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TV-Kritik/Review: Die Pierre M. Krause Show - Premiere der neuen SWR3-Late-Night

Late-Night mit Lokalkolorit und US-Flair aus dem Schwarzwald - von Glenn Riedmeier (24.02.2016)
TV-Kritik/Review: Die Pierre M. Krause Show - Premiere der neuen SWR3-Late-Night

Die Pierre M. Krause Shpw
Pierre M. Krause moderiert seine Late-Night-Show aus dem Schwarzwald

Man stelle sich vor: Es startet eine neue Late-Night-Show in Deutschland und kaum jemand nimmt davon Notiz - leider. Denn am 23. Februar ging in der Nische des SWR Fernsehens die Premierenausgabe der neuen "Pierre M. Krause Show" auf Sendung. Wobei "neu" nur halbrichtig ist: Es handelt sich nämlich um eine runderneuerte Variante des Vorgängers "SWR3 latenight", der von Pierre M. Krause bereits seit 2005 präsentiert wurde. Zur 474. Ausgabe erhielt die Sendung einen neuen Anstrich: Ab sofort trägt sie den Namen des Gastgebers im Titel; neu ist außerdem das Studio und der Sendeplatz: War die Show zuletzt oft erst gegen 1 Uhr in der Freitagnacht zu sehen, wanderte sie nun auf 23.30 Uhr am Dienstagabend.

Der Name Pierre M. Krause ist den meisten Zuschauern vielleicht kein Begriff, dabei ist der gebürtige Karlsruher längst kein Newcomer mehr. Ohne großen Hype hat sich Krause im Hintergrund des TV-Geschäfts in den letzten Jahren zu einem äußerst unterhaltsamen Comedian und Moderator gemausert. Er war gern gesehener Gast in Stefan Raabs "TV total" und zählte in der Endphase der "Harald Schmidt Show" zum festen Ensemble - da auch die jedoch zu diesem Zeitpunkt nur noch unter Ausschluss der größeren Öffentlichkeit lief, brachte sie Krause nur bedingt größere Bekanntheit ein. Dennoch haben viele Zuschauer den schlaksigen Sympathieträger mit der markanten Frisur bestimmt schon mal irgendwo gesehen - sei es in der SWR-Rateshow "Sag die Wahrheit", in der er zum festen Panel gehört, oder auch in der mit dem "Deutschen Fernsehpreis" ausgezeichneten RTL-Show "TV-Helden", der bedauerlicherweise kein langes Leben beschieden war.

Als verstecktes Juwel im Regionalprogramm erlaubte die "SWR3 latenight" Krause und seinem Team jahrelang weitgehend Narrenfreiheit und ermöglichte eine experimentelle Spielwiese. Zum 100. Geburtstag von Peter Frankenfeld wurden beispielsweise Spieleklassiker der Showlegende nachgespielt - um dabei möglichst originalgetreu zu sein, sendete man die gesamte Ausgabe in schwarzweiß. Mehrmals veranstaltete Pierre M. Krause außerdem in Anlehnung an die Übertragung von Pokernächten im TV die "große SWR3 latenight Mikado-Nacht". "Wahrscheinlich sind wir nur deshalb noch auf Sendung, weil der SWR-Intendant zu dieser Zeit schon schläft und die Show gar nicht kennt", pflegte Krause zu scherzen.

Andrea Kiewel
Andrea Kiewel gibt alles bei "Hook Zuck"
So ganz unbebemerkt schien die Sendung allerdings doch nicht gewesen zu sein, denn nach zehn Jahren Bewährungsfrist aus einem Mini-Studio des SWR, gönnte man Krause nun eine deutlich größere Location mitten im Schwarzwald, die jetzt auch eine richtige Late-Night-Atmosphäre versprüht: In der Kulisse ist - ganz im Stil der US-Vorbilder - eine nächtliche Peripherie der Stadt Baden-Baden zu sehen - die in diesem Fall ausschließlich aus Bäumen besteht. Neben dem unverzichtbaren Schreibtisch wurde eine gemütliche Couch für die prominenten Gäste platziert. Übernommen wurde auch die komplette Showband - bestehend aus Alleinunterhalter Mambo Kurt, während Redakteur Michael Leupold weiterhin als Sidekick fungiert.

Los geht die Premierenshow mit einem Pre-Opener, also einem Einspielfilm vor dem Intro. Darin ist Pierre M. Krause zu sehen, wie er sich zusammen mit Udo Lindenberg im Hotel Atlantic in Hamburg einen Eierlikör genehmigt - nur um kurz darauf panisch festzustellen, dass er die Aufzeichnung der ersten "Pierre M. Krause Show" völlig vergessen hat. Er spurtet los und begegnet weiteren Prominenten, die Cameo-Auftritte absolvieren und Krause dabei unterstützen, noch rechtzeitig nach Baden-Baden zu kommen.

Danach folgt ein äußerst amerikanisch wirkender neuer Vorspann, anschließend absolviert Krause einen launigen Standup-Monolog anhand kurioser, lokaler Zeitungsmeldungen. Auch wenn nicht jede Pointe zündet, ist es in Zeiten, in denen die meisten Comedyshows der Privatsender mit nachträglich eingefügten Publikumsreaktionen versehen werden, eine Wohltat, dass in der "Pierre M. Krause Show" auch der leise Lacher und der Schmunzler zugelassen wird.

Im weiteren Verlauf der Sendung bietet Krause alle typischen Elemente einer Late-Night-Show: "Ich erzähl ein paar Witze, dann gibt's lustige Filme, ich setze mich an den Schreibtisch, unterhalte mich mit prominenten Menschen und am Ende spielt 'ne Band", fasst Krause die "Neuerungen" zusammen. Ganz bewusst hält man an den Grundbaustücken des Formats fest. Im ersten Teil einer Kurzreportagereihe, in der Krause mit der Bahn durch Schwaben fährt, begegnet der bekennende Faschingsmuffel einer skurillen "Guggenmusik"-Gruppierung und lässt sich in deren skurille Gothic-Fastnachts-Rituale einweihen. Ein mittelmäßiger Einspielfilm mit typischem Krause-Humor, der allerdings noch nicht die Klasse früherer Kunstwerke wie "CSI: Baden-Baden" oder "Laschewski & Paul" erreicht hat - kann ja noch kommen.

Anschließend begrüßt Krause die "ZDF-Fernsehgarten"-Moderatorin Andrea Kiewel im Studio - ein sehr dankbarer Premierengast und stets gut gelaunter Selbstläufer, wie man in der Branche zu sagen pflegt. Auf einen amüsanten Talkteil folgt die Studioaktion "Hook Zuck" - eine Art deutsche Antwort auf den amerikanischen Überraschungserfolg "Lip Sync Battle". Krause und Kiewel müssen spontan reagieren und im Wechsel die Refrains bekannter Popsongs im Playback-Verfahren singen und bestenfalls noch mit einer überzeugenden Tanzperformance garnieren. Auch wenn die Idee nicht neu ist - zu sehen, wie "Kiwi" Nenas "99 Luftballons" interpretiert und Pierre sich noch bestens an den Text von Tokio Hotels "Durch den Monsun" erinnern kann, macht Spaß. Abgerundet wird die Show durch einen Auftritt des Sängers Axel Bosse.

Insgesamt geriet die Premiere der neuen "Pierre M. Krause Show" äußerst ordentlich, bot Luft nach oben und macht Lust auf mehr. Sehr sympathisch ist, dass die Sendung angenehm bescheiden daherkommt und nicht mehr sein will als sie ist: eine gemütliche Show für den Ausklang des späten Abends, die gerne länger als 30 Minuten sein dürfte und auch öfter als einmal pro Woche auf Sendung gehen könnte. In jedem Fall ist es schön zu sehen, dass das Late-Night-Genre in Deutschland nicht tot ist. Pierre M. Krause und seine Show hätten definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Vielleicht schafft die Sendung ja irgendwann den Sprung ins ARD-Hauptprogramm - dem Comedy-Donnerstag im Ersten würde sie beispielsweise gut zu Gesicht stehen.

Die komplette Premierenshow zum Nachholen in der ARD-Mediathek: KLICK

Alle Bilder: © SWR/Stephanie Schweigert


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Leserkommentare

  • bugmenot_is_back schrieb am 27.02.2016, 14.21 Uhr:
    bugmenot_is_backDie einzig sinnvolle Sendung des SWR der ansonsten ja nur durch unsinnige Wiederholungen alter Ratesendungen, einen erntzunehmenden Dokumentarfilm in der Nacht von Sonntag auf Montag und durch perlen wie die 30 beklopptesten Bauern und dämlcihsten Apfelweintrinker auffällt.

    Selbst der rbb ist kreativer.

    Völlig verplempertes Zwangsgeld für diesen Sender.
 

Über den Autor

  • Glenn Riedmeier
Glenn Riedmeier ist Jahrgang '85 und gehört zu der Generation, die in ihrer Kindheit am Wochenende früh aufgestanden ist, um stundenlang die Cartoonblöcke der Privatsender zu gucken. "Bim Bam Bino", "Vampy" und der "Li-La-Launebär" waren ständige Begleiter zwischen den "Schlümpfen", "Familie Feuerstein" und "Bugs Bunny". Die Leidenschaft für animierte Serien ist bis heute erhalten geblieben, zusätzlich begeistert er sich für Gameshows wie z.B. "Ruck Zuck" oder "Kaum zu glauben!". Auch für Realityshows wie den Klassiker "Big Brother" hat er eine Ader, doch am meisten schlägt sein Herz für Comedyformate wie "Die Harald Schmidt Show" und "PussyTerror TV", hält diesbezüglich aber auch die Augen in Österreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten offen. Im Serienbereich begeistern ihn Sitcomklassiker wie "Eine schrecklich nette Familie" und "Roseanne", aber auch schräge Mysteryserien wie "Twin Peaks" und "Orphan Black". Seit Anfang 2013 ist er bei TV Wunschliste vorrangig für den nationalen Bereich zuständig und schreibt News und TV-Kritiken, führt Interviews und veröffentlicht Specials.