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TV-Kritik/Review: "The Consultant": Christoph Waltz brilliert als sinistrer Herrscher im Höllen-Büro
von Christopher Diekhaus(23.02.2023)

Wie viel erzählerisches Potenzial in einem Bürosetting steckt, zeigte sehr eindrucksvoll die britische Mockumentary
Wie so oft bekommen wir es mit einem Chef zu tun, den man seinem ärgsten Feind nicht wünschen würde. Eine seltsame Faszination entsteht aber schon deshalb, weil Christoph Waltz die ihm auf den Leib geschneiderte Rolle des perfiden Lenkers mit diabolischer Lust verkörpert. Dank seiner Performance lässt es sich leichter verkraften, dass die Serie einen engen Fokus hat, die meisten Nebenfiguren nur Stichwortgeber sind.
"The Consultant" startet mit einem Knall. Was genau passiert, wollen wir nicht verraten. Nur so viel: Der Bubi-CEO Sang (Brian Yoon), der mit gerade einmal 20 Jahren die auf Handy-Games spezialisierte Firma CompWare gegründet hat, kommt zu Tode. Die Mitarbeiterschaft ist geschockt. Niemand weiß, wie genau es weitergehen wird. Doch dann taucht plötzlich, mitten in der Nacht, ein Anzugträger mit einem Vertrag auf, der ihn als "Berater" mit allen Vollmachten ausweist. Dem Unternehmen geht es offenkundig schlechter als gedacht. Und nun will dieser Regus Patoff (Christoph Waltz, auch als ausführender Produzent involviert) alles dafür tun, CompWare in eine sichere Zukunft zu führen. So, wie er es mit Sang vereinbart hat.Die Ersten, die dem resoluten Aufräumer begegnen sind Elaine (Brittany O'Grady), eine Art rechte Hand des Toten, die sich selbst nicht als Assistentin sieht, sondern in der englischen Originalfassung stets von "creative liaison", also einer kreativen Vertrauensperson, spricht, und der Spieleentwickler Craig (Nat Wolff), der unter Sang einen schweren Stand hatte.
Sie und alle andere Kollegen staunen nicht schlecht, mit welchen Methoden, mit welcher Härte Patoff seine Mission beginnt. Angestellte im Homeoffice bekommen eine zeitnahe Frist gesetzt, bis wann sie im CompWare-Sitz erscheinen müssen. Wer nicht pünktlich eintrifft, ist gefeuert. Spätestens hier bricht der schwarze Humor durch, der immer wieder in die Thriller-Handlung eindringt. Zu Elaines Entsetzen kennt der Berater selbst bei einer Rollstuhlfahrerin kein Pardon, lässt sie vor der Tür stehen. Immerhin habe sie keine Sonderbehandlung verdient. Ein weiterer Mitarbeiter, dessen Geruch Patoff nicht ausstehen kann, behält nur deshalb seinen Job, weil er sich im Büro entkleidet und mit einem Schwamm den Körper wäscht. Opfer des neuen rauen Windes wird auch Elaine, wenn der Chef sie mitten in der Nacht in die Firma zitiert.

Craig hingegen, dessen Pitches bei Sang keinen Anklang fanden, freut sich, dass Patoff eines seiner Games spannend findet. Um sein Standing nicht gleich wieder einzubüßen, lässt er sich auf eine Kneipentour mit seinem neuen Boss ein, die allerdings einen höchst bizarren Verlauf nimmt. Anschließend sind er und Elaine umso mehr entschlossen, herauszufinden, was dieser merkwürdige Berater im Schilde führt und warum Sangs aus Südkorea angereiste Mutter (Gloria John) auf einmal spurlos verschwunden ist.
"The Consultant" ist, zumindest nach Sichtung der ersten vier von insgesamt acht Episoden, sehr auf das Trio Elaine, Craig und Patoff fokussiert. Bemerkenswerte Nebenstränge gibt es nicht, und die restlichen Figuren sind bloß skizzenhaft entworfen, haben kein aufregendes Eigenleben. Thriller-Spannung ergibt sich vor allem aus folgenden Fragen: Wer ist Patoff? Was will er? Fliegen Elaine und Craig mit ihren Nachforschungen auf? Dass die Serie Nervenkitzel und herrlich groteske Momente produziert, hängt ganz entscheidend damit zusammen, wie Christoph Waltz seine Rolle als mysteriöser Antagonist anlegt.
Mit einem sardonischen Lächeln, das wir schon von anderen Parts des zweifachen Oscar-Preisträgers kennen, verleiht er dem neuen CompWare-Entscheider eine geradezu teuflische Ausstrahlung. Könnte es sein, dass es sich bei ihm wirklich um den Höllenfürsten handelt? Seltsame Verführungsqualitäten scheint er jedenfalls zu besitzen, wie etwa ein Rückblende zu seinen Vertragsgesprächen mit Sang beweist. Mehrfach wird Pateoff außerdem von rotem Schummerlicht umspielt, und stets reagiert leicht pikiert, wenn Kirche oder Glaube erwähnt werden. Andererseits: Ist es tatsächlich so einfach? Deutet nicht viel zu viel von Anfang an auf den Teufel in Menschengestalt hin? Verrät vielleicht eine Aufschrift an einer Holzkiste mehr über die Identität des Bösewichts? Und welche Rolle kommt dem Aktenzimmer mit Stasistallgeruch im Keller der Firma zu? Nichtkenner der Buchvorlage dürfen durchaus gespannt sein, welche Auflösung am Ende auf uns wartet.

Waltz' raumgreifende Darbietung, die -
Satirischen Biss lässt "The Consultant" deshalb jedoch nicht vermissen. Ständige Erreichbarkeit, volle Fixierung auf den Job, Machtmissbrauch - die Macher rund um Schöpfer Tony Basgallop (
Verglichen mit der 2022 veröffentlichten Apple-Produktion
Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten vier von insgesamt acht Folgen der Serie "The Consultant".
Die Serie "The Consultant" ist ab dem 24. Februar bei Amazon Prime Video mit allen acht Folgen verfügbar.
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