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Fran Drescher ("Die Nanny") wird neue SAG-AFTRA-Präsidentin

Für die nahe Zukunft bleibt die Frage, ob diese Gewerkschaftsführung, in der die beiden zentralen, aber gegensätzlichen Parteiungen der Gewerkschaft zusammenarbeiten müssen, die alten Wunden heilen kann, oder ob die Gewerkschaft damit wegen innerer Schwierigkeiten gar nicht mehr vorankommt.
SAG-AFTRA
Zentrales, inneres Problem der Gewerkschaft in den letzten Jahren war der Gegensatz zwischen den Film- und Fernsehschauspieler:innen einerseits und den anderen Darstellenden (Studioansagern, Moderatoren, Sprechern etc.) andererseits. Einst hatten die Ursprungsgewerkschaften SAG (Screen Actors Guild) und die AFTRA (American Federation of Television and Radio Artists) streng getrennte Gebiete, in denen sie als Gewerkschaft Produktionen vor allem im Fernsehen abdeckten. Allerdings kam es seit den 2000ern zu immer stärkeren Überschneidungen, da viele Mitglieder in beiden Gebieten arbeiteten (Daily Soaps, Sitcoms), so dass von den etwa 160.000 professionellen Schauspieler:innen der USA 60.000 Mitglied in beiden Gewerkschaften waren, die sich Konkurrenz zu machen begannen. Zudem war es für Schauspielende schwieriger, in einer der beiden Gewerkschaften die Bedingungen für Vergünstigungen zu erhalten, wenn sie ihre Einnahmen unter den beiden Gewerkschaften getrennt abrechnen mussten.
Die Lösung der SAG-Fraktion Unite for Strength war eine Zusammenarbeit beider Gewerkschaften, die mit einem Zusammenschluss zu SAG-AFTRA im Jahr 2012 auch kam. Dem gegenüber steht die Fraktion Membership First, die sich eher als Vertretung der "echten Schauspieler" sah, die auf sich gestellt und ohne die ehemalige AFTRA-Klientel bessere Bedingungen für Schauspieler erreichen könnte (etwa in den Bereichen Altersvorsorge und Krankenversicherung). Daneben war man bei Membership First auch eher für harte Arbeitskampfmaßnahmen bei den Verhandlungen für neue Tarifverträge, damit die geänderten Bedingungen in der Industrie - Streaming statt lineare Fernsehausstrahlung - nicht zu Einkommensverlusten für Schauspielende und Gewerkschaften führen.
Wahl 2021
Für die Wahl war die bisherige, von Unite for Strength gestützte Gewerkschaftsspitze um Gabrielle Carteris (
Unite for Strength unterstützte Fran Drescher für das Amt der Gewerkschaftspräsidentin, mit ihrem Kollegen Anthony Rapp (
Das Wahlergebnis zeigt nun eine in sich gespaltene Gewerkschaft. Laut Deadline wurden 122.154 Wahlscheine versandt, 32.362 Stimmen kamen zurück (26,49 Prozent; gegenüber der letzten Wahl vor zwei Jahren über fünf Prozentpunkte mehr, damals 21,2 Prozent Wahlbeteiligung).
Auf Drescher entfielen 16.958 Stimmen, Modine erhielt 15.371. Rapp unterlag mit 13.593 Stimmen deutlich Fisher, die auf 18.547 kam - und damit die meisten Stimmen.
Im Rahmen der Wahl wurde verbal scharf geschossen, Mitglieder beider Seiten warfen ihren Gegenspielern unlautere Mittel vor - vor allem die Möglichkeit für Fisher, ihre Sicht in einem TV-Interview darzulegen, ohne, dass Unite-for-Strength-Kandidaten ähnliche Chancen erhielten, wurde als illegitimer Eingriff seitens der Medien (und damit der Produzenten der AMPTP, dem größten Arbeitgeber für Schauspieler) gesehen.
Heiß diskutiert wurde zuletzt, dass in Corona-Zeiten wegen der mangelnden Arbeitsmöglichkeiten in der Industrie die mit der Gewerkschaft verbundene Krankenversicherung den Gürtel enger schnallen musste und sich fast 10.000 Mitglieder mehr als sonst daher diesmal nicht für die Gewährung der Versicherung qualifizieren konnten.
Zukunft
Beide Parteiungen waren mit Aussagen in die Wahl gegangen, das man in Zukunft die alten Gräben überwinden wolle. Deadline fasst in seiner Berichterstattung zusammen, dass die beiden Gruppierungen mittlerweile auch eher wie zwei Strömungen der gleichen Partei seien statt unterschiedliche Parteien.
Allerdings lässt der Ablauf der Wahl Zweifel daran aufkommen, dass man wirklich Kompromisse finden kann.
In zwei Jahren stehen die nächsten Neuwahlen an. Am Ende der aktuellen Legislaturperiode steht davor noch die Neuverhandlung eines Rahmenvertrags zwischen SAG-AFTRA und dem Film- und Fernsehproduzenten-Verband AMPTP an.
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von Bernd Krannich















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