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TV-Kritik/Review: "Lucky Hank": Frust im Kapitol der Mittelmäßigkeit
von Gian-Philip Andreas(27.03.2023)

Preisträger und Publikumslieblinge wissen es längst: Das größte Problem an einem gigantischen Erfolg ist das Folgeprojekt. Dann liegt die Messlatte so hoch, dass sie eigentlich nur gerissen werden kann, selbst wenn das Enttäuschende unter anderen Umständen gefeiert worden wäre. Bob Odenkirk hat das Problem, dass er mit seiner Rolle als Jimmy McGill alias Saul Goodman, die er über gleich zwei Serien hinweg -
Schon vor den letzten "Better Call Saul"-Folgen hatte sich Odenkirk mit dem Kino-Actionthriller
"Lucky Hank" basiert auf dem 1997 veröffentlichten Roman "Straight Man" des Pulitzer-Preisträgers Richard Russo, der darin eigene Erfahrungen als College-Dozent in der Provinz verarbeitete. Eine deutsche Ausgabe von "Straight Man" ist unter dem Titel "Mittelalte Männer" erst vor zwei Jahren erschienen; so richtig aus dem Schatten von Autoren wie (beispielsweise) Philip Roth oder John Updike ist Russo bei uns nie herausgetreten - obgleich er nicht zum ersten Mal verfilmt wird.

Die Produzenten Paul Lieberstein (
Den größten Raum der ersten Folgen nehmen daher auch die Zustände am English Department des besagten Railton College ein, dem Hank nicht nur als Dozent zu Diensten ist: Zusätzlich hat er noch das Unglück, die Fakultät als Lehrstuhlinhaber leiten zu müssen. Die literaturwissenschaftliche Kollegenschar besteht aus spleenigen Neurotikern, die eher mild-satirisch überzeichnet werden: Da gibt es den großspurigen Macho Paul (Cedric Yarbrough aus
In der ersten Episode lässt Gracie Hank seines Postens entheben, doch als die Abteilung einen neuen Chef wählen soll, erhält Hank erneut die meisten Stimmen: zwei. Es ist diese Art von Absurdität, die sich auch fortan durch die Episoden ziehen wird, etwa wenn in der zweiten Folge ein berühmter Autor (Brian Huskey,

Bob Odenkirk geht dabei bewusst das Risiko ein, eine ziemlich unausstehliche Figur zu porträtieren. Dass er das kann, ist seit "Better Call Saul" bestens bekannt: Auch Jimmy McGill war keine aus sich heraus sympathische Figur, erst im Zusammenspiel der Autoren mit Odenkirks Schauspielkunst wurde aus dem Kleinganoven und Lügner die bekannt vielschichtige Figur. "Lucky Hank" steht ein solcher Prozess erst noch bevor: Bislang grenzen Hanks wie ein Schild vor sich hergetragener Sarkasmus und seine kindischen Abwehrkämpfe gegen Kollegen und Studierende gefährlich ans Nervtötende, einzig Odenkirks Charme sorgt dafür, dass man das Interesse an den (Luxus-)Problemen dieses "mittelalten Mannes" nicht verliert, der die Geschichte überdies als zynischer Off-Erzähler begleitet.
Anders als Saul Goodman steckt William Devereaux in festen sozialen Verhältnissen: Mireille Enos (

Familienprobleme wechseln sich in den ersten beiden Folgen mit den Workplace-Scharmützeln in der Fakultät ab, was mal mehr, mal weniger lustig ist und auch ein bisschen ziellos wirkt. Die in diesem Punkt thematisch ähnliche Comedy
Was bisher zu sehen war, ist allerdings gut und vielversprechend. Zum großen Teil liegt das an Odenkirk und Enos, deren gemeinsame Szenen als gut eingegroovtes Intellektuellen-Paar zu den bisherigen Highlights der Serie gehören. Es liegt aber auch an der unaufgeregten, gut getimeten und die Atmosphäre am Provinzcollege glaubwürdig einfangenden Regie des komödienerfahrenen Peter Farrelly (
Die große Frage ist, ob das genügt. Ob sich viele "Saul"-Fans nicht direkt wieder abwenden, wenn sie eine oder zwei Folgen gesehen haben - denn an Vince Gilligans Kultserie(n) kann, will und wird dieses Folgeprojekt nicht heranreichen. "Lucky Hank" ist kein Genrestoff, kein Krimi, kein Thriller und auch keine Ablach-Komödie, es kommen keine Drogenkartelle darin vor, keine blutigen Gewalttaten und auch keine clever ausgeklügelten Tricks und bizarren Perspektiven: Es geht hier bloß ums ganz gewöhnliche Leben mit seinen ganz gewöhnlichen Enttäuschungen. Es wird also vor allem darauf ankommen, ob Bob Odenkirk das Publikum auch in so einem Setting bei der Stange halten kann. Die ersten Folgen zeigen, dass es zumindest ziemlich gute Gründe dafür gibt, dass es ihm gelingen könnte.
Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten beiden Episoden von "Lucky Hank".
"Lucky Hank" wird seit dem 19. März wöchentlich beim US-Sender und dem hauseigenen Streamingdienst AMC+ veröffentlicht. Ein deutscher Starttermin und eine deutsche Heimat sind noch nicht bekannt.
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