Anmeldung zur kostenlosen Serienstart-Benachrichtigung für
- E-Mail-Adresse
- Für eine vollständige und rechtzeitige Benachrichtigung übernehmen wir keine Garantie.
- Fragen & Antworten
TV-Kritik/Review: The Crazy Ones
(21.05.2014)

"Ein Hoch auf die Verrückten! Die Außenseiter, die Rebellen, die Unruhestifter... denn diejenigen, die verrückt genug sind um zu denken, dass sie die Welt verändern können - tun das auch". Wenn man schon kein konkretes Produkt anzupreisen hat, dann doch zumindest ein Lebensgefühl. So könnte man die Quintessenz des legendären Apple-Werbespots aus den 1980er Jahren zusammenfassen, der unter dem Slogan "Think Different" eine Lobeshymne auf jene "Crazy Ones" anstimmte, zu denen in der mit sentimentaler Musik unterlegten Montage Albert Einstein, Maria Callas, Gandhi, Amelia Earhart oder Alfred Hitchcock gehörten. Nun mögen diese Legenden in ihren jeweiligen Wirkungsbereichen durchaus unsere Welt verändert haben. Aber kann das auch auf die fünf Protagonisten der CBS-Comedy
Inspiration zieht "The Crazy Ones" vor allem aus den Erfahrungen von John Montgomery, dem Kreativdirektor der weltweit tätigen Werbeagentur Leo Burnett. Montgomery fungiert als Berater der Comedyserie, deren Pilot aus der Feder von David E. Kelley stammt. Der Schöpfer zahlreicher Kult-Dramedys wie 
Williams und Gellar sind durchaus glaubhaft und charmant in der Vater-Tochter-Konstellation, allerdings reicht ihre Chemie kaum an die zwischen Simon und dem selbstbewusstem Copywriter Zach Roberts heran. James Wolk war als der geheimnisvolle (und in enganliegenden Shorts für Furore sorgende) Bob Benson bereits einer der interessantesten Bestandteile der sechsten "Mad Men"-Staffel. Auch bei "The Crazy Ones" verhält sich dies nicht anders. Die Szenen, in denen Simon und Zach als Kumpels aktiv werden und sich die Bälle in rasender Geschwindigkeit zuspielen, sprühen geradezu vor Spielfreude.
Das enge Verhältnis der beiden, die gemeinsam den verrücktesten Ideen ohne Rücksicht auf Verlust nachgehen, provoziert dann zunächst auch so manche Eifersüchtelei durch Andrew Keanelly. Der korrekte und introvertierte Art Director, verkörpert von Hamish Linklater (
Wenn es letztendlich einen Grund gibt, "The Crazy Ones" eine ernsthafte Chance zu geben, dann ist es das Ensemble. Selbst in den langweiligsten Momenten der ersten Episoden sieht man ihnen einfach wahnsinnig gerne zu. Auch die jeweiligen Gastdarsteller, die als Kunden die Dienste von Roberts & Roberts in Anspruch nehmen, sind bislang erstklassig. Um etwas Werbe-Realismus in das grelle und hektische Geschehen zu bringen, verwenden Kelley und Co. echte Marken wie McDonald's oder den Zahnpasta-Hersteller Crest, für die Simon und Sydney Kampagnen entwerfen. Letztendlich hilft dies der Glaubwürdigkeit hier aber nur bedingt auf die Sprünge, zumal die Schwierigkeiten und Ideen bei der Umsetzung der Kampagnen genauso exzentrisch und sprunghaft daherkommen wie die Hauptfiguren selbst.
Sprunghaft ist "The Crazy Ones" leider auch in seiner erzählerischen Qualität. Immer wieder finden sich in den ersten Episoden Momente, die den Zuschauer förmlich zum Brüllen bringen. Sei es die Entenfamilie, die hinter Simon und Andrew hinterher watschelt und die Andrew bereits als Ziehmutter akzeptiert hat. Oder Simon und Sydneys filmische Umsetzung eines emotionalen Meilensteins zwischen Vater und Tochter - der von allen, die den fertigen Werbespot dann aber sehen, als ein Beispiel für den "schlimmsten Vater der Welt" interpretiert wird. Oder der von Robin Williams und James Wolk gemeinsam improvisierte Song über Fast Food und Sex, der Popstar Kelly Clarkson dazu bewegen soll, einen Jingle für McDonald's einzusingen.
Zwischen diesen herausragenden Momenten verpuffen weite Teile der ersten Episoden durch Dialoge, die in Maschinengewehr-Tempo auf den Zuschauer losgelassen werden. Letztendlich kann die Geschwindigkeit darüber hinwegtäuschen, dass sie über weite Strecken alles andere als gewitzt und geschliffen sind. Umso bedauerlicher ist dies, da die Macher reichlich tolle Ideen für ihre Protagonisten in petto haben und die Figuren auch in interessante Richtungen lenken. Vor allem Episode 3 ist hier das größte Negativbeispiel. Zwei hervorragende Ideen (eine Analogie mit Andrew als Putzerfisch des Hais Zach und Sydneys Angst vor dem Autofahren, die sie ihrem Vater verdankt), verpuffen hier unbefriedigend und langatmig nach einem vielversprechenden Set-Up.
So lässt sich das Team von Roberts & Roberts zunächst kaum in die Riege der zu Beginn genannten "Crazy Ones" einreihen - sondern vielmehr in die lange Reihe von hochkarätigen, vor Chemie übersprühenden Serien-Ensembles, die mit Material arbeiten mussten, das schlichtweg nicht gut genug war. Zumindest nicht in den ersten Folgen. Und doch, irgendwie will man nicht wegschalten, ist man länger als sonst gewillt durchzuhalten in der Hoffnung, dass der Inhalt der späteren Folgen genauso stark ist wie Sydneys Arbeitseifer, Simons Schlagfertigkeit oder Zachs gewinnendes Lächeln. So wird "The Crazy Ones" unfreiwillig zu so etwas wie einem Anti-"Mad Men" - zu einer Serie über die Werbeindustrie, die vor allem durch ihre oberflächlichsten Reize besticht, was ja fast schon wieder eine sich selbst erfüllende Prophezeiung darstellt.
Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten drei Folgen von "The Crazy Ones".
Ralf Döbele
© Alle Bilder: CBS
Über den Autor
auch interessant
Leserkommentare
Meistgelesene TV-News
- "Navy CIS: Origins": Emily Wickersham neben Mark Harmon in Staffel 3 engagiert
- Quoten: Solides Comeback von Daniela Katzenberger, "Ninja Warrior" deutlich vor "The Voice"
- "Das Vergessen - Spurlos im Moor": Julia Koschitz kriecht der Nebel ins Hirn
- "Grill den Henssler": An diesem Tag startet die neue Herbst-Staffel
- Weihnachtsfilme im TV: Diese Filme laufen vom 24. bis 30. Oktober 2026
Neueste Meldungen
Quoten: Ehrlich Brothers und "Quiz-Champion" machen "Schlag den Star" nass
"Glücksrad": Jörg Pilawa moderiert Pilotfolge für diesen Sender
Quoten: Solides Comeback von Daniela Katzenberger, "Ninja Warrior" deutlich vor "The Voice"
Update "Krähenmädchen": Deutschlandpremiere der zweiten Staffel mit Eve Myles ("Torchwood") in Sicht
Specials
Süßes oder Saures! 13 schaurig-schöne Halloween-Cartoons
"Das Vergessen - Spurlos im Moor": Julia Koschitz kriecht der Nebel ins Hirn
"Crystal Lake": Mama Voorhees füttert den Bären
Die 10 besten Slasher-Filme aller Zeiten
"Nine to Five: Das Amt" verwertet lustige Ideen von "Conny from the Block"
"Die Verräter": Bei RTL zum Scheitern verurteilt?
"Babylon Berlin": So endet die Erfolgsserie nach fünf Staffeln
Neue Trailer
Update "Krähenmädchen": Deutschlandpremiere der zweiten Staffel mit Eve Myles ("Torchwood") in Sicht
Actionreicher "Herr der Ringe"-Trailer zur dritten Staffel der "Ringe der Macht"
Update "Vienna Game": Trailer und Termin für pompöses Kostümdrama mit Jakob Diehl ("Dark")
Edeltrash mit Suchtfaktor: "The Hunting Wives" mit Trailer zur zweiten Staffel
Update "This City Is Ours": Termin für Staffel 2 der BBC-Gangsterserie, Staffel 3 bereits bestellt












![[UPDATE] "Krähenmädchen": Deutschlandpremiere der zweiten Staffel mit Eve Myles ("Torchwood") in Sicht](https://bilder.wunschliste.de/gfx/pics/Kraehenmaedchen-Mit-Eve-Myles-Torchwood_133973.jpg)








![[UPDATE] "Vienna Game": Trailer und Termin für pompöses Kostümdrama mit Jakob Diehl ("Dark")](https://bilder.wunschliste.de/gfx/pics/Vienna-Game_299722.jpg)

![[UPDATE] "This City Is Ours": Termin für Staffel 2 der BBC-Gangsterserie, Staffel 3 bereits bestellt](https://bilder.wunschliste.de/gfx/pics/Der-Cast-Von-This-City-Is-Ours-Staffel-2_688432.jpg)
