Das Film- und Fernsehserien-Infoportal

Log-In für "Meine Wunschliste"

Passwort vergessen

  • Bitte trage Deine E-Mail-Adresse ein, damit wir Dir ein neues Passwort zuschicken können:
  • Log-In | Neu registrieren

Registrierung zur E-Mail-Benachrichtigung

  • Anmeldung zur kostenlosen TV-Termin-Benachrichtigung für

  • E-Mail-Adresse
  • Für eine vollständige und rechtzeitige Benachrichtigung übernehmen wir keine Garantie.
  • Fragen & Antworten
Am 11. April 1977 lief der erste Fall des Krimi-Dauerbrenners
45 Jahre "Der Alte"
ZDF/Rainer Friedl
45 Jahre "Der Alte" im ZDF/ZDF/Rainer Friedl

München, die Hauptstadt des Fernseh-Verbrechens. Zumindest am Freitagabend ist die bayerische Metropole nun bereits im siebten Jahrzehnt Dreh- und Angelpunkt persönlicher und mörderischer Dramen, die mitunter das Ausmaß griechischer Tragödien annehmen können. Zu verdanken haben wir das vor allem einem Mann: Produzent Helmut Ringelmann, der mit  "Der Kommissar",  "Derrick" und schließlich auch mit  "Der Alte" drei unverzichtbare Kult-Klassiker der Fernsehgeschichte schuf, die allesamt in München spielten. "Der Alte" ist auch heute noch am Freitagabend im Zweiten auf Verbrecherjagd. Viel beschäftigt wie eh und je würden die Kommissare Köster, Kress, Herzog oder Voss an einem besonderen Jahrestag wie diesem sicher dennoch kurz mit ihrem Team anstoßen. Denn heute genau vor 45 Jahren wurde die erste Episode von "Der Alte" im ZDF ausgestrahlt.

Der 11. April 1977 war ein Ostermontag. Damals konnte niemand ahnen, dass der Premierentermin zum Startpunkt eines derartigen Dauerbrenners werden könnte - außer vielleicht Ringelmann selbst. Der sagte bereits beim Start recht selbstbewusst, 100 Folgen mit Siegfried Lowitz plane er bereits. Das Statement hatte nicht Anmaßendes an sich, schließlich hatte es "Der Kommissar" mit Erik Ode zuvor im Zweiten ebenfalls auf 97 Episoden gebracht. Nun also "Der Alte" als Nachfolger, ein Format, durch das im ZDF-Programm die Dachmarke der Freitagskrimis überhaupt erst geprägt wurde.

Siegfried Lowitz hat als Erwin Köster das eine oder andere Ass im Ärmel.
Siegfried Lowitz hat als Erwin Köster das eine oder andere Ass im Ärmel. ZDF/Michael Marhoffer

Für Siegfried Lowitz war "Der Alte" nicht seine erste Ermittlerrolle. Bereits bei Edgar Wallace oder Francis Durbridge war er auf Täterjagd. Als Erwin Köster brach er allerdings mit einigen Konventionen des guten, väterlichen Kommissars. Sehr viel ruppiger als sein Vorgänger Kommissar Keller war er, viel öfter setzte er sich mit Alleingängen von seinem Team ab, das dennoch zu ihm aufsah und ihn unterstützte. Diese Darstellung stieß gerade zu Beginn nicht nur auf Gegenliebe. Bereits die dritte Folge "Der Alte schlägt zweimal zu" musste massive Kritik der Polizeigewerkschaft einstecken. Von Volksverdummung war da die Rede, kein Kommissar würde jemals zu solchen illegalen Finten greifen, um Täter zu überführen.

Tatsächlich war der in "Der Alte" dargestellte Alltag des Verbrechens gerade in den ersten Jahren recht rau. Während bei "Derrick" seelische Abgründe und elementare Fragen von Schuld und Sühne ausgelotet wurden, war die Schwesterserie actionreicher, kriminalistischer und alleine durch die lakonische Hauptfigur Köster deutlich humorvoller. Vor allem die Art und Weise, wie Köster immer wieder seinen Vorgesetzten Millinger (Henning Schlüter) links liegen ließ, zeigte das Durchsetzungsvermögen und die Konsequenz des Kommissars. Er ließ sich von keinem Chef leiten, sondern einzig und allein von seinen logisch durchdachten Ermittlungsschritten.

So war Erwin Köster seinem Umfeld auch stets einen Schritt voraus. Diese intellektuelle Überlegenheit ging aber nicht mit Prahlerei einher, sodass er von seinen Gegnern und Kollegen immer wieder unterschätzt wurde. Während Köster mit einfachen Tätigkeiten wie dem Kochen eher kämpfte, genoss er es, sich mit seiner Lebensgefährtin Anna Gautier (Xenia Pörtner) im Schach zu duellieren und nach Feierabend bei einem Gläschen Wein in literarische Welten einzutauchen.

Koester (Siegfried Lowitz, r.) und seine Assistenten Heymann (Michael Ande, l.) und Martin Brenner (Jan Hendriks, M.)
Koester (Siegfried Lowitz, r.) und seine Assistenten Heymann (Michael Ande, l.) und Martin Brenner (Jan Hendriks, M.) ZDF/Michael Marhoffer

Helmut Ringelmann sollte recht behalten, 100 Episoden mit Lowitz wurden es. Danach nahm der Schauspieler freiwillig seinen Hut und entschied sich für den Serientod. In einer dramatischen Konfrontation mit einem flüchtigen Mörder, ausgerechnet gespielt von dem späteren Tarantino-Bösewicht Christoph Waltz, wurde Köster von einer Kugel getroffen. Zunächst besuchte Assistent Gerd Heymann (Michael Ande) seinen Chef am Krankenbett, er schien auf dem Wege der Besserung. Doch nach seiner Rückkehr ins Büro erfuhr Heymann von seinen Kollegen Martin Brenner (Jan Hendriks) und Meyer Zwo (Wolfgang Zerlett), dass Köster verstorben war. Ein schockierendes Ende, das saß und sich ins kollektive Gedächtnis einer gesamten Fernsehgeneration einbrannte.


Beitrag melden

  •  

Leserkommentare

  • kleinbibo schrieb via tvforen.de am 13.05.2022, 16.35 Uhr:
    Wenn es schon Jahre her ist und die Hauptfigur "Der Alte" heißt, dann müsste sie doch schon gestorben sein, lasst mich mal gucken, tatsächlich:
    Siegfried Lowitz (* 22. September 1914 als Siegfried Wodolowitz in Berlin; † 27. Juni 1999 in München)
  • kornelson schrieb via tvforen.de am 18.05.2022, 18.12 Uhr:
    Snake Plissken schrieb:
    kornelson schrieb:
    --------------------------------------------------
    -----
    >
    > Ja, Kösters sympathischer trockener Humor
    mochte
    > ich auch sehr.
    > Hatte erst vor einiger Zeit wieder mehrere
    Folgen
    > gesehen.
    > Sein Chef: wollen Sie mich auf den Arm nehmen?
    > köster, das kann ich doch nicht, da bin ich
    nicht
    > dazu in der Lage, oder so ähnlich.
    In einer Folge hatte er einen dicken Verband um
    den Zeigefinger, weil er sich beim Reibekuchen
    machen tief in den Finger geschnitten hat. Als
    sein Chef fragte, was er da gemacht hat, war die
    Antwort:
    "Ich dachte, ich kriege einmal von meinem Chef was
    Gutes zu hören. Da hab ich mich geschnitten!"
    Kann man heute auch noch im Alltag gebrauchen :-)
    Snake

    Ja, da stimmte ich Dir zu.
  • Touch-Down schrieb via tvforen.de am 16.05.2022, 23.41 Uhr:
    Snake Plissken schrieb:
    kornelson schrieb:
    --------------------------------------------------
    -----
    >
    > Ja, Kösters sympathischer trockener Humor
    mochte
    > ich auch sehr.
    > Hatte erst vor einiger Zeit wieder mehrere
    Folgen
    > gesehen.
    > Sein Chef: wollen Sie mich auf den Arm nehmen?
    > köster, das kann ich doch nicht, da bin ich
    nicht
    > dazu in der Lage, oder so ähnlich.
    In einer Folge hatte er einen dicken Verband um
    den Zeigefinger, weil er sich beim Reibekuchen
    machen tief in den Finger geschnitten hat. Als
    sein Chef fragte, was er da gemacht hat, war die
    Antwort:
    "Ich dachte, ich kriege einmal von meinem Chef was
    Gutes zu hören. Da hab ich mich geschnitten!"
    Kann man heute auch noch im Alltag gebrauchen :-)
    Snake
    Die Frage bekam er zweimal gestellt. Beim ersten Mal war die Antwort: "Den Finger hab ich mir durchgescheuert, als ich mein Gehalt gezählt habe."
    Ist übrigens aus Folge 8 "Lohngeld", eine der besten Folgen überhaupt.
  • Sir Hilary 2.0 schrieb via tvforen.de am 15.05.2022, 23.47 Uhr:
    Kaschi schrieb:
    burchi schrieb:
    --------------------------------------------------
    -----
    > Besonders die Kabbeleien mit Henning Schlüter
    > waren ein Genuss! Soweit meine Erinnerung noch
    > stimmt.
    Henning Schlüter moserte auch schon in "John
    Klings Abenteuer" als Inspektor Bradley rum, aber
    nur dreimal. Leider.
    Ja, die ersten Folgen als Köster - sichtbar- noch selbst einen Chef hatte, war sehr interessant. Später agierte Köster ja selbst "nur" noch als Chef, da sein Vorgesetzter nicht mehr als Person in der Serie in Erscheinung trat.
    Schlüter war geboren für die Rolle des strengen, grantelnden Chef!
  • Kaschi schrieb via tvforen.de am 15.05.2022, 23.42 Uhr:
    burchi schrieb:
    Besonders die Kabbeleien mit Henning Schlüter
    waren ein Genuss! Soweit meine Erinnerung noch
    stimmt.

    Henning Schlüter moserte auch schon in "John Klings Abenteuer" als Inspektor Bradley rum, aber nur dreimal. Leider.
  • Snake Plissken schrieb via tvforen.de am 15.05.2022, 17.38 Uhr:
    kornelson schrieb:
    Ja, Kösters sympathischer trockener Humor mochte
    ich auch sehr.
    Hatte erst vor einiger Zeit wieder mehrere Folgen
    gesehen.
    Sein Chef: wollen Sie mich auf den Arm nehmen?
    köster, das kann ich doch nicht, da bin ich nicht
    dazu in der Lage, oder so ähnlich.

    In einer Folge hatte er einen dicken Verband um den Zeigefinger, weil er sich beim Reibekuchen machen tief in den Finger geschnitten hat. Als sein Chef fragte, was er da gemacht hat, war die Antwort:
    "Ich dachte, ich kriege einmal von meinem Chef was Gutes zu hören. Da hab ich mich geschnitten!"
    Kann man heute auch noch im Alltag gebrauchen :-)
    Snake
  • kornelson schrieb via tvforen.de am 15.05.2022, 13.45 Uhr:
    Sir Hilary 2.0 schrieb:
    Köster perfektionierte seinen ironischen
    Ermittler, den er schon in "Der Frosch mit der
    Maske" kreiert hatte. Die Figuren sind sich sehr
    ähnlich.

    Ja, Kösters sympathischer trockener Humor mochte ich auch sehr.
    Hatte erst vor einiger Zeit wieder mehrere Folgen gesehen.
    Sein Chef: wollen Sie mich auf den Arm nehmen?
    köster, das kann ich doch nicht, da bin ich nicht dazu in der Lage, oder so ähnlich.
    Vor dem Ende der köster Ära, konnte ich keinen Qualitätsmangel der Folgen feststellen, was lowitz jedoch mehrmals deutlich öffentlich beklagte.
    Die Musik war auch sehr gut, eine großartige gutgemachte Serie, fast zehn Jahre, das ist traumhaft spitze.
    Gruß
    Kornelson
  • burchi schrieb via tvforen.de am 15.05.2022, 09.29 Uhr:
    Besonders die Kabbeleien mit Henning Schlüter waren ein Genuss! Soweit meine Erinnerung noch stimmt.
  • Sir Hilary 2.0 schrieb via tvforen.de am 14.05.2022, 21.42 Uhr:
    Köster perfektionierte seinen ironischen Ermittler, den er schon in "Der Frosch mit der Maske" kreiert hatte. Die Figuren sind sich sehr ähnlich.
  • Touch-Down schrieb via tvforen.de am 14.05.2022, 10.28 Uhr:
    Was war dieser Erwin Köster doch für ein Spitzentyp. Jedes Mal wieder eine Freude, ihn zu sehen und hören.
  • andreas_n schrieb via tvforen.de am 13.05.2022, 20.38 Uhr:
    kleinbibo schrieb:
    Wenn es schon Jahre her ist und die Hauptfigur
    "Der Alte" heißt, dann müsste sie doch schon
    gestorben sein, lasst mich mal gucken,
    tatsächlich:
    Siegfried Lowitz (* 22. September 1914 als
    Siegfried Wodolowitz in Berlin; † 27. Juni 1999
    in München)

    Schon so lange her.
    Aber wenn wir von der Hauptfigur reden: Erwin Köster starb bereits Anfang 1986 in der 100. Folge nach einer Schießerei.
  • Hauptkommissar Stoever schrieb am 14.04.2022, 00.32 Uhr:
    Mmh ...
    Sicher haben alle Darsteller aus DER ALTE positive Charakteren. 
    Aber warum musste man tatsächlich nach jedem Abgang eines ALTEN einen neuen Darsteller verpflichten?
    Wäre es nicht spätestens nach dem Abgang von Leo Kress (Rolf Schimpf) an der Zeit gewesen, Gerd Heymann (Michael Ande) zu befördern und zum Chef-Alten zu machen?
  • Fonsi schrieb am 11.04.2022, 17.58 Uhr:
    "Der Alte" ist ein wahrer Klassiker und Weggefährte in meinem Leben. Der Beste war freilich Siegfried Lowitz als knorriger Kommissar Köster, gefolgt von Rolf Schimpf als Leo Kress.
    Auch auf die Gefahr, dass die jüngere Generation schimpft: Danach ging´s abwärts. Walter Kreye war noch ganz gut, auch Jan-Gregor Kremp spielt solide. Doch mit ihm sind die Drehbücher leider anders geworden. Der typische Ringelmann-Stil mit noblen Vorort-Villen, gehobener Atmosphäre und starken Schauspielern ist abhanden gekommen. Schon der Rauswurf von Kreye, Sanoussi-Bliss und Böttcher war mehr als unglücklich. Der Ausstieg von Michael Ande alias Gerd Heymann bedeutete schließlich das endgültige Aus. Die alten Folgen machen um Längen mehr Spaß, als die aktuellen Folgen, die beliebig und austauschbar sind, wie viele andere Krimis heute. Schade, aber trotzdem: Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum und danke für die vielen guten Jahre!
  • Old School schrieb am 17.04.2022, 09.15 Uhr:
    Danke, aber leider kostenpflichtig. Die Serien etc. wurden doch mit meinem Geld gedreht, also nochmal zahlen??????
  • murcik58 schrieb am 16.04.2022, 08.52 Uhr:
    schon mal was von ZDF Select in der Mediathek gehört, da kann man die alten Serien hoch und runter schauen
  • Old School schrieb am 12.04.2022, 08.52 Uhr:
    Da schließ ich mich doch an!
    Vielleicht ist mal das ZDF endlich bereit auch die alten Lowitz und Schimpf Folgen zu wiederholen und nicht immer die letzten Staffeln oder auf Neo Wilsberg in Endlosschleife! Aber anscheinend herrscht da immer noch die Meinung "Die ollen Kamellen will eh keiner mehr sehen - und unser junges Publikum braucht anderes!" vor. Doch weit gefehlt, denn diese Wiederholungen kann man doch gut mit Medikamentenwerbung für Oppa und Omma vollstopfen! Das ZDF braucht doch Geld für die Pensionskasse, Sportrechte und Gottschalks Hals der gestopft werden muß! Wetten?