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"Dark Blue" beginnt mit einem Schock - wortwörtlich. In der ersten Szene wird ein FBI-Agent bis zur Besinnungslosigkeit mit Elektroschocks gefoltert. Die Gangster hatten aber immerhin noch genug Zeit für die Unmenschlichkeit eine optisch ansprechende Location mit perfekt blau-weiß flackernden Lichtern zu finden. Als der Agent später bewusstlos im Krankenhaus liegt schießen sich die Ermittlungen der FBI-Kollegen auf Dean Bendis (Logan Marshall-Green) ein, einen Undercover-Cop, der zum Team von Carter Shaw (Dylan McDermott) gehört. Hat Dean womöglich die Seiten gewechselt? Immerhin unternahm er nichts um die Folter zu stoppen. Carter behauptet erst mal, Dean überhaupt nicht zu kennen. Schließlich ist sein gesamtes Team so geheim, dass kaum jemand bei den Strafverfolgungsbehörden von L.A. etwas davon weiß.
Carter reaktiviert Ty Curtis (Omari Hardwick), der sich daraufhin wieder von seinem neuen Leben als Ehemann und Eckpfeiler der Gesellschaft verabschieden muss. Er hat bereits wichtige Verbindungen in der Unterwelt, die Carter dabei helfen sollen herauszufinden, ob Dean sich tatsächlich dem Gangster-Boss Franzine (James Russo) angeschlossen hat. Ty begegnet während seiner Mission Gina wieder (Tonantzin Carmelo), mit der ihn offensichtlich mehr verbindet als nur Unterwelt-Geschäfte. Carter holt außerdem Jaimie Allen (Nicki Aycox) ins Team, eine Streifenpolizistin, die sich erfolgreich die Aufnahme in die Polizeiakademie erschwindelt hat.

Carter kämpft im Verlauf der Geschichte nicht nur mit seinen eigenen Zweifeln an Deans Loyalität, sondern auch mit den zwei FBI-Agenten, die seinen Handlungsspielraum immer weiter einschränken wollen. Gleichzeitig durchleuchten sie seine Vergangenheit. Letztendlich gelingt es Carter und Ty Kontakt mit Dean aufzunehmen und den wahren Absichten von Franzine näher zu kommen. Am Ende steht ein lebensgefährlicher Showdown, der Deans Loyalität endgültig auf die Probe stellt und die Fähigkeiten von Carters Team strapaziert.
"Dark Blue" hinterlässt einen mehr als zwiespältigen Eindruck. Handwerklich ist das Ganze wirklich gut gemacht. Regie, Kameraarbeit und vor allem atmosphärische Beleuchtung in leicht schmutzigem Grau-Blau sind stimmig. Allerdings ist das auch nicht wirklich überraschend für eine neue Serie aus dem Hause Jerry Bruckheimer. Das Problem dabei: Unterm Strich braucht einfach nicht jedes neue Format diese Dauerbefilterung. Doch nach hunderten mundgerechten

"Dark Blue" vereint tatsächlich mehrere Serien-Klischees unter einem Dach, ohne allerdings erfolgreich mit ihnen zu spielen oder ihnen einen neuen Stempel aufzudrücken. So kommt Carters Undercover-Team natürlich nicht ohne Computerspezialistin aus, um die man sich in einem abbruchreifen Loft scharen kann um doch noch ein bisschen High-Tech in die schmutzige Welt der Straße zu bringen. Das Verhältnis zwischen Undercover-Team und FBI-Agenten ist (natürlich) von gegenseitigen Anfeindungen geprägt und das eigentliche Ziel von Carter Shaw ist nichts Geringeres als eine bessere Welt. Ein Blick auf die Straßen von L.A. löst bei ihm folgende Reaktion aus: "Ich sehe den Typen, der seinen nächsten Schuss braucht. Ich sehe das Mädchen, das gerade auf dem Rücksitz eines Autos ihre Miete verdient hat. Ich sehe die Mutter, die ihren Sohn durch einen Gang verloren hat. Ich sehe alles, was man reparieren muss."
Sobald man den Fernseher nach diesem triefend pathetischen Ausbruch von Lächerlichkeit wieder trockengelegt hat sticht einem das eigentliche Problem von "Dark Blue" ganz klar ins Auge: die Hauptfigur und ihr Darsteller. Eigentlich ist das fast schon ein Schock. Könnte der in "The Practice" so umwerfende Dylan McDermott hier wirklich fehlbesetzt sein? Er schafft es einfach nicht Carter Shaw aus den ihm durch die Macher zugeschriebenen Klischees herauszulösen und ihm zusätzlich Charakter zu verleihen. Ein ständig verschlafener Blick, gepaart mit Dreitagebart reicht nicht um einen Anti-Helden zu kreieren. Zumal sich dessen seelische Verwundung am Ende des Piloten "lediglich" als die Trauer um seine getötete Frau entpuppt, an die er sich, wie könnte es auch anders sein, beim Anschauen alter Home Movies im dunklen Wohnzimmer erinnert.

Da fällt es nicht schwer, McDermott die Schau zu stehlen und die Nebendarsteller Logan Marshall-Green (
Dean bleibt am Schluss ein Mitglied von Carters Team, doch ganz klar ist man sich seiner Loyalität noch immer nicht. In Logan Marshall-Greens jungem, aber trotzdem zerfurchten und erschöpften Gesicht möchte man als Zuschauer noch viel länger lesen. Doch leider schenkt "Dark Blue" McDermotts Teddybär-Blick mehr Aufmerksamkeit. Unklar ist in dieser ersten Folge außerdem, warum Carter in Jaimie einen perfekten Neuzugang für das Team sieht. Okay, sie hat ihre alte Identität verschleiert. Das wird von ihm auch nett ausgenutzt. Die Frage nach dem Beitritt zu seinem Team gerät dabei fast zur Erpressung. Später erweist sie sich als gute Schützin im überdrehten Kalaschnikow-Kugelhagel des letzten Showdowns. Doch bei einem anderen Einsatz als Bankangestellte wirkt sie komplett deplatziert - zumal der Chef der Bank seine Mitarbeiter eigentlich kennen müsste. Der Arme ist gerade dabei ein illegales Geschäft abzuwickeln, kann aber nicht erkennen, dass er bereits in seiner eigenen Bank beobachtet wird? Nicht die einzige, viel zu bequeme Lösung im Drehbuch dieser Folge.

Ein weiterer Fehler der Macher ist es sicherlich, "Dark Blue" als Serie mit wöchentlich abgeschlossenen Episoden zu konzipieren. Ich persönlich möchte sehen, auf welche Schwierigkeiten ein solches Team bei der Infiltration der Unterwelt trifft, wie man sich mühsam und langsam immer näher an die Bosse der Organisationen vorarbeiten muss und dabei so manches Risiko eingeht. Doch in 42 Minuten pro Woche ist das kaum in einem sinnvollen Umfang möglich.
Insgesamt bleibt die Erkenntnis, dass die Undercover-Thematik um einiges eleganter in der Patrick-Swayze-Serie
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von Ralf Döbele


















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