Adi und Rudi bauen Anfang der 20er Jahre im fränkischen Herzogenaurach eine kleine Schuhmanufaktur auf. Durch die perfekte Zusammenarbeit des Tüftlers Adi und des Verkaufstalents Rudi entsteht schnell ein erfolgreicher Betrieb, der sich auf Sportschuhe aller Art spezialisiert. Der US-amerikanische Leichtathlet Jesse Owens holte bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Dassler-Schuhen mehrere Goldmedaillen - was den Brüdern von den Nazis sehr übelgenommen wurde. Während des 2. Weltkriegs wird die Produktion weitgehend eingestellt. Nach dem Krieg rollt die Schuh-Fabrikation langsam wieder an. Doch der aufkommende geschäftliche Erfolg wird getrübt durch immer heftiger werdende Streitereien der Brüder, die unversöhnlich und kompromisslos ihre jeweils eigenen geschäftlichen Interessen verfolgen. 1948 kommt es schließlich zur Aufspaltung des Stammwerks in die zwei Firmen adidas und Puma.
(RTL)
Der emotionale Kern des Films ist zeitlos und zeichnet sich aus durch die intensiven emotionalen Duelle der beiden Brüder, facettenreich verkörpert von Ken Duken als detailversessener Perfektionist Adolf Dassler und Torben Liebrecht (er gewann 2016 den Canadian Screen Award für seine Rolle als Franz Faber in "X Company" als bester Nebendarsteller TV-Series) als leidenschaftlicher Erfolgsmensch Rudolf Dassler. 'Nicht ohne meinen Bruder': Das verkörpern die beiden Schauspieler sehr nachdrücklich und authentisch - auch nach dem tragischen Ende der gemeinsamen Firma. An ihrer Seite zeigen Nadja Becker als Rudis Ehefrau Friedl und Picco von Groote als Adis Ehefrau Käthe, wie stark der weibliche Einfluss auf die beiden Brüder war. Sie stehen loyal an der Seite ihrer Männer und unterstützen sie vorbehaltlos. Dabei verkörpern die beiden Schauspielerinnen zwei meinungsstarke, für die damalige Zeit sehr moderne Frauentypen, die gerade durch die starke Identifikation mit den Ideen ihrer Ehemänner letztendlich auch die Trennung der beiden förderten. Dem Kreativ-Team um Drehbuchautor Christian Schnalke und Regisseur Oliver Dommenget ist ein sehr naher Blick auf den Gründer-Clan gelungen. Wir sehen Menschen mit bewundernswerten Stärken, nachvollziehbaren Schwächen und dem Mut, Außerordentliches zu schaffen und somit den Grundstein für zwei Weltkonzerne mitten in der fränkischen Provinz zu legen. Last but not least sei die Ausstattung an dieser Stelle besonders erwähnt: Extrem akribisch wurden die historischen Schuhmodelle nachgearbeitet, Original-Maschinen aus Schuh-Museen herangeschafft und die Archivare der Firmen Adidas und Puma immer wieder konsultiert, um eine möglichst genaue Rekonstruktion der damaligen Schuhproduktion herstellen zu können.
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Adi (Ken Duken, l.) und Rudi Dassler (Torben Liebrecht) auf der Tribüne des Reichsparteitag in Nürnberg bei der Sport-Gleichschaltung inmitten von NSDAP-Politikern, Wehrmachtssoldaten und Geschäftsmännern (Komparsen).
Während der Füźhrung durch die Fabrik und die Sportanlage beobachten Friedl (Nadja Becker, l.), Käthe (Picco von Groote) und Rudi Dassler (Torben Liebrecht, 3.v.l.) den Klimmzug-Wettkampf zwischen Josef Waitzer (David C. Bunners) und Adi Dassler (Ken Duken, r.).
Auf der Tribüne des Reichsparteitag in Nürnberg - umgeben von NSDAP-Politikern, Wehrmachtssoldaten und Geschäftsmännern (Komparsen) - schlägt Friedl (Nadja Becker, Mitte r.) Käthe (Picco von Groote, Mitte l.) vor, in der Firma mitzuarbeiten.
Fußball-Weltmeisterschaft in Bern 1954: Adi Dassler (Ken Duken, r.) platzt in die Kabine der Nationalmannschaft und verkündet, dass es regnet. Sepp Herberger (Christoph Gareisen, l.) und Helmut Rahn (Martin Krah, 2.v.l.) freuen sich mit Adi und der Mannschaft.
Fußball-Weltmeisterschaft in Bern 1954: In der Kabine der Nationalmannschaft verschraubt Adi Dassler (Ken Duken, M.) die Stollen an die Schuhe der Deutschen Spieler.
Käthe (Picco von Groote) beobachtet hilflos, wie Adi (Ken Duken, 2.v.l.) Widerstand gegen die von dem US-Colonel (Christopher Buchholz, r.) angeordnete Sprengung der Fabrik leistet und von einem GI (Komparse) zurückgehalten wird.
Die lebensfrohe Käthe (Picco von Groote) liebt Adi Dassler aufrichtig, doch es genügt ihr nicht, nur seine Ehefrau zu sein - sie will mitarbeiten und sogar mitentscheiden...