Das Film- und Fernsehserien-Infoportal

Log-In für "Meine Wunschliste"

Passwort vergessen

  • Bitte trage Deine E-Mail-Adresse ein, damit wir Dir ein neues Passwort zuschicken können:
  • Log-In | Neu registrieren

Registrierung zur E-Mail-Benachrichtigung

  • Anmeldung zur kostenlosen TV-Termin-Benachrichtigung für

  • E-Mail-Adresse
  • Für eine vollständige und rechtzeitige Benachrichtigung übernehmen wir keine Garantie.
  • Fragen & Antworten

Nach KI-Skandal im "heute journal": ZDF stellt Maßnahmenkatalog vor

von Glenn Riedmeier in News national
(13.03.2026, 12.52 Uhr)
Dr. Norbert Himmler als ZDF-Intendant wiedergewählt
ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten
ZDF/Marcus Höhn
Nach KI-Skandal im "heute journal": ZDF stellt Maßnahmenkatalog vor/ZDF/Marcus Höhn

Die Ausgabe des ZDF- "heute journals" vom 15. Februar führte zu einem Eklat: Der Einsatz von gefälschten KI-Bildern und Videoszenen aus einem anderen Kontext führte zu einer erneuten Diskussion über die Glaubwürdigkeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (TV Wunschliste berichtete). Das ZDF nimmt den Vorfall sehr ernst und hat weitreichende Konsequenzen angekündigt. Die verantwortliche Autorin musste bereits ihren Hut nehmen (TV Wunschliste berichtete). Darüber hinaus kündigte der Sender verpflichtende Schulungen für Mitarbeiter sowie die Erstellung eines Maßnahmenkatalogs an, damit so etwas hoffentlich nicht noch einmal passiert. Die ZDF-Chefredaktion hat diesen Maßnahmenkatalog nun dem ZDF-Fernsehrat in der Sitzung vom heutigen Freitag, den 13. März, vorgestellt.

So habe man im Rahmen der Aufarbeitung fünf Handlungsfelder identifiziert, die an die genannten Fehler im "heute journal" anknüpfen. Zugleich seien die zukünftigen Herausforderungen des Qualitätsjournalismus in den Blick genommen und ein ganzheitliches Maßnahmenfeld erarbeitet worden. Folgende Maßnahmen wurden vorgestellt:

  • 1. Die Chefredaktion stärkt das Wissen zu Künstlicher Intelligenz im redaktionellen Zusammenhang systematisch und nachhaltig.
  • 2. Die Chefredaktion baut die Kompetenzen zur Verifikation von Bildmaterial in den Redaktionen aus.
  • 3. Fremdmaterial kommt nur im Rahmen einer verbindlichen Quellenhierarchie zur Ausstrahlung.
  • 4. Die Abnahmeprozesse werden an die Herausforderungen des Digitalen angepasst.
  • 5. Es wird eine Fehlerkultur gestärkt, in der Fehler transparent benannt, konsequent aufgearbeitet und korrigiert werden.

Chefredakteurin Bettina Schausten erläuterte auf der Sitzung dem ZDF-Fernsehrat, welche Lehren das ZDF aus dem Fehler zieht: Glaubwürdigkeit ist unser höchstes Gut. Wir zeigen mit den beschlossenen Maßnahmen, dass es uns mit der Aufarbeitung sehr ernst ist. Die Arbeit an einer nachhaltigen Qualitätssicherung ist damit nicht beendet, sondern bleibt eine Daueraufgabe - zumal im KI-Zeitalter, das gerade erst begonnen hat. Dafür machen wir uns fitter.

Die Fernsehratsvorsitzende Gerda Hasselfeldt stellt klar: Das Publikum erwartet vom ZDF zu Recht auch im Zeitalter von KI verlässliche Informationen. Wenn aber dennoch einmal Fehler passieren, müssen diese gründlich aufgearbeitet werden. Wichtige und richtige Schritte dazu sind eingeleitet worden. Nun müssen die vorgestellten Maßnahmen zur Sicherung der journalistischen Standards konsequent Anwendung finden. Deren Wirksamkeit wird der Fernsehrat zu gegebener Zeit prüfen.

Dr. Norbert Himmler als ZDF-Intendant wiedergewählt - ohne Gegenkandidat

Auf der heutigen Sitzung des ZDF-Fernsehrats wurde auch Intendant Dr. Norbert Himmler in seinem Amt bestätigt. Die Wiederwahl hat allerdings einen Beigeschmack: Denn kurzfristig zog Gegenkandidatin Floria Fee Fassihi ihre Bewerbung als neue Intendantin zurück - wodurch Himmlers Wahl letztendlich ohne Gegenkandidat stattfand. Dies führte dann auch wenig überraschend zu einem sehr eindeutigen Ergebnis: Von den 53 anwesenden Fernsehratsmitgliedern stimmten 48 für Himmler. Es gab 3 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen. Die erforderliche Mehrheit lag bei 36 Stimmen. Die zweite Amtszeit von Norbert Himmler, der das ZDF seit 2022 leitet, beginnt am 15. März 2027 und dauert weitere fünf Jahre.

Norbert Himmler: Ich danke den Mitgliedern des Fernsehrates für das in mich gesetzte Vertrauen. Wir haben in den letzten vier Jahren in der Geschäftsleitung und gemeinsam mit den Mitarbeitenden wichtige Weichen für die Zukunft des ZDF gestellt. Heute habe ich meine Ziele und Pläne für die kommenden Jahre präsentiert. Um diese in herausfordernden Zeiten umsetzen zu können, braucht es weiter die kritische Begleitung und den Rückhalt von Fernsehrat und Verwaltungsrat. Ich werde meinen Beitrag dazu leisten, das ZDF für die Herausforderungen der digitalen Zukunft bestens aufzustellen.

Der wiedergewählte ZDF-Intendant bezog auch Stellung zur Aufarbeitung des Vorfalls im "heute journal": Als öffentlich-rechtlicher Sender tragen wir eine besondere redaktionelle und publizistische Verantwortung. Es ist unabdingbar, dass sich die Zuschauerinnen und Zuschauer auf unsere unabhängige, ausgewogene und transparente Berichterstattung verlassen können. Das ist die Grundlage unseres Auftrags. Wenn uns dabei - wie in diesem Fall - Fehler unterlaufen, müssen wir sie benennen, sie aufarbeiten und aus ihnen lernen.



Mehr zum Thema:

auch interessant

Beitrag melden

  •  

Leserkommentare