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Noel Clarke: Fehlverhalten auch am Set von "Doctor Who"

Im Zuge der #metoo-Enthüllungen sind bereits diverse langjährige und in der Industrie als offene Geheimnisse
geltende Vorgänge über sexuelle Belästigungen und sexuelle Straftaten in der Unterhaltungsindustrie bekannt geworden. Vor Wochenfrist hatte eine BAFTA-Ehrung für den britischen Schauspieler, Produzenten, Autoren und Regisseur Noel Clarke dafür gesorgt, dass 20 Frauen sich mit konkreten Vorwürfen gegen ihn zu Wort gemeldet hatten (TV Wunschliste berichtete). Neue Aussagen werfen auch ein ungutes Licht auf die Arbeitsbedingungen am Set von
Nach dem ersten Exposé über Noel Clarke mit knapp 20 Aussagen hat der Guardian nun dank der Enthüllungen weitere Aussagen über das Verhalten des Schauspielers sammeln können. Die betreffen auch Vorwürfe über seine Zeit bei "Docor Who", wo er ab der ersten Staffel des Revivals im Jahr 2005 als Mechaniker Mickey Smith auftrat, ein Freund von Rose (Billie Piper). Der nahm in insgesamt 14 Folgen der Staffeln eins bis vier an den Abenteuern des Timelords teil und ist zudem im Special "The End of Time" zu sehen, dem letzten Auftritt des zehnten Doctor (David Tennant).
Die neuen Berichte über Clarkes Verhalten am Set beziehungsweise bei Promo-Auftritten legen ihm derbe sexuelle Anspielungen zur Last sowie "Begrapschen". Nachdem die betroffenen Frauen ihn teils zurückgewiesen hatten, teils bei Vorgesetzten erwirkt hatten, nicht mehr mit ihm allein sein zu müssen, habe er sie verbal angegriffen beziehungsweise bösartige Gerüchte
über sie verbreitet.
Clarke bestreitet weiterhin alle Vorwürfe vehement.
Anders gestalten sich die Berichte über John Barrowman, der später auch Hauptdarsteller im eigenen Spin-Off Albernheit
.
Noel Clarke erzählte davon bei einer Convention im Jahr 2015, wovon es eine Videoaufzeichnung gibt. Ironischerweise wird momentan eher Clarke seine aggressive Nacherzählung vorgehalten, als Barrowman die zugrundeliegende Begebenheit.
Video von Noel Clarke mit Kollegin Camille Coduri (spielte Roses Mutter Jackie Tyler) und der damaligen Gastdarstellerin Annette Badland (spielte MI5-Mitarbeiterin Margaret Blaine):
Laut Guardian berichten damalige Mitarbeiter bei "Doctor Who" davon, dass die Arbeitsbedingungen in der ersten Staffel sehr lasch gewesen seien und es dadurch zu unprofessionellem Verhalten kam - mit der Ankunft von David Tenannt als Hauptdarsteller (ab Staffel zwei), der durch untadeliges Verhalten
eine Vorbildfunktion ausübte, habe sich die Kultur am Set zum Besseren geändert.
Barrowman selbst hatte schon in einem Radiointerview im Jahr 2008 eine Entschuldigung für sein Verhalten und verursachtes Ungemach abgegeben. Gegenüber dem Guardian kommentierte er nun zudem, dass er rückblickend
verstehe, dass sein überschwängliches Verhalten
für Ungemach gesorgt habe und: Seit meiner Entschuldigung im November 2008 haben sich mein Verständnis und mein Verhalten zudem geändert.
Bei der BBC ist man über die neuen Enthüllungen not amused: Man werde alle nun gemachten Berichte prüfen, stehe gegen alle Formen von unangemessenem Verhalten
und sei daher auch schockiert über das jetzt Berichtete.
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Leserkommentare
DerLanghaarige schrieb am 07.05.2021, 18.52 Uhr:
Naja, jeder, der John Barrowman schonmal auf einer Convention erlebt hat, weiß, dass er seine Hände nicht immer bei sich lassen kann und gerne mal sehr sexuelle Bemerkungen ablässt. Klar, es ist eindeutig zu erkennen, dass er diese nicht ernst meint, aber im Endeffekt entscheidet der, der befummelt wird, ob es witzig ist.Und es ist wirklich kein Geheimnis, dass die erste Staffel von "Doctor Who" nicht gerade durch ein gesundes Arbeitsumfeld glänzte. Es hat schon seine Gründe, warum Christopher Eccleston so schnell die Serie verließ und bis vor kurzem nichts mehr damit zu tun haben wollte.
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