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Neue ProSieben-Musik-Rateshow wird hohen Erwartungen nicht gerecht
Kann der Kandidat unter der schalldichten Glaskuppel wirklich singen?
ProSieben/Willi Weber
TV-Kritik/Review: Hat "FameMaker" von Stefan Raab das Zeug zum neuen TV-Lagerfeuer?/ProSieben/Willi Weber

Es ist der Herbst der Musik-Rateshows. Nachdem vor einem Monat  "I Can See Your Voice" an den Start ging (zur Show-Kritik) und am Wochenende bei RTL erstmals die Masken-Musikshow  "Big Performance" zu sehen war, stand am heutigen Donnerstag bereits das nächste neue Format in den Startlöchern. Im Vorfeld wurde bereits viel über  "FameMaker" berichtet, schließlich stammt die Sendung aus der Produktionsschmiede von Stefan Raab. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an die ProSieben-Show, die die Zuschauer in den kommenden zwei Wochen begeistern soll. Inwiefern hat dies in der Auftaktfolge geklappt?

Das Konzept der Sendung: Es treten unbekannte Kandidaten unter einer schalldichten Glaskuppel auf. Das "FameMaker"-Rateteam, bestehend aus den Comedians Carolin Kebekus, Luke Mockridge und Teddy Teclebrhan, hört keinen einzigen Ton und muss einzig anhand der dargebotenen Performance entscheiden, ob der jeweilige Teilnehmer tatsächlich singen kann. Nach einem akustischen Signal können die FameMaker sich entscheiden, den Hebel zu ziehen, um den jeweiligen Kandidaten in ihr Team zu holen. Dann hebt sich die Glaskuppel und es ist zu hören, ob der Kandidat wirklich ein begnadeter Sänger ist - oder ob er lediglich eine gute Show abgezogen hat, ohne einen einzigen Ton zu treffen. Eine allzu große Rolle spielt dies jedoch ohnehin nicht - sobald einer der drei FameMaker den Hebel zieht, ist der Kandidat im jeweiligen Team. Die Enthüllung gibt es in jedem Fall - auch wenn keiner den Hebel zieht, hebt sich die Glaskuppel nach Ablauf einer bestimmten Zeit. Es ist im Prinzip das spiegelverkehrte Prozedere der Castingshow  "The Voice of Germany".

Wer zieht den Hebel?
Wer zieht den Hebel? ProSieben/Willi Weber

Auf der ganzen Welt sind die besten Ideen in 30 Sekunden gepitcht. Ab Sekunde 2 ist man sofort dabei - der Funke springt direkt über, sagte Senderchef Daniel Rosemann in der Pressekonferenz zur Sendung. Tatsächlich hat man das Spielprinzip der Show ziemlich schnell verinnerlicht. Als Zuschauer kann man vor dem Fernseher seine Menschenkenntnis testen und mitraten, ob die Kandidaten wirklich singen können oder nicht. Dies wäre noch besser möglich, wenn das Rateteam zwischendurch mal den Mund halten würde. Denn leider quatschen Kebekus, Mockridge und Teclebrhan während der Auftritte ununterbrochen, reißen oberflächliche Gags über das äußere Erscheinungsbild der Performer und geben ihre Einschätzungen zum Besten. Dies erschwert es beim Zuschauen gewissermaßen, sich voll und ganz auf die Kandidaten zu konzentrieren.

Der Clou der Sendung ist natürlich die Enthüllung. Es ist eine sehr aktuelle und zeitgeistige Show, weil Klischees und Stereotypen ganz oft gebrochen werden, erklärte Luke Mockridge. Wenn sich die Glaskuppel hebt und man plötzlich eine Stimme hört, die man dem jeweiligen Kandidaten ausgehend vom physischen Erscheinungsbild nicht zugetraut hat, ist das in der Tat ein magischer Moment - vergleichbar mit der Demaskierung eines Promis bei  "The Masked Singer". Mit dem Unterschied, dass es bei "FameMaker" innerhalb einer Folge gleich mehrere solcher Momente zu sehen gibt. Sobald sich die Kuppel erhebt und die Stimmen zu hören sind, überbieten sich Mockridge, Kebekus und Teclebrhan ähnlich wie die "The Voice"-Coaches gegenseitig mit Euphorie und Overacting (Geil, geil! Ist das geil!", "Wo warst du bisher in unserem Leben?!). Ihre erstaunten Gesichter werden während der Auftritte von der Kamera eingefangen. Einer besonders beeindruckenden Sängerin bietet Teddy gar an, sie über seine sozialen Kanäle zu promoten.

Kann sie singen oder nicht?
Kann sie singen oder nicht? ProSieben/Screenshot

Umgekehrt funktioniert die überraschende Enthüllung allerdings auch. Eine schwarze Kandidatin singt vermeintlich Soul/R&B, doch als sich die Kuppel erhebt, ist plötzlich zu hören, wie sie (mehr schlecht als recht) den Schlagerklassiker "Er gehört zu mir" schmettert. Die Musikauswahl der Show ist ohnehin erfreulich vielfältig und deckt von Pop, Dance, Rock, Schlager, R&B und Rap alles ab.

Moderator Tom Neuwirth tritt bei "FameMaker" in Deutschland zum ersten Mal nicht als Kunstfigur Conchita Wurst auf - doch allzu viel tritt er nicht in Erscheinung. Nach einer soliden Anmoderation zu Beginn der Sendung verlässt er die Bühne und hält er sich während der Show in den Publikumsrängen auf. Er gibt während der Performances hin und wieder weitgehend überflüssige Kommentare ab und führt nach den Auftritten kurze Interviews mit den Kandidaten.

Tom Neuwirth im Gespräch mit einem Kandidaten
Tom Neuwirth im Gespräch mit einem Kandidaten ProSieben/Screenshot

Wirkt das Showprinzip zunächst durchaus originell, so birgt es allerdings auch ein rasches Abnutzungsrisiko. Auftritt, Enthüllung, Smalltalk und abschließend ein Vorstellungsfilm - dieser Ablauf wiederholt sich die gesamten rund zweieinhalb Stunden mit jedem Kandidaten aufs Neue. Wie "The Voice" ist die Show so geschnitten, dass einzelne Auftritte bei YouTube oder in sozialen Netzwerken problemlos zweitverwertet werden können. Doch ist das Konzept stark genug, um in den kommenden 14 Tagen gleich zweimal pro Woche (donnerstags und samstags) die Zuschauer über mehrere Stunden in seinen Bann zu ziehen?

Eine knackige Länge von rund einer Stunde hätte der Show besser gestanden. Innerhalb der  "Pierre M. Krause Show" gibt es das Konzept übrigens schon seit ein paar Jahren - allerdings wohldosiert als kurze Rubrik. Es ist nun mal nicht ganz so spannend, stets nur zu raten, ob jemand singen kann - im Vergleich zu "The Masked Singer", wo es darum geht, unterschiedliche Prominente unter bunten Kostümen anhand ihrer Stimmen zu entlarven. Schade ist zudem, dass die Sendung nicht vollständig live über die Bühne geht. Die vier Vorrunden sind voraufgezeichnet, lediglich das Finale am 1. Oktober wird eine Live-Show sein.

Zieht Luke Mockridge den Hebel?
Zieht Luke Mockridge den Hebel? ProSieben/Screenshot

Dieses dürfte noch einmal einen neuen Dreh in die Show bringen. Dann geht es schließlich darum, dass Kebekus, Mockridge und Teclebrhan mit "ihren" Kandidaten einen Auftritt inszenieren und einen Song produzieren, der das Beste aus den jeweiligen Talenten herausholt - egal, wie gut oder schlecht sie singen können. Die Aussage der Show soll sein: Es kommt nicht unbedingt darauf an, die beste Stimme zu haben, wenn die Performance überzeugt.

Im Live-Finale bestimmen die TV-Zuschauer über den endgültigen Sieger der Show. Doch was gibt es zu gewinnen? So genau wissen das die Verantwortlichen selbst noch nicht. Es soll "Fame" kreiert werden. Ob der Sieger auf Tournee geht oder einen Song veröffentlichen wird, ist völlig offen. Der Gewinner soll jedenfalls Rückwind von ProSieben und einen blauen Haken in den sozialen Netzwerken bekommen, der zumindest den Promi-Status offiziell macht - völlig unabhängig davon, ob der Sieger langfristig in Erinnerung bleiben wird.

ProSieben/Screenshot

Show-Erfinder Stefan Raab selbst soll während der Sendung in der Regie sitzen und dabei Chips fressen - wie zu Beginn der Premierenfolge gewitzelt wurde. Hoffnungen darauf, dass er selbst einen Gastauftritt vor der Kamera absolvieren könnte, müssen allerdings begraben werden. Dies schloss ProSieben im Vorfeld aus, um die Spekulationen bereits im Keim zu ersticken. Nach  "Das Ding des Jahres" und dem  "Free European Song Contest" handelt es sich bei "FameMaker" um das dritte große Raab-Format nach dessen Abschied als Moderator vor fast fünf Jahren. Es ist durchaus solides Handwerk, doch der wirklich große Wurf ist dem Altmeister damit nicht gelungen. "FameMaker" ist kein neues TV-Lagerfeuer - dieses wird erst im Oktober wieder entzündet, wenn "The Masked Singer" zurückkehrt.

ProSieben zeigt die fünfteilige erste Staffel von "FameMaker" im Rahmen einer Eventprogrammierung: Zu sehen ist die Show donnerstags und samstags um 20.15 Uhr. Die ersten vier Ausgaben sind voraufgezeichnet, das große Live-Finale steigt dann am 1. Oktober.


 

Über den Autor

  • Glenn Riedmeier
Glenn Riedmeier ist Jahrgang '85 und gehört zu der Generation, die in ihrer Kindheit am Wochenende früh aufgestanden ist, um stundenlang die Cartoonblöcke der Privatsender zu gucken. "Bim Bam Bino", "Vampy" und der "Li-La-Launebär" waren ständige Begleiter zwischen den "Schlümpfen", "Familie Feuerstein" und "Bugs Bunny". Die Leidenschaft für animierte Serien ist bis heute erhalten geblieben, zusätzlich begeistert er sich für Gameshows wie z.B. "Ruck Zuck" oder "Kaum zu glauben!". Auch für Realityshows wie den Klassiker "Big Brother" hat er eine Ader, doch am meisten schlägt sein Herz für Comedyformate wie "Die Harald Schmidt Show" und "PussyTerror TV", hält diesbezüglich aber auch die Augen in Österreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten offen. Im Serienbereich begeistern ihn Sitcomklassiker wie "Eine schrecklich nette Familie" und "Roseanne", aber auch schräge Mysteryserien wie "Twin Peaks" und "Orphan Black". Seit Anfang 2013 ist er bei TV Wunschliste vorrangig für den nationalen Bereich zuständig und schreibt News und TV-Kritiken, führt Interviews und veröffentlicht Specials.

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Leserkommentare

  • User_1151628 schrieb am 20.09.2020, 20.27 Uhr:
    serieone es gibt keinen besseren nachfolger als luke. M der is der neue raab ehrlich besser wie jokko und klass
  • serieone schrieb am 19.09.2020, 17.17 Uhr:
    habe gesehen das Luke M. bei dieser Show dabei ist. Nein Danke, dieses Kind kann zum HEULEN in den Keller gehen. Das wäre dann vielleicht lustig anzuschauen.
  • Sentinel2003 schrieb am 19.09.2020, 14.50 Uhr:
    @Miboba: vollste Zustimmung!! Habe es nicht mal 10 miin, aiusgehalten !! So ein Schwachsinn!!
  • Miboba schrieb am 19.09.2020, 12.37 Uhr:
    Habe mal 1 Stündchen oder so reingesehen, dann aber wieder abgeschaltet.

    Eine Gesangsshow, bei der Menschen, die nicht singen können, weiter kommen und Menschen, die super singen, in der 1. Runde ausscheiden interessiert mich nicht die Bohne.
  • Chrissi50 schrieb via tvforen.de am 19.09.2020, 10.57 Uhr:
    ich kann den mockridge absolut nicht mit seiner kindischen und übertriebenen art,der junge ist über 30 der sollte sich auch demensprechend so benehmen,diesen teddy dingenskirchen kenn ich nicht und die kebekus,nun die brauch ich auch nicht...von mir eine glatte null die sendung...
  • User 192202 schrieb am 18.09.2020, 22.33 Uhr:
    Haha, Chrissi50, sehr guter Kommentar! Tatsächlich dachte ich anfangs, dass die Idee vielleicht gar nicht so schlecht wäre (wenn natürlich auch nicht annähernd so gut wie The Voice, so wie der Star im Star oder wie das heißt nicht annähernd so gut ist wie Masked Singer), aber dann waren es erstaunlicherweise gerade die - den Kommentator so störenden - Witzeleien von Teddy, Carolin und Luke - die ich alle drei nicht mag (am ehesten noch Carolin) - die das Ganze erträglich machten. Das Konzept erwies sich nämlich als stinklangweilig und ähnlich wie bei The Voice waren es dann die Frozzeleien zwichen den Juroren, die es (im Fall von The Voice besonders, hier allgemein) interessant machten - und der immer zauberhafte (und gar nicht überflüssige) Tom Neuwirth, der durchaus öfter im Bild sein könnte, aber dennoch ein wichtiger Teil war, quasi die Seele vom Ganzen. Auf Stefan Raab kann ich gern verzichten, da wurde bei mir keine Hoffnung enttäuscht, aber insgesamt finde ich das Konzept zu öde, als dass ich das als wirklich gute, spannende Unterhaltung bezeichnen könnte. Aber immerhin auch kein Elton, oleole, den brauchts nicht, Praktikum ist rum, endlich entsorgen, bitte, aus allen Sendern.
  • ReCon schrieb am 18.09.2020, 22.15 Uhr:
    Die Casting Shows mit Gesang interessieren mich schon nicht, aber dieses Konzept ist ja der totale Unsinn. Mehr Schein als Sein - als Abbild der Gesellschaft
  • Moondance schrieb am 18.09.2020, 20.52 Uhr:
    Schon der Trailer, der dem ahnungslosen Zuschauer in den Werbepausen aufgedrückt wird wirkt abschreckend.
    Somit keinerlei Neugier auf die Show.
  • tiramisusi schrieb via tvforen.de am 18.09.2020, 20.44 Uhr:
    stinkelangweilig und unterirdisch
  • Chrissi50 schrieb via tvforen.de am 18.09.2020, 17.27 Uhr:
    mal reingeschaltet,den Mockridge gesehen und wieder umgeschaltet...
 

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