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4446

Aktenzeichen XY... Ungelöst

D, 1967–

Aktenzeichen XY... Ungelöst
ZDF/Brand New Media
Serienticker
  • Platz 1554446 Fans
  • Serienwertung5 11874.56von 71 Stimmeneigene: –

Serieninfos & News

Magazin, True Crime
Seit 1967 werden in der von Eduard Zimmermann erfundenen Sendung ungelöste Kriminalfälle mit Hilfe professioneller Schauspieler nachgestellt, um die Zuschauer bei der Ermittlung der Täter mithelfen zu lassen. Rund 40 Prozent der vorgestellten Fälle können so gelöst werden. Nebenbei liefert der Dauerbrenner noch praktische Tipps, wie man sich vor Verbrechern schützen kann und in Notsituationen verhalten sollte.
Als dienstälteste interaktive Fernsehsendung Deutschlands ist „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ seit 1967 zu einem echten Markenzeichen des ZDF geworden und hat seinen großen Zuspruch beim Publikum bis heute halten können.
Daten
Deutsche TV-PremiereFr, 20.10.1967 (ZDF)
Originalsprache:Deutsch
Spin-off: XY gelöst (D, 2022)
Spin-off: XY history (D, 2024)
Spin-off: XY Sicherheits-Check (D, 2004)
Spin-off: XY Spuren des Verbrechens (D, 2026)
Adaption als America's Most Wanted (USA, 1988)
Adaption als Crimewatch UK (GB, 1984)
Adaption als Opsporing Verzocht (NL, 1982)
siehe auch Fahndung Österreich (A, 2021)
siehe auch Diese Sendung ist kein Spiel (D, 2023)
siehe auch Die Tote vom Straßenstrich (CH, 2025)
siehe auch Crime Watch Daily (USA, 2015)
siehe auch Åsted Norge (N, 2015)
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Cast & Crew
Fernsehlexikon
ZDF/Hermann Roth
Einstündiges Fahndungsmagazin.
Zehnmal jährlich werden Zuschauer um ihre Mithilfe bei der Aufklärung von Verbrechen gebeten. In mit unbekannten Schauspielern gedrehten Filmbeiträgen werden die Fälle nachgestellt, anschließend im Gespräch mit einem der ermittelnden Polizisten weitere Details genannt und die Telefonnummer der Dienststelle angegeben, die "sachdienliche Hinweise" entgegennimmt. Dafür zuständig sind auch die "Aufnahmestudios" der beteiligten Sender. Am späten Abend gab es jahrzehntelang einen fünfminütigen Nachklapp, in dem die bisherigen "Zuschauerreaktionen" zusammengefasst werden.
Nach der sechsten Sendung am 7. Juni 1968 konnte zum ersten Mal ein Mordfall durch Zuschauerhilfe aufgeklärt und der bis dahin unbekannte Täter zwölf Stunden nach der Ausstrahlung festgenommen werden. Im Laufe der Jahre wurden nach Angaben des ZDF 40 % der in der Sendung gezeigten Fälle aufgeklärt. Eduard Zimmermann hatte die Sendung konzipiert, betreute sie redaktionell und moderierte sie. Er erhielt dafür neben zahlreichen Fernsehpreisen den Bayerischen Verdienstorden, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und das Bundesverdienstkreuz. Zimmermann und sein Konzept waren von Anfang an umstritten. Die ARD übte in einem Beitrag unter dem Titel "Zimmermanns Jagd" in der Sendung Zeichen der Zeit am 25. September 1970 deutliche Kritik. Anfang 1981 forderte die Vereinigung sozialdemokratischer Juristen die Absetzung, weil XY ein ganzes Volk zu Hilfspolizisten mache. Die Verlagerung der Strafverfolgungskompetenz von der Staatsanwaltschaft auf das Fernsehen sei "rechtsstaatlich höchst bedenklich". Noch 1989 lehnten ARD-Verantwortliche das Konzept als "Menschenjagd in öffentlich-rechtlichen Medien" ab, es koppele "Unterhaltung mit polizeilicher Ermittlungsarbeit". Kritisiert wurde nicht zuletzt, dass Aktenzeichen XY die Fälle nicht selbst redaktionell auswählte, sondern sich vollständig auf die Staatsanwaltschaft verließ. "Jedes Wort und jedes Bild, das über den Sender geht, wird von den zuständigen Ermittlungsbehörden initiiert und mitgetragen", erläuterte Zimmermann. Die Problematik wurde 1986 besonders deutlich, als Aktenzeichen XY Videoaufnahmen von Demonstranten zeigte, die gegen die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf protestiert hatten. 10 000 Mark seien als Belohnung ausgesetzt, sagte Zimmermann. Vor Millionen Zuschauern als "Gewalttäter" präsentiert, wurde einer der Männer zwei Jahre später zu 900 Mark Geldstrafe verurteilt - wegen versuchter Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Versammlungsverbot. Die ausgesetzten Belohnungen kamen laut Zimmermann aus verschiedenen Quellen. Das ZDF bemühe sich, "dass es auf jeden Fall ein Belohnung gibt. Um dieses Ziel zu erreichen, stellt das ZDF auch eigene Mittel zur Verfügung".
Für die Masse der Zuschauer war das größere Problem der Sendung, dass sie Albträume produzierte. In den 70er-Jahren, als jede Krimifolge noch mit dem beruhigenden Gefühl endete, dass die Polizei am Ende immer gewinnt und die Täter nie davonkommen, bildete Aktenzeichen XY dazu einen verstörenden Kontrast, da ja jeder Filmfall bedeutete, dass da draußen ein gefährlicher Täter noch frei herumläuft. Die Inszenierung der Filmfälle war durch explizite Hölzernheit geprägt, die sich perfekt mit den Auftritten der um Orientierung und Fassung ringenden Beamten im Studio ergänzte, die angestrengt beinahe verbfreie Sätze im Polizeideutsch aufsagten. Zum markanten Stil gehörte auch die "Riffelglas-Wischblende", erstmals am 10. Oktober 1969 eingesetzt, die jahrzehntelang einen Standortwechsel symbolisierte und tatsächlich durch das Schieben einer geriffelten Glasscheibe vor die Kamera gefilmt wurde. Weitere markante Erkennungszeichen waren Sätze wie "Was nun im Haus passiert, ist mit normalem Menschenverstand nicht zu erklären" oder "Zu diesem Zeitpunkt weiß ... noch nicht, dass sie ihr Elternhaus nie wiedersehen wird" oder auch "... ist ein freundlicher, bei Kollegen geschätzter, aber unauffälliger Büroangestellter. Doch er hat auch eine dunkle Seite: seine homophilen Neigungen. Frauen sagen ihm nichts", und vor allem der Aufruf nach einer möglichen Identifizierung von Indizien: "Wer hat diesen Topflappen schon einmal gesehen?"
Erst ab ungefähr 2002 setzte Aktenzeichen XY zunehmend auf neue Regisseure und eine hochwertigere, oft künstlerische und stark emotionalisierende filmische Umsetzung. Nicht alle Schauspieler in Aktenzeichen XY waren oder blieben unbekannt. Glücksrad-Moderator Peter Bond tauchte in sieben Fällen auf, Rolf Schimpf in vier. Außerdem wirkten u. a. mit: Jochen Busse, Sabine Kaack, Marion Kracht und Robert Atzorn. Sprecher vieler Fälle war Wolfgang Grönebaum, den die meisten Zuschauer als Egon Kling aus der Lindenstraße kennen.
Zimmermanns Konzept wurde auch international ein großer Erfolg. Bereits am 15. März 1968 beteiligte sich das österreichische Fernsehen, am 24. Januar 1969 zog das Schweizer Fernsehen nach. Andere Länder nahmen eigene Sendungen ins Programm: 1982 startete in den Niederlanden "Opsporing Verzocht", ab 1984 zeigte die BBC "Crimewatch UK", ab 1987 lief in den USA "America’s Most Wanted". Andere XY-Varianten liefen in Israel, Kanada, Polen, Ungarn und Neuseeland. Sat.1 versuchte sich an einer eigenen Variante namens Fahndungsakte.
Peter Hohl war Zimmermanns Assistent bis 1979, dann übernahm die Kriminalkommissarin Irene Campregher die Co-Moderation. Ab dem 6. November 1987 folgte ihr auf diesem Posten Zimmermanns Tochter Sabine. Moderator im Studio Wien war Teddy Podgorsky, ab 10. Dezember 1972 Peter Nidetzky. Im Studio Zürich moderierte Werner Vetterli, ab 16. Januar 1976 Konrad Toenz. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 gab es für ein halbes Jahr ein Studio in Berlin-Adlershof, als die DFF-Länderkette die Sendung übernahm. Moderatorin dort war Annette Judt. Am 24. Oktober 1997 verabschiedete sich Eduard Zimmermann in der 300. Sendung von den Zuschauern, neuer Moderator wurde der Rechtsanwalt Butz Peters gemeinsam mit Sabine Zimmermann. Am 25. September 1998 übernahm Stephan Schifferer als Moderator im Studio Zürich die Nachfolge von Konrad Toenz. Butz Peters schied nach gut vier Jahren aus, Rudi Cerne wurde ab 18. Januar 2002 neuer Moderator. Ende desselben Jahres stieg das österreichische Fernsehen ORF aus der Koproduktion aus. Anfang 2004 erhielt die Sendung, nachdem sie 37 Jahre am Freitag um 20.15 Uhr ausgestrahlt wurde, einen neuen Sendeplatz am Donnerstag um 20.15 Uhr. Die Kurzausgabe mit Zuschauerreaktionen am späten Abend fiel ab jetzt weg. Und nun verabschiedete sich auch das Schweizer Fernsehen aus der Zusammenarbeit.
Das Fernsehlexikon*, Stand: 2005
Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier.

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    Kommentare, Erinnerungen und Forum

    • Hoerratte schrieb am 20.03.2026, 18.34 Uhr:
      XY Spuren des Verbrechens ist eine weitere "Serie" dieser Reihe - sie startet ab 06.05.26 im ZDF.
    • BriMoMue schrieb am 18.03.2026, 21.19 Uhr:
      Fall Samir Özdemir. Was waren das denn für zwei blöde Trullas, die die ganze Zeit auf dem Balkon standen. Die konnten doch sehen, dass es sich nicht um einen Polizisten gehandelt hat, als einer der Täter auf den Balkon des Opfers ist.
      • Delia Luana schrieb am 19.03.2026, 08.00 Uhr:
        ich denke, wenn Polizei ins Haus kommt, glaubt man das erstmal.
        Ich hoffe, dass man im 1. Fall den Mörder der Frau bald schnappt. Namen wurden ja schon genannt.
        Man möchte sich nicht vorstellen, was jemand, insbesondere ein Kind durchmachen muss, wenn ein Einbrecher im Haus ist.
        Trotzdem, lässt man die schlimmen Fälle mal beiseite, den Vogel abgeschossen haben in 2 Fällen diesmal die Hunde. Statt Hilfe zu leisten, ducken sie sich. Waren wohl eher Schmusehunde. Obwohl es ja bei XY nichts zu lachen gibt, insbesondere weil der eine Bewohner schwer verletzt wurde, fand ich die Hunde einfach witzig.
        Ich wärme jetzt leider wieder mal das Thema Leichtsinn auf:
        Eine Frau allein nachts in einer Kneipe arbeiten zu lassen, ist schon fahrlässig.
        Und ein elfjähriges Kind allein in einem abgelegenen Haus zu lassen auch.
      • Bingo2018 schrieb am 19.03.2026, 08.40 Uhr:
        Der 11 jährige Junge kann froh sein, das der Täter sich bei dem Bildschirm des Fernsehers nichts gedacht hat, bzw. nichts gemerkt hat. Der Fernseher war erstens an und zweitens stand gerade das Spiel was der Junge zuvor gespielt hat, auf Pause, so das der Täter eigentlich erkennen hätte müssen, das noch jemand im Haus ist. Wer lässt schon seinen Fernseher an, wenn er nicht zuhause ist.
      • Delia Luana schrieb am 19.03.2026, 17.29 Uhr:
        Ja, stimmt, der 11Jährige hat auch nicht gerade blitzgescheit gehandelt, aber kann man es ihm verdenken? Ich hätte nicht in seiner Haut stecken wollen. Dass der Einbrecher wohl auch nicht von der gefährlichen Sorte war, wie vermutet wurde, konnte er ja nicht wissen.
        Leider muss ich auch zugeben, dass ich lachen musste, weil der Einbrecher, der die alte Frau überfiel, sie eigentlich okay behandelte, nur ständig "sitzenbleiben" zu ihr sagte. Sie kann natürlich froh sein, noch so gut weggekommen zu sein, das andere Opfer wurde ja schwer verletzt. Der Fall erinnerte mich an den früheren höflichen Einbrecher, der sein Opfer richtig nett behandelte.
    • Ohne Krimi geht die Mimi schrieb am 26.02.2026, 00.18 Uhr:
      Bei einem Fall wurde gesagt, dass die DNA bei einer Reihenuntersuchung nicht mit der Datenbank des BKA abgeglichen wird, sondern nur zu diesem konkreten Fall. Warum eigentlich? Es könnte doch sein, dass irgendeine DNA in einem ganz anderen Fall dringend gesucht wird.
      • Delia Luana schrieb am 26.02.2026, 16.18 Uhr:
        Wahrscheinlich aus rechtlichen Gründen nicht. Der Untersuchte könnte ja wegen einer anderen Tat schon verurteilt sein.
        BriMoMue: Das fand ich auch. Sie blieb am Bahnhof seelenruhig sitzen, statt fortzulaufen oder versuchen, sich jemanden anzuvertrauen. Auch die 2. hätte nicht ruhig weiter ihre Zigarette rauchen sollen, sondern weggehen.
        Ich wurde auch mal in einem Bahnhof-Cafe belästigt, war heilfroh, vom Bahnhof wegzukommen.
      • Delia Luana schrieb am 26.02.2026, 16.21 Uhr:
        und in einem Zug von 2 Türken.
        Ich finde, es braucht wirklich mehr Sicherheitspersonal.
      • Bingo2018 schrieb am 01.03.2026, 11.29 Uhr:
        Ich könnte mir vorstellen, um jeden Mann zu dieser DNA Reihenuntersuchung zu bewegen sagt sich die Polizei, wir verzichten auf weitere Abgleiche, es könnte ja einer der Männer auch eine andere Tat begangen haben, z.B. einen Einbruch, wo eine DNA gefunden wurde und bevor dieser Mann dann nicht zur Untersuchung kommt, weil er Angst hat aufzufliegen, verzichten man auf weitere Abgleiche!
      • Delia Luana schrieb am 02.03.2026, 10.41 Uhr:
        Bingo: Das glaube ich eher nicht.