"Magische Gärten", "Peterhof - Russland." In Russland, am Finnischen Meerbusen, liegt die Parkanlage von Peterhof. Ihre Gold- und Marmorstatuen sowie ihre spektakulären Kaskaden und Pflanzenskulpturen sind aufgrund eines ehrgeizigen Traums entstanden: Ehrgeizig, weil in diesen Breitengraden ein Park angelegt werden sollte, der sich mit Europas schönsten Gärten messen sollte; ein Traum, weil Zar Peter der Große, der im 18. Jahrhundert Alleinherrscher über Russland war, darin das ideale Symbol für seine Macht sah. Im Jahr 1714 ließ Peter der Große seine Sommerresidenz auf einem riesigen Anwesen mit Blick aufs Meer bauen unweit der von ihm vor kurzem gegründeten Hauptstadt Sankt Petersburg. Als gebildeter und ehrgeiziger Monarch wollte der Zar Russland in den Rang anderer europäischer Großmächte erheben. Sein Schloss und seine Parkanlage sollten durch ihre Pracht beeindrucken. Während Ludwig XIV. Versailles, dessen Schlosspark den Zar faszinierte, unter den Schutz Apollons stellte, widmet
"Magische Gärten", "Valsanzibio." Inmitten der Hügel südlich von Padua, 50 Kilometer von Venedig entfernt, erstreckt sich über acht Hektar das Anwesen von Valsanzibio. Der Garten ist das Werk der venezianischen Kaufmannsfamilie Barbarigo aus dem 17. Jahrhundert. Er soll einst als Zeichen des Dankes an Gott angelegt worden sein, weil die Familie von der im Jahr 1631 wütenden Pest verschont geblieben war. Der Entwurf des Gartens von Valsanzibio wird Luigi Bernini zugeschrieben. Luigi war der Bruder des bedeutenden Barockbildhauers und -architekten Gian Lorenzo Bernini. Dieser wunderbare, in ein geschütztes Tal eingebettete Ort lädt zu einem spirituellen Spaziergang ein: Im Garten der Villa Barbarigo folgt man unterschiedlichen Perspektiven und Symbolen. So steht das berühmte Buchsbaum-Labyrinth für den unsicheren Weg jedes menschlichen Lebens.Regie: Emmanuel Descombes
"Magische Gärten", "Fre˙r - Südbelgien." Eine Reihe schwindelerregend hoher Felsen in den belgischen Ardennen, der sich durch das Tal schlängelnde Fluss Maas und ein großer Wald rings umher sind die Merkmale des Naturstandortes, in dessen Mitte sich das Schloss Fre˙r mit seiner zeitlosen Gartenanlage befindet. Seit Jacques de Beaufort das Schloss im Jahr 1410 erwarb, befindet es sich im Besitz ein und derselben Familie. Frankreichs Sonnenkönig Ludwig XIV. wohnte während der Belagerung von Dinant in diesem Schloss. Auch die Erzherzogin Maria Christina von Österreich und ihr Mann Albert Kasimir von Sachsen-Teschen waren dort zu Gast. Während der Französischen Revolution wäre das Anwesen beinahe zerstört worden. Im Ersten Weltkrieg wurde es von den Deutschen besetzt. Das Billardzimmer diente als Operationssaal. Von der Zerstörung verschont blieb das Anwesen nur dank seiner außergewöhnlichen Orangenbäume. Diesen uralten Bäumen in der Orangerie, die zum Teil mehr als 300 Jahre alt sind, las
"Magische Gärten", "Der Botanische Garten von Edinburgh." Der Royal Botanic Garden befindet sich mitten in der Stadt Edinburgh. Er wurde 1670 angelegt, in der Zeit der großen Expeditionen des britischen Weltreichs, und ist die zweitgrößte Anlage dieser Art in Großbritannien. Damals durchquerten Botaniker die ganze Welt, um Pflanzen zu sammeln, sie zu untersuchen und dem Fach- wie dem Laienpublikum vorzustellen. Bis ins 16. Jahrhundert nutzte man Pflanzen zu Heilzwecken und als Nahrungsmittel. Danach begann man, sie zur Aufnahme in ein Verzeichnis und zu Studienzwecken zu sammeln. Auf diese Weise entstand die botanische Wissenschaft. Auch heute noch setzen sich Botaniker, Gärtner und Blumenzüchter auch im Royal Botanic Garden in Edinburgh dafür ein, die Sammlungen um ihre Neuentdeckungen zu bereichern und auf diese Weise den Garten weiterzuentwickeln.
"Magische Gärten", "Rayol - Frankreich." Das Anwesen Le Rayol zu entdecken, bedeutet, sich von diesem 20 Hektar großen Garten an der Côte d´Azur überraschen zu lassen. Dort wachsen und gedeihen exotische Pflanzen aus aller Herren Länder, zum Beispiel aus Chile, Australien und Neuseeland, im Einklang mit der mediterranen Macchia. Der Besitz wurde 1910 von Alfred-Théodore Courmes angelegt, später verkauft und verfiel nach dem Zweiten Weltkrieg zusehends. Seit 1989 besitzt die Küstenschutzbehörde das Anwesen. Von ihr erhielt der renommierte Landschaftsarchitekt Gilles Clément den Auftrag, den Park neu anzulegen. Ganz bewusst hat Gilles Clément diesen Garten so vielfältig gestaltet. Mit seinem Konzept des "planetarischen Gartens" revolutionierte er den Blick auf die Gärten. In Le Rayol haben sich manche Arten durch jahrtausendealte Strategien, die von der unglaublichen Intelligenz der Pflanzen zeugen, an das mediterrane Milieu angepasst.
"Magische Gärten", "Daitoku-Ji - Japan." Japanische Zen-Gärten zeichnen sich durch ihre Schlichtheit, Ruhe und Symbolkraft aus. Sie verzichten oftmals vollkommen auf Bäume, Blumen und Pflanzen, teils gibt es nur Moos; Reinigungsbecken, Felsen und Flächen mit weißen Kieseln sind präzise angeordnet. Mit einem Rechen in den Kies hineingezogene Wellenlinien stehen für Wasser. Felsenformationen und Steine sind Symbol für Gebirge und Hügel. Moos steht für das Alter ein in Japan überaus ehrvoller Zustand. Im Japanischen heißt diese Spezialform des Japangartens Kare-an-sui, was übersetzt so viel bedeutet wie "trockene" oder auch "unechte Landschaft". Die Trockengärten des Daitoku-ji-Klosters in der japanischen Stadt Kyoto respektieren diese abstrakte Zen-Philosophie: Monochromie, Steine und einfache Pflanzen. Die Anlage rund um einen Haupt- und 23 Nebentempel ist von einer Ringmauer eingefasst; drei Tore ermöglichen den Zutritt. Durch den Garten führt ein Pfad der rituellen Reinigung. Die letzte Station, die Teezeremonie, trägt zur inneren Vervollkommnung bei.
"Magische Gärten", "Courances - Frankreich." In dem südlich von Paris gelegenen Park von Courances, dessen Name "Fließgewässer" bedeutet, ist das Wasser allgegenwärtig, zum Beispiel in den zahlreichen Wassergräben, Kanälen und Springbrunnen. Darüber hinaus strukturiert das Wasser die gesamte Landschaft. Die Bäume sind die andere Sehenswürdigkeit von Courances. Sie verleihen dem Park seinen ganz eigenen, romantischen Charakter. Das Gelände erstreckt sich über 75 Hektar Gartenfläche und 500 Hektar Ackerland. Während viele Gärten ihrem früheren Bild verhaftet bleiben, ist das Anwesen von Courances lebendig, bewohnt, der modernen Welt zugewandt und in ständiger Erneuerung begriffen.
"Magische Gärten", "Mount Stewart - Irland." In Nordirland, südlich von Newtownards, liegt am Ufer des Strangford Lough der herrschaftliche Sitz der Familie Stewart. Das prächtige Anwesen besticht durch ein traumhaftes neoklassizistisches Herrenhaus und grandiose Gärten. Lady Edith Londonderry eine englische Lady, die im Ersten Weltkrieg viel geleistet hatte schuf dort 1921 einen Ort des Friedens, weit weg von London und ihren gesellschaftlichen Pflichten. Sie empfing hier regelmäßig bedeutende Persönlichkeiten wie Winston Churchill oder James Ramsay MacDonald. Die Anlage spiegelt die exzentrische Persönlichkeit der freiheitsliebenden Lady wider: Der avantgardistisch angelegte Garten ist reich an üppigen Pflanzen und fantasievollen Tierskulpturen. Sie sind humorvolle Anspielungen auf die Menschen aus Lady Londonderrys Umfeld. Vom Shamrock Garden über den Sunken Garden und Woodland Garden bis hin zum Garten mit urwüchsigen Baumfarnen ihre Fantasie schien keine Grenzen zu kennen. Die prä
"Magische Gärten", "Levens Hall - Nordengland." Im nordenglischen Cumberland liegt Levens Hall, ein privater Landsitz, der seit 800 Jahren im Besitz derselben Familie ist. Sein Garten wird im 17. Jahrhundert vom französischen Landschaftsgärtner Guillaume Beaumont angelegt, der sein Handwerk in Versailles bei André Le Nôtre erlernt hat. Beaumont gibt dem Garten eine geometrische Struktur und Blickachsen beides war in England seinerzeit sehr angesagt. Seitdem hat Levens Hall alle Moden überdauert und sich seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Bis heute zeugt er von der Schönheit formaler englischer Gärten. Die Besonderheit an Levens Hall sind seine Formschnittgehölze. Diese von Generationen von Gärtnern beschnittenen Buchsbäume und Eiben haben eigentümlich geformte Pflanzenskulpturen entstehen lassen. Kein Baum gleicht dem anderen. Der Garten war wahrscheinlich zu Beginn streng formal angelegt, mit geometrischen, akkuraten Pflanzungen. Doch über die Jahrhunderte haben sich diese Pflan
"Magische Gärten", "Der Garten von Ninfa." Schriftsteller und Künstler wie Virginia Woolf, T. S. Eliot, aber auch Alberto Moravia kamen nach Ninfa, um sich von dem romantischen Garten südlich von Rom inspirieren zu lassen. Es ist, als würde man in ein Gemälde eintauchen, das mit Farbtupfen die Ruinen einer mittelalterlichen Stadt umspielt. Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt zerstört, jedoch errichteten ab dem 16. Jahrhundert verschiedene Mitglieder der Familie Caetani, die im Gebiet der Pontinischen Ebene lebten, einen Garten mit verschiedenen botanischen Gegebenheiten, Quellen und Brunnen. In einer gelungenen Mischung aus ursprünglicher Natur und Zierbepflanzung schufen Frauen dreier Generationen hier einen einzigartigen Ort, der bis heute zu den schönsten Gärten weltweit zählt.
"Magische Gärten", "Der Garten von Ninfa - Italien." Schon in der Antike florierte die südlich von Rom gelegene Stadt Ninfa. In den Schriften von Plinius dem Älteren ist von einem wunderbaren Ort mit vielen Wasserquellen die Rede. Nicht von ungefähr leitet sich der Name "Ninfa" von den Nymphen der Antike ab, den guten Geistern des Wassers. Eine weitere Blüte erlebte Ninfa als Sitz der Adelsfamilie Caetani im 12. Jahrhundert. Doch 200 Jahre später lag die Stadt am Boden, denn fast alle Einwohner waren Bürgerkriegen oder der Malaria zum Opfer gefallen. Erst im 20. Jahrhundert entdeckten Frauen aus drei Generationen der Caetani-Familie Ada, Marguerite und Lelia die Schönheit dieses Ortes wieder und legten einen idyllischen Garten auf den mittelalterlichen Ruinen der Stadt an. Seitdem ranken sich Gewächse verschiedenster Farben und Formen, wilde Natur und Zierpflanzen um die malerischen Mauerreste. Durch den Garten fließt der Fluss Ninfa. Um den Flusslauf und den Grundriss der mittelalterlichen Stadt herum erstreckt sich der Garten: im Norden begrenzt durch das große Staubecken und ringsum von den ehemaligen Stadtmauern eingefasst. Die Wege führen zu den wichtigsten Bauwerken wie dem Wehrturm, dem Rathaus oder den Kirchen San Giovanni und San Biagio, zum Zollgebäude oder zur Schlachthofbrücke dem Abschluss des Gartens im Süden. Lelia war Malerin, deshalb war für sie Ninfa eine Art Laboratorium: ein lebendiges, freies, spontanes und natürliches Labor, in dem es keine Regeln gibt. So ist auch kein formaler italienischer Garten entstanden, sondern verschiedenste Einflüsse spiegeln sich darin wider. Die drei Frauen pflanzten neben Zypressen, Eichen, Pappeln und Zedern auch viele exotische Arten wie japanischen Fächerahorn, chinesischen Bambus oder amerikanische Magnolien. Seit Lelias Tod im Jahre 1977 wird der Garten von einer Stiftung instand gehalten.
"Magische Gärten", "Villa d?Este -Italien." Der in Tivoli in der Nähe der italienischen Hauptstadt Rom gelegene Garten der Villa d?Este diente als Vorbild für alle Renaissancegärten. Anlegen ließ ihn im 16. Jahrhundert Kardinal Ippolito d?Este. Der Sprössling einer reichen Familie aus Ferrara wollte damit seine Macht und Bildung demonstrieren. Der Garten wurde auf einem Hügel angelegt, auf dem die Villa thront. Die im Jahr 1550 begonnenen Arbeiten zogen sich über mehr als 20 Jahre hin. Im Laufe der Jahrhunderte verwilderte der Garten und fiel allmählich dem Vergessen anheim. Das änderte sich im 18. Jahrhundert, als Künstler den Garten wiederentdeckten: Sie begeisterten sich gerade für sein vernachlässigtes Aussehen und seine üppige Vegetation, die ihm einen romantischen Charakter verliehen. Der französische Maler Jean-Honoré Fragonard ließ sich 1760 von dem Garten inspirieren, und Franz Liszt komponierte dort 1877 seine "Wasserspiele in der Villa d?Este". 1920 erwarb der italienische Staat den Garten und ließ ihn aufwendig restaurieren.
"Magische Gärten", "Valsanzibio - Italien." Inmitten der Hügel südlich von Padua, 50 Kilometer von Venedig entfernt, erstreckt sich über acht Hektar das Anwesen von Valsanzibio. Der Garten ist das Werk der reichen venezianischen Kaufmannsfamilie Barbarigo aus dem 17. Jahrhundert. Er soll einst als Zeichen des Dankes an Gott angelegt worden sein, weil die Familie von der im Jahr 1631 wütenden Pest verschont geblieben war. Der Entwurf des Gartens von Valsanzibio wird Luigi Bernini zugeschrieben. Luigi war der Bruder des bedeutenden Barockbildhauers und -architekten Gian Lorenzo Bernini. Dieser wunderbare, in ein geschütztes Tal eingebettete Ort lädt zu einem spirituellen Spaziergang ein: Im Garten der Villa Barbarigo folgt man unterschiedlichen Perspektiven und Symbolen. So steht das berühmte Buchsbaum-Labyrinth für den unsicheren Weg jedes menschlichen Lebens.
"Magische Gärten", "Het Loo - Niederlande." Im 17. Jahrhundert erwarben Wilhelm III. von Oranien-Nassau und seine Gattin Maria II. das Anwesen Het Loo nordwestlich der niederländischen Stadt Apeldoorn. Sie ließen auf dem 650 Hektar großen Park- und Waldgelände einen außergewöhnlichen Garten nach dem Vorbild der französischen Barockgärten anlegen. Die Blumenbeete sollten dabei nicht nur Schmuckelemente fürs Auge sein, sondern auch den Macht- und Ruhmeswillen des niederländischen Herrscherhauses demonstrieren. Im 19. Jahrhundert wurde der königliche Garten in einen Park im romantischen Stil umgestaltet. Im Jahr 1970 erwarb der niederländische Staat das Anwesen Het Loo und beschloss, dem Garten sein ursprüngliches Aussehen zurückzugeben. Seit 1984 ist der inzwischen öffentlich zugängliche Schlosspark der Stolz der Niederländer.
"Magische Gärten", "Peterhof." Schloss Peterhof am Finnischen Meerbusen wird auch das "russische Versailles" genannt. Zar Peter der Große ließ sich hier im 18. Jahrhundert eine Residenz errichten, die den Rang Russlands als neue europäische Großmacht widerspiegeln sollte. Der Zar hatte 1717 den Palast und die Gärten des Sonnenkönigs besucht und wollte sie an Prunk noch übertreffen. Er beauftragte den französischen Architekten Jean-Baptiste Alexandre Le Blond, einen Schüler Le Nôtres, und schuf dieses ehrgeizige Projekt eins zauberhaften Barockgartens mit spektakulären Wasserspielen und Kaskaden, das dem rauen Klima des russischen Nordens angepasst werden musste.
"Magische Gärten", "Longwood Gardens - USA." In Pennsylvania, westlich von Philadelphia, erstrecken sich auf einer Fläche von fast 500 Hektar die Longwood-Gärten. Sie wurden Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt und vereinen europäische Gartenbau-Visionen vor allem aus Italien und Frankreich mit amerikanischem Können. Die riesige Gewächshausanlage, darunter ein Arboretum, das schon um 1850 als eine der größten Sammlungen einheimischer und exotischer Bäume und Sträucher in den USA bekannt war, lockt Besucher aus aller Welt an. Die eigentliche Geschichte des botanischen Gartens begann im Jahr 1906. Die damalige Besitzerin der Ländereien, Linda W. Bevan, erteilte die Erlaubnis, die auf dem Gelände befindlichen Bäume zu fällen. Um das Arboretum vor der Zerstörung zu bewahren, wurde das Anwesen von Pierre S. du Pont (1870-1954), einem späteren Vorstandsmitglied von General Motors, erworben. Seine Familie war von Frankreich in die USA immigriert. Er errichtete hier seinen Zweitwohnsitz als Zeichen seines gesellschaftlichen Einflusses als Industrieller und seiner Liebe zur Botanik. Ihm verdankt Longwood seine heutige Gestalt. Pierre S. du Pont liebte das Reisen und ließ sich in Frankreich und Italien hier insbesondere von den geometrisch ausgerichteten Gärten der Villa Gamberaia nahe Florenz inspirieren. Nach diesem Vorbild ließ er Wasserbecken und Springbrunnen anlegen, die zum Lustwandeln einladen und an den Schlosspark von Versailles erinnern.
"Magische Gärten", "María Luisa - Spanien." Auf 34 Hektar im Zentrum von Sevilla gelegen, bildet der aus einem Mosaik von Gärten bestehende Parque de María Luisa die grüne Lunge der südspanischen Stadt. Pferdekutschen und Spaziergänger durchqueren die riesigen baumgesäumten Alleen. Die sandige, gelbe Erde der Wege verleiht den Schatten ein ganz besonderes Licht, und die Brunnen ragen majestätisch auf. Der Park wurde 1914 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er veranschaulicht die landschaftsgestalterischen Theorien des Landschaftsarchitekten Jean-Claude Nicolas Forestier, der die großzügige Anlage entworfen hat. Der Städteplaner und Botaniker war davon überzeugt, dass Grünflächen in den Städten notwendig seien. Er kam nach Spanien, nachdem er einen Teil seiner Laufbahn in Marokko verbracht und dort die arabische Gartenkultur entdeckt hatte. Diese Kultur passte er dem größten öffentlichen Park Sevillas an und begründete dort den neoarabischen Stil.
"Magische Gärten", "Taman Ujung - Indonesien." Der botanische Garten von Bogor auf der Insel Java ist der älteste botanische Garten Indonesiens. Er wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von den Holländern angelegt, die damals über den Archipel herrschten. Dieser Garten, der sich über mehr als 80 Hektar erstreckt, liegt im Zentrum der Stadt Bogor. Der botanische Garten ist weltweit einzigartig, da er mitten in der Stadt Bogor gelegen ist und täglich von Millionen Fahrzeugen umkreist wird. Hinzu kommen viele Industrie- und Gewerbeunternehmen, die zusätzlich die Luft verschmutzen. Aber sobald Besucher den Park von Bogor betreten, erleben sie einen einmalig schönen Wald. Der botanische Garten ist auch ein öffentlicher Park, durch den die Hauptstadtbewohner spazieren und so der drückenden Hitze Jakartas entfliehen. Zu den Schätzen des Gartens gehört der tropische Feuchtwald. Der Tropenwald spiegelt die tatsächliche Situation in einem Tropenwald Indonesiens oder anderswo wider. Die Gärtner fällen keine Bäume und greifen kaum in die Natur ein, sondern lassen die Bäume auf natürliche Weise wachsen. Der botanische Garten liegt in einem Tal des Flusses Ciliwung. Von allen Seiten ist er von der Stadt Bogor umgeben und beherbergt im Norden den Präsidentenpalast, dessen bestelltes Grünland für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Der tropische Wald bedeckt fast seine gesamte Fläche. Der Garten ist in Parzellen und Forschungszentren unterteilt, die zahlreiche botanische Sammlungen beherbergen dazu gehören der Heilpflanzengarten, drei Baumschulen und das Orchideenhaus.
"Magische Gärten", "Der Garten von Ninfa." Schriftsteller und Künstler wie Virginia Woolf, T. S. Eliot, aber auch Alberto Moravia kamen nach Ninfa, um sich von dem romantischen Garten südlich von Rom inspirieren zu lassen. Es ist, als würde man in ein Gemälde eintauchen, das mit Farbtupfen die Ruinen einer mittelalterlichen Stadt umspielt. Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt zerstört, jedoch errichteten ab dem 16. Jahrhundert verschiedene Mitglieder der Familie Caetani, die im Gebiet der Pontinischen Ebene lebten, einen Garten mit verschiedenen botanischen Gegebenheiten, Quellen und Brunnen. In einer gelungenen Mischung aus ursprünglicher Natur und Zierbepflanzung schufen Frauen dreier Generationen hier einen einzigartigen Ort, der bis heute zu den schönsten Gärten weltweit zählt.
"Magische Gärten", "Mount Stewart - Irland." In Nordirland, südlich von Newtownards, liegt am Ufer des Strangford Lough der herrschaftliche Sitz der Familie Stewart. Das prächtige Anwesen besticht durch ein traumhaftes neoklassizistisches Herrenhaus und grandiose Gärten. Lady Edith Londonderry eine englische Lady, die im Ersten Weltkrieg viel geleistet hatte schuf dort 1921 einen Ort des Friedens, weit weg von London und ihren gesellschaftlichen Pflichten. Sie empfing hier regelmäßig bedeutende Persönlichkeiten wie Winston Churchill oder James Ramsay MacDonald. Die Anlage spiegelt die exzentrische Persönlichkeit der freiheitsliebenden Lady wider: Der avantgardistisch angelegte Garten ist reich an üppigen Pflanzen und fantasievollen Tierskulpturen. Sie sind humorvolle Anspielungen auf die Menschen aus Lady Londonderrys Umfeld. Vom Shamrock Garden über den Sunken Garden und Woodland Garden bis hin zum Garten mit urwüchsigen Baumfarnen ihre Fantasie schien keine Grenzen zu kennen. Die prä
"Magische Gärten", "Der Botanische Garten von Edinburgh." Der Royal Botanic Garden befindet sich mitten in der Stadt Edinburgh. Er wurde 1670 angelegt, in der Zeit der großen Expeditionen des britischen Weltreichs, und ist die zweitgrößte Anlage dieser Art in Großbritannien. Damals durchquerten Botaniker die ganze Welt, um Pflanzen zu sammeln, sie zu untersuchen und dem Fach- wie dem Laienpublikum vorzustellen. Bis ins 16. Jahrhundert nutzte man Pflanzen zu Heilzwecken und als Nahrungsmittel. Danach begann man, sie zur Aufnahme in ein Verzeichnis und zu Studienzwecken zu sammeln. Auf diese Weise entstand die botanische Wissenschaft. Auch heute noch setzen sich Botaniker, Gärtner und Blumenzüchter auch im Royal Botanic Garden in Edinburgh dafür ein, die Sammlungen um ihre Neuentdeckungen zu bereichern und auf diese Weise den Garten weiterzuentwickeln.
"Magische Gärten", "Longwood Gardens - USA." In Pennsylvania, westlich von Philadelphia, erstrecken sich auf einer Fläche von fast 500 Hektar die Longwood-Gärten. Sie wurden Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt und vereinen europäische Gartenbau-Visionen vor allem aus Italien und Frankreich mit amerikanischem Können. Die riesige Gewächshausanlage, darunter ein Arboretum, das schon um 1850 als eine der größten Sammlungen einheimischer und exotischer Bäume und Sträucher in den USA bekannt war, lockt Besucher aus aller Welt an. Die eigentliche Geschichte des botanischen Gartens begann im Jahr 1906. Die damalige Besitzerin der Ländereien, Linda W. Bevan, erteilte die Erlaubnis, die auf dem Gelände befindlichen Bäume zu fällen. Um das Arboretum vor der Zerstörung zu bewahren, wurde das Anwesen von Pierre S. du Pont (1870-1954), einem späteren Vorstandsmitglied von General Motors, erworben. Seine Familie war von Frankreich in die USA immigriert. Er errichtete hier seinen Zweitwohnsitz als Zeichen seines gesellschaftlichen Einflusses als Industrieller und seiner Liebe zur Botanik. Ihm verdankt Longwood seine heutige Gestalt. Pierre S. du Pont liebte das Reisen und ließ sich in Frankreich und Italien hier insbesondere von den geometrisch ausgerichteten Gärten der Villa Gamberaia nahe Florenz inspirieren. Nach diesem Vorbild ließ er Wasserbecken und Springbrunnen anlegen, die zum Lustwandeln einladen und an den Schlosspark von Versailles erinnern.
"Magische Gärten", "Bagh-e Fin." Die Stadt Kaschan liegt inmitten einer Wüstenlandschaft. Der Bagh-e Fin im Süden der Stadt ist eine Oase: wie eine Fata Morgana aus Wasser und Grünflächen. Schah Abbas I. ordnete 1587 den Bau von Bagh-e Fin rund um seine Residenz an. Er wünschte sich eine Anlage nach dem Vorbild der im Koran beschriebenen Gärten: eine Allegorie des Paradieses. Die zwei Hektar große Fläche des Gartens ist von Außenmauern umgeben. Im Bagh-e Fin ist überall Wasser. Es ist für alle da, sehr einladend und nicht nur zur Zier. Die Besucher dürfen die Füße darin baden, damit spielen, seine Frische genießen und seiner Musik lauschen. Auch die schattigen Alleen des Fin-Gartens, die von Wasserläufen gesäumt werden, sind ein Hort der Kühle und locken viele Besucher an.
"Magische Gärten", "Villa d?Este -Italien." Der in Tivoli in der Nähe der italienischen Hauptstadt Rom gelegene Garten der Villa d?Este diente als Vorbild für alle Renaissancegärten. Anlegen ließ ihn im 16. Jahrhundert Kardinal Ippolito d?Este. Der Sprössling einer reichen Familie aus Ferrara wollte damit seine Macht und Bildung demonstrieren. Der Garten wurde auf einem Hügel angelegt, auf dem die Villa thront. Die im Jahr 1550 begonnenen Arbeiten zogen sich über mehr als 20 Jahre hin. Im Laufe der Jahrhunderte verwilderte der Garten und fiel allmählich dem Vergessen anheim. Das änderte sich im 18. Jahrhundert, als Künstler den Garten wiederentdeckten: Sie begeisterten sich gerade für sein vernachlässigtes Aussehen und seine üppige Vegetation, die ihm einen romantischen Charakter verliehen. Der französische Maler Jean-Honoré Fragonard ließ sich 1760 von dem Garten inspirieren, und Franz Liszt komponierte dort 1877 seine "Wasserspiele in der Villa d?Este". 1920 erwarb der italienische Staat den Garten und ließ ihn aufwendig restaurieren.
"Magische Gärten", "Kenroku-En - Japan." Der Kenroku-en in Kanazawa liegt 400 Kilometer westlich von Tokio und ist einer der schönsten herrschaftlichen Gärten Japans. Im Kenroku-en entdeckt der Spaziergänger ein Geflecht aus Pfaden, Bäumen, Wasserbecken, Bächen und Teichen. Besucher strömen aus dem ganzen Archipel hierher, um die zweibeinigen Steinlaternen und die bemerkenswerte Silhouette der hochgebundenen Kiefern zu bewundern. Denn die Winter in der Region sind hart und schneereich, und so schützen die Gärtner die hohen Bäume mit Yukitsuri Hochbinden aus Bambus und Seilen, die an riesige Regenschirme erinnern vor dem Gewicht des Schnees. Der Name von Kenroku-en bedeutet, dass der Garten sechs bemerkenswerten Attributen entspricht: Er verfügt über Weitläufigkeit, Abgeschiedenheit, Kunstfertigkeit, Althergebrachtes, fließendes Wasser und einen weiten Blick. Kenroku-en wurde im 17. Jahrhundert von der Dynastie der Maeda-Herrscher entworfen. Der Garten grenzt an ihr Schloss, das die Stadt Kanazawa beherrscht. Am Anfang war der Garten der private Bereich der Familie Maeda, aber nach und nach luden die Herrscher ihre Gäste in den Garten ein. Dort speisten sie, lasen Gedichte, hörten Musik und machten Politik. Im 19. Jahrhundert machten die Maedas den Garten der Öffentlichkeit zugänglich. Nun konnten Besucher den Glanz und Zeremonien, wie die Teezeremonie, im Kenroku-en genießen. Heutzutage können Besucher im Kenroku-en, selbst wenn sie nicht die Teezeremonie kennen, den gleichen Gemütszustand erreichen wie jemand, der diese Kunst erlernt hat. Wenn sie die Schönheit der Natur spüren, dem angenehmen Klang des Wassers lauschen und die wundervollen Bäume und die fliegenden Vögel bewundern können dann können sie auch empfänglich sein für die Kunst des Tees, die Kampfkünste sowie die Kultur und den Geist Japans.
"Magische Gärten", "Dumbarton Oaks - USA." Die Gärten von Dumbarton Oaks befinden sich in Georges Town, einem Viertel mit schönen individuellen Villen. 1920 erwarb das Diplomatenpaar Robert und Mildred Bliss ein Grundstück mitten in der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. und ließ es von der revolutionären Landschaftsarchitektin Beatrix Farrand in eine grüne Oase verwandeln. So entstanden die Gärten, die sich über vier Hektar erstrecken und aufgrund ihrer Hanglage terrassenförmig angelegt sind. Weitere elf Hektar Parkanlagen und Wälder kamen im Laufe der Zeit hinzu. Obwohl die Gärten im Herzen von Washington D.C. gelegen sind, hat der Besucher zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, in einer Stadt zu sein. Es herrscht Ruhe. Fast 1.400 Bäume stehen in dem Garten: Eichen, Ahorne, Buchen und Obstbäume. Der Waldpark gibt dem Besucher das Gefühl, auf dem Land zu sein. Beatrix Farrand verband die verschiedenen Terrassengärten durch die Wege, durch das Baumaterial der Mauern, dem Gefühl der Bew
"Magische Gärten", "Marqueses de Fronteira." Diesmal besucht Landschaftsarchitekt Jean-Philippe Teyssier den barocken Garten des Palácio dos Marqueses de Fronteira in Lissabon, welcher sich seit dem 17. Jahrhundert in Familienbesitz befindet. Der Garten besticht durch seine monumentalen, mosaikartigen Darstellungen, den berühmten Azulejos. Die kunstvollen Fliesenbilder erzählen vom ruhmreichen Kampf um die Unabhängigkeit Portugals im 16. Jahrhundert. Trotz der regelmäßigen Gliederung im französischen oder italienischen Stil erinnert die Gartenanlage mit ihren Brunnen, welche aus einem ausgeklügelten Wasserversorgungssystem gespeist werden, unweigerlich auch an maurische Gärten.