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"Völliger Realitätsverlust": Diskussion um Rundfunkgebühren
(22.09.2011, 16.31 Uhr)

In der Diskussion um eine mögliche Erhöhung der Rundfunkgebühren haben ARD und ZDF ihren zusätzlichen Finanzbedarf bestätigt und ihren Standpunkt verteidigt. Scharfe Kritik kommt dagegen von den Privatsendern.
Vorausgegangen war ein "Zeit"-Artikel, demzufolge die öffentlich-rechtlichen Sender für die neue Gebührenperiode ab Januar 2013 bei der zuständigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) zusätzliche Gelder beantragt haben. Insgesamt addieren sich die Forderungen auf eine Summe von 1,47 Milliarden Euro, die theoretisch eine Erhöhung des derzeitigen Gebührensatzes von monatlich 17,98 Euro auf 18,86 Euro zur Folge haben könnten (wunschliste.de berichtete).
"Diese Zahlen zeugen von einem völligen Realitätsverlust der gebührenfinanzierten Anstalten und im Besonderen beim ZDF", kommentierte Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), in einer ersten Stellungnahme. Doetz sieht "ein Affront gegenüber den Gebührenzahlern und eine Ohrfeige für die Politiker, die sich derzeit für ein neues Finanzierungsmodell engagieren."
ZDF-Intendant Markus Schächter verweist auf die Inflationsrate. Der angemeldete Mehrbedarf liege "deutlich unter der allgemeinen Kostenentwicklung". Kosten für die Digitalkanäle und sonstige Programmentwicklungen würden wie bisher durch Einsparungen und Umschichtungen eingeholt werden. Schon während der laufenden Gebührenperiode habe der Sender Einsparungen in Höhe von 800 Millionen Euro erbracht.
Die ARD-Vorsitzende Monika Piel bestätigte den zusätzlichen Finanzbedarf der ARD in Höhe von 900 Millionen Euro für die Jahre 2013 bis 2016 und berief sich ebenfalls auf die allgemeine Kostensteigerung. Der Beitrag sei zudem geringer als jener, den die KEF für die aktuelle Gebührenperiode anerkannt habe. Angesichts der vom ZDF angegebenen Zahlen bewege sich der Senderverbund gemessen an seiner Größe außerdem deutlich unterhalb der ZDF-Zahlen.
Beide Sender gehen allerdings davon aus, dass der derzeitige Beitrag unabhängig von ihren Forderungen bis mindestens 2014 stabil bleiben wird. Entscheidend wird sein, welche finanziellen Auswirkungen die geplante Haushaltsabgabe haben wird, die voraussichtlich zum 1. Januar 2013 das aktuelle GEZ-Modell ersetzt. Zahlen muss künftig jeder Haushalt einen einheitlichen Betrag. Ob ein Empfangsgerät vorhanden ist, spielt keine Rolle. Zumindest die ARD rechnet mit keinerlei Mehreinnahmen durch die Reform. Denkbar sei "allenfalls eine Stabilisierung" der aktuellen Einnahmesituation. Sicher scheint nur eines: Von einer Gebührensenkung dank der neuen Haushaltsabgabe sollte lieber kein Fernsehzuschauer träumen.
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Leserkommentare
Willy1943 schrieb am 23.11.2011, 18.12 Uhr:
GEZ -Abzocke an allen Fronten .Runter mit den exorbitant hohen Gehältern der Aufsichtsräte etc..
Die ARD und das ZDF kassieren schon genug Millionen für die Werbung.Auch das ist eine Frechheit , Werbung erdulden wir als Zuschauer schon genug bei RTL Co. , doch die müssen sich selber finanzieren , dafür hat man auch Verständnis. Im Endeffekt müssen vor allem die Gehälter der hohen Herrn bedient werden , Anstand = NULLmawaber schrieb am 24.09.2011, 19.05 Uhr:
Lt. Spiegel bekommt die ARD Vorsitzende ein Jahresgehalt von 308.000,00 â¬. Bei solchen Gehältern ist eine Gebührenerhöhung dringend erforderlich!User 857165 schrieb am 24.09.2011, 18.14 Uhr:
So so, das neue Modell findet da einer Super. Auch schon mal überlegt
das es noch wirklich Puristen gibt, die alle mal eine Zeitung kaufen
aber aus welchen Gründen auch immer TV, Radio und erst recht PC
und Internet ablehnen. Ja es gibt sogar welche die können sich das
alles nicht leisten. Haben aber immer hin ein Dach über dem Kopf und
in der ecke einen Kohleofen auf dem sie kochen. Nur Strom haben sie eben
nicht. Ich kenne solche Haushalte.
In Zukunft sollen die also für etwas zahlen, was sie gar nicht nutzen würden
und auch nicht können.
Denke mal aber das jeder langsam auch die Nase voll hat, jeden neuen
Gag der ÖR TV zu bezahlen. Sowie die überzogenen Preise für irgend
welche Sportereignisse. Also da sollte der Staat den Sendern mal klar machen das eben 2 Sender alle reichen, hat ja früher auch gereicht.
Vielleicht noch einen Kindersender, weil die früher ja immer ins Rohr gucken mussten wegen einer Sport oder Opitik übertragung. Ja und HD ist auch nicht nötig für Volks TV. Mehr steht da nämlich auch nichts im Staatlichen Auftrag, als Volks Informations und standard Unterhaltungs TV.
Denke das dann dafür 200 Millionen pro Tag ausreichen würden und die kann der Staat ja bezahlen. Dn die Bundeswehr wird ja auch vom Staat
bezahlt und nicht über eine Zwangsabgabe von allen Bürgern.Hellsfoul schrieb am 24.09.2011, 17.28 Uhr:
Die sollten sich wirklich mal um das neue Finanzierungsmodell kümmern! Denn dann zahlen endlich die Schwarzseher mit und die Gebührenerhöhung ist hinfällig.
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