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"Wetten, dass..?": Weiterer Verdacht auf Schleichwerbung
(15.01.2013, 16.27 Uhr)

Nach dem Spiegel hat nun auch das Handelsblatt Hinweise auf verbotene Schleichwerbung in
Dem Handelsblatt soll ein Vertrag zwischen dem mittlerweile insolventen Unternehmen Teldafax und Dolce Media, der Firma von Thomas Gottschalks Bruder Christoph, vorliegen. Demnach sollte Teldafax für Werbebotschaften in sechs Sendungen von 2009 bis 2010 zunächst 1,5 Millionen, später nur noch eine Million Euro direkt an Dolce Media zahlen. Ähnlich wie bei den Verträgen mit DaimlerChrysler und Solarworld, über die Der Spiegel berichtete, soll vertraglich festgelegt worden sein, in welcher Form und in welchem Wortlaut das Unternehmen von Gottschalk angepriesen werde.
Dem ZDF liegen unterdessen "keine Erkenntnisse darüber vor, dass im Zusammenhang mit der Präsentation von Gewinnspielpreisen Schleichwerbung bei 'Wetten, dass..?' stattgefunden hat", heißt es in einer Stellungnahme des Senders. Zudem sei von Dritten nicht auf redaktionelle Inhalte eingewirkt worden. Der Sender verweist auf seine 2004 eingeführten neuen Regelungen zur Verhinderung von Schleichwerbung. Die Gottschalk-Firma Dolce Media habe die Vermarktungsrechte am ZDF-Klassiker lediglich für bestimmte Zwecke genutzt, zum Beispiel für ein "Wetten, dass..?"-Magazin oder ein Brettspiel zur Sendung. Den Spiegel-Vorwürfen wolle der Sender jedoch nachgehen.
Eine lückenlose Aufklärung fordert der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) vom ZDF. Wenn die Vorwürfe stimmten, so der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken, sei massiv in die redaktionelle Unabhängigkeit des Senders eingegriffen worden. "Das wäre nicht nur ein Anschlag auf die Redaktionsarbeit des Senders, sondern auch illegale Schleichwerbung in Reinform und ein klarer Verstoß gegen die geltenden Rundfunkstaatsverträge", sagte Konken.
Bereits eingeschaltet hat sich der ZDF-Fernsehrat. Die Vorwürfe sollen zeitnah geprüft werden, bestätigte Fernsehratschef Ruprecht Polenz (CDU) gegenüber Spiegel-Online: "Weil das Gebot der redaktionellen Unabhängigkeit und das Verbot der Schleichwerbung essentielle Grundlagen der Programmarbeit des ZDF darstellen, habe ich vorgesehen, dass sich der Fernsehrat in seiner nächsten Sitzung am 8. März 2013 mit dem Vorgang befasst. Dann wird das Gremium überlegen, welche Schlussfolgerungen zu ziehen sind."
Im Spiegel-Aufmacher vom Montag wurde der Verdacht geäußert, die Gottschalk-Firma hätte jahrelang Millioneneinnahmen durch verbotene Schleichwerbung in "Wetten, dass..?" erzielt. Im Jahr 1999 hatte das ZDF die Vermarktungsrechte am Show-Klassiker an Dolce Media abgetreten. Thomas Gottschalks Bruder Christoph ist Geschäftsführer des Unternehmens, Thomas Gottschalk war bis 2009 Gesellschafter. Über seinen Anwalt ließ der Ex-Moderator inzwischen mitteilen, er sei weder Vertragspartner der im aktuellen Spiegel erwähnten Verträge, noch sei er an den Verhandlungen oder Abschlüssen beteiligt gewesen (wunschliste.de berichtete).
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Leserkommentare
Manfred_aus_Piesendorf schrieb am 21.01.2013, 16.57 Uhr:
Wenn ich so zurückdenke, dann könnte ich wirklich an Schleichwerbung glaubenAppenzell schrieb via tvforen.de am 16.01.2013, 10.37 Uhr:
Ich versteh das ganze Drama um die angebliche Schleichwerbung ehrlich gesagt nicht ganz, wenn in jeder Wetten dass Sendung der Wettkönig ein Auto oder ein Carport gewinnt dann ist es doch klar das irgendjemand das Auto sponsern muss und es müsste doch auch klar sein dass das ZDF diese Gewinne nicht selber finanziert.Das der jenige der die Gewinne sponsert in der Sendung genannt wird ist doch eigentlich auch völlig klar und verständlich. Das so ein Auto in der Marke nicht unkenntlich gemacht wird versteht sich doch von selbst. Für mich ist das keine Schleichwerbung sondern ganz klar Sponsering und das dürfte jedem klar sein das es so läuft.
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