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TV-Kritik/Review: "Snatch": Stilgetreue Serienadaption von Guy Ritchies Kultfilm wirkt wie ein Relikt vergangener Zeiten
von Gian-Philip Andreas(22.05.2017)

In der jüngeren Filmgeschichtsschreibung gilt der britische Regisseur Guy Ritchie als erster und erfolgreichster Epigone von Quentin Tarantino. Letzterer hatte in den Neunzigerjahren das Genre der postmodern-ironischen, blutig grundierten Gangstergroteske erfunden, und "Bube, Dame, König, grAs", Ritchies Kinodebüt, war 1998 so etwas wie die Londoner Antwort auf "Reservoir Dogs" und "Pulp Fiction". Noch erfolgreicher wurde dann "Snatch", der Ritchie im Jahr 2000 auch in den USA einen Hype bescherte, nicht zuletzt, weil er darin Brad Pitt einen seiner groteskesten Leinwandauftritte bescherte (als irisch nuschelnder Pavee-Boxer), sondern auch, weil er darin Tote an grunzendes Borstenvieh verfüttern ließ und haufenweise trottelige Kleinganoven in absurde Szenarien verstrickte. Der deutsche Verleih-Untertitel "Schweine und Diamanten" klang zwar dämlich, fasste den hochenergetisch inszenierten Film freilich bestens zusammen.
17 Jahre später wirkt Ritchies auf größtmögliche Coolness ausgelegter Inszenierungsstil, der mit wilden Cuts, Raffern, Zeitlupen und pausenloser Musikbeschallung immer auch ein bisschen so, als habe da jemand alles mal ausprobieren wollen, was die Editierprogramme hergeben, leicht antiquiert. In den Nullerjahren gab es derart viele Tarantino- und Ritchie-Epigonen, dass man irgendwann keine Filme mit popkulturell daherquatschenden Gangstern mehr sehen wollte. Auf Ritchies patentierte Stilmittel kann heute jeder YouTuber bequem zurückgreifen, sein jüngst krachend gefloppter Kinofilm "King Arthur" demonstriert zudem, dass seine Art, Kino zu machen, heute nicht mehr ganz vorne ist, sondern eher ziemlich weit hinten.
Dennoch hat der zu Sony gehörende Streamingdienst Crackle nun eine Serie herausgebracht, die in look and feel auf Ritchies Hit "Snatch" basiert. Die Handlung ist allerdings neu, eine Taktik, die sich spätestens seitSo gibt also Schönling Luke Pasqualino (

Als Verbrecher mit Agenda positionieren sich im Dunstkreis der korrupte Cop Bob Fink (Marc Warren,
Manchmal scheint es dabei so, als hangelte sich das eher sketchartig arrangierte Geschehen von Anspielung zu Anspielung auf die Ritchie-Filme, sowohl szenisch als auch begleitmusikalisch. Schon im Prolog ist eine Coverversion des The-Clash-Hits "Bankrobber" zu hören, der einst auch in "Rock'n'Rolla" eine wichtige Rolle spielte. Der Song läuft natürlich nicht ohne Grund: Alberts Vater Vic ist Bankräuber von Beruf, verabschiedete sich aber ins Gefängnis, als sein Sohn noch ein Knirps war. Dort hält er fröhlich per FaceTime bildtelefonischen Kontakt zu Lily und Albert, während er weiter krumme Dinger organisiert und es sich gutgehen lässt: mit Lachsfrühstück und treuem Diener (Tamer Hassan). Als Vic ist, mit einiger Selbstironie und Verkleidungsfreude, Dougray Scott zu sehen, Tom Cruises Gegner aus "Mission Impossible II". Er darf auch die dicke Hornbrille weitertragen, die im Film der fiese Brick Top auf der Nase hatte.
Zitate, Action, Style: Rakoff und sein Regisseur Nick Renton, ein TV-Routinier, sind mit aller Macht bemüht, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Doch bei all dem aufgeregten Gerenne durch Londons Halbwelt (gedreht wurde netterweise in Manchester) stellt sich bald die Sinnfrage - gerade weil die Macher so beflissen versuchen, den in die Jahre gekommenen Ritchie-Stil mit jeder Menge Splitscreens, Jumpcuts, Wischblenden, eingeblendeten Textnachrichten und Zeitraffern zu imitieren. Man kann sich nicht helfen: Es wirkt derivativ, zu oft gesehen, oll, besonders auch, da die Gags zu oft auf dumpfes Junggesellenabschiedsniveau hinabsinken. Insgesamt ist hier also eine Serie entstanden, die allenfalls solchen Gangsterkomödienfans als "originell" zu empfehlen wäre, die mit Tarantino und/oder Ritchie bislang noch nie in Kontakt geraten sind - oder aber derart nostalgisch davon umweht sind, dass sie nach all den Jahren immer noch Nachschub brauchen. Alle anderen dürfen ziemlich bald ratlos mit der Schulter zucken: Wer braucht's?
Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten beiden Episoden der Serie "Snatch".
© Alle Bilder: Crackle
Die Serie wurde am 16. März 2017 auf dem Streamingdienst Crackle verfügbar gemacht. In Deutschland startet sie am 23. Mai 2017 auf Sonys deutschem Pay-TV-Sender AXN.
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