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Meine persönlichen Top 5 der Streamingserien
"The Orville" in der dritten Staffel, mit Crew und Gästen auf der Brücke
Michael Desmond/Hulu
Das Beste aus dem Serienjahr 2022: Marcus' Highlights/Michael Desmond/Hulu

2022 fanden die großen Hollywoodstudios und ihre auftraggebenden TV-Sender und Streamingdienste nach zwei durch Lockdowns geprägten Jahren weitgehend zur Routine zurück. Dabei war insbesondere der immer noch wachsende Streamingmarkt hart umkämpft: Disney+ schickte sich an, Netflix den Rang abzulaufen, andere Anbieter kamen und gingen, mit Paramount+ startete kurz vor Jahresende ein weiterer potentieller Platzhirsch auch im deutschsprachigen Raum. Was diesem seine Star Trek-, sind Disney+ seine Star Wars-Serien - beide laufen inzwischen gefühlt schon im Monatstakt neu an. Dabei fanden sich unter der Vielzahl der Franchise-Ableger diesmal durchaus gelungene Vertreter wie "Strange New Worlds" und "Andor", die (mich) rundum überzeugenden Serien kamen aber eher aus anderen Richtungen.

Auch bei meinen Lieblingsserien des Jahres ist allerdings der Anteil von adaptierten Stoffen hoch, sei es nach Literatur- oder Comicvorlagen. Und anders als noch im Vorjahr haben es diesmal tatsächlich nur Streamingproduktionen in meine Top 5 geschafft.

"Paper Girls"
"Paper Girls" Prime Video

Vier Teenagermädchen, die in den 1980ern als Zeitungszustellerinnen jobben, landen in der Zukunft und treffen ihre älteren Ichs. Anlass für Amazons Comicadaption  "Paper Girls", die großen Fragen aller Coming-of-Age-Serien zu behandeln: Wer bin ich und wer könnte ich sein? Habe ich es selbst in der Hand oder ist mein Lebensweg schon weitgehend vorbestimmt? Ergänzt um die Frage aller Zeitreisegeschichten: Wie verändere ich mich, wenn ich schon einen Blick auf mein älteres Ich erhaschen kann?

Mit pointierten Dialogen, sensiblen Charakterisierungen und einem hervorragend gecasteten Ensemble junger Hauptdarstellerinnen hätte die Serienfassung der erfolgreichen Comicreihe von Autor Brian K. Vaughan und Zeichner Cliff Chiang das Potential gehabt, ein echter Hit zu werden. Vielleicht waren die (oberflächlichen) Gemeinsamkeiten mit  "Stranger Things" aber doch zu groß, jedenfalls bestellte Amazon keine zweite Staffel. Was bleibt, ist ein starkes und differenziertes Charakterdrama mit einigen der interessantesten weiblichen Figuren der jüngeren Zeit. Und wer wissen will, wie der Zeitkrieg ausgeht, muss dann wohl zur jüngst auf Deutsch erschienenen Gesamtausgabe des Comics bei Cross Cult greifen.

"Porn and Ice Cream"
"Porn and Ice Cream" Amazon Studios

Zwei befreundete Loser um die 30 treffen sich jede Woche, um zusammen Pornos zu gucken und dabei Eis zu essen - nicht, um sich sexuell zu erregen, sondern einfach nur so, weil sie nichts Besseres zu tun haben. Einer von ihnen ist ein furchtbarer Aufschneider, der sich und seinen besten (und einzigen) Kumpel mit der Behauptung reinreitet, sie hätten eine Band und in ein paar Tagen einen Gig. In Wirklichkeit können sie nämlich weder singen noch ein Instrument spielen. Mit einer neuen Bekannten, die sich mit professioneller Hochstapelei durchs Leben schlägt, als Managerin, geraten sie von einer absurden Situation in die nächste, während ihre skurrilen Alltagssongs viral gehen.

Bitte nicht vom schlecht zu googelnden Titel  "Porn and Ice Cream" abschrecken lassen: Diese argentinische Comedy der Amazon Studios ist eine der lustigsten Serien seit Jahren, wenn man auf absurden Humor steht. Trotz oder gerade wegen ihrer vielen Schwächen wachsen einem die drei Hauptfiguren schnell ans Herz, die sich mit alltäglichen Problemen moderner Großstadtbewohner wie der Latte-Macchiatisierung ihrer Stammkneipe, sexuell aufdringlichen älteren Frauen und seltsamen Kunden im Baumarkt auseinandersetzen müssen. Nach den acht Folgen möchte man eigentlich gleich nach Buenos Aires fliegen und in die nächste Eckkneipe gehen.

"The Orville: New Horizons"
"The Orville: New Horizons" Hulu

Fast drei Jahre dauerte es pandemiebedingt, bis die Orville endlich wieder in neuen Folgen über den Bildschirm fliegen konnte. Nach dem Wechsel vom Free-TV zum Streamingdienst Hulu firmiert Seth MacFarlanes liebevolle "Star Trek"-Pastiche jetzt als  "The Orville: New Horizons" (in Deutschland bei ProSieben und später bei Disney+ zu sehen) und nimmt sich für seine Geschichten soviel Zeit, wie sie eben brauchen, meist eine volle Stunde oder deutlich länger.

Vom Vulgärhumor hat sich die Serie endgültig verabschiedet, stattdessen konzentriert sich die neue Staffel auf tiefgründige Storys, die in ein Science-Fiction-Gewand gehüllt oft aktuell gesellschaftlich diskutierte Themen wie Transgender oder Völkermord behandeln. Dabei ist erstaunlich, wie sensibel und differenziert sich die Autoren mit diesen und anderen Tabuthemen wie dem Suizid eines Crewmitglieds auseinandersetzen. War schon die Vorgängerstaffel sehr gelungen, liefert das Team um MacFarlane diesmal eine Highlightepisode nach der anderen. Warmherzig, menschlich und philosophisch erweist sich der Showrunner, der zugleich den Captain Mercer spielt, als wahrer Erbe Gene Roddenberrys.


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