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TV-Kritik/Review: Fear the Walking Dead
(07.09.2015)

Vom Menschen jedenfalls ist in
Anders als die Comic-Adaption "The Walking Dead" (TWD), die anfänglich vom Kinoregisseur Frank Darabont in Serienform gebracht wurde, ist das Prequel (trotz fehlender Vorlage) vom Comic-Autor Robert Kirkman höchstselbst konzipiert worden - in Kooperation mit

Die mehr als einstündige Pilotepisode (wie auch die nächsten beiden Folgen inszeniert von Serien-Routinier Adam Davidson) nimmt sich viel, manchmal zu viel Zeit dafür, diese Familie vorzustellen - mitunter kommt das arg zäh daher. Zombieszenen im klassischen Sinn gibt es nur zwei. Stattdessen weht, forciert durch den getragenen, aber hörenswerten Score von Trent-Reznor-Kollaborateur Atticus Ross, eine diffuse Melancholie durch die Szenen: Die Ahnung der (wie TWD-Seher wissen) unausweichlichen Apokalypse ist diesem Prequel vom ersten Bild und Ton an eingeschrieben. Stilistisch-atmosphärisch gleichen die ersten Episoden einem US-amerikanischen Indie-Problemfilm.
Junkie Nick ist denn auch der erste, der einer Untoten begegnet. Im güldenen Licht, das durch die Fenster einer als Drogenhöhle dienenden Kirche fällt, erwacht er aus unruhigen Herointräumen und findet seine Freundin zu einem Zombie verwandelt: Gloria verspeist jemand anderen. Nick flieht und wird auf der Straße von einem Auto angefahren. Im Krankenhaus glaubt dem Bedröhnten niemand, die Zombie-Begegnung wird (wie in einem Verschwörungsthriller) als Halluzination abgetan. Den nächsten Wiedergänger, Nicks Dealer, bekommen auch Travis und Madison zu Gesicht, doch sie schauen eher bedröppelt als schockiert drein. Dabei bricht hier ein dunkles Zeitalter herein! Vorahnungen gibt es genug: Rüstet sich einer von Madisons Schützlingen, ein dicklicher, gemobbter Schüler namens Tobias, nicht längst für den Weltuntergang? Und scheinen die Medien, scheint die Polizei, scheint die Regierung nicht schon mehr zu wissen als der Rest der Welt? Eine aggressive Form der Grippe sei unterwegs, wird verlautbart. Am Ende der etwas lahmen Pilotepisode stehen die Wege offen: Wird "Fear the Walking Dead" das Zombie-Sujet in Form eines Epidemiethrillers erzählen und sich einen Spannungsspaß daraus machen, mit Ansteckungsparanoia und Infektionspanik zu hantieren? Folgt danach das Survival-Drama, wenn es die Menschen zuhauf dahinrafft und die Last Men Standing um ihr Überleben kämpfen in einer zunehmend funktionsgestörten Welt, in der es weder Strom noch fließend Wasser mehr gibt?
Die zweite Episode geht spürbar in diese Richtung. Noch dazu spaltet sie die Protagonisten in zwei Gruppen. Travis landet mit Liza und Chris im verrammelten Ladengeschäft des alten Kaufmanns Daniel Salazar (gespielt vom panamaischen Salsa-Sänger und Schauspieler Rubén Blades) und seiner Tochter Ofelia (Mercedes Mason,
Irgendwann bröckelt dann die Familienserienthese. Das doppelte Verschanzungsszenario am Ende der zweiten Episode erinnert viel eher an übliche Zombiefilmdramaturgien - und auch schon zuvor wird die Horrorschraube krfätig angezogen. Machte sich Regisseur Davidson in der ersten Folge noch einen Spaß daraus, Inszenierungsstandards aus TWD bloß zu zitieren (indem er etwa, von spannender Musik begleitet, auf den Hinterkopf einer Figur zoomt, die sich, wenn sie sich plötzlich umdreht, überraschenderweise nicht als zombifiziert erweist), wird in der zweiten Folge schon mit Untoten gerungen und dem Nachbarn im Vorgarten beim Jagen der eigenen Ehefrau zugesehen. Das ist vertrautes Gelände für "Walking Dead"-Fans - und kein hinreichender Grund für eine neue Serie. Interessanter ist da schon die quasi-dokumentarische, durch News- und Footage-Aufnahmen gestützte und an Steven Soderberghs Seuchenthriller "Contagion" erinnernde Inszenierung der "Riots", die in Los Angeles ausbrechen, sobald sich die Lage verkompliziert: Als die Polizei die ersten "Walker" auf offener Straße erschießt, halten Passanten das für rassistische Übergriffe. Es kommt zu Ausschreitungen und Plünderungen. Das sind Szenen, die sicher nicht von ungefähr an jüngere Nachrichtenbilder aus Ferguson und anderswo erinnern und mal wieder verdeutlichen, dass das Zombie-Genre am effektivsten ist, wenn es metaphorisch an Realitäten andockt. Sollte dieser Aspekt von "Fear the Walking Dead" weiter in den Mittelpunkt gerückt werden, könnte also wesentlich mehr aus dieser Serie werden als ein solide gemachtes Prequel, das nur dazu da ist, um mehr Rendite aus einer Marke zu quetschen.
Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten beiden Episoden der Serie.
Gian-Philip Andreas
© Alle Bilder: AMC Studios
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