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TV-Kritik/Review: Guilt
(20.08.2016)

Der Kabelkanal Freeform (ehemals ABC Family) ist im Juni mit dem neuen Crime-Drama
Der rote Faden, der sich durch die Dramaserie zieht ist "Schuld". So ziemlich jeder aus dem näheren Umfeld von Molly rückt aus verschiedenen Gründen in den Kreis der Verdächtigen - und der wird ständig größer, bis nahezu jede Figur in der Serie ein Motiv aufweist. Da beginnt auch direkt das Grundproblem der Serie, die von ihrem Inhalt und Aufbau her sehr vielversprechend klingt: Sie versucht zu viele Wendungen und Verstrickungen auf einmal zu integrieren, wodurch die Glaubwürdigkeit der Handlung leider oftmals in den Hintergrund rücken muss. Es ist nicht genug, dass Molly ein drogensüchtiges Partygirl ist, die eine Affäre mit dem Freund von Grace hat und zum Zeitpunkt ihrer Ermordung schwanger ist. Sie hat außerdem noch in einem Edelbordell gearbeitet, in welches sie von der dritten Mitbewohnerin im Bunde eingeführt wurde Roz (Simona Brown, 
Schauspielerisch bewegt sich die Serie auf hohem Niveau. Die Hauptrolle der Grace ist mit Daisy Head perfekt besetzt, die den Zuschauer mit ihren ausdrucksstarken grünen Augen in ihren Bann zieht, und sehr gut den Zwiespalt zwischen dem wilden Partygirl und dem verletzlichen kleinen Mädchen zum Ausdruck bringt, deren enge Freundin blutig ermordet wurde. Hervorzuheben ist auch auf jeden Fall Billy Zanes brillante Verkörperung des durchtriebenen Anwalts, dessen Auftritte einen Höhepunkt der Folgen markieren. Leider werden die oftmals platten Dialoge den Charakteren nicht gerecht, die ohnehin drohen in dem Handlungschaos unterzugehen.
Spannend und seicht unterhaltend ist die Thriller-Soap auf jeden Fall, nicht zuletzt deswegen, weil sich die Serienmacher von "Guilt" von dem berühmten Kriminalfall um Amanda Knox und Meredith Kercher von 2007 haben inspirieren lassen. Damals wurde die junge amerikanische Austauschstudentin Amanda beschuldigt gemeinsam mit ihrem Freund Raffaele Sollecito ihre britische Mitbewohnerin Meredith in Perugia brutal ermordet zu haben. Insgesamt fünf Gerichtsverfahren fanden dazu zwischen 2007 und 2015 statt, bei denen Knox und Sollecito abwechselnd für schuldig befunden oder frei gesprochen wurden. Das letztinstanzliche Urteil lautete schließlich auf nicht schuldig. Die Kontroverse um die Schuld wird von den Produzenten von "Guilt" aufgegriffen, indem sie den Zuschauern solange es geht über den wahren Täter im Unklaren lassen um so die Gefühle und Zweifel in der Bevölkerung während der realen Verhandlung nachzustellen. Der Fall wurde damals von Presse und Öffentlichkeit gleichermaßen hitzig diskutiert und erregte viel Aufsehen. Besonders die britischen Tabloid-Zeitungen schlachteten den Fall aus und vorverurteilten Knox als "Engel mit den Eisaugen". Allerdings hat die Drama-Serie nicht den Anspruch eine fiktionalisierte Version der damaligen Ereignisse widerzuspiegeln, sondern vielmehr den Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit zu zeigen und wie viel Einfluss die mediale Darstellung eines Falls auf die Wahrnehmung der Öffentlichkeit hat.
Wer allerdings auf fiktionalisierte Verfilmung des Knox/Kercher Falls hofft, wird mit "Guilt" eine Enttäuschung erleben. Unterhaltsam hingegen ist die Serie für diejenigen, die Lust haben in ein verwirrendes Netz aus Schuld, Intrigen und Lügen einzutauchen, sich von den schauspielerischen Leistungen fesseln zu lassen und sich nicht all zu sehr an den genannten Handlungssprüngen stören.
Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten beiden Episoden der Serie.
Jana Bärenwaldt
© Alle Bilder: Freeform
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