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Update Hollywood-Streik eskaliert: Auch Schauspieler legen Arbeit nieder

UPDATE: Erwartungsgemäß hat SAG-AFTRA am Donnerstagabend verkündet, dass die Gewerkschaft nach den gescheiterten Tarifverhandlungen ab Freitag in den Streik tritt.
ZUVOR: Mit Spannung hat die US-amerikanische Entertainment-Industrie auf die Tarifverhandlungen zwischen Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA und dem Produzentenverband AMPTP geschaut. Nun ist klar: Die beiden Parteien sind zur Deadline (am Donnerstagmorgen um 9.00 Uhr MESZ) nicht zu einem Kompromiss gekommen. Nun ist, neben dem seit 2. Mai laufenden Autorenstreik, auch ein Schauspielerstreik sehr wahrscheinlich.
Bereits vor dem Verhandlungsbeginn (vor vier Wochen) hatte sich die SAG-AFTRA-Führung in einer Urabstimmung die Erlaubnis eingeholt, im Fall eines Scheiterns der Tarifverhandlungen einen Streik auszurufen - auch als Verhandlungstaktik. In den USA und der kalifornischen Stadt Pasadena wurde bis "9 Uhr" - beziehungsweise "Mitternacht Ortszeit" - verhandelt. Nach dem Verstreichen der Deadline hat das Verhandlungskomitee der Gewerkschaft dem Landesvorstand empfohlen, den Streik auszurufen. Der Landesvorstand wollte neun Stunden später ("9 Uhr morgens Ostküstenzeit", 18 Uhr deutscher Zeit) zusammentreten und seine Entscheidung fällen - der Ausruf eines Streiks ist wohl nur noch Formsache.
Streikfolgen
Ein Streik der Schauspieler würde diesen US-amerikanischen Tarifstreit automatisch zur weltweiten Angelegenheit machen: Den 160.000 Mitgliedern der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA ist es nämlich untersagt, "irgendwo auf der Welt" für Produktionen zu arbeiten, mit denen SAG-AFTRA keinen gültigen Tarifvertrag hat. In den letzten Wochen war schon etabliert worden, dass das noch weiter greift als die Bestimmungen bei den Autoren: SAG-AFTRA-Mitglieder dürften dann etwa auch nicht mehr für US-Produktionen in Kanada oder das von Disney koproduzierte
Verfahrene Situation
Bisher liegt zu den gescheiterten Verhandlungen nur ein Statement von SAG-AFTRA vor, in dem man der AMPTP Verzögerungstaktiken und Kompromisslosigkeit vorwirft.
Durch die Tatsache, dass auch eine konkret belegte Streikbereitschaft der Schauspieler die Produzenten zu einem Kompromiss gebracht hat, lässt sich der Produzentenverband deutlich in die Karten schauen: Man leistet sich hier lieber die "Kosten" eines Streiks, als auf die (ebenfalls sehr kostspieligen!) Forderungen der Schauspieler einzugehen. Mehr noch: In der Branche wurde eingeschätzt, dass ein neuer Tarifvertrag mit den Schauspielern auch als Muster für einen Abschluss mit den Drehbuchautoren hätte fungieren können (anders als bei der Regisseur-Gewerkschaft DGA, die kürzlich einen neuen Tarifvertrag ausgehandelt hatte).Mit den jetzt gescheiterten Verhandlungen wurden wichtige Weichen gestellt: Der Arbeitskampf in den USA wird nun vermutlich noch Monate dauern. Die Auswirkungen werden zunächst vor allem im US-Fernsehen deutlich, das auf ständigen frischen Nachschub ausgelegt ist. Verzögerte Filmproduktionen und Streamingserien werden erst später zu spüren sein, da dort der Zeitrahmen zwischen Dreharbeiten und Veröffentlichung eben längerfristig ist.
Worum wird gestritten?
Für Autoren und Schauspieler geht es vor allem darum, an den Umsätzen in der Streaming-Welt beteiligt zu werden. Nur alle drei Jahre werden neue Tarifverträge ausgehandelt - wenn man bedenkt, wie schnell sich das Streaming von "neumodisch" zu "Alltag" entwickelt hat, so verwundert es kaum, dass es hier noch keine Tarifbestimmungen gab. Schauspieler und Autoren erzielten bisher durch Fernsehwiederholungen ihrer Projekte Einnahmen - die mittlerweile wegfallen, weil viele Menschen ihre "Wiederholungen" nun bei Streaminganbietern sehen. Für die Medienkonzerne ist Streaming weiterhin ein Gebiet, in dem rote Zahlen geschrieben werden (auch, weil sich die Dienste in einem Verdrängungswettbewerb befinden).
Daneben geht es um Regelungen im Bezug auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, durch die sowohl Autoren wie auch Schauspieler ihre berufliche Zukunft gefährdet sehen. Hier haben sich die Produzenten klaren Aussagen entzogen.
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