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ZDFneo-Talkshow überzeugt mit starker Moderatorin und Experimentierfreude
Laura Karasek ist "Zart am Limit"
ZDF/Steffen Matthes
TV-Kritik/Review: Versteckte TV-Perlen: "Laura Karasek - Zart am Limit"/ZDF/Steffen Matthes

In unregelmäßigen Abständen wollen wir auf kleine TV-Perlen hinweisen, die meist an den Rändern des Programms versteckt sind und (zu) wenig Aufmerksamkeit erhalten. Im Sommer 2019 wurde Nachwuchs-Moderatorin Laura Karasek von ZDFneo erstmals auf Sendung geschickt. Aktuell läuft die zweite Staffel ihrer Talkshow  "Laura Karasek - Zart am Limit" immer am späten Donnerstagabend um 22.45 Uhr - und die ist aus mehreren Gründen einen Blick wert.

Die Sendung will gezielt vor allem die 30- bis 40-Jährigen ansprechen, die sich in der "Rush Hour" des Lebens befinden. Jede Ausgabe widmet sich einem übergeordneten gesellschaftspolitischen oder popkulturellen Thema, das in der Lebenswelt vieler junger Menschen eine Rolle spielt. Hierzu lädt sich Laura Karasek drei Gäste ein, die zu dem jeweiligen Thema aus unterschiedlichen Aspekten etwas zu sagen haben. So sprach die Gastgeberin in der ersten Staffel unter anderem mit dem Deutschrapper MC Bogy und der lesbischen Comedienne Tahnee Schaffarczyk über Klischees und Schubladendenken. In anderen Folgen ging es unter anderem um Alltagsrassismus, Schönheitsbilder, Konsum als Lifestyle und Geschlechterrollen.

Laura Karasek mit ihren Gästen an der Bar
Laura Karasek mit ihren Gästen an der BarZDF/Steffen Matthes

So weit so unspektakulär. Doch es würde der Sendung "Zart am Limit" nicht gerecht werden, sie als reine Talkshow abzustempeln. Sie ist mehr als das. Es ist wirklich bemerkenswert, wie viel Arbeit und Herzblut das Team von SEO Entertainment in die Produktion steckt. Zur zweiten Staffel wurde diesbezüglich noch eine Schippe draufgelegt. Im Vorfeld wurden zahlreiche Einspielfilme gedreht, die das jeweilige Thema aufgreifen und aus humorvoller oder informativer Perspektive beleuchten. Jeder Talkgast stellt sich zudem vor der Sendung in einer Verhörsituation persönlichen Fragen von Laura Karasek. Diese werden immer wieder an passenden Stellen in die Talkshow geschnitten.

Ungewöhnlich ist auch die Location: Produziert wird die Sendung nicht in einem klassischen TV-Studio, sondern in einer stylischen Halle des Kunstvereins Familie Montez in Frankfurt. Zu Beginn jeder Ausgabe begrüßt Laura Karasek ihre Gäste an der Bar, bevor sie zum ausführlicheren Talk in die Sitzecke wechseln. Zur Auflockerung müssen sich die Gäste zwischendurch Spielen stellen, die in ihrer Albernheit an alte  "Zimmer frei!"-Zeiten erinnern. Die Macher haben sich also ganz schön viel vorgenommen in den nur 45 Minuten Netto-Sendezeit, die ihnen zur Verfügung stehen - und das wohlgemerkt unter den schwierigen Corona-Bedingungen.

ZDF/Steffen Matthes

Die Show besitzt hohes Tempo, ist äußerst kurzweilig und abwechslungsreich. Meist gelingt es, die Balance zu halten, teilweise wirkt die Sendung aber auch etwas zu überladen. Es würde nicht schaden, auf das eine oder andere Spiel zu verzichten, um den eigentlichen Kern des Formats nicht aus den Augen zu verlieren. Denn das intensive Gespräch ist eine große Stärke von Laura Karasek. Obwohl die gelernte Anwältin und Schriftstellerin erst seit vergleichsweise kurzer Zeit im Fernsehen tätig ist, beherrscht sie die Kunst, eine angenehme Talkatmosphäre zu schaffen, kluge Fragen zu stellen und ihren Gästen zuzuhören, ohne sich selbst in den Vordergrund zu spielen.

Besonders sehenswert ist die jüngste Ausgabe der Sendung, in der es um das Thema "Glück" geht. Mit YouTuberin Joyce Ilg, Schauspieler Tom Beck und Moderatorin Laura Wontorra will Laura Karasek herausfinden, was wirklich glücklich macht. Ist es eine Beziehung, eigene Kinder, viele Follower auf Instagram - oder zählen am Ende ganz andere Dinge? Was die Gäste nicht wissen: Alle erhalten im Verlauf der Sendung eine Überraschung, die ihnen einen persönlichen Glücksmoment verschaffen soll.

Laura Karasek (r.) mit ihren Gästen Joyce Ilg (l.), Laura Wontorra und Tom Beck
Laura Karasek (r.) mit ihren Gästen Joyce Ilg (l.), Laura Wontorra und Tom BeckZDF/Steffen Matthes

In einem vorproduzierten Einspielfilm begegnet Laura Karasek außerdem Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten und bittet sie, einen Brief an jemanden zu schreiben, der sie besonders glücklich macht. Danach werden sie von der Moderatorin damit überrascht, dass die jeweilige Person am Telefon ist, der sie somit ihren Brief persönlich vorlesen können. Ein Teilnehmer mit einer sehr nahegehenden Geschichte befindet sich während der Aufzeichnung im Publikum. Für ihn hat Karasek eine besondere Überraschung: Der Notarzt, der ihm damals bei einem schweren Unfall das Leben gerettet hat, wurde ausfindig gemacht und es kommt zu einem unerwarteten Wiedersehen, das alle Beteiligten emotional mitnimmt. Da ist selbst Karaseks chronisch mies gelaunte Freundin Evelyn Weigert zu Tränen gerührt, deren Reaktionen als "Zuschauerin" vom heimischen Sofa aus immer wieder während der Sendung zwischengeschnitten werden.

Überhaupt gelingt es der Sendung auf bemerkenswerte Weise, in nur 45 Minuten die unterschiedlichsten Gefühle beim Zuschauen hervorzurufen. Nach berührenden Momenten wird in den Spielspaß-Modus gewechselt, wenn Tom Beck mit Glückskeksen im Mund Lieder singen soll, die von den anderen erraten werden sollen, oder wenn die Gäste im Finale der Show in von Laura Karasek ersteigerten Koffern stöbern. Von Mitgefühl, Freude, Empathie bis hin zu Häme wird die große Klaviatur der Emotionen gespielt. Ich habe so viel Liebe und Kraft da reingeballert, sagt Karasek selbst. Alle Beteiligten sollen in der Sendung vor Freude geweint haben.

Das abschließende Koffer-Spiel
Das abschließende Koffer-SpielZDF/Steffen Matthes

"Laura Karasek - Zart am Limit" ist derzeit eines der leider nur noch wenigen Glanzlichter im ziemlich eintönig gewordenen Krimi-Recyclingprogramm von ZDFneo. Die Moderatorin und ihr Team legen in der Sendung eine Experimentierfreude an den Tag, die an die innovativen Anfangsjahre des Digitalkanals erinnert - und sich daher die Auszeichnung als "Versteckte TV-Perle" redlich verdient haben.

Die jeweils aktuelle Folge wird immer donnerstags um 22.45 Uhr bei ZDFneo erstausgestrahlt und liegt bereits ab 10 Uhr in der ZDFmediathek auf Abruf bereit. Parallel wird zur Sendung auch ein wöchentlicher Audio-Podcast produziert.

Im ausführlichen Interview mit TV Wunschliste-Redaktur Glenn Riedmeier erläuterte Laura Karasek vor kurzer Zeit, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die Produktion hatte und ob es einen Druck auf sie ausübt, auf dem ehemaligen Sendeplatz von Jan Böhmermann zu senden. Außerdem erörtert sie ausführlich, woran es ihrer Ansicht nach liegt, dass nur so wenige Frauen in der deutschen TV-Unterhaltungslandschaft zu sehen sind.


 

Über den Autor

  • Glenn Riedmeier
Glenn Riedmeier ist Jahrgang '85 und gehört zu der Generation, die in ihrer Kindheit am Wochenende früh aufgestanden ist, um stundenlang die Cartoonblöcke der Privatsender zu gucken. "Bim Bam Bino", "Vampy" und der "Li-La-Launebär" waren ständige Begleiter zwischen den "Schlümpfen", "Familie Feuerstein" und "Bugs Bunny". Die Leidenschaft für animierte Serien ist bis heute erhalten geblieben, zusätzlich begeistert er sich für Gameshows wie z.B. "Ruck Zuck" oder "Kaum zu glauben!". Auch für Realityshows wie den Klassiker "Big Brother" hat er eine Ader, doch am meisten schlägt sein Herz für Comedyformate wie "Die Harald Schmidt Show" und "PussyTerror TV", hält diesbezüglich aber auch die Augen in Österreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten offen. Im Serienbereich begeistern ihn Sitcomklassiker wie "Eine schrecklich nette Familie" und "Roseanne", aber auch schräge Mysteryserien wie "Twin Peaks" und "Orphan Black". Seit Anfang 2013 ist er bei TV Wunschliste vorrangig für den nationalen Bereich zuständig und schreibt News und TV-Kritiken, führt Interviews und veröffentlicht Specials.

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Leserkommentare

  • User 1444810 schrieb am 07.11.2020, 18.29 Uhr:
    Aha, gibt es hier eine Zensur, wenn man schreibt, daß die Sendung langweilig ist? Warum ist mein Posting verschwunden?
 

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