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TV-Kritik/Review: "The Pitt" mit Noah Wyle wirkt wie "ER" auf Schlaftabletten
von Marcus Kirzynowski(11.01.2025)

Falls sich ein deutscher Sender findet, der die neue US-Krankenhausserie
Das ist in den USA bekanntlich eher noch schlechter als bei uns. Die Kliniken im ganzen Land würden ja jeden Tag am Limit arbeiten, sagt der leitende Oberarzt Dr. Michael Robinavitch (Noah Wyle), der von allen nur Dr. Robby genannt wird, einmal in der Pilotfolge zur Verwaltungschefin. Schon, erwidert die, aber es gäbe viele Häuser, die diese nationale Gesundheitskrise besser managen würden - und wenn er das nicht könne, solle er doch besser für jemand anderen Platz machen. Diesen ebenso rauen wie realistischen Tonfall kennt man aus modernen Krankenhausserien zur Genüge - wie erfahrenen Fans von

Einziger Clou ist, dass die elf Folgen der ersten Staffel eine einzige Schicht in der Notaufnahme erzählen, also quasi in Echtzeit. So beginnt Episode 1 morgens um 7 Uhr mit Dienstantritt von Dr. Robby. Der leitet die Station mit einer Mischung aus Einfühlsamkeit und Abgebrühtheit. Wyle kann hier endlich wieder das tun, was er am besten kann: den sympathischen Arzt mit menschlichen Schwächen spielen. Darin hat er so viel Erfahrung, dass er diese zwei Stunden mit eineinhalb Gesichtsausdrücken und immer gleich sonorer Stimme wegspielen kann. In kurzen Flashbacks und Gesprächen seiner KollegInnen wird angedeutet, dass der Arzt noch ein Trauma mit sich herumschleppt, das mit einem Todesfall während der Pandemie zusammenhängt. Ansonsten bleibt die Figur ebenso blass wie die anderen Rollen.
Es ist das übliche Personal des Genres: die neue junge Ärztin (Taylor Dearden), die enthusiastisch beginnt, im Laufe ihres ersten Arbeitstages aber schon mit der Fassung ringen muss. Die hoch intelligente Medizinstudentin (Shabana Azeez), die in die Fußstapfen ihrer Eltern treten will, aber nicht so ganz ernst genommen wird. Der andere Medizinstudent (Gerran Howell) vom Land, der sich erst mal etwas trottelig anstellt. Wie schon in allen US-Klinikserien seit "Grey's" sehen auch hier die MedizinerInnen überdurchschnittlich gut aus. Während sich bei "ER" bereits während der 90-minütigen Pilotfolge interessante Charaktere wie George Clooneys Dr. Ross oder eben Dr. Carter herauskristallisierten, bleiben die Figuren hier nach der gleichen Laufzeit noch austauschbar. Es ist auch fraglich, wie viel Charakterentwicklung es innerhalb einer einzigen Schicht geben kann.

Recht 08/15 wirken mit wenigen Ausnahman auch die PatientInnen, die in die Notaufnahme kommen oder gebracht werden. Am emotionalsten ist vielleicht noch der Konflikt zweier erwachsener Geschwister, die entscheiden müssen, ob ihr alter Vater bei sich androhendem Kreislaufversagen künstlich beatmet werden soll oder nicht. Dr. Robby versucht, sie zu überzeugen, dass es in diesem hohen Alter oft das Humanste sei, einen natürlichen Tod zuzulassen. Aber vor allem die Tochter will noch nicht loslassen. Ansonsten gibt es diverse Fälle von Medikamentenmissbrauch und wenn ein Patient die gute Arbeit eines - sehr unsicheren - Studenten lobt, sieht man schon meilenweit voraus, dass es mit dem Mann kein gutes Ende nehmen wird.
Neben der inhaltlichen Durchschnittlichkeit fällt vor allem das Fehlen jeglicher stilistischer Besonderheiten auf. "ER" war 1994 ja nicht nur wegen seines ungewohnten Realismus' bahnbrechend, sondern auch wegen seiner inszenatorischen Innovationen. Von langen Plansequenzen, in denen die Kamera ohne Schnitte dem Personal über die Flure und vom einen Behandlungszimmer ins andere folgt, ist hier ebenso wenig zu sehen wie von der schier endlos um den Behandlungstisch kreisenden Steadycam. Stattdessen sind die Szenen in "The Pitt" ganz konventionell aufgelöst und geschnitten, so dass ein fast schon biederer Eindruck entsteht. Auch die Notaufnahme wirkt hier so aufgeräumt und mit gedämpfter Geräuschkulisse, dass man sich eher im Klinikum Castrop-Rauxel wähnt als im Hexenkessel einer US-Großstadtklinik.

Unerwarteterweise ist ausgerechnet eine im selben Monat anlaufende deutsche Serie mit ganz ähnlichem Setting "The Pitt" in allen Aspekten weit überlegen: Als Koproduktion von Apple TV+ und ZDFneo zeigt
Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten beiden Episoden von "The Pitt".
Die ersten beiden Folgen wurden bereits beim US-Streamingdienst Max veröffentlicht, die weiteren der insgesamt fünfzehnteiligen ersten Staffel folgen jeweils donnerstags. Ein deutscher Abnehmer ist noch nicht bekannt.
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Leserkommentare
User 1810564 schrieb am 14.01.2026, 19.23 Uhr:
„Es ist schon zu erahnen, was für einen Untertitel er sich dazu ausdenken wird. Irgendetwas wie „Helden der Notaufnahme“ oder „Junge Ärzte – junge Helden“. Wenn eine Kritik so beginnt, genügt es, den Schlussabschnitt zu lesen. Drei Sterne für diese Serie; die Bewertung basiert auf zwei Folgen, und das ist für mich nicht aussagekräftig. „Krank Berlin“ habe ich schon vollständig gesehen. Es hat mir gut gefallen, aber es ist kein Vergleich zu dieser Serie. Zu den vielen positiven Äußerungen über diese Serie kann ich nur zustimmen. Das stellt emotional gesehen ein ganz anderes Niveau dar als bei „Krank Berlin“. Es ist für mich ein deutlich positives Zeichen, dass ich schon öfter einen Kloß im Hals hatte, wenn ich eine solche Serie sehe.
Ich habe jetzt die sechste Folge erreicht und bin von der Serie echt begeistert. Ich werde sie mir in zwei Teile aufteilen. Ich stimme den Kritiken auf dieser Seite oft zu, aber dieses Mal kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Wer 2 Folgen von 15 schaut und danach eine Kritik verfasst, dem gebe ich ein Ungenügend.BigApple schrieb am 17.05.2025, 22.15 Uhr:
"Hochgelobte Krankenhausserie" (IMDB 8,9 !!)
...für die es hier (in DE) keinen Platz gibtZeDctr schrieb am 12.04.2025, 00.16 Uhr:
Für mich ist The Pitt die beste Krankenhausserie seit Emergency Room – und insgesamt eine der besten Serien, die ich in diesem Jahr gesehen habe. Als jemand, der ER noch während des Medizinstudiums verfolgt hat, war ich damals fasziniert von der scheinbaren Realitätsnähe. Mit einigen Jahren Berufserfahrung und einem späteren Blick auf einzelne Folgen relativiert sich dieser Eindruck allerdings. Umso mehr hat mich The Pitt beeindruckt – denn diese Serie hat ER in Sachen Realismus deutlich übertroffen.Das medizinische Drama steht im Zentrum, die dargestellten Krankheitsbilder sind nachvollziehbar, die eingesetzten Geräte entstammen dem echten Klinikalltag. Natürlich wird auch hier dramatisiert – aber das ist völlig legitim und dient der Spannung. Was The Pitt besonders macht, ist, dass es die Belastung des Berufsalltags spürbar macht, ohne sich in allzu persönlichen Nebenhandlungen zu verlieren. Die Dramatik entsteht aus der Realität des Klinikbetriebs – und wirkt gerade deshalb so eindringlich.Was mich allerdings wirklich erstaunt hat, ist, wie der Autor dieser Kritik die Großartigkeit dieser Serie nicht erkennen konnte. Für mich ist unverständlich, wie man The Pitt nach den ersten beiden Folgen als "generisch" oder "konventionell" abtun kann. Die nüchterne Inszenierung war für mich gerade ein Pluspunkt – sie lässt das Geschehen für sich wirken, ohne sich in störender Stilistik zu verlieren.Zum Vergleich: Ich habe auch die ersten beiden Folgen von KRANK Berlin gesehen – und musste dann erst einmal pausieren. Die "edgy" Kameraführung mit ständigen Defokussierungen und verschwommenen Bildern empfand ich als eher anstrengend. Da hat The Pitt mit seiner klaren, unaufgeregten Bildsprache deutlich besser funktioniert. Die Spannung kam aus dem Inhalt – und nicht aus überinszenierten Effekten. Meine Einschätzung basiert auf der kompletten ersten Staffel (15 Folgen). Die Folgen 12 und 13 waren natürlich der absolute Höhepunkt (dafür haben die Autoren unserem Notaufnahme-Team natürlich auch den medizinischen Worst-case ins Drehbuch geschrieben...). Aber ich fand die Serie auch schon nach den ersten beiden Folgen super. Da musste nicht mehr "besser werden".Nachdem die Staffel nun durch war, habe ich den Kopf frei für eine hoffentlich verdiente zweite Chance bei KRANK Berlin.User 1810564 schrieb am 14.01.2026, 19.32 Uhr:
Du hast das toll formuliert: eine Serie, die ohne Nebenschauplätze auskommt – ganz im Gegensatz zu „Krank Berlin“. Mir ging das mit dem Arzt/Mitarbeiter, der ein Drogenproblem hatte, so richtig auf die Nerven. Er hat viel zu viel Zeit bekommen. „Krank Berlin“, probiert etwas aus, wo ich als Berliner teilweise nur mit dem Kopf schütteln konnte. Es wirkte zum Teil einfach nur aufgesetzt, als wäre es ein Versuch, einen auf Berlin zu machen. Vor zwei Wochen war ich in einer Rettungsstelle, da ich auf Glatteis gefallen bin. Dort musste ich sechs Stunden warten, und es waren ständig 50 bis 60 Patienten anwesend. Natürlich herrscht dort Hektik, wie auch bei The Pitt, aber „Krank Berlin“ fand ich übertrieben; The Pitt gefällt mir deutlich besser.BigApple schrieb am 28.03.2025, 05.48 Uhr:
Ein Kritik, die auf nur 2 Folgen basiert... wenn ich das so machen würde, hätte ich Star Trek TNG wohl schon sehr früh abgebrochen.
Neue Filme/Serien schaue ich mir selber an, (ausufernde) Reviews oder Trailer, die oft den ganzen Film spoilern, schaue ich mir vorab NIE an.User 1861474 schrieb am 26.02.2025, 16.38 Uhr:
Das Problem ist, dass man hier einen Vergleich zu Grey's Anatomy zieht. Was vollkommen schwachsinnig ist. The Pitt ist eine möglichst realistische, in Echtzeit stattfindende Krankenhaus-Dramaserie und keine Liebesschnulze wie Grey's.Sentinel2003 schrieb am 13.01.2025, 09.24 Uhr:
Ist mir echt zu hoch, wenn Herr Kirzynowski Fan von "ER" war und ist, warum dann so eine völlig vernichtendfe Kritik??? Ich begreife das nicht!!!Sentinel2003 schrieb am 13.01.2025, 09.21 Uhr:
Ich wiederhole mich leider ungerne: WARUM hasst der Kritiker diese neue Serie??? Ich verstehe das nicht!!Groovy Crowley schrieb am 12.01.2025, 16.55 Uhr:
Die Kritiken auf dieser sind und bleiben wohl unterirdisch.
Und was hat der 1. Absatz in einer Serienkritik zu suchen, nicht genug follower auf Twitter?
Einfach unterirdisch was hier abgeliefert wurde.Sentinel2003 schrieb am 15.01.2025, 10.53 Uhr:
Ja, das ist mir auch schon aufgefallen, dass überwiegend die Kritiken hier stark negativ sind!Sentinel2003 schrieb am 11.01.2025, 22.36 Uhr:
Ich verstehe das jetzt null...eine völlig vernichtende Kritik und dann noch 3 Sterne??? Ist mir zu hoch! Und, WARUM sollte es keine weiere Krankenhaus Serie geben?? Krimi Serien gibt es auch auf der ganzen Welt wie Sand am Meer!! Der Trailer, den ich gesehen habe....fand den gar nicht so schlecht....ich könnte mir diese völlig vernichtende Kritik nur erklären, das es ein noch immer sehr großer "ER" Fan geschrieben hat mit dem Hintergrund, dass die Witwe von Chrichton gegen die Serie knallhart geklagt hat und , der Kritiker diese Klage sehr gut findet!TobiasS0810 schrieb am 11.01.2025, 18.54 Uhr:
Sehe ich das jetzt richtig, eine Mischung aus ER und 24?Helmprobst schrieb via tvforen.de am 11.01.2025, 18.49 Uhr:
TV Wunschliste schrieb:Falls sich ein deutscher Sender findet, der die
neue US-Krankenhausserie "The Pitt" ins Programm
nehmen möchte, kann man sich schon denken,
welchen ungefähren Untertitel er dazu erfinden
wird.
Und man kann sich denken, dass er die Serie nicht komplett zeigt. Bevor eine neue Krankenhausserie gestartet wird, könnte man nämlich erstmal "Atlanta Medical", "New Amsterdam" und "The good doctor" zu ende zeigen...Beitrag entfernt
Beitrag redaktionell entfernt.streamingfan schrieb am 11.01.2025, 15.39 Uhr:
man muß mal die Kritik von American Primeval und danach die Kritik von The Pitt lesen. Beide Serien haben fast gleich viele Sterne bei der Bewertung bekommen. Das paßt nicht wirklich wie ich finde.Chrissi50 schrieb via tvforen.de am 11.01.2025, 15.14 Uhr:
Wow,eine neue Krankenhausserie,mal was ganz neues,es gibt ja sonst keine...Martina schrieb am 11.01.2025, 14.04 Uhr:
Warum dann 3 Sterne? Der Text klingt nach 1 oder 1,5.Lysander schrieb am 11.01.2025, 14.24 Uhr:
ja, auch die vorhergehende Kritik löste bei der Bewertung Verwirrung aus. Ihr solltet euch in der Redaktion vielleicht mal auf einen einheitlichen Maßstab einigen ;-)
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