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TV-Kritik/Review: "The First": Sean Penns Reise zum Mars entpuppt sich als Mogelpackung

von Marcus Kirzynowski (25.09.2018)
Prestigeprojekt bleibt oberflächlich, uninspiriert und zähflüssig
Tom Hagerty (Sean Penn) sehnt sich in "The First" nach den Sternen
Bild: Paul Schrimaldi/Hulu
TV-Kritik/Review: "The First": Sean Penns Reise zum Mars entpuppt sich als Mogelpackung/Bild: Paul Schrimaldi/Hulu

Das Fazit vorweg: "The First" ist die größte Mogelpackung der Seriensaison. Was die Marketingabteilung des US-Streamingdienstes Hulu getrieben hat, die Eigenproduktion als Science-Fiction-Serie anzupreisen, ist zumindest nach Ansehen der ersten drei Folgen fast genauso unklar wie die Frage, was den Menschen auf dem Mars erwartet. "The First folgt der ersten bemannten Mission zum Mars", so lautete die Ankündigung. Wie sich jetzt, wo die komplette Debütstaffel auf einen Schlag vorliegt, herausstellt, ist damit jedoch keineswegs gemeint, dass wir die Astronauten darin auch wirklich auf ihrem Weg durchs Weltall zum Roten Planeten begleiten. Vielmehr geht es lediglich um den Weg bis zum Start. Und der gestaltet sich dermaßen langsam, dass die acht Folgen für die meisten Zuschauer zur Geduldsprobe werden dürften.

Dabei beginnt die Auftaktfolge noch vielversprechend: Es steht nämlich tatsächlich der Start der ersten Mars-Mission Providence 1 unmittelbar bevor. Tom Hagerty (Weltstar Sean Penn, "Mystic River"), ein erfahrener Astronaut und Veteran einer Mondlandemission, muss den Raketenlaunch auf dem heimischen Fernseher verfolgen. Ursprünglich war er als Kommandant auserkoren, aus Gründen, die zunächst ungenannt bleiben, wurde er aber ausgebootet. Immerhin gesteht man ihm zu, kurz vor dem Start per Funk den bereits in Position gebrachten ehemaligen Crewkollegen Mut zuzusprechen. Doch dann geschieht das Unvorstellbare: Wenige Sekunden nach dem Abheben explodiert die Rakete wie dereinst die Challenger. Die fünf Astronauten sind tot, der Traum der Raumfahrtcommunity vom Vorstoßen in Bereiche, die noch nie ein Mensch zuvor betreten hat, scheint für längere Zeit zerplatzt.

Ganz so lange dauert es dann zwar doch nicht, bis eine neue Mission geplant wird, zunächst einmal ist aber Krisenbewältigung angesagt. So schwingt der bis eben noch verbitterte Hagerty seinen Hintern von der Couch und eilt zum Weltraumbahnhof, wo eigentlich die Unternehmensleitung um Laz Ingram (Natascha McElhone, "Californication"), Vorstandschefin des kommerziellen Raumfahrtkonzerns Vista, mit den Angehörigen der Astronauten den geglückten Start feiern wollte. Professionell und sensibel zugleich übernimmt der Überlebende das Ruder, tröstet die am Boden zerstörten Lebenspartner und Verwandten seiner Kollegen, während Ingram sich schwer tut, den richtigen Ton zu treffen. Einmal mehr bewährt er sich damit als echte Führungspersönlichkeit. Die zweite Episode beschäftigt sich vor allem mit der Ursachenforschung der Katastrophe sowie den politischen Bemühungen, US-Kongress und Öffentlichkeit von der Sinnhaftigkeit einer Nachfolgemission zu überzeugen. Daneben geraten die privaten Probleme Hagertys stärker in den Fokus, repräsentiert vor allem durch seine schon erwachsene Tochter Denise (Anna Jacoby-Heron, "Finding Carter"), die nach längerer Zeit plötzlich wieder vor seiner Haustür steht und einziehen will.
Durchsetzungsstark, kühl ... skrupellos? Industiemagnatin Laz Ingram (Natascha McElhone)
Sind schon die beiden ersten Folgen nicht allzu spannend geraten, fragt man sich spätestens während der dritten, worum es den Serienmachern eigentlich geht. Die technischen Aspekte des Flugs zum Mars scheinen Serienschöpfer Beau Willimon ("House of Cards") und sein Autorenteam jedenfalls nicht wirklich zu interessieren. Stattdessen wird "The First" nun völlig zum drögen Familiendrama, bei dem letztlich egal ist, ob die Hauptprotagonisten zum Mars fliegen oder lediglich in ihrem Bürojob befördert werden wollen: Toms Tochter hatte ein Drogenproblem, weswegen er sauer wird, als er sie mit Alkohol (und einem neuen Lover) erwischt. Ursache für das Unglücklichsein von Tochter und Vater scheint hauptsächlich der frühe Tod der Mutter zu sein, die in späteren Folgen in Form von Melissa George noch in Rückblenden auftauchen wird. So weit, so ausgelutscht. Folge 3 führt auf einen Schlag auch noch vier neue Hauptfiguren ein, nämlich die neuen Astronauten der Providence 2-Mission. Auch die haben so ihre Sorgen, Aiko Hakari (Keiko Agena, "Gilmore Girls") etwa eine demenzkranke Mutter.

Was für ein verschenktes Potential. Statt kühner Reisen zu fernen Planeten, wie im Vorfeld versprochen, servieren uns die Autoren quälend langatmige und furchtbar unispirierte Dialoge über zurückliegende Drogenprobleme und längst verstorbene Ehefrauen. Die Figuren bleiben dabei so blass, dass auch ein Spitzenschauspieler wie Sean Penn mit seinem inzwischen reichlich verknautschten Gesicht dem Helden keine Individualität verleihen kann. Natascha McElhone darf einmal mehr die kühle Blonde geben, die hier mehr an ihrem persönlichen Erfolg interessiert scheint als an der körperlichen Unversehrtheit ihrer Untergebenen. So wie sich Willimon bei "House of Cards" nicht besonders für Politik interessierte, dient ihm auch das Raumfahrtthema letztlich nur als Aufhänger für ein Charakterdrama, das aber leider weder faszinierende oder wenigstens zur Identifikation einladende Charaktere noch Dramatik zu bieten hat.

Die andere Frau in Hagertys Leben: Seine Tochter Denise (Anna Jacoby-Heron)
"The First" wird dadurch zu einem weiteren Vertreter jener zeitgenössischen Serien, die denken, es reiche schon, teure Stars zu engagieren, ein großes Budget aufzutreiben und die dürftige Handlung besonders langsam zu inszenieren (Regie der beiden Auftaktfolgen: Agnieszka Holland, "The Wire", und auch schon bei "House of Cards" aktiv), um dem Label "Qualitätsserie" gerecht zu werden. Sicher, das sieht alles gut aus, ist ansprechend gefilmt und beleuchtet. Aber für wen wird so eine Serie produziert? Die meisten Science-Fiction-Fans werden ebenso enttäuscht sein wie die Freunde anspruchsvoller Dramaserien. Dann doch lieber noch mal "Solaris" gucken (meinetwegen selbst die glattgebügelte US-Neuverfilmung, in der sogar Natascha McElhone die weibliche Hauptrolle spielte), denn Stanislaw Lem hat mit seiner Romanvorlage ungleich besser gezeigt, wie sich Reisen in unbekannte Welten und die Verarbeitung menschlicher Traumata (tote Ehefrau!) zu einem philosophischen Ganzen verbinden lassen.


Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten drei Episoden der Serie "The First".

Meine Wertung: 2.5/5

Marcus Kirzynowski
© Alle Bilder: Hulu/Paul Schrimaldi

Der amerikanische Streamingdienst Hulu hat die achtteilige erste Staffel von "The First" in den USA am 14. September 2018 veröffentlicht, in Großbritannien wird Channel 4 die Serie ausstrahlen. Ein deutsche Senderheimat ist noch nicht bekannt.


Trailer zu "The First"


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Leserkommentare

  • Romplayer schrieb am 30.09.2018, 10.48 Uhr:
    RomplayerInteressant. In dieser Kritik wird kein einziges gutes Wort zur Serie gesagt, außer dass der Anfang gelungen ist.
    Und dann stehen am Ende... 2,5 von 5 Sternen.
    Also die Bewertung hätte ich gerne noch erklärt bekommen vom Autor! Wenn man nichts an der Serie gut findet (oder zumindest nichts davon in seine Kritik schreibt), dann sollte man nicht mehr als 2 Sterne geben.
 

Über den Autor

  • Marcus Kirzynowski
Marcus Kirzynowski ist Düsseldorfer Journalist und Serienfreund; wuchs mit "Ein Colt für alle Fälle", "Dallas" und "L.A. Law" auf; Traumarbeitgeber: Fisher & Sons, County General Notaufnahme; die Jobs auf dem Battlestar Galactica und im West Wing wären ihm hingegen zu stressig; Wunschwohnort: Cicely, Alaska. Schreibt über amerikanische und europäische TV-Serien sowie andere Kultur- und Medienthemen, u.a. für TV Wunschliste und sein eigenes Online-Magazin Fortsetzung.tv.