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TV-Kritik/Review: "Irma Vep": Alicia Vikander schlüpft für HBO ins Latexkostüm des Ur-Vamps
von Marcus Kirzynowski(06.06.2022)

Mira (Alicia Vikander) ist ein junger Hollywood-Star, international bekannt geworden durch Blockbuster-Superheldenfilme. Doch die Schauspielerin hat genug von Rollenangeboten wie einen weiblichen Silver Surfer zu spielen, sucht nach künstlerischen Herausforderungen. Deshalb übernimmt sie in Paris die Titelrolle einer neuen Fernsehserie über Irma Vep an, einem Remake des berühmten Kinoserials
Olivier Assayas ist einer der interessantesten zeitgenössischen Filmemacher aus Frankreich. Hierzulande ist er vor allem für seinen TV-Mehrteiler über den Terroristen
Filme über das Filmemachen gibt es viele, aber hier haben wir es nun mit dem Serienremake eines Kinofilms zu tun, in dem ein TV-Remake einer Stummfilm-Kinoserie gedreht wird. Um es noch komplizierter zu machen, hat auch innerhalb der Serienhandlung der psychotische Regisseur René Vidal (Vincent Macaigne) bereits vor Jahren eine Kinofassung von "Irma Vep" gedreht. In der hatte eine chinesische Schauspielerin die Hauptrolle, mit der er später auch verheiratet war. In der Realität spielte Hongkong-Kinostar Maggie Cheung in Assayas' Kinoversion die Irma Vep, von 1998 bis 2001 waren die beiden dann ein Ehepaar. Solche autobiografischen Bezüge wird man als Insider noch einige finden können und generell wirkt es, als habe sich Assayas mit dem überforderten Vidal selbst porträtiert.

Im Mittelpunkt der Handlung steht aber die US-Amerikanerin Mira, die zunächst mit großer Offenheit in die Welt des europäischen Filmemachens eintaucht. Nach einer Trennung von ihrer früheren Geliebten und Assistentin Laurie (Adria Arjona,
Assayas greift einige seiner Themen aus früheren Filmen wieder auf, etwa den Widerspruch zwischen Kommerzkino und Arthouse aus

Solange große US-Sender noch solche Werke produzieren wie dieses, gibt es aber noch Hoffnung. Denn "Irma Vep" ist auch als TV-Fassung vor allem eines: sperrig. Zwar hat sich Assayas stilistisch weitgehend zurückgenommen und erfüllt rein optisch internationale Serienstandards (sieht man einmal von den immer wieder eingeschobenen Originalszenen aus der Stummfilmserie ab). Aber inhaltlich wird sehr viel auf höchstem Niveau diskutiert (mal auf Englisch, dann wieder auf Französisch mit Untertiteln) und mit Anspielungen auf Kinogeschichte und Kultur(industrie) um sich geworfen. Aber es gibt auch Humor - vor allem in Form des herrlich überdrehten, zynischen und Crack rauchenden Lars Eidinger - und Poesie - etwa wenn dem ruhelosen Vidal nachts seine Ex-Frau erscheint.
Und dann ist da noch das schwarze Latexkostüm, das Irma Vep auf ihren nächtlichen Raubzügen durch Paris trägt. Wie schon im Kinofilm auf Maggie Cheung scheint es einen ganz besonderen Einfluss auf Mira auszuüben, so dass sie beginnt, tatsächlich in fremde Hotelzimmer zu schlüpfen und Kreditkarten zu stehlen. Und der animierte Vorspann - die Musik stammt von Sonic-Youth-Mitglied Thurston Moore - deutet an, dass es dabei auch bald auf die Hausdächer von Paris gehen wird.

Alicia Vikander (Oscar-Preisträgerin für
"Irma Vep" ist sicher keine Serie für jedermann. Wer französische Autorenfilme mag, bereit ist, sich auf Neues und Abseitiges einzulassen, und nebenbei noch etwas über frühe Filmgeschichte lernen möchte, sollte aber einen Blick riskieren. Die Faszinationskraft des jungen weiblichen Vamp(ir)s vom Beginn des vorigen Jahrhunderts ist jedenfalls ungebrochen.
Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten vier Episoden der Miniserie "Irma Vep".
Die achtteilige Miniserie läuft ab dem 6. Juni jeweils montags auf HBO. Parallel wird sie im Originalton über Sky Ticket und über Sky Q zum Abruf bereitgestellt. Die lineare Ausstrahlung - dann auch mit Synchronfassung - erfolgt voraussichtlich ab September bei Sky Atlantic.
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