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TV-Kritik/Review: "Zeit der Geheimnisse": Top besetzte Weihnachts-Edelsoap lockt ganz neue Netflix-Zielgruppen an
von Gian-Philip Andreas(20.11.2019)

Wer glaubte, deutschsprachige Netflix-Serien müssten sich mit ihren rätselhaften Zeitreisen (
Dass Netflix versucht, neue Zuschauerinnen ins gemütlich auf nicht allzu hohen Wellen wogende Binge-Boot zu holen, ist verständlich. Die Generation 45+ hält sich zum Stillen ihres Entertainmenthungers noch überwiegend ans vorgegebene Programm des linearen Fernsehens, und sie endlich ebenfalls "herüberzulocken" in die Algorithmenwelt der Streamer, ist eine zentrale Herausforderung von Netflix und Co. Und wenn sie das mit Produktionen tun, die die Messlatten deutscher Fernsehdramen schon qua ihrer Top-Besetzung locker überspringen: Warum nicht?
Größere Vorwürfe kann man "Zeit der Geheimnisse" nicht machen, sofern man das Ganze als knapp zweistündigen, zielgruppenbewusst entwickelten Film betrachtet, der nur mittels zweier mitteltemperierter Cliffhanger in drei kurze Episoden unterteilt wurde. Autorin Katharina Eyssen (
Regisseurin Samira Radsi (

Der Plot selbst ist, vom Ende her betrachtet, so aufregend nicht. Interessant ist eher die zeitliche Dreigleisigkeit, mittels derer Eyssen ihn ablaufen lässt. Aus der Gegenwart, in der am Weihnachtsfest die "Geheimnisse" aufgedeckt werden, blendet sie immer wieder zurück zu den Weihnachtsfesten im Wendejahr 1989 und dann 2004, an denen sich die Familie ebenfalls im Nordseehaus traf und dort ebenfalls einschneidende Erlebnisse machte. Diese Erlebnisse werden nach und nach enthüllt, was der Miniserie einen dezenten Krimi-Touch verleiht - ehe es in der dritten Episode dann kurz mal rund geht.

Die drei Zeitebenen bringen es mit sich, dass die Protagonistinnen und Nebenfiguren von unterschiedlichen Schauspielerinnen und Schauspielern verkörpert werden; man muss sich also schon ein wenig hineinsehen in diese Story, um da bei den Verwandtschaftsverhältnissen nicht den Überblick zu verlieren. Das Casting behält auch dabei seine Qualität. Die junge Sonja etwa wird von Emilie Neumeister (gerade im Kino mit

Grundsätzlich präsentiert sich "Zeit der Geheimnisse" als Remix gängiger Melodramversatzstücke mit zahlreichen Figurentypen, die man so ähnlich schon x-mal gesehen hat: die skurrile Haushaltshilfe vom Balkan, die mit Eva alt geworden ist; die demente Uroma (Barbara Nüsse mit schön trockenen Onelinern); der vom Krieg psychisch zerstörte, verbitterte Großvater; der gütige Gänsehändler (Thilo Prothmann aus
Auch Sonja, die gegen die (schon im Vorspann zeichnerisch visualisierten) tiefen Verwurzelungen der Familie früh rebellierte, erst mit einem Terroristen (Merlin Rose aus

Selbst in die Fluchtgeschichte aus Evas Kindheit blendet der Dreiteiler zurück: Insgesamt ist es gewiss etwas zu viel Stoff, der hier in die vielleicht 110 Minuten Spielzeit gedrückt wird. Am Ende türmen sich die Schnulzenmotive um verfehlte Partner- und vermeintliche Elternschaften nur so aufeinander. Das raubt den einzelnen Geschichten der vier so sorgfältig gespielten Protagonistinnen den nötigen Raum zur Entfaltung, weshalb es manches Mal den Anschein hat, als würde der "große Atem" der Geschichte erst noch durchs Annette Focks' routiniert stimmungsvolles Geklimper und Gezupfe auf dem Soundtrack und jede Menge ausstattungstechnische Strickmützenbehaglichkeit beglaubigt werden müssen. Einen Voiceover, in dem viel esoterischer Edelkitsch vom "Wiedereinswerden mit dem Meer" umhergeraunt wird, gibt es zwangsläufig auch. Wahrscheinlich aber sind dies bloß die Standards herkömmlicher Unter-jedem-Dach-ein-Ach-Dramaturgien - und die scheint es zu brauchen, um die anvisierte Zielgruppe anzulocken. Tante Gisela demnächst bei Netflix? Diese drei sorgfältig produzierten Folgen könnten das schaffen.
Dieser Text basiert auf der Sichtung der kompletten Miniserie "Zeit der Geheimnisse".
Gian-Philip Andreas
© Alle Bilder: Netflix/Nik Konietzny/Katalin Vermes
Die dreiteilige Miniserie "Zeit der Geheimnisse" ist von Netflix am 20. November 2019 veröffentlicht worden.
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