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TV-Kritik/Review: "The Flight Attendant": Kaley Cuocos erste Rolle nach "The Big Bang Theory" ist ein echter Glücksgriff
von Gian-Philip Andreas(03.12.2020)

Wenn man zwölf Staffeln lang die Hauptrolle in einer der erfolgreichsten Sitcoms überhaupt gespielt hat, dann ist das fraglos gut für Bankkonto und Popularität. Nicht unbedingt aber für die weitere Karriere. Denn Schauspieler*innen, die auch nach dem Ende ihrer Hit-Show in möglichst vielen unterschiedlichen Rollen besetzt und anerkannt werden wollen, stehen zwangsläufig im Schatten ihrer eigenen Star-Persona: Mit dieser einen, erfolgreichen Rolle werden sie bis ans Ende ihrer Tage identifiziert. Und jede Abweichung davon gilt als sonderbar.
Auch Kaley Cuoco wird diese Sorge kennen. Zwölf Jahre lang war sie die Penny in
Auf den ersten Blick ist die Stewardess Cassie Bowden, die Cuoco hier spielt, ihrer früheren Langzeitrolle dabei gar nicht so unähnlich: Möchtegern-Schauspielerin Penny war damals in "The Big Bang Theory" ja auch als promiskuitiv lebend und dem Alkohol zugeneigt eingeführt worden, ehe sie sich dann allmählich einem bürgerlicheren Beruf und einem solideren Lebenswandel zuwenden durfte. Cassie ist davon allerdings die Hardcore-Variante: Als New Yorker Stewardess fliegt sie ständig von Kontinent zu Kontinent, nach Dienstschluss gibt sie sich Dauersuff und Gelegenheitssex hin, noch gerade so in einem Ausmaß, das sie im Beruf einigermaßen "funktionieren" lässt (und durch das sie optisch noch keine Verschleißerscheinungen zeigt). Die Eröffnungsmontage fasst diesen Lebensstil bündig zusammen: Im derangierten Party-Outfit erwacht Cassie in der U-Bahn, sie eilt nach Hause, um sich für einen anstehenden Interkontinentalflug umzukleiden und findet dort einen feschen Partyboy im Bett vor, den sie in der letzten Nacht aufgerissen und ins Bett vorausgeschickt hatte, woran sie sich aber (mal wieder) nicht erinnern kann. Im Flugzeug nach Thailand wartet dann bereits der nächste Flirt: Mit dem smarten Hedgefonds-Manager Alex Sokolov (Michiel Huisman aus

Nach einem tollen Date-Abend in der thailändischen Hauptstadt, aber noch vor dem poppig bunten Vorspann erlebt Cassie in Alex' Luxushotelzimmer ihr böses Erwachen: Der Handy-Wecker reißt sie mit "Wake Me Up Before You Go-Go" aus dem Fuselkoma - dann entdeckt die fies verkaterte Stewardess das Drama, um das sich die Serie fortan drehen wird: Alex liegt mit durchgeschnittener Kehle neben ihr im Bett. Sie selbst kann sich, suffbedingt, an nichts erinnern. Was ist passiert? Ist jemand in das Zimmer eingedrungen? Oder hat Cassie gar selbst...? Kann doch nicht sein, denkt sie. Und die Zuschauer hoffen es.
Im Folgenden tut Cassie so ziemlich alles, was man in dieser Situation nicht tun sollte. Sie räumt die Scherben der als Mordwaffe benutzten Flasche weg, sie wischt den Boden (und hinterlässt eigenes Blut), sie schickt die Reinigungskraft fort, ruft bei der Rezeption an und legt panisch wieder auf, türmt am Ende schlecht verkleidet und auffällig unauffällig aus dem Hotel zurück in ihre eigene Unterkunft. Das kann ja nicht gutgehen. Zurück in New York wird sie denn auch vom FBI in Empfang genommen: Im Interview mit dem alerten Agentengespann Kim Hammond (Merle Dandridge,

Bei den anstehenden Versuchen, ihre Unschuld zu beweisen, stehen Cassie dann zwei hilfreiche Geister zur Seite: ihre beste Freundin Annie (Zosia Mamet aus
An der Oberfläche ist "The Flight Attendant" also ein analytisches Drama mit Anklängen an die antike Tragödie. Schon Ödipus musste ja nichtsahnend gegen sich selbst als Täter ermitteln - allerdings steht hier in Zweifel, ob Cassie wirklich was mit dem Mord zu tun hat. Regisseurin Susanna Fogel (

"The Flight Attendant" ist aber mehr als ein komödiantisch angehauchter Whodunit- bzw. Did-I-do-it?-Krimi - und mehr als das süffige Serien-Äquivalent einer funktionalen Strandlektüre. Cuoco wird sehr darauf gepocht haben, ein komplexes Charakterporträt abliefern zu dürfen. So wird von der ersten Minute an auch kein Hehl gemacht aus Cassies Alkoholproblem: Nicht nur auf Partys trinkt sie regelmäßig viel zu viel, sondern auch in einsamen Stunden zu Hause oder im Hotelzimmer: Nur warum schießt sie sich ständig so rabiat die Lichter aus? Kurze Flashbacks mit Szenen, in denen sie als Kind gemeinsam mit ihrem Vater (Jason Jones,
Tatsächlich aber gelingt Kaley Cuoco die darstellerische Tour de Force, die ihr da abverlangt wird: ständige und zügige Registerwechsel zwischen Comedy und Charaktertragödie, Panik und Romanze. In einem Moment ist sie voll im Penny-Modus, so blendend aussehend wie eh und je und nach wie vor in der Lage, Pointen jedweder Güteklasse so abzufeuern, wie das kaum eine andere Hollywood-Schauspielerin kann. Im nächsten Moment kommt dann das beschädigte Wesen hinter Cassie zum Vorschein: Man bangt um sie und fühlt mit ihr. Egal wie clever der Fall noch gebaut sein mag in den restlichen Folgen, egal wie befriedigend die Auflösung sein wird (Kenner des Romans wissen's ja eh): Allein die verblüffend mühelose Art und Weise, wie Cuoco diese ständigen Tonfallwechsel vollzieht, lohnt schon das Anschauen. Vermutlich wird sich "The Flight Attendant", rein an der inhaltlichen Substanz gemessen, nicht zum epochemachenden Prestigedrama aufschwingen - doch für Cuocos erste große Rolle nach "The Big Bang Theory" ist das genau das Richtige: Sie kann sich nicht an Thesen und Themen verheben - und geht trotzdem einen überzeugenden und durchaus komplexen Schritt weg von Penny.
Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten beiden Episoden von "The Flight Attendant".
"The Flight Attendant" wird seit dem 26. November beim US-Streamingdienst HBO Max veröffentlicht. Eine deutsche Heimat für die Serie ist noch nicht bekannt geworden.
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Leserkommentare
swanky schrieb am 25.04.2021, 20.38 Uhr:
Tolle Hauptdarstellerin in einer wirklich gelungene, witzige und auch spannenden Kurzserie, die mal eine willkommene Abwechselung von diesem 08/15 Teenager Mainstream bietet. Wäre schön wenn davon noch mehr käme. Grüße an alle Teenager und Twentys. Diese Kurzserie ist mehr für Ewachsene gemacht, das versteht ihr erst wenn ihr älter seit!Sentinel2003 schrieb am 24.04.2021, 17.08 Uhr:
Habe gestern über Amazon angefangen....null Bedürfnis, nach Folge 1 noch weiter zu xsehen! Was ist das für ne völlig komische Serie?? Noch dazu hat Rosie Perez eine Stimme, die null zu ihr passt!!!Sentinel2003 schrieb am 10.12.2020, 00.13 Uhr:
@Martina: alleine schon der Trailer hat nicht mein Bedprfnis geweckt, das Ding überhaupt zu gucken!Martina schrieb am 05.12.2020, 23.22 Uhr:
Ich habe mich gefragt, wie viel ich von dem Text lesen muss, um bei dem Teil anzukommen, wo es gut wird. Das klingt doch nach einer relativ gewöhnlichen, oft gesehenen Story. Soll das eigentlich emanzipiert sein, wenn man eine Frau als promiskuitive Säuferin darstellt, die jeden nur möglichen Fehler bei der Vertuschung einer Straftat macht? Klingt leider nach der "Blondes Dummchen" Schublade.Marcus Cyron schrieb am 03.12.2020, 15.44 Uhr:
Hm. Von allen TBBT-Darstellenden sehe ich bei Cuoco die geringste Festlegung auf eine Rolle. Dazu war sie als Figur zu banal und austauschbar. Alle anderen hatten ja ihr gewissen Freak-Level. Sie war bestenfalls das Mädchen-von-Nebenan. Von da aus was anderes zu machen ist sicher leichter als die sechs anderen Hauptdarstellenden.
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