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NDR-Doku beleuchtet die Geschichte des "Hollywoods im Norden"
Gyula Trebitsch, der Gründer von Studio Hamburg, im Jahr 1994
imago/United Archives
Heimat von "Rote Rosen" und "Großstadtrevier": Studio Hamburg wird 75 Jahre alt/imago/United Archives

Fernsehfans kennen das Logo und den Namen aus den Abspännen zahlreicher Kultserien. Im Studio Hamburg entstehen seit mittlerweile 75 Jahren Produktionen, die von Millionen von Zuschauern gesehen werden. Die facettenreiche Geschichte des Studios in Hamburg-Tonndorf beleuchtet die neue NDR-Doku "Wie Hollywood in den Norden kam". Auch ein Blick hinter die Kulissen der ARD-Erfolgsserien  "Großstadtrevier" und  "Rote Rosen" darf dabei nicht fehlen. Ausgestrahlt wird die Doku im Rahmen der Reihe  "Unsere Geschichte" im NDR Fernsehen am 3. Oktober um 15.15 Uhr.

Es war ein kühner Plan, mit dem zwei Überlebende des Holocaust das deutsche Kino nur zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs aufmischen wollten. Gyula Trebitsch und Walter Koppel hofften, abseits von der aufkommenden Heimatwelle realitätsnahe Geschichten erzählen zu können. So begründeten sie am 10. Januar 1947 die Real-Film GmbH, die als eine der ersten Produktionsfirmen überhaupt in der britischen Besatzungszone eine Lizenz erhielt.

Trebitsch und Koppel holten Filmstars in den Norden und begannen damit, ein Studiosystem nach dem Vorbild Hollywoods aufzbauen. Der erste dort produzierte Film war "Arche Nora", in dem zwei junge Leute auf einem Kahn eine schwangere Frau davon abhalten, Selbstmord zu begehen. Sie schaffen es schließlich, der Frau neuen Lebensmut für einen Neuanfang zu geben. Bei den ersten Produktionen wurde viel improvisiert, teilweise wurden die Nägel aus den alten Dekorationen gezogen, um sie für neue Szenen wiederzuverwenden.

Auf dem heutigen Gelände in Hamburg-Tonndorf wurde dann erstmals 1948 gedreht. Um eine angemietete alte Offiziersvilla herum entstanden schließlich Werkstätten, Garderoben und Ateliers. Bis heute entstanden mehr als 100 Filme auf dem Studiogelände. Zum größten Erfolg wurde dabei  "Der Hauptmann von Köpenick", der zehn Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer in die Kinos zog und schließlich sogar eine Oscar-Nominierung erhielt.

In den 1960er Jahren trennten sich dann die Wege von Walter Koppel, der weiterhin ausschließlich Kinofilme produzieren wollte, und Gyula Trebitsch, der auf das neue Medium Fernsehen setzte. So baute er das Gelände der Real-Film GmbH zum Studio Hamburg um, das bis heute eine der größten Film- und Fernsehproduktionsstätten des Landes ist.


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