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TV-Kritik/Review: "Kommissar Rex": In Wien riecht's immer noch nach Mord
von Gian-Philip Andreas(13.04.2026)

Es wird wieder geknurrt, gewinselt und nach Verbrechern geschnüffelt: 22 Jahre nach dem Finale in Wien und zwölf Jahre nach dem Ende der italienischen Neuauflage laden ORF und Sat.1 zum großen
Sat.1 - die Jüngeren werden es nicht wissen - war einmal, vor langer Zeit, ein Sender, der erfolgreich eigene Fernsehfilme und Fernsehserien produzierte, darunter Krimi-Dauerbrenner wie
Nun aber wieder Wien. "Kommissar Rex", der titelgebende Schäferhund mit dem bürgerlichen Namen Reginald von Ravenhorst, ist mittlerweile zwar "der Achte", noch immer aber liebt er Wurstsemmeln und ist regelmäßig in der Lage, seine jeweiligen Herrchen von der Polizei aus brenzligen Situationen zu retten. Fans der ersten Stunde aber werden, sofern sie den ersten Rex-Darstellern noch nicht in die ewigen Jagdgründe nachgefolgt sind (schließlich lief die erste Episode vor 32 Jahren), zumindest eine halbe Augenbraue heben: Einfach so weitermachen, nach all den Jahren, geht das?

Die erfolgreichsten Rex-Jahre waren zweifellos die ersten drei, denn da hatten die Erfinder der Serie, Mitproduzent Peter Hajek und Autor Peter Moser, das Kunststück vollbracht, den renommierten Theaterschauspieler Tobias Moretti, damals Mitte dreißig, in der Rolle des hundebegleitenden Inspektors Richie Moser aufzubieten - das Gros der Fernsehpreise, die "Kommissar Rex" damals einheimsen konnte, ging auf sein Konto. Die ihm nachfolgenden Schauspieler (Gedeon Burkhard und Alexander Pschill in der Wiener Version, drei weitere kernige Burschen folgten nacheinander in den Rom-Staffeln) konnten an dieses Niveau sukzessive weniger anknüpfen, wobei der regelmäßige Wechsel des Spielpartners von Rex mit zunehmend gleichgültigerem Lefzenzucken hingenommen wurde: Mosers Tod 1998 sorgte beim Hund damals noch für eine schwere Depression, spätere Partnerwechsel wurden meist gar nicht mehr erklärt.
Obgleich das Format "Kommissar Rex" vor allem davon lebt, dass so getan wird, als würde da ein Schäferhund mit quasi menschlicher Kombinationsgabe und ausgeprägtem Verständnis fürs kriminalistische Handeln der Polizei agieren, um so das Entzücken wie Staunen des Publikums zu ernten, steht und fällt dabei doch viel mit dem menschlichen Gegenüber. Und hier ist zu vermelden, dass man eine deutlich schlechtere Wahl hätte treffen können, als Maximilian Brückner zu besetzen.
Der 47-jährige Münchner, beliebter Volksschauspieler am Theater, preisgekrönter Darsteller in Kino (
Selbstredend sorgen die Drehbücher, für die das Schreibgespann Marcel Kawentel und Timo Lombeck (
So viel zum Backgroundrauschen im Ermittlerleben. Auf dem Revier liegen die Dinge anders. Sowohl Inspektor Felix Burger (Ferdinand Seebacher), Steiners begriffsstutziger und auf Korrektheit achtender Kollege, als auch Majorin Evelyn Leitner (Doris Golpashin) wirken als Figuren deutlich weniger rund; Burger wirkt mit seinem ständig um den Oberkörper geschnallten Tablet fast karikaturesk, und mit Frau Leitner wissen Buch und Regie bislang kaum etwas anzufangen. In fluffigen Boutique-Klamotten gleitet die Chefin lächelnd durch die Räume, als wäre sie Darstellerin in einem Werbespot für hygge Inneneinrichtung. Hoffentlich haben spätere Episoden mehr für sie in petto.

Pathologe Tom Wippler stammt dagegen direkt aus dem seit 2003 nicht mehr aktualisierten Handbuch für Gerichtsmediziner in Fernsehkrimis: Mordopfer untersucht er in bunten Hemden, Naschwerk mampfend und sarkastische Sprüche klopfend. Immerhin wird Wippler - und das lässt hoffen - vom Kabarettisten Alfred Dorfer (
Kommen wir zu den Fällen an sich. Hier müssen vor allem zwei Fragen geklärt werden: Gelingt es, den alten Rex-Trott ins Heute der Zwanzigerjahre zu hieven? Und zweitens: Gelingt es, den 45-Minuten-Folgenrhythmus auf doppelte Länge zu bringen? "Kommissar Rex" war natürlich niemals daran interessiert, wie etwa "Tatort" und
Das scheint auch in der Neuversion so zu bleiben: Auch wenn gleich in der ersten Szene Drohnen vor dem Stephansdom schweben, ständig jemand auf Tablets herumwischt oder auf E-Readern liest, auch wenn immer wieder das Smartphone dramaturgisch eingesetzt wird (undenkbar in den Festnetzzeiten der ersten Staffeln!), so geht es letztlich doch immer noch eher um Bombenleger, Racheakte (mit Abführmittel oder Giftfröschen) und enttäuschte Liebe als um weltbewegendere Dinge, wobei der leicht morbide Humor, den man in Wien erwartet, beibehalten wird.
In der ersten Folge ("Wien sehen und sterben"), die ein paar recht effektive Spannungssequenzen bereithält, wird ein bei Frauen begehrter Schwindler mit Gift umgebracht, während er in einem Fiaker (einer für Wien typischen zweispännigen Kutsche) sitzt. In der zweiten Folge ("Laib und Leben") wird ein mächtiger Bäcker in seinem eigenen Brotofen gebacken. In beiden Fällen gerät Max Steiner in akute Lebensgefahr (in Folge 1 gleich in der Eröffnungssequenz, in Folge 2 im klassischen Showdown), aus der er von Rex gerettet wird. Der Schäferhund ist auch sonst für die Actionsequenzen zuständig. Da sägen dann die Gitarren auf der Tonspur beim Jagen, Stellen und zur Not auch Überwältigen von Übeltätern. Einmal reißt er gar - Gipfel der Aufregung! - einen fliehenden Verdächtigen rüde von seinem Kickboard. Da schwappt beim Zusehen fast die Schnabeltasse über!
Regisseur Andreas Kopriva (
Was auch an den generisch gebauten Folgen liegen mag. Gerade die zweite Episode, die nacheinander eine Gruppe möglicher Bäckermörder aus einer puppenstubenhaften Nachbarschaft ins Spiel führt, in der auch Meister Eder nicht fehl am Platz gewirkt hätte, und an Ende die naheliegendste Täterlösung präsentiert, fährt auf dieser Ebene nicht allzu viele Punkte ein.

Und die ausgedehnte Episodenlänge? Die fällt überraschenderweise nicht negativ auf. Langatmig werden die Folgen kaum, weil die Taktung zwischen Privatleben und Fallgeschehen meistens stimmt. Zur Not schneidet Kopriva ein paar Stimmungsmontagen dazwischen, lässt Steiner zu U2, Coldplay oder Arcade Fire durch die Weinberge oder durch die Nacht cruisen. Inszenatorische Gimmicks wie eine subjektive Kamera, die Rex' Geschnüffel aus Hundeperspektive zeigt (Folge 1) oder eine in die Jetzt-Realität überlappende Rückblende (Folge 2) lockern das Ganze auf, die Putzigkeitsfalle schnappt nur selten zu. Kurzum: Es gibt viele deutsche Regionalkrimis, die zäher daherkommen.
Angenehm in unseren retroseligen Zeiten wirkt zudem, dass die Neuauflage (bislang) nicht allzu eifrig auf die alten Episoden Bezug nimmt und es größtenteils mit den angestammten Wurstbrot-Spleens gut sein lässt. Es gibt ein paar dezente Parallelen, etwa die Ehescheidung des Ermittlers, die es so ähnlich auch schon in den Moretti-Folgen gab. Berührungspunkte gibt es sonst eher nur am Rande: So haben sowohl Doris Golpashin als auch Stefano Bernardin (das Opfer in Folge 1) und Paul Matic (der Buchhändler in Folge 2) schon als Gastdarsteller in den alten Rex-Folgen mitgewirkt. Und
Rex-Ultras werden diesen Fanservice zu schätzen wissen, ansonsten aber ist das Revival, nicht zuletzt dank des einnehmenden Spiels von Maximilian Brückner, genauso zugänglich für alle, die mit dem alten Rex nie in Berührung gekommen sind. Dennoch muss sich niemand Illusionen machen: Auf der inhaltlichen Ebene unterscheidet sich hier wenig bis nichts vom Allerlei des deutschsprachigen Fernsehkrimi-Alltags.
Die sechs 90-Minüter von "Kommissar Rex" werden ab dem 13. April montags linear um 20.15 Uhr in Sat.1 sowie in ORF 1 ausgestrahlt und parallel auf dem Streamingdienst Joyn veröffentlicht.
Über den Autor
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Leserkommentare
Tigertom schrieb am 13.04.2026, 19.12 Uhr:
Aufmerksame Zuseher (nicht der Schreiber dieses Artikels, sorry) werden wohl bemerken, dass die ersten Szenen von Folge 1 exakt im selben Kaffeehaus des Haas-Hauses gedreht wurden, wie damals mit Moretti. Ob Zufall oder Fanservice wird man wohl nicht erfahren... und jeder, wirklich JEDER andere "Kommissar" ist/war sympathischer als der arrogant-präpotente Moretti welcher wohl vergessen hat, dass er - vermutlich - keine derart erfolgreiche Karriere gehabt hätte ohne "Kommissar Rex" (die Serie, auf die man ihn bei Interviews bei Todesstrafe nicht ansprechen darf)
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