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"Two and a Half Men", "King of Queens", "The Mentalist" in den VoD Top 20: Deutsche streamen Serienklassiker

von Glenn Riedmeier in News national
(11.08.2026, 17.14 Uhr)
Dauerbrenner holen hohe Abrufzahlen bei Prime Video
"Two and a Half Men"
Warner Brothers Entertainment Inc.
"Two and a Half Men", "King of Queens", "The Mentalist" in den VoD Top 20: Deutsche streamen Serienklassiker/Warner Brothers Entertainment Inc.

Die AGF Videoforschung veröffentlicht wöchentlich die sogenannten Nettoreichweiten-Auswertung. Darin wird gemessen, wie viele Menschen innerhalb einer Woche online mit Inhalten einer bestimmten Programmmarke in Berührung gekommen sind. In der Kalenderwoche 31 (27. Juli bis 2. August) setzte sich ein Trend fort, der sich schon in den Vorwochen abgezeichnet hat: Mehrere ältere Serien, die schon vor Jahren beendet wurden, werden hierzulande erstaunlich intensiv gestreamt.

Am deutlichsten wird dies in der KW31 am Beispiel  "Two and a Half Men". Der US-Sitcom-Klassiker lief von 2003 bis 2015. Die letzte der insgesamt zwölf Staffeln wurde also vor über elf Jahren erstausgestrahlt. Und dennoch schaffte es die Serie mit Charlie Sheen nun auf Platz 6 der Video-on-Demand-Auswertung privater Anbieter mit einer Reichweite von 565.000. Freuen darf sich die Amazon-Gruppe um Prime Video, denn genau dort wurde die Sitcom so oft abgerufen - völlig ungeachtet der Tatsache, dass sie auch auf ProSieben seit Jahren permanent im Nachmittagsprogramm läuft.

"King of Queens" mit Kevin James und Leah Remini
"King of Queens" mit Kevin James und Leah Remini RTL

Auf Rang 16 findet sich eine weitere Sitcom, die sogar noch mehr Jahre auf dem Buckel hat:  "King of Queens". Die Serie mit Kevin James wurde in neun Staffeln von 1998 bis 2007 produziert. 19 Jahre später schaffte sie es nun unter die Top 20 der meistgestreamten Programmmarken einer Woche mit 261.000 Abrufen - auch hier lautet der Anbieter Prime Video. Im linearen Fernsehen zählt "King of Queens" seit Jahren zu den Dauerbrennern am Vorabend von Nitro.

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Ebenfalls noch ins Ranking auf Platz 20 geschafft hat es  "The Mentalist". Von der US-Crime-Serie mit Simon Baker wurden von 2008 bis 2015 sieben Staffeln produziert, die in den vergangenen Jahren auf Kabel Eins rauf und runter gezeigt wurden. Dennoch reichte es innerhalb einer Woche für eine Nettoreichweite von 229.000 auf Prime Video.

Simon Baker in der sechsten Staffel von "The Mentalist"
Simon Baker in der sechsten Staffel von "The Mentalist" CBS

Diese erstaunlichen Platzierungen lassen mehrere Rückschlüsse zu: Es scheint unter Streamingnutzern in Deutschland derzeit eine gesteigerte Nachfrage nach altbekannten Serien zu geben. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings auch, dass frische Serienware mit großem "Buzz" derzeit Mangelware sind. Die Ehre von Prime Video rettet hier das Young-Adult-Drama  "Off Campus", das es in KW21 immerhin auf Platz 11 geschafft hat. Mit  "Reacher" und  "Ride or Die" finden sich auf Platz 18 und 19 noch zwei weitere aktuelle Serienproduktion des Amazon-Dienstes im Ranking. Ein konstanter Serienerfolg ist zudem der Soap-Dauerbrenner  "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" von RTL, der sich mit 1,028 Millionen Abrufen stolz auf Platz 2 des Nettoreichweiten-Rankings befindet. Auch die beiden anderen Vorabendserien  "Alles was zählt" und  "Unter uns" sind im Streaming gefragt.

Beim Blick auf die restlichen Auswertung der Nettoreichweiten ist zudem erkennbar: Reality-Formate führen nach wie vor zu hohen Abrufzahlen, allen voran die RTL+-Produktion  "Bad Boyfriends", die es mit 831.000 Abrufen auf Platz 3 geschafft hat. Auf weiteren Plätzen finden sich die Formate  "Ex on the Beach" (RTL+),  "Prominent getrennt" (RTL+) und  "Good Luck Guys" (Joyn) wieder.

Top 20 Programmmarken KW31 private Anbieter sortiert nach kumulierter Nettoreichweite

  • 1. "ntv Nachrichten" (RTL-Gruppe): 1,472 Mio.
  • 2. "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (RTL-Gruppe): 1,028 Mio.
  • 3. "Bad Boyfriends" (RTL-Gruppe): 0,831 Mio.
  • 4.  "ran Racing" (Joyn-Gruppe): 0,764 Mio.
  • 5. "Ex on the Beach" (RTL-Gruppe): 0,632 Mio.
  • 6. "Two and a Half Men" (Amazon-Gruppe): 0,565 Mio.
  • 7.  "ran Fußball" (Joyn-Gruppe): 0,547 Mio.
  • 8.  ":newstime" (Joyn-Gruppe): 0,533 Mio.
  • 9. "Alles was zählt" (RTL-Gruppe): 0,462 Mio.
  • 10.  "Deutschland am Morgen" (RTL-Gruppe): 0,361 Mio.
  • 11. "Off Campus" (Amazon-Gruppe): 0,334 Mio.
  • 12. "WELT News" (Axel Springer-Gruppe): 0,324 Mio.
  • 13. "Prominent getrennt - Die Villa der Verflossenen" (RTL-Gruppe): 0,281 Mio.
  • 14.  "LOL: Last One Laughing Germany" (Amazon-Gruppe): 0,279 Mio.
  • 15. "Unter uns" (RTL-Gruppe): 0,266 Mio.
  • 16. "King of Queens" (Amazon-Gruppe): 0,261 Mio.
  • 17. "Good Luck Guys" (Joyn-Gruppe): 0,249 Mio.
  • 18. "Reacher" (Amazon-Gruppe): 0,238 Mio.
  • 19. "Ride or Die" (Amazon-Gruppe): 0,236 Mio.
  • 20. "The Mentalist" (Amazon-Gruppe): 0,229 Mio.

Allgemein gilt zu berücksichtigen: Die sogenannte Messung der Programmmarken-Nettoreichweiten durch die AGF funktioniert völlig anders als die Messung der Einschaltquoten im herkömmlichen linearen Fernsehen und ist deshalb auch nicht damit vergleichbar. Konkret sollen diese Zahlen wiedergeben, wie viele Menschen insgesamt mit Video-Inhalten einer "Programmmarke" in Kontakt gekommen sind. Dabei spielt keine Rolle, ob sich der jeweilige User eine Folge komplett angesehen oder mittendrin abgebrochen hat, ob er einen kurzen Clip oder auch mehrere Videos geguckt hat. Hinzu kommt, dass in der Liste der privaten Anbieter neben den Mediatheken der deutschen Privatsender bislang nur Amazon bzw. Prime Video gemessen wird. Netflix und Disney+ etwa geben nach wie vor keine offiziellen Zahlen heraus, weshalb diese Plattformen in der Statistik nicht abgebildet werden.



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Leserkommentare

  • User 1810564 schrieb am 11.08.2026, 17.25 Uhr:
    "Mehrere ältere Serien, die schon vor Jahren beendet wurden, werden hierzulande erstaunlich intensiv gestreamt." Das sollte den Streaminganbietern mal zu denken geben, deren aktuelle Produktion man teilweise nach einer Folge abschaltet. Ich bin der Meinung, der Markt ist gesättigt, es wird zu viel produziert, das auf zu viele Anbieter verteilt, was man sich erstmal leisten können muss. Amazon Prime nutze ich regelmäßig, weil ich zusätzlich ab und zu bei Amazon shoppe. Netflix einmal im Dezember. Das Internet liefert zum Glück genügend Möglichkeiten, um auch ohne ein Abo am Ball zu bleiben.