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Große deutsche Schauspielerin wurde 76 Jahre alt
Hannelore Elsner
Bild: SWR/Telekult
Hannelore Elsner ist tot - Sender ändern Programm/Bild: SWR/Telekult

Traurige Nachricht: Hannelore Elsner ist tot. Die Grande Dame des deutschen Schauspiels ist am Wochenende im Alter von 76 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. "Als Anwälte der Familie von Hannelore Elsner haben wir die traurige Pflicht, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass Hannelore Elsner überraschend schwer erkrankt und am Ostersonntag friedlich eingeschlafen ist", bestätigte der Familienanwalt Dr. Matthias Prinz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Aus Respekt vor der Privatsphäre der Familie wolle man keine Stellung zu weiteren Details nehmen.

Hannelore Elsner wurde am 26. Juli 1942 im bayerischen Burghausen geboren und wuchs in München auf. Dort absolvierte sie eine Schauspielausbildung und begann anschließend, an Theatern in München und Berlin zu spielen. Als 17-Jährige gab sie bereits 1959 ihr Filmdebüt und spielte an der Seite von Freddy Quinn in "Freddy unter fremden Sternen". 1962 wirkte sie in dem beliebten Volksstück "Tante Jutta aus Kalkutta" am Kölner Millowitsch-Theater mit. 1966 war sie in Dieter Giesings Inszenierung von Sławomir Mrożeks "Tango" als erste Nackte an den Kammerspielen zu sehen. Ihren Sexappeal setzte Elsner auch in eher seichten Unterhaltungsfilmen ein und spielte etwa an der Seite von Peter Alexander in "Die Lümmel von der ersten Bank II - Zum Teufel mit der Penne" und mit Beppo Brem in "Allotria in Zell am See" mit.

In den 1960er Jahren begann Elsner, in diversen Fernsehserien mitzuspielen, darunter in der Krimiserie "Das Kriminalmuseum". 1973 war sie als erste westliche Darstellerin in einem DEFA-Film, "Aus dem Leben eines Taugenichts", zu sehen. Von 1983 bis 1997 spielte sie in diversen Episoden des ARD-Krimidauerbrenners "Tatort" mit. In der Folge "Peggy hat Angst" aus dem Jahr 1983 verkörperte sie die Titelfigur Peggy Karoly. In großer Erinnerung bleibt Hannelore Elsner auch für ihre Rolle der Kriminalhauptkommissarin Lea Sommer in der ARD-Serie "Die Kommissarin". Insgesamt 66 Folgen wurden zwischen 1994 und 2006 produziert. 1995 erhielt sie dafür den Telestar als "Beste Darstellerin in einer Serie".

Anfang der 2000er Jahre kehrte Elsner auf die Kinoleinwand zurück und landete mit fast 60 Jahren in Oskar Roehlers Filmdrama "Die Unberührbare" ihren endgültigen Durchbruch. Für ihre Darstellung der suizidgefährdeten Schriftstellerin Hanna Flanders wurde sie von der Fachpresse gefeiert und mit dem Deutschen Filmpreis, dem Deutschen Kritikerpreis und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. 2003 erhielt sie für ihre Rolle in Oliver Hirschbiegels "Mein letzter Film" erneut den Deutschen Filmpreis. Es folgten zahlreiche weitere Engagements, darunter die Komödie "Alles auf Zucker!", die Dostojewski-Romanverfilmung "Die Spielerin" und das Drama "Kirschblüten - Hanami". Von 2010 bis 2013 verkörperte sie Direktorin Theobald in den "Hanni & Nanni"-Verfilmungen.

Ob unberührbare Diva, berührende Ehefrau oder störrische Kratzbürste - Hannelore Elsner verlieh ihren Rollen stets eine unverwechselbare Sinnlichkeit. Zuletzt war sie im Herbst 2018 in der Gesellschaftssatire "Der große Rudolph" als Mutter von Rudolph Moshammer zu sehen. An der Seite von Jutta Speidel und Uschi Glas stand sie im vergangenen Jahr für die noch ungesendete ARD-Komödie "Club der einsamen Herzen" vor der Kamera (TV Wunschliste berichtete). Noch im März wirkte sie bei Dreharbeiten zur Tragikomödie "Lang lebe die Königin" mit. In der ARD-Produktion sollte sie in einer Hauptrolle eine erfolgreiche Moderatorin spielen, die auf eine Spenderniere wartet. Das Ende der Dreharbeiten erlebte Elsner nicht mehr.

Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin arbeitete Hannelore Elsner auch als Synchronsprecherin und lieh beispielsweise Liza Minnelli (u. a. in "Cabaret" und "Pookie - Die ruhelose Geliebte") und Fanny Ardant ("Acht Frauen") ihre Stimme. Darüber hinaus hielt sie auch Lesungen und sprach in Hörbüchern. In einem Förderverein engagierte sie sich gegen das Vergessen des Holocaust. 1997 wurde Elsner der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen, für ihr Engagement gegen Aids erhielt sie 2005 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. 2006 wurde sie mit dem Bayerischen Fernsehpreis für ihr Lebenswerk geehrt. 2011 wurde ihre Autobiographie "Im Überschwang: Aus meinem Leben" veröffentlicht, in dem Elsner ausführlich über ihr Aufwachsen in der bayerischen Provinz erzählte. Elsner hinterlässt einen gemeinsamen Sohn mit dem Regisseur Dieter Wedel.

Martin Moszkowicz, Vorstandsvorsitzender der Constantin Film: "Hannelore Elsner hat die deutsche Kino- und Fernsehwelt geprägt wie keine andere. Der deutsche Film ist nun ärmer. Wir verneigen uns vor der Leistung dieser großen Schauspielerin. Wir verlieren eine Freundin. Unsere Gedanken und Gebete sind bei ihren Angehörigen."

Doris Dörrie, Autorin und Regisseurin: "Für mich war Hannelore Elsner eine große Abenteuerin, die sich mit Neugier, Hingabe und Tapferkeit in jede Rolle und in ihr Leben gestürzt hat. Ich werde sie sehr vermissen."

Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen: "Sie hat Film- und Fernsehgeschichte geschrieben: Über zwölf Jahre war Hannelore Elsner 'Die Kommissarin' in der Mainmetropole Frankfurt und kreierte den neuen Typus der Ermittlerin in Lederjacke. Ihre Lebensrolle aber war sicherlich die der Schriftstellerin Hanna Flanders in Oskar Roehlers Kinofilm 'Die Unberührbare', mit der sie auch internationales Aufsehen erregte. Bis zuletzt stand sie für Das Erste vor der Kamera. Wir verlieren eine Ausnahme-Schauspielerin, die sich für ihre Rollen beispiellos einsetzte, eine mutige und sensible Charakterdarstellerin ersten Ranges."

UPDATE:
Zu Ehren von Hannelore Elsner ändern einige Sender ihr Programm. Das BR Fernsehen wiederholt am Dienstag, 23. April, um 20.15 Uhr die "Tatort"-Folge "Schicki-Micki" aus dem Jahr 1985. Das ZDF nimmt aus gegebenem Anlass am Dienstagabend um 21.45 Uhr das tragikomische Roadmovie "Ferien vom Leben" aus dem Jahr 2017 ins Programm. Das Erste zeigt um 23.00 Uhr den Film "Alles auf Zucker!". Am Mittwoch, 24. April, zeigt das BR Fernsehen den Fernsehfilm "Alles Liebe". Am Freitag, 26. April, wird im ZDF um 0 Uhr außerdem der Film "Ein großer Aufbruch" ins Programm genommen.

2. UPDATE:
Das NDR Fernsehen ändert am Donnerstag, 25. April, sein Programm und zeigt um 22.00 Uhr die Komödie "Die Diva, Thailand und wir!"., gefolgt von den den "NDR Talk Show Classics" mit diversen Auftritten von Hannelore Elsner um 23.30 Uhr. Danach wird um 0 Uhr der Film "Die Spielerin" gezeigt. Im SWR Fernsehen ist am Sonntag, 28. April, um 13 Uhr der zweiteilige Fernsehfilm "Der letzte Patriarch" aus dem Jahr 2010 zu sehen, in dem Elsner an der Seite von Mario Adorf spielte.


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Leserkommentare

  • Stefan_G schrieb am 27.04.2019, 18.31 Uhr:
    Stefan_G@kvasek: Was, ehrlich? So alt schon?
    Na ja, wenn Du's sagst...
  • kvasek schrieb am 26.04.2019, 19.21 Uhr:
    kvasekStefan_G - Johannes Heesters starb 108jährig!
  • kaztenkreis schrieb am 26.04.2019, 17.39 Uhr:
    kaztenkreisHeute Abend in der ARD um 22 Uhr wird der Tatort "Die Kommissarin - Gefährliche Übertragung" gezeigt.
  • User 1333157 schrieb am 25.04.2019, 08.47 Uhr:
    User 1333157sie war eine großartige schauspielerin 76 jahre noch zu jung die bühne zu verlassen
  • Stefan_G schrieb am 24.04.2019, 18.52 Uhr:
    Stefan_G@Tom_Cat: Johannes Heesters ist sogar noch 103 Jahre alt geworden. Das nur mal zum Vergleich...
  • Tom_Cat schrieb am 24.04.2019, 00.57 Uhr:
    Tom_Cat@Stefan_G:
    Was ist den n heutzutage ein Alter? Sorry, aber so etwas verrücktes liest man nicht alle Tage.
    Viele Menschen werden noch nicht mal 70 und sterben an Alterskrankheiten.
    Mich überrascht es lediglich ein wenig, weil Sie auch mit 76 noch recht frisch, gut aussehend wirkte.
  • mynameistv schrieb am 23.04.2019, 22.56 Uhr:
    mynameistvDas deutsche Fernsehen ist um ein Stück niveauloser geworden ohne Hannelore.
  • Stefan_G schrieb am 23.04.2019, 22.56 Uhr:
    Stefan_GDas hat mich jetzt ein bischen überrascht!
    Auf der Suche in der rbb-Mediathek über die Serie "McMafia" bin ich - mehr oder weniger - durch einen Zufall darauf gestoßen, dass Hannelore Elsner so plötzlich verstarb am Ostersonntag.
    Aber mit 76 - das ist heutzutage ja kein Alter mehr.
    Um alle Filme aufzuzählen, in denen sie mitgewirkt hatte, würden Stunden vergehen.
    In Erinnerung geblieben ist sie mir u.a. in derr Rrolle als Ehefrau neben Henry Hübchen im Film "Alles auf Zucker!".
    Immer mehr Prominente sterben jetzt so langsam weg...