Registrierung zur E-Mail-Benachrichtigung
Anmeldung zur kostenlosen Serienstart-Benachrichtigung für
- E-Mail-Adresse
- Für eine vollständige und rechtzeitige Benachrichtigung übernehmen wir keine Garantie.
- Fragen & Antworten
TV-Kritik/Review: "Star City": Traue niemandem im Sternenstädtchen!
von Gian-Philip Andreas(28.05.2026)

In der Sci-Fi-Serie
In der schnöden Wirklichkeit unserer Timeline, die wir als "historisch" bezeichnen, starb Sergei Koroljow, offiziell nur glavny konstruktor (Chefkonstrukteur) genannt, 1966 auf einem Operationstisch. Mit dem Tod des Masterminds hinter dem sowjetischen Raumfahrtprogramm ging der entscheidende Input verloren: Den "Wettlauf ins All" gewannen die US-Amerikaner. 1969 tat Neil Armstrong, Kommandant der Apollo-11-Mission, den ersten Menschenschritt auf dem Mond.
In jener Welt jedoch, die sich das Autorentrio Ronald D. Moore, Ben Nedivi und Matt Wolpert für "For All Mankind" zusammenfantasiert haben, sind die Sowjets den US-Amerikanern zuvorgekommen, Koroljow ist noch am Leben. Die erste bemannte Mondlandung wird zur Demütigung des Westens. Die Auswirkungen des durch diese Umstände befeuerten Wettbewerbs um sozialen Fortschritt und technologischen Erfindungsgeist im Kalten Krieg waren im Folgenden Gegenstand der Serie, in der es irgendwann sogar Marskolonien zu bestaunen gab - während sich der Reiz der Ursprungsidee irgendwann ein kleines bisschen verflüchtigte.Ein Neustart auf anderem Gleis passt daher ganz gut. Der Titel "Star City" zeigt an, worum es geht: Im berühmten "Sternenstädtchen" Swjosdny Gorodok, abgeschieden gelegen in den Wäldern nordöstlich von Moskau, befand sich seit 1960 das Ausbildungszentrum der sowjetischen Kosmonauten. Auch heute noch werden dort, im Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum, russische Raumfahrtanwärter beherbergt. Namensgeber Gagarin, der erste Mensch im Weltall, kommt in "Star City" zwar nicht vor (er starb in beiden Realitäten bereits 1968), bleibt aber eine gern genutzte Referenz.

Die Serie führt also auf die sowjetische Seite des Geschehens, die in "For All Mankind" meist nur von außen betrachtet wurde und erst allmählich in den Plot einsickerte. Hier aber springt dasselbe Autorentrio an den Anfang zurück und wechselt den Blickwinkel. Die erste Episode beginnt kurz nach der ersten bemannten Mondlandung, sie fädelt sowohl die Bemühungen der Raumfahrtbosse um das weitere (PR-)Vorgehen ein als auch die Maßnahmen, die der sowjetische Geheimdienst KGB gegen alles einleitet, was weiteren Erfolgen im Weg stehen könnte.
In dieser Erzählwelt ist der "Chefkonstrukteur" noch am Leben. Wie sehr diese Figur mit dem realen Koroljow in eins gesetzt werden darf, bleibt gezielt im Unklaren. Er wird nie beim Namen genannt, stets nur mit "Chief Designer" angesprochen. Zu gefährlich wäre die Veröffentlichung seiner Identität, nichts mehr fürchtet die Sowjetunion als Attentate und Abwerbungsversuche, und wie abhängig man von Koroljow war, zeigt die reale Geschichte. Verkörpert wird der "Chief Designer" von Rhys Ifans, der früher mal als Kasper vom Dienst durch Filme wie
In der ersten Episode geht es um die erste Frau auf dem Mond, ein PR-Manöver, mit dem die Sowjets die Konkurrenz gleich ein zweites Mal zu demütigen trachten. Um wen es geht, wissen "For All Mankind"-Fans bereits: Anastasia Belikova. Denn weil die eigentlich vorgesehene Star-Kosmonautin Akhmatova einer Bezichtigung zum Opfer fällt, wird die eigenbrötlerische Anastasia (Alice Englert,
Ihr unerschrockener Einsatz bei der problembehafteten Mondlandung sorgt für Furore, ihre improvisierte Dankesrede jedoch für erste Reibereien mit der Obrigkeit. Im weiteren Verlauf wird die Entfremdung durchgespielt, die Anastasia befällt, als sie als werbewirksames Gesicht der sowjetischen Weltall-Grandezza durch Europa gereicht wird und sicherheitshalber zwangsverheiratet werden soll. Der designierte Gatte ist Kosmonautenkollege Sasha Polivanov (Solly McLeod,

Neben den Kosmonauten stehen in "Star City" aber auch jene Leute im Vordergrund, die sie beobachten und bewachen - vorgeblich, um Schaden von der Sowjetunion fernzuhalten. Den KGB im Sternenstädtchen vertritt die weltkriegserfahrene Lydumilla Raskova, "Nachthexe" genannt und entsprechend eisig verkörpert von Anna Maxwell Martin (
Gleich zu Beginn kann Raskova einen Neuling begrüßen - für "For All Mankind"-Kenner eine alte Bekannte. Irina Morozova war (gespielt von Svetlana Efremova) in der vierten Staffel eine mächtige Sowjet-Funktionärin, in "Star City" nun, dreißig Jahre früher angesiedelt, wird ihre Origin Story erzählt. Als alleinerziehende Mutter beginnt sie eine Stelle als KGB-Hilfskraft, dazu abgestellt, Abhörbänder abzutippen. Weil sie mit dem Abhören von Sasha, Valya und dessen in Star City erheblich gelangweilter Frau Tanya (Ruby Ashbourne Serkis,
Während die Geschicke von Irina, Anastasia, Tanya, den Kosmonauten und Raskova in den weiteren Episoden wechselweise näher herangezoomt werden, bleibt der Fokus durchgehend auf dem Chief Designer und seinen Plänen. Als Nächstes peilt er nämlich, zum Ärger der Funktionäre, die Venus an. In sein klandestin operierendes Team nimmt er nur besonders gewiefte Wissenschaftler auf - neben Lakshmi (immer toll: Priya Kansara aus
Wohin bei alldem die Reise geht, das werden die finalen Episoden zeigen müssen. Ob sich "Star City" als ähnlich ausdauernd erweist wie "For All Mankind"? Ungewiss. Es wäre aber zu wünschen, dass daraus mehr wird als nur eine Bonus-Miniserie, denn das, was bislang zu sehen ist, überzeugt fast auf ganzer Linie, gerade weil der Tonfall so ganz anders gelagert ist.

Obwohl "Star City" doch von den "Gewinnern" in dieser alternativen Geschichtswelt handelt, präsentiert sich die Serie düsterer, kälter und pessimistischer als "For All Mankind". Das beginnt mit den klaustrophobischen grau-braunen Interieurs des Sternenstädtchens und setzt sich fort im verschlossenen Habitus der meisten Charaktere oder in den von Geheimnissen, Spionage, Betrug und Gegenbetrug dominierten Handlungssträngen; selbst die Titelsequenz wirkt mit ihrer sowjetkalten Betondenkmalsymbolik beklemmend.
Gewiss, diese allgemeine Düsternis, die angelsächsische Filmemacher gerne als Stilmittel einsetzen, wenn es um den "dunklen" Osten hinter dem Eisernen Vorhang geht, ist ein Stereotyp. Debattieren kann man darüber ebenso sehr wie über die Sowjet-Bosse, die am Rande ähnlich klischeehaft durch die Szenen schnarren. Und doch passt dieses Nachtfinstere durchaus in den Aufbau der von der Serie verfolgten fundamentalen Misstrauenskulisse. Nicht nur die körnigen Bilder und die überall lauernden Schatten, auch der zaudernde Argwohn vieler Figuren erinnert an die Paranoiathriller aus dem Kino der Siebziger, von
Bleibt noch die Frage, wie sehr der Alternativ-Authentizität der in Litauen gedrehten Serie der Umstand im Weg steht, dass die sowjetischen Figuren (anders als in "For All Mankind") von britischen Schauspielern verkörpert werden und allesamt Englisch sprechen, während alle Akten, Briefe und sonstigen Schriftstücke trotzdem kyrillische Buchstaben zeigen. Wie beim HBO-Hit
Apple TV veröffentlicht die ersten beiden Folgen von "Star City" am 29. Mai, danach geht es immer freitags mit den nächsten Episoden weiter.
Über den Autor
auch interessant
Leserkommentare
Altea schrieb am 02.06.2026, 23.50 Uhr:
Ich finde es nicht gerade versöhnlich und diplomatisch, die Sowjets bzw. Russen in ihrem Verhalten so abscheulich darzustellen. Dadurch wird auf perfide Art und Weise noch mehr kontraproduktive Russophobie im Zuschauer erzeugt. Früher berichteten deutsche Russlandkorrespondenten immer, dass sie dort die herzlichsten und liebenswertesten Menschen kennengelernt hätten. Dadurch empfinde ich die Serie bisher eher wie einen US-Propagandafilm gegen den Konkurrenten in Übersee.Lippi73 schrieb am 14.06.2026, 17.36 Uhr:
Beide serien For All Mankind und Star City spielen in einer alternativen
Realität, in der die Sowjetunion 1990 nicht zusammengebrochen ist wird
in der Mutterserie ja gezeigt, ich nehme an das Star City auch jede
Staffel ein Jahrzent Später Spielt so wie in der Mutterserie.BenWock schrieb am 08.06.2026, 15.52 Uhr:
Ich sehe weder in "For All Mankind" noch in "Star City" eine russophobe Grundhaltung - die Figuren aus der Sowjetunion haben in beiden Serien eine fast durchgehend positive Charakterzeichnung bzw. werden ebenso wie ihre US-Pendants mit gleichermaßen positiven wie negativen Eigenschaften dargestellt. Insbesondere in "Star City" wird sehr gut differenziert gezeigt, wie sich das Sowjetsystem und seine Bürokratie gegen seine Bürger verselbständigt haben und die "Logik" des Apparats sie in Doppelleben zwingt, in denen sie jeweils ein (liebenswertes) privates Gesicht und ein offizielles (mitunter grausames) Gesicht haben (müssen).SerienFan_92 schrieb am 28.05.2026, 22.47 Uhr:
Muss man denn die Mutterserie gesehen haben, um dieses Spin-Off zu gucken ?
Oder ist die Handlung auch so verständlich ?Lippi73 schrieb am 14.06.2026, 17.37 Uhr:
SerienFan_92 jasollte man Gesehen Haben.Zuckerkorn schrieb am 31.05.2026, 04.44 Uhr:
Du kannst ohne die Mutterserie bedenkenlos starten.
Meistgelesene TV-News
- "Die Landarztpraxis - Team Sonnenhof": Dieser Schlagerstar übernimmt Gastrolle in neuem Ableger
- Bericht: Sebastian Lege und ZDF gehen getrennte Wege
- "GZSZ"-Spoiler: Sie ist die Mörderin von Zoe und Carlos!
- Sat.1 backt gnadenlos weiter: "Das große Backen" folgt auf Profi-Bäcker
- "Gefragt - Gejagt": Diese Promis sind beim nächsten Quiz-Marathon dabei
Neueste Meldungen
"Im Grunde Mord": Neue ZDF-Krimiserie geht in die Verlängerung
Böhmermann, Frier, Maischberger und viele mehr: Promi-Auflauf beim Sommerfest der Film- und Medienstiftung NRW & DWDL
"Treasure & Dirt": Trailer zur Krimiserie mit Michael Dorman um brutalen Mord in einer Minen-Siedlung
"The Way Out": Das ist neu in Staffel 2 der Escape-Room-Show
Specials
"Nur für dein Leben": Spektakel der Unwahrscheinlichkeiten
"Mermaids to Lovers": Die neue Young-Adult-Serie, die nicht unbedingt hält, was sie verspricht
"Every Year After": Ein Seestädtchen voller Schmachthaken
"Kap der Angst": Javier Bardem dreht Anwaltsfamilie durch den Fleischwolf
Die 10 besten Sherlock-Holmes-Adaptionen
Die 5 besten und die 5 schlechtesten Verfilmungen nach Stephen King
Die 10 besten Murder Mysterys
Neue Trailer
Update "23 000 Leben": Netflix mit Termin und Trailer für Film über Hilfsmission aus Deutschland
Update "The Westies": Langer Trailer zum Krimidrama mit "Bosch"-Star Titus Welliver und Oscar-Preisträger J.K. Simmons
"Vigil": Suranne Jones und Rose Leslie verschlägt es in neuem Trailer in die Arktis
Update "Heartstopper": Trailer zum Abschlussfilm des Netflix-Serienhits
Paramount+-Highlights im Juli: "Star Trek: Strange New Worlds" (Staffel 4) und "Diarra From Detroit"
Die Vorschau - Unser neuer Podcast
























![[UPDATE] "23 000 Leben": Netflix mit Termin und Trailer für Film über Hilfsmission aus Deutschland](https://bilder.wunschliste.de/gfx/pics/Szenefoto-Zum-Neuen-Noch-Namenlosen-Netflix-Film.jpg)
![[UPDATE] "The Westies": Langer Trailer zum Krimidrama mit "Bosch"-Star Titus Welliver und Oscar-Preisträger J.K. Simmons](https://bilder.wunschliste.de/gfx/pics/J-K-Simmons-Als-Gangsterboss-Eamon-Sweeney_686674.jpg)

![[UPDATE] "Heartstopper": Trailer zum Abschlussfilm des Netflix-Serienhits](https://bilder.wunschliste.de/gfx/pics/Der-Cast-Von-Heartstopper-Auch-Im-Abschlussfilm-Dabei_343043.jpg)
