Obwohl Odysseus seit dem Ende des Trojanischen Krieges als verschollen gilt, wartet Penelope, von Freiern bedrängt, auf die Rückkehr ihres geliebten Mannes. Odysseus, nach dem Sieg über Troja von Kassandra zu einer Irrfahrt über die Meere verflucht, begegnet der Königstochter Nausikaa, dem einäugigen Riesen Polyphem und der betörenden Circe. Gerade als Penelope einen neuen Gatten wählen soll, kehrt er nach Ithaka zurück. Die schöne Penelope (Silvana Mangano) wartet seit mehr als zehn Jahren auf ihren geliebten Gemahl Odysseus (Kirk Douglas), Herrscher über die Insel Ithaka, dessen List die Einnahme Trojas durch die Griechen nach jahrelangem Krieg möglich machte. Dafür verfluchte ihn die trojanische Priesterin Kassandra (Elena Zareschi) mit dem Zorn Poseidons, der Odysseus und seine Gefährten über die Meere irren lässt. So gilt Odysseus als verschollen und die Bewerber um Penelopes Hand und die Macht über Ithaka tummeln sich seit Jahren aufdringlich in ihrem Haus. Sohn Telemach (Franco Interlenghi), zum jungen Mann herangewachsen, will seinen Vater suchen, doch Penelope bittet ihn, zu ihrem Schutz zu bleiben. Inzwischen wird Odysseus als Schiffbrüchiger an den Strand der Insel der Phaiaken gespült, wo ihn die schöne Königstochter Nausikaa (Rossana Podesta) findet. Sie verliebt sich in den heldenhaften Unbekannten, der sein Gedächtnis verloren hat. Unglaubliches hat er bis dahin schon erlebt: Nach der Abreise von Troja war Odysseus mit seinen Gefährten erst in einen schweren Sturm und dann in das Reich von Polyphem (Umberto Silvestri) geraten, Poseidons Sohn. Diesem einäugigen Riesen konnten sie nur entkommen, indem sie ihn betrunken machten. Auch dem tödlichen Gesang der Sirenen entgingen sie mit einer List, aber den Liebeskünsten von Circe (Silvana Mangano) widerstand Odysseus nicht. Seine Gefährten mussten ohne ihn weiterfahren. Doch dann erkannte Odysseus seinen Liebeswahn und baute ein Floß, um Circe und ihren Lockungen zu entfliehen. Das brachte ihn zu jener Insel, wo er schiffbrüchig anlandete. Gepflegt und genesen, wieder wissend, wer er ist und wohin er gehört, bittet er Alkinoos (Jacques Dumesnil), den König der Phaiaken, ihm ein Schiff für die Heimfahrt zu geben. Auf Ithaka angekommen, verkleidet sich Odysseus als Bettler, um zu sehen, ob Penelope ihn noch immer liebt. Eines der berühmten Epen der Antike, Homers "Odyssee", diente dem italienischen Regisseur Mario Camerini als Vorlage für seinen spannenden, farbenprächtigen Bilderbogen über die Abenteuer des wohl bekanntesten Helden der griechischen Sagenwelt. Für die Special Effects zeichnete der deutsche Spezialist Eugen Schüftan verantwortlich, der u.a. auch für Fritz Langs "Metropolis" gearbeitet hat. In der Titelrolle glänzt Kirk Douglas, der am 9. Dezember seinen 100. Geburtstag begeht. Seine Biografie ist typisch amerikanisch: Als Sohn armer russisch-jüdischer Einwanderer 1916 in New York geboren, musste er sich seinen sozialen Aufstieg und seine Karriere hart erarbeiten. Diese Zähigkeit und der Wunsch, der Beste zu sein, prägten seine Arbeitsweise und seine Rollen. So hat er für seinen ersten großen Erfolg "Zwischen Frauen und Seilen" (1949,.
(MDR)
Zum Film: Kirk Douglas bliebt der Antike verbunden. Fünf Jahre nach "Die Fahrten des Odysseus" übernahm er auch die Rolle des aufsässigen Sklaven Spartacus. Eines der berühmtesten Epen der Antike, Homers "Odyssee", diente dem italienischen Regisseur Mario Camerini als Vorlage für sein spannendes Werk über die Abenteuer des wohl bekanntesten Helden der griechischen Sagenwelt. Für die Spezialeffekte zeichnet Eugen Schüfftan verantwortlich, der schon für Fritz Lang ("Metropolis") arbeitete. (Julia Stoll/Ricore Text)
(MDR)
Länge: ca. 100 min.
Deutscher Kinostart: 08.02.1955
Original-Kinostart: 06.10.1954 (I)
FSK 12
Cast & Crew
- Regie: Mario Camerini, Mario Bava
- Drehbuch: Franco Brusati, Mario Camerini, Ennio De Concini, Hugh Gray, Ben Hecht, Ivo Perilli, Irwin Shaw, Homer
- Produktion: Dino De Laurentiis, Carlo Ponti, William Schorr, Fernando Cinquini, Ralph B. Serpe, Bruno Todini, Lux Film, Producciones Ponti-de Laurentiis, Zénith Films
- Produktionsfirma: Paramount Pictures
- Musik: Alessandro Cicognini
- Kamera: Harold Rosson
- Schnitt: Leo Cattozzo
- Maske: Goffredo Rocchetti, Eugen Schüfftan
- Kostüme: Giulio Coltellacci, Mme Grès
- Regieassistenz: Ottorino Franco Bertolini, Guidarino Guidi, Serge Vallin
- Ton: Mario Amari, Bernard Held, Mario Morigi, Mauro Zambuto
- Distribution: Lux Film, Rai Movie