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TV-Kritik/Review: "The Sympathizer": Wenn der Nachbar ein kommunistischer Spion ist
von Marcus Kirzynowski(14.04.2024)

Die namenlos bleibende Hauptfigur (Hoa Xuande) von
Die siebenteilige Miniserie des US-Premiumsenders HBO basiert auf dem gleichnamigen Roman von Viet Thanh Nguyen, der 2017 als "Der Sympathisant" auch auf Deutsch im Blessing Verlag erschien. Der Autor ist 1975 als Kind selbst mit seinen Eltern aus Saigon in die USA geflüchtet und wurde später Hochschullehrer für Anglistik. Der Blick auf die südvietnamesische Migrantencommunity im Los Angeles der 1970er Jahre schöpft also aus persönlicher Erfahrung. Für die Adaption konnte HBO den bekannten südkoreanischen Filmregisseuer Chan-wook Park (
Eingebettet ist die wechselhafte Lebensgeschichte des "Captains" in eine Rahmenhandlung, in der er als Gefangener von einem Vietcong-Offizier verhört wird. Offensichtlich hat er sich im Laufe seines Doppelagententums irgendwann etwas zu Schulden kommen lassen, durch das er bei seinen eigenen Leuten in Ungnade gefallen ist. Die Frage ist allerdings, ob er zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch mit dem Herzen auf der Seite der Kommunisten stand oder nicht - durch seinen amerikanischen way of life - innerlich schon längst die Seiten gewechselt hatte.

Aber zurück zum Anfang: Saigon steht kurz vor dem Fall und der Captain bereitet die Flucht des Generals, von dessen Familie und weiteren Mitarbeitern der Geheimpolizei in die USA vor. Die Zusammenarbeit mit der CIA garantiert zumindest einer kleinen Anzahl treuer US-Verbündeter einen Platz in zwei Militärflugzeugen, die in letzter Minute das Land verlassen sollen. Der Captain selbst erfährt erst kurz vor dem Einmarsch der Kommunisten, dass auch er mitfliegen soll. Eigentlich hatte er gedacht, nach dem Sieg des Nordens in der Hauptstadt bleiben und die "Revolution" vorantreiben zu können. Aber sein Verbindungsmann Man (Duy Nguyen) eröffnet ihm, er werde in den USA dringender gebraucht, von wo er weiterhin über die Geflüchteten und deren Exilaktivitäten berichten soll.
In einer dramatischen Sequenz am Ende der Auftaktepisode gelingt es dem Captain in letzter Sekunde, in das bereits auf der bombardierten Startbahn rollende Flugzeug zu klettern. An seiner Seite sein Freund Bon, dessen Frau und Baby es nicht geschafft haben zu überleben. In LA angekommen bilden die Beiden nach einer Zeit im Flüchtlingslager (unter miserablen hygienischen Zuständen) eine Wohngemeinschaft, wobei Bon durch seinen Verlust betäubt ist. Als der General Verdacht schöpft, dass es in seinem Umfeld einen kommunistischen Spion geben muss, ist Bon jedoch wieder hellwach. Der Captain muss den Verdacht von sich selbst auf einen anderen Ex-Polizisten lenken und ihn beseitigen.

Gleichzeitig adaptiert er immer mehr den amerikanischen Lebensstil und wird schließlich sogar als kultureller Berater für die Dreharbeiten eines Hollywood-Blockbusters über den Vietnamkrieg engagiert. In der vierten Episode, in der diese Dreharbeiten im Mittelpunkt stehen, erreicht der Wahnsinn seinen vorläufigen Höhepunkt: Der egozentrische Regisseur (Robert Downey Jr. in einer von vier Rollen), Francis Ford Coppola am Set von

Obwohl "The Sympathizer" zu 95 Prozent mit asiatischen SchauspielerInnen besetzt ist, wird in der Originalversion überwiegend Englisch gesprochen. Das wirkt manchmal etwas aufgesetzt, etwa wenn die vietnamesischen Offiziere unter sich sind. Wesentlich seltsamer ist aber, dass quasi alle wichtigen Weißen Figuren vom selben Darsteller verkörpert werden, eben von Robert Downey Jr. Dabei schlüpft er in die absurdesten Masken, wenn er mal den rothaarigen CIA-Offizier, dann den glatzköpfigen Professor oder den bärbeißigen Senator spielt. Das gipfelt in einer Szene, in der alle vier von ihm gespielten Figuren aufeinandertreffen. Insgesamt hat dieser Besetzungscoup zu viel von Karneval an sich und passt nicht recht zum ansonsten eher realistischen Stil der Serie.
Durchweg überzeugend sind hingegen die vietnamesischen SchauspielerInnen, allen voran der charismatische Hauptdarsteller. Die Handlung schlägt vielleicht einige Kapriolen zu viel, um noch glaubwürdig zu wirken. Andererseits hat es solche Doppelagenten gerade im Kalten Krieg ja wirklich gegeben. Neben dem oft absurden Humor, der sich aus dem cultural clash ergibt, der hier eben auch im Inneren der Figuren ausgetragen wird, ist die Serie am stärksten, wenn sie einen Einblick in die Situation von Geflüchteten vermittelt. Ob Vietnamesen damals oder Araber und Ukrainer heute - die Kämpfe um Integration und Bewahrung der eigenen kulturellen Identität dürfte ähnlich sein.
Insgesamt ist die Miniserie etwas zu umständlich erzählt und thematisch vielleicht auch zu speziell, um wirklich zu packen. Wer auf absurde Komik und politische Verstrickungen steht, könnte aber einen Blick riskieren.
Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten vier Episoden von "The Sympathizer".
Die siebenteilige Miniserie startet am Montag, den 15. April zeitgleich zur US-Ausstrahlung auf Sky in der Originalversion mit deutschen oder englischen Untertiteln. Die deutsche Fassung wird voraussichtlich ab Juni ausgestrahlt.
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