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TV-Kritik/Review: "Pearson": Gina Torres und das weitaus weniger unterhaltsame "Suits"-Spin-Off
von Gian-Philip Andreas(29.07.2019)

Mit
Das ist durchaus ein Problem, wenn hier über

Warum das hier alles referiert wird? Ganz einfach: "Pearson", entwickelt von "Suits"-ErfinderAaron Korsh höchstpersönlich in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Executive Producer Daniel Arkin, setzt ohne Umschweife an dieser Stelle an und macht auch nicht viel Aufhebens, diese Geschehnisse noch einmal auszubreiten. Was heißt: Wer die "Good-Bye"-Episode und die darin eingeführten neuen Charaktere nicht kennt, dürfte seine liebe Mühe haben, dem Plot zu folgen. Es wirkt dann so, als würde man in eine Serie einsteigen, die schon eine Weile läuft.
Was wiederum nichts mit "Suits" selbst zu tun hat. Die Mutterserie muss man wiederum nicht näher kennen, sie spielt, zumindest in den ersten Folgen, keinerlei Rolle für die Geschehnisse in "Pearson" - wenn man mal von Jeff Malone absieht (D.B. Woodside aus
Wie üblich in topmodische Garderobe gewandet, stöckelt Gina Torres (die einst in Joss Whedons Kult-Serie

Eli Goree (
Strukturell baut sich das Geschehen auf einem inzwischen allzu beliebten Kniff auf: In der ersten Szene sehen wir Jessica, wie sie kompromittierendes Material über den Bürgermeister und dessen Verwicklung in den Tod des erwähnten Anti-Gentrifizierungs-Klägers vernichtet - und danach verschwindet! Klar ist, dass dieses Mysterium erst im Finale der auf zehn Episoden gestreckten Staffel geklärt wird. Zuvor springt der Plot erst einmal acht Wochen zurück, um ins Klein-Klein der Lokal-Diplomatie vorzudringen: Mit Elektro-Busunternehmern und Anwälten muss in finster ausgeleuchteten Räumen gekungelt werden; bei besonders wichtigen Gegenspielern wird in Bars antichambriert; Pearson verscherzt es sich dabei mit allen möglichen Leuten (natürlich mit Plan!) und macht vor allem den Bürgermeister und seine Keri immer wieder sehr wütend, während weite Teile der ersten Folgen daraus bestehen, dass immer wieder irgendwelche Leute im Rathaus fragen, wer denn diese großgewachsene, arrogante Frau ist, die da neuerdings ein- und ausgeht.
Die zentralen Figuren, die es als "Fall der Woche" zu "bearbeiten" gilt, werden dabei schon im Episodentitel benannt: die Stadträtin aus der Pilotfolge ("The Alderman"), die die Schließung einer Schule verhindern soll, der beleidigte Polizeipräfekt (als Gast: Jim O'Heir aus

So sehr sich aber die Regie (Kevin Bray und Silver Tree haben beide "Suits"-Erfahrung) um Tempo und stylishe Abgründigkeit bemüht, so wenig gelingt es ihr, den insgesamt wenig originellen Plot unterhaltsam zu gestalten. Die Hinter-den-Kulissen-Dialoge sind zwar durchaus solide, und die Einblicke, die sie liefern, sind ernüchternd: Letztlich besteht der Job des Bürgermeisters hier nur aus finanzieller Instant-Kosmetik, also darin, denjenigen, die gerade mal wieder am lautesten schreien, ein kleines Extra aus dem Stadtsäckel zuzuwerfen. Doch an die genannten Vorbildern im Polit-/Crime-Genre kommen die Autoren trotzdem nie heran.
Zudem wirken gerade jene Szenen, in denen Pearson sich ihrer alleinerziehenden Cousine Angela, einer angehenden Krankenschwester, widmet, besonders steif und generisch - ganz so, als müsse die taffe Ex-Juristin unbedingt als Familienfrau aufgewertet werden. Dennoch ist Gina Torres in der Titelrolle das einzige wirkliche "Asset" dieses Spin-Offs: Wie sie majestätisch durch die vielen Subplots schreitet und über deren viele Schwächen nobel hinwegspielt, ist immer noch eine Schau. Ob das alleine aber ausreicht, um sowohl Neulinge als auch eingefleischte "Suits"-Fans (die hier zu Recht den Humor vermissen werden) auf Dauer bei der Stange zu halten, darf getrost bezweifelt werden.
Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten beiden Episoden von "Pearson".
Gian-Philip Andreas
© Alle Bilder: USA Network
Aktuell wird "Pearson" in den Vereinigten Staaten beim USA Network ausgestrahlt. Einen deutschen Ausstrahlungstermin oder eine Sendeheimat ist aktuell noch nicht bekannt.
Über den Autor
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Leserkommentare
Bernd Krannich schrieb am 12.08.2019, 22.21 Uhr:
@LegendenLebenEwig: Danke für den Hinweis, die Falschschreibungen wurden korrigiert. An dieser Stelle seien mir zwei Hinweise gestattet. Einerseits: Der Autor des Texts hat die Bildbeschreibungen nicht zu verantworten, sondern aus technischen Gründen ich als sein Kollege. Andererseits ist das mit dem Namen Golec in der Tat verwirrend - und hat mich verwirrt: Die Figur des Bürgermeisters wurde vorab mit dem Namen Bobby Golec angekündigt (https://www.wunschliste.de/tvnews/m/suits-rebecca-rittenhouse-und-morgan-spector-fuer-potentielles-spin-off-engagiert), der Name kursiert daher auch in zahlreichen Quellen noch und stand etwa auch noch in unserer Castliste. Da ich die Serie noch nicht gesehen hatte, war mir die Diskrepanz nicht ins Auge gesprungen.LegendenLebenEwig schrieb am 02.08.2019, 14.48 Uhr:
Ganz gleich, was der Autor nun von Pearson halten mag (oder auch nicht);
wenn die Bildunterschrift des Chicagoer Bürgermeisters von "Bobby NOVAK" erst zu "Bobby GOLEC" und dann zu "Bobby NOVACK" wechselt, zeugt DAS eher für Verwirrung als das Staffeldurcheinander von Suits und die schlechten Programmplatzierungen von Free- & Pay-TV-Sendern !!
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