Wenn der schwarze Restaurantbesitzer Amos Eyana-Yana eine neue Lieferung Wein erhält, dann macht er immer wieder dieselbe Erfahrung: Mit dem Lieferschein geht der Fahrer zum nächstbesten weißen Gast und bittet um eine Unterschrift. Dann sagt Amos Eyana-Yana freundlich: "Ich sehe vielleicht nicht so aus, aber du musst dich daran gewöhnen, dass ich hier der Chef bin." Alltag in Paris, der multikulturellen Metropole - Alltag in einem Land, das wie kein anderes in der Welt das Ideal der Gleichheit auf seine Fahnen geschrieben hat. Aber gut 200 Jahre nach der Revolution ist der Alltag für die farbige Minderheit ernüchternd. Viele Einwanderer aus Afrika und Bürger aus den Überseeprovinzen fühlen sich nicht akzeptiert in ihrem Land. Sie sind Franzosen mit schwarzer Hautfarbe, aber sie zweifeln an den französischen Werten, sehen Ungleichheit, wo das Gesetz Gleichheit verspricht, vermissen die Brüderlichkeit und letzlich auch die Freiheit. Der Film von Peter Gerhardt lässt sie zu Wort kommen: Modeschöpfer und Restaurantbesitzer, Sozialarbeiter und Palamentsabgeordnete, Schriftsteller und jugendliche Aktivisten. Sie haben gelernt, mit dem Widerspruch zwischen dem gefeierten Ideal und einer ganz anderen Wirklichkeit zu leben, aber sie sind immer weniger bereit, sich auf Dauer mit dem versteckten Rassismus zu arrangieren. Frankreich, schwarzes Vaterland: eine politische Reise von Paris über den Süden bis in die Karibik und zurück.
(hr-fernsehen)
Daten
Länge: ca. 45 min.
| Deutsche TV-Premiere | Di, 24.01.2006 (arte) |
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