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Legendärer Schlager- und Jazzsänger wurde 90 Jahre alt
Bill Ramsey (1931 - 2021)
ZDF/Screenshot
Musiker und Moderator Bill Ramsey gestorben/ZDF/Screenshot

Mit Evergreens wie "Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe" oder "Ohne Krimi geht die Mimi nicht ins Bett" hat Bill Ramsey für immer einen Platz in der deutschen Musikgeschichte. Nun ist der deutsch-amerikanische Jazz- und Schlagersänger, der auch als TV- und Radiomoderator tätig war, im Alter von 90 Jahren verstorben. Seine 78-jährige Ehefrau teilte der BILD-Zeitung mit, dass ihr Mann bereits am vergangenen Freitag (2. Juli) friedlich eingeschlafen ist.

William "Bill" McCreery Ramsey wurde am 17. April 1931 in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio geboren. Als Sohn einer Lehrerin und eines Werbemanagers sang er schon als Jugendlicher zu seinen Collegezeiten in einer Tanzband. Von 1949 bis 1951 studierte er an der Yale-Universität in New Haven Soziologie und Wirtschaft. Nebenbei entdeckte er Jazz-, Swing- und Bluesmusik für sich. Sein großes Vorbild war der Musiker Louis Jordan.

Als in den Vereinigten Staaten wegen des Koreakrieges die Wehrpflicht wieder eingeführt wurde, musste Bill Ramsey seinen Dienst bei der United States Air Force in Deutschland ableisten. Er trat in Army-Clubs auf und wurde im berühmt-berüchtigten Jazzkeller in Frankfurt am Main von einem Angestellten des Soldatensenders AFN entdeckt - und wenig später als Mitarbeiter im Bereich der GI-Betreuung engagiert. Ramsey wurde Chefproduzent und hatte dadurch mehr Zeit für Auftritte bei Festivals.

Mit Größen wie Ernst Mosch, Paul Kuhn, Kurt Edelhagen und James Last trat Bill Ramsey ab 1953 bei Jazzveranstaltungen auf. 1955 wurde ihm ein Auftritt beim Hessischen Rundfunk vermittelt. Dann wurde er für Playback-Aufnahmen für den Musikfilm  "Liebe, Tanz und 1000 Schlager" mit Peter Alexander und Caterina Valente verpflichtet.

1958 unterschrieb Bill Ramsey seinen ersten Plattenvertrag, der ihm von Produzent Heinz Gietz angeboten wurde. Noch im gleichen Jahr erschien seine erste Single mit Schlagersongs, die ihm einen ersten Achtungserfolg bescherten, dem zahlreiche weitere Verkaufserfolge folgen sollten. 1959 eroberte Ramsey mit "Souvenirs" die Spitze der deutschen Hitparaden. Zwei Jahre später gelang ihm mit "Pigalle (Die große Mausefalle)" der nächste Nummer-1-Hit.

Bill Ramsey wurde bald als "Mann mit der schwarzen Stimme" bezeichnet. Seine Veröffentlichungen in den 1950er- und 1960er-Jahren orientierten sich an anglo-amerikanischer Popmusik. So ist es auch kein Wunder, dass sich darunter zahlreiche deutschsprachige Coverversionen englischer Hits von den Beatles, Fats Domino, Elvis Presley oder auch Sheb Wooley befanden, etwa "Wumba-Tumba Schokoladeneisverkäufer". Ramseys eigene Titel wurden zunächst fast ausschließlich von Heinz Gietz komponiert. Zu diesen zählen auch Erfolge wie "Ein Student aus Heidelberg".

Ab der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre widmete sich Bill Ramsey wieder vorrangig Jazz und Blues und nahm überwiegend englischsprachige Lieder auf. Doch auch Operetten-, Musical- und Beattitel sowie eine LP mit Kinderliedern zählen zu seinem Repertoire. Auch in späteren Jahrzehnten trat Ramsey dennoch immer wieder als Schlagersänger auf.

Durch seine Popularität erhielt Ramsey regelmäßig Auftritte in Film und Fernsehen, zumeist als Sänger und in komischen Nebenrollen. Insgesamt spielte er in rund 30 Filmen mit, darunter  "Café Oriental",  "Maskenball bei Scotland Yard" oder  "Die Abenteuer des Grafen Bobby". Für den Film  "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" wurde nicht nur sein Hit verwendet, Ramsey war auch als Mimis Ehemann zu sehen. Darüber hinaus moderierte er in den 1970er- und 1980er-Jahren mehrere Musikformate im Fernsehen, wie  "Schlager für Schlappohren" (1971), den  "Talentschuppen" (1974 bis 1980) und die  "Show ohne Schuh'" (1973 bis 1982). Im Kinderprogramm präsentierte er  "Sing ein Lied mit Onkel Bill" und steuerte für  "Die Sendung mit der Maus" außerdem diverse Lieder bei. Ab Ende der 1980er Jahre präsentierte er bei hr2 Kultur außerdem die "Swingtime", eine der langlebigsten Hörfunksendungen der ARD. Am 1. März 2019 wurde jedoch die letzte Ausgabe gesendet, nachdem Ramsey die Moderation aus Altersgründen aufgab. Noch 2009 war er Synchronsprecher im Disney-Film  "Küss den Frosch" und lieh dem Alligator Louis seine Stimme.

Seit 1984 war Bill Ramsey deutscher Staatsbürger. Seit 1991 lebte er mit seiner vierten Ehefrau Petra in Hamburg, die auch seine Managerin war. Viele Jahre lehrte er als Dozent an der Hamburger Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. 2008 und 2009 ging er mit Max Greger und Hugo Strasser als "Swing-Legenden" auf Tournee und noch im hohen Alter stand er als Jazzinterpret auf der Bühne, etwa für ein Konzert zu seinem 85. Geburtstag im Hamburger St.-Pauli-Theater. Im Dezember 2016 absolvierte er einen seiner letzten TV-Auftritte in der  "Helene Fischer Show".


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Leserkommentare

  • Kaschi schrieb via tvforen.de am 07.07.2021, 01.31 Uhr:
    Zu "Sing ein Lied mit Onkel Bill" wirft die Suchfunktion des Bremer Weser-Kuriers 6 Sendedaten aus:
    ARD, Sonntag, 14.5.1967, 15.00 - 15.45 "Sing ein Lied mit Onkel Bill. Mit Volksliedern in den Frühling. Mitwirkende: die Kinder des Ungarischen Staatlichen Ballettinstituts, Bill Ramsey, Wencke Myrhe, Peter René Körner und Gerhard Frickhöffer"
    ARD, Sonnabend, 25.11.1967, 10.20 - 11-05 "Sing ein Lied mit Onkel Bill."
    ARD, Montag, 25.12.1967, 14.30 - 15.15 "Sing ein Lied mit Onkel Bill. Eine musikalische Reise in den Winter. Mit Bill Ramsey, Wencke Myrhe, Peter René Körner u. a. Regie: Arthur Maria Rabenalt und Max Diekhout."
    ARD, (Oster)Sonntag, 14.4.1968, 13.45 - 14.35 "Sing ein Lied mit Onkel Bill. Mit deutschen Volksliedern von Biberach nach Durlesbach (Wiederholung)."
    ARD, Sonnabend, 27.12.1969, 12.00 - 12.50 "Sing ein Lied mit Onkel Bill. Eine musikalische Reise in den Winter. Mit Bill Ramsey, Wencke Myrhe, Peter René Körner, Gerhard Frickhöffer u. a. Regie: Arthur Maria Rabenalt und Max Diekhout.
    ARD, Sonnabend, 4.4.1970, 10.30 - 11.15 "Sing ein Lied mit Onkel Bill."
    Allzu oft lief diese Kindersendung offenbar nicht, aber dafür auch mal zu Ostern oder zu Weihnachten.
    Bill Ramsey und Wencke Myrhe werden wohl so ziemlich alle hier kennen. Peter René Körner war der menschliche Partner in den diversen "Kasper und René"- Serien, Gerhard Frickhöffer wird vielleicht den Fans von "Percy Stuart" noch was sagen: er spielte dort den Miesepeter Mr. Pommeroy im Excentric-Club der 13.
    Von den Liedern erinnere ich mich vor allem noch an "Unsere alte Stadt":
    Was ham wir für 'ne Schule in unsrer alten Stadt?
    Schu- Schu- Schule in unsrer alten Stadt?
    Die Schule ist aus Lehm gebaut
    die wackelt, wenn der Lehrer haut!
    Oh - oh - oh - in unsrer alten Stadt!
    Dann gab es noch Strophen zum Bäcker, zu den Buben, den Mädchen, dem Lehrer, der Feuerwehr usw.
    Dazu hatten wir auch eine passende Langspielplatte (es gab mehrere zur Sendung):

    http://www.record-seller.com/index.php?route=product/product&path=52379_52381&product_id=9926861&sort=pd.name&order=ASC
    https://www.discogs.com/de/Various-Bill-Ramsey-Wencke-Myhre-Willy-Hagara-Peter-Ren%C3%A9-K%C3%B6rner-Die-Westf%C3%A4lischen-Nachtigallen-Si/release/5945147
    Bill Ramseys Schlager wie "Ohne Krimi ...", "Pigalle", "Souvenirs, Souvenirs", "Café Oriental" oder "Die Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe"
    reihten sich Ende der 50er/Anfang der 60er ein in eine Vielzahl augenzwinkernder Songs, u. a. von
    Hazy Osterwald ("Kriminaltango", "Gehn Se mit der Konjunktur!", "Panoptikum", "Da ist natürlich wieder mal 'ne Frau dran schuld!", "Schwarzer Kater Stanislaus", "Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt!"),
    Chris Howland (" Und dann hau ich mit dem Hämmerchen mein Sparschwein ka-PUTT!", "Das hab' ich in Paris gelernt", "Die Mutter ist immer dabei"),
    Gus Backus ("Der alte Häuptling der Indianer"),
    Trude Herr ("Ich will keine Schokolade!"),
    Hans Arno Simon ("Unser Lehrer"),
    Ralph Bendix ("Striptease-Susi", "Babysitter-Boogie"),
    Caterina Valente ("Itsy-Bitsy-Teenie-Weenie- Honolulu-Strandbikini"),
    Paul Kuhn ("Geb'm Se dem Mann am Klavier", "Es gibt kein Bier auf Hawaii")
    und andere mehr.
    Gefallen mir zumeist immer noch deutlich besser als die vor falschen Gefühlen triefenden Schlager späterer Zeiten.
  • Stefan_G (geb. 1963) schrieb am 07.07.2021, 00.36 Uhr:
    Raffaella Carra ("Liebe-Liebe-Liebelei"; 1977) soll lt. ARD auch schon verstorben sein..
  • Reinhold Sk (geb. 1954) schrieb am 05.07.2021, 23.08 Uhr:
    Selber mit seine Liedern groß geworden, haben später meine Kinder und jetzt auch die Enkel die humorvollen Schlager der 60er geliebt. THX Bill We will miss you!
  • Laird (geb. 1954) schrieb via tvforen.de am 05.07.2021, 22.21 Uhr:
    Eine sehr traurige Nachricht.Bill Ramsey gehörte neben "Chris Howland" für mich zu einem großen kulturellen Teil der Deutschen Nachkriegsunterhaltung.Er brachte uns Deutschen unverkennbar ein kleines bißchen musikalisches Entertainment,aus dem großen Amerika zu uns herüber, das mit ihm ,für mich immer, ein Stück 60er Jahre bedeuten wird.
    Danke Bill für diese wunderbaren Lieder!
    R.I.P. Laird
  • Sir Hilary 2.0 (geb. 1954) schrieb via tvforen.de am 05.07.2021, 22.31 Uhr:
    Lange war er präsent im TV, auch bis vor wenigen Jahren mal immer wieder als Talkgast. Doch nun ist ein Stück des Wohlfühlens gegangen . Bill Ramsey stand und steht für unbeschwerte Momente vieler Generationen.
    Die Vergangenheit wird stets verklärt , und im Prinzip war früher nichts besser. Wenn man aber Bill hörte , konnte man es doch fast glauben .

    Machs gut , Bill.
    Gruß
    Sir Hilary
  • Plumpaquatsch (geb. 1954) schrieb via tvforen.de am 05.07.2021, 22.52 Uhr:
    Souvenirs, Souvenirs einer großen Zeit
    Sind die bunten Träume unsrer Einsamkeit
    Sie lassen alle mal was liegen, die Großen dieser Welt
    Und das sind die Souvenirs, die man überall erhält...!

    Die Welt hat jetzt einen Großen weniger, aber du wirst immer im Gedächtnis bleiben mit deinen musikalischen Souvenirs, Bill. Persönlichkeiten wie dich gibt's nicht mehr. Swing on in heaven!!!
  • Blitzbirne (geb. 1954) schrieb via tvforen.de am 06.07.2021, 15.50 Uhr:
    Ich habe ihn mal bei einer Autogrammstunde erlebt. Ich erinnere mich gerne daran zurück, denn er war sehr sympatisch!
  • WesleyC (geb. 1954) schrieb via tvforen.de am 05.07.2021, 21.04 Uhr:
    Sehr traurig, sehr tragisch.
    Wie bei Sean Connery: noch den 90. Geburtstag erlebt und wenige Wochen später von uns gegangen. Vielen Dank, Bill, für die Erinnerungen und Melodien!
  • VolkerZockstein (geb. 1954) schrieb via tvforen.de am 05.07.2021, 19.42 Uhr:
    RIP
    Die Lieder "Souvenirs", "Pigalle - Die große Mausefalle", "Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe", "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" sind für mich seine bekanntesten Hits

  • U56 (geb. 1954) schrieb via tvforen.de am 05.07.2021, 22.53 Uhr:
    VolkerZockstein schrieb:
    Die Lieder "Souvenirs", "Pigalle - Die große
    Mausefalle", "Zuckerpuppe aus der
    Bauchtanztruppe", "Ohne Krimi geht die Mimi nie
    ins Bett" sind für mich seine bekanntesten Hits

    Als Kind habe ich diese Titel rauf und runter gehört. Meine Eltern hatten einen Plattenspieler, auf den man zehn Platten legen konnte, die dann hintereinander abgespielt wurden. Ich habe mir oft zehn Platten herausgesucht, aufgelegt und angehört. Die genannten Titel waren auch dabei. Viele Texte konnte ich und kann sie auch jetzt noch teilweise auswendig. Dass meine Mutter, die sich diese Schlager mit anhören musste, nicht verrückt geworden ist, wundert mich noch heute.
    Bill Ramsey war wirklich ein toller Sänger! In den 60er Jahren ist er ja auch dauernd in Kindersendungen aufgetreten. Deshalb kannte ich ihn damals schon sehr gut.