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Jugendschutz-Kommission kritisiert die Selbstkontrolle der Privatsender
Bild: RTL

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) übt erneut Kritik an "Deutschland sucht den Superstar". RTL wird vorgeworfen, mit der am 9. Januar ausgestrahlten ersten Folge der neuen Staffel gegen die Bestimmungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags verstoßen zu haben. Neben dem herabwertenden Verhalten der Jury kritisiert die KJM vor allem "die redaktionelle Gestaltung durch RTL, die die Kandidaten gezielt lächerlich macht und dem Spott eines Millionenpublikums aussetzt". Die Sendung sei für Kinder unter zwölf Jahren entwicklungsbeeinträchtigend.

Als besonders deutliches Beispiel nennt die Kommission den Umgang mit einem Kandidaten mit einem Fleck auf der Hose: "RTL erweckte in der Inszenierung den Eindruck, der Kandidat könne seine Körperfunktionen nicht kontrollieren. Dies wurde ausführlich thematisiert, mehrfach gezeigt und mittels verschiedenen Inszenierungstechniken lächerlich gemacht", heißt es in der Pressemitteilung der KJM. "Hier werden nicht nur beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten als normale Umgangsformen präsentiert. Hier werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die Häme und Herabwürdigung anderer als völlig legitim darstellen. Das wirkt erklärten Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt entgegen und kann eine desorientierende Wirkung auf Kinder ausüben", so der KJM-Vorsitzende Wolf-Dieter Ring.

Tatsächlich war diese Szene tagelang Top-Thema in vielen Boulevardmedien. Einige Autoren ließen es sich dabei nicht nehmen, dem jungen Kandidaten ebenfalls mit Häme zu begegnen. RTL räumte in diesem Zusammenhang ein, dass ein Kommentar von Juror Dieter Bohlen in die Szene geschnitten wurde, der eigentlich im Zusammenhang mit einem anderen Kandidaten gefallen war.

Im Jahr 2008 hatte die KJM wegen "DSDS" Bußgelder in Gesamthöhe von 100.000 Euro gegen RTL verhängt. Daraufhin hatte sich der Sender verpflichtet, die Folgen künftig vor der Ausstrahlung der "Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen" (FSF) vorzulegen (wunschliste.de berichtete). Weil die aktuelle Folge jedoch von der FSF nicht beanstandet wurde, drohen dem Sender dieses Mal keine finanziellen Konsequenzen. Die KJM ist darüber nicht erfreut, denn im vierten Quartal 2009 konnten bereits gegen die beanstandeten Formate "Extrem schön" und "Erwachsen auf Probe" keine Maßnahmen ergriffen werden, weil auch dort die FSF zu einer anderen Bewertung gekommen war (wunschliste.de berichtete).

Nun hält es die KJM für "dringend erforderlich", ein Gespräch mit den Verantwortlichen der FSF über die Anwendung von Jugendschutz-Kriterien zu führen. Das Selbstkontrollorgan der Privatsender steht schon seit Monaten in der Kritik. Erst im Sommer 2009 hatte der Medienrat der Landesmedienanstalt Saarland (LMS) in einer Resolution auch die Arbeit der FSF kritisiert. Deren Positionen seien teilweise nicht in Einklang zu bringen mit einem effektiven Kinder- und Jugendschutz (wunschliste.de berichtete). Die offizielle Zielsetzung der FSF ist es, den Jugendschutzbelangen im Fernsehen gerecht zu werden sowie durch medienpädagogische Aktivitäten, Publikationen und Unterstützung von Forschungsarbeiten den bewussteren Umgang mit dem Medium Fernsehen zu fördern.


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