen.

    Man soll bei usn auch aufhören zu jammern. Die Titel sind auch meistens nicht die besten. Michael Schulte hatte mal einen guten, und der kam auch gut an. Wenn ich nur an die Verrenkungen der No Angels damals denke oder die Sisters-Schreihälse - da hätte ich schon im deutschen Vorentscheid andere Künstler genommen. Diesmal war Sarah Engels noch die Beste im deutschen Vorausscheid.
    • Keksii schrieb am 18.05.2026, 20.23 Uhr:
      Ich habe Polen, Frankreich und Malta vorn vermisst. Tolle Songs und Shows. 
      Vielleicht sollte man doch wieder mal anrufen 😁. Nächstes Jahr.
  • Vevi schrieb am 18.05.2026, 08.20 Uhr:
    Was hat der Song Contest eigentlich noch mit Song zu tun? Es handelt sich mehr um eine Show mit sexy Tanzgirls! Da sind die Songs im Hintergrund. Früher waren das noch Beiträge, die zum Titel passten. Ich erinnere an Katja Epstein, Udo Jürgens, Nicole, Tschingis Khan usw. Die immens hohen Summen, die so einen Beitrag zum ESC - ohne Aussicht auf Erfolg, verursachen, da sollte man überlegen, ob sich Deutschland weiter beteiligt!
    • User 1915811-w schrieb am 18.05.2026, 09.51 Uhr:
      Da könnte man ja auch TV und Internet abschaffen, denn das und vieles mehr, ist auch unnötig.
      Aber die, die ihre Freude daran haben, scheinen ja noch in der Überzahl zu sein, ein Glück 😃
    • Flieder schrieb am 19.05.2026, 22.12 Uhr:
      Deutschland ist wie fast überall einer der größten Sponsoren des ESC und wir landen meistens auf einem der letzten Plätze. Nicht nur als Sponsoren sollte Deutschland mal aussetzen.
  • User 1457844 schrieb am 17.05.2026, 07.17 Uhr:
    Ich schaue nun seit über 40 Jahren (fast immer) ESC und fand diesen endlich wieder einmal kurzweilig und die Moderation erfrischend! Es ist eine MUSIKVERANSTALTUNG nicht mehr und nicht weniger. Sinnhaftigkeit des Textes hin oder her, Bulgariens Song war die perfekte Mischung aus jungem Frechsein, Stimme und Performance. Ich sah Israel von der Stimme und vom Gesamtauftritt her von Anfang an weit vorne. Vor 20 Jahren hätte vielleicht Australiens Auftritt Chancen gehabt, aber die Künstlerin wollte einfach zu sehr gewinnen und war total verbissen. Hab nur mehr darauf gewartet, dass sie am Schluss mit 3-fachem Salto vom Klavier springt... Ich verstehe immer noch nicht was Australien bei einem europäischen Bewerb zu suchen hat. Dürfen bei einer Fussball EM ja auch nicht mitspielen. Der Umsetzung wegen wäre es nächstes Jahr in Tel Aviv vielleicht schwer gewesen, aber sonst alles ok. Und Lob an Victoria - viel besser als bei Let's dance!
    • User 1915811-w schrieb am 17.05.2026, 09.59 Uhr:
      Da kann ich dir rundum nur zustimmen. Über Geschmack kann man sich ja streiten, manchmal auch wundern. Meine Favoriten liegen meist im Mittelfeld, nur damals bei Nicole lag ich richtig. Von der Swarovski war ich positiv überrascht. 👍
    • Joachim Franz schrieb am 19.05.2026, 22.09 Uhr:
      user 1457: "Ich verstehe immer noch nicht was Australien bei einem europäischen Bewerb zu suchen hat. Dürfen bei einer Fussball EM ja auch nicht mitspielen."
      Wenn Sie jetzt ausgerechnet den Fußball als Maß für geografische Exaktheit nehmen, liegen Sie aber voll daneben. Australien darf zwar nicht bei einer Europameisterschaft mitspielen, muss sich für eine WM aber in der asiatischen Qualifikation qualifizieren, obwohl sie geographisch nicht zu Asien sondern Ozeanien zählen. 
      Und wer dürfte lauf UEFA bei einer EM mitspielen. Israel, Aserbaidschan und Kasachstan. Die gehören geografisch zu Asien, sind aber Mitglieder der UEFA.
      Warum sich dann über Australien beim ESC aufregen?