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TV-Kritik/Review: "Prisoner - Auf der Flucht": Britischer Actionthriller in ARD ist an löchriges Drehbuch gekettet
von Christopher Diekhaus(18.06.2026)

Als abgehalfterter Cop hat Bruce Willis in Richard Donner Leinwandreißer
Ein Gespann wider Willen bilden in der von Matt Charman (unter anderem Schöpfer der Netflix-Miniserie

Obwohl die unbewaffnete Amber und ihr Kollege nicht für eine solch sensible Überführung ausgebildet sind, müssen sie, weil sie mit ihren Wagen in der Nähe zu tun hatten, einspringen. Ein klassischer Fall von: "Zur falschen Zeit am falschen Ort!" Über einen Hubschreibereinsatz denkt im Polizeiapparat an dieser Stelle niemand groß nach. Was folgt, ist absehbar: Die Eskorte des Gefangenentransporters wird in einen (CGI-verstärkten) Hinterhalt gelockt und bis auf Todd und Stone niedergemäht. Den beiden, die mit Handschellen aneinanderkettet sind, gelingt aus der unübersichtlichen Situation die Flucht. Doch alsbald nimmt Dempseys Bluthündin Nina Drâgus (holt das Beste aus ihrem Part heraus: Leonie Benesch,
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Die Bemühungen in allen Ehren. Manchmal ist es jedoch sinnvoller, es kernig und kompakt zu halten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Drehbücher jedenfalls haben von Folge zu Folge mehr Probleme, alle Aspekte überzeugend aufeinander abzustimmen. Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: Die oft in eisig blaue und gräuliche Bilder getauchte Serie hat ihre stimmungsvollen, nervenaufreibenden Momente. Vor allem in den finalen drei Folgen, inszeniert von der deutschen Regisseurin Pia Strietmann (
Konterkariert werden derartige Erfolgserlebnisse aber, weil es in unschöner Regelmäßigkeit mit der inneren Logik von "Prisoner - Auf der Flucht" hapert. Plausibilität sollte in fiktionalen Erzählungen nicht das oberste Bewertungskriterium sein. In einem Actionthriller, der einen erdigen Ton anschlägt, nicht übermäßig auf Spektakel setzt, darf man von den Autoren gleichwohl schon etwas mehr erwarten, als wir hier geboten bekommen. Dass der Diabetiker Tibor zwingend eine medizinisch geschulte Kraft beim Transport bräuchte: geschenkt! Das zu kritisieren, wäre kleinlich. Weitaus nerviger sind andere Unstimmigkeiten und Vereinfachungen.

In manchen Situationen schießen die von Nina angeführten Dempsey-Schergen alles über den Haufen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Dann wieder lassen sie potenzielle Zeugen einfach am Leben. Akte plötzlicher Mitmenschlichkeit? Man weiß es nicht! Bereits zu einem frühen Zeitpunkt hat das Killerkommando die Chance, Amber und Tibor zu erledigen. Dass sie verstreicht, hat nur einen Grund: die Serie wäre sonst zu Ende. An den Kopf fasst man sich auch in der vierten Folge, wo eine haarsträubende Entscheidung Ambers, die jedem Fluchtinstinkt zuwiderläuft, geradewegs in die Katastrophe führt. "Selbst schuld!", möchte man da fast ausrufen.
Wackelig konstruiert sind ferner diverse zeitliche Abläufe: Während unsere Protagonisten nicht recht vom Fleck zu kommen scheinen, obwohl sie zwischendurch im Auto unterwegs sind, gelingt es den Verbrechern stets in Windeseile, an unterschiedlichen Orten aufzutauchen. Lustigerweise gehen die Kriminellen aber immer dann, wenn sie zuschnappen wollen, erstaunlich fahrig vor. Was die Frage aufwirft: Wie konnte Pegasus ein derart einflussreiches Syndikat werden? Bezeichnend ist nicht zuletzt, dass Matt Charman und seine kreativen Mitstreiter mehrfach billige Kniffe nutzen, um den Plot voranzutreiben bzw. unsere Hauptfiguren aus Problemlagen zu befreien. Amber und Tibor brauchen Bares? Voilà, schon fahren sie am "Versteck" einer Drogenbande vorbei, dem eigentlich nur noch ein fettes Schild mit der Aufschrift "Rauschgift abzugeben" fehlt. Glück muss man haben!
In der ARD Mediathek erscheinen alle sechs Kapitel der Serie "Prisoner - Auf der Flucht" am Freitag, dem 19. Juni. Die lineare Ausstrahlung der ersten vier Episoden erfolgt am Mittwoch, dem 24. Juni ab 23.30 Uhr im Ersten. Die verbleibenden Kapitel zeigt die ARD schließlich am Freitag, dem 26. Juni ab 23.35 Uhr.
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Leserkommentare
Lurch schrieb am 02.08.2026, 15.45 Uhr:
Kann man durchaus ansehen - wenn man nicht so viel hinterfragt.
Das fängt leider schon mit der Grundprämisse an, dass man einen so unfassbar wichtigen Kronzeugen, dessen "geheimes" Versteck NACHWEISLICH aufgeflogen ist, nicht einfach schnellstmöglich mit einem Hubschrauber abholt, sondern von zwei unerfahrenen Sicherheitstransportleuten per Transporter in aller Gemütlichkeit herumfahren lässt.
Da muss man dann schon gleich zu Beginn tief durchatmen...
Die Schauspielerin machen ihre Sache durch die Bank weg gut.User 1450191 schrieb am 10.07.2026, 09.20 Uhr:
Selten so einen Mist in der ARD gesehen. Ständig sorgen sachliche Fehler in der Handlung dafür, das man sich darüber ärgert und den Faden verliert. Das hier noch eine Fortsetzung erscheinen soll setzt dem Ganzen die Krone auf.User 1495925 schrieb am 27.06.2026, 18.45 Uhr:
Ich fand die Serie echt klasse.
Die Britischen Serien sind meist spannender als manch andere aus Deutschland oder Schweiz etc.
Ich denke, diese Geschichte ist auserzählt aber hoffe und würde es mir sehr wünschen das bald wieder eine spannende Serie gedreht wird.
Bin immer dabei mit Spannung!!!Sentinel2003 schrieb am 29.06.2026, 13.47 Uhr:
Nun, eigentlich produzieren doch die Engländer, wie die Skandinavier weiterhin sehr gute Serie, wie am Fließband!Piffke schrieb am 24.06.2026, 05.21 Uhr:
Die Serie war sehr unterhaltsam und spannend von der ersten bis zur letzten Minute. Da kam keine Langeweile und man wünsche sich eine Fortsetzung. Erst mal schauen und dann meckern. Sowas bekommen deutsche Serien kaum hin und strotzen da von Langeweile. Ala Tatort und blutige Anfänger tot langweilig und mehr Dialoge statt Handlung.User 1495925 schrieb am 27.06.2026, 18.49 Uhr:
Das stimmt. Ich fand sie echt gut und habe auch alle 6 Folgen am Stück angesehen. Die Briten und Schweden hatten bisher immer sehr spannende Serien wo ich vom TV nicht mehr los kam!!!RalphiG schrieb am 21.06.2026, 13.52 Uhr:
Also ich fand die Serie spannend und hab sie am Stück angesehen. Negativ reden ist immer einfach. Ja, es ist ein altes Konzept aber wen scherts wenn es dauernd chaotische neue Wendungen gibt? Schließlich ist das Fiktion ud keine Nachstellung realer Ereignisse. Die Autoren durften sich austoben und das haben sie auch gemacht.Batman schrieb am 18.06.2026, 18.59 Uhr:
für so einen dämlichen Handlungsplott muss man eine Koproduktion machen, wenn die sonst keine Probleme haben, alles schon 8 Millionen mal dagewesen, das juckt doch niemanden mehr, ich denk die müssen sparen ...Sentinel2003 schrieb am 22.06.2026, 09.31 Uhr:
Naja, die ARD Degeto beteiligt sich auch an anderen Produktionen, beispielsweise an der schwedischen Serie "Maria Wern - Kripo Gotland"! Und, diese Serie istallesandereals schlecht!Vritra schrieb am 20.06.2026, 14.03 Uhr:
@User 1581914
Die Rundfunkgebühren spricht Batman doch gar nicht direkt an, sondern die Sparzwänge. Das sehe ich also nicht.@Batman
Ja, aber ich denke der eigentliche Punkt ist halt, dass gerade durch die Sparmaßnahmen solche Billig-Ko-Produktion zustande kommen, weil das Geld für bessere Serien nicht da ist.User 1581914 schrieb am 20.06.2026, 13.18 Uhr:
@Flapwazzle
Ist halt nur die Frage, was eine in diesem Ton geäusserte Meinung wert sein soll. Kommt bei mir nur als dumme Pöbelei an. Würde mich mal interessieren, ob Batman die Serie überhaupt gesehen hat. Oder geht es tatsächlich nur um die ewige Zwangsgebührenthematik?Flapwazzle schrieb am 19.06.2026, 19.09 Uhr:
@Sentinel2003
Dennoch darf man eine Meinung haben und muss sich dafür nicht verstecken.Sentinel2003 schrieb am 19.06.2026, 13.42 Uhr:
Du mußt es ja nicht gucken....oder, etwa doch?? :-)
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