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Nach KI-Skandal im "heute journal": ZDF stellt Maßnahmenkatalog vor

Die Ausgabe des ZDF-
So habe man im Rahmen der Aufarbeitung fünf Handlungsfelder identifiziert, die an die genannten Fehler im "heute journal" anknüpfen. Zugleich seien die zukünftigen Herausforderungen des Qualitätsjournalismus in den Blick genommen und ein ganzheitliches Maßnahmenfeld erarbeitet worden. Folgende Maßnahmen wurden vorgestellt:
- 1. Die Chefredaktion stärkt das Wissen zu Künstlicher Intelligenz im redaktionellen Zusammenhang systematisch und nachhaltig.
- 2. Die Chefredaktion baut die Kompetenzen zur Verifikation von Bildmaterial in den Redaktionen aus.
- 3. Fremdmaterial kommt nur im Rahmen einer verbindlichen Quellenhierarchie zur Ausstrahlung.
- 4. Die Abnahmeprozesse werden an die Herausforderungen des Digitalen angepasst.
- 5. Es wird eine Fehlerkultur gestärkt, in der Fehler transparent benannt, konsequent aufgearbeitet und korrigiert werden.
Chefredakteurin Bettina Schausten erläuterte auf der Sitzung dem ZDF-Fernsehrat, welche Lehren das ZDF aus dem Fehler zieht: Glaubwürdigkeit ist unser höchstes Gut. Wir zeigen mit den beschlossenen Maßnahmen, dass es uns mit der Aufarbeitung sehr ernst ist. Die Arbeit an einer nachhaltigen Qualitätssicherung ist damit nicht beendet, sondern bleibt eine Daueraufgabe - zumal im KI-Zeitalter, das gerade erst begonnen hat. Dafür machen wir uns fitter.
Das Publikum erwartet vom ZDF zu Recht auch im Zeitalter von KI verlässliche Informationen. Wenn aber dennoch einmal Fehler passieren, müssen diese gründlich aufgearbeitet werden. Wichtige und richtige Schritte dazu sind eingeleitet worden. Nun müssen die vorgestellten Maßnahmen zur Sicherung der journalistischen Standards konsequent Anwendung finden. Deren Wirksamkeit wird der Fernsehrat zu gegebener Zeit prüfen.
Dr. Norbert Himmler als ZDF-Intendant wiedergewählt - ohne Gegenkandidat
Auf der heutigen Sitzung des ZDF-Fernsehrats wurde auch Intendant Dr. Norbert Himmler in seinem Amt bestätigt. Die Wiederwahl hat allerdings einen Beigeschmack: Denn kurzfristig zog Gegenkandidatin Floria Fee Fassihi ihre Bewerbung als neue Intendantin zurück - wodurch Himmlers Wahl letztendlich ohne Gegenkandidat stattfand. Dies führte dann auch wenig überraschend zu einem sehr eindeutigen Ergebnis: Von den 53 anwesenden Fernsehratsmitgliedern stimmten 48 für Himmler. Es gab 3 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen. Die erforderliche Mehrheit lag bei 36 Stimmen. Die zweite Amtszeit von Norbert Himmler, der das ZDF seit 2022 leitet, beginnt am 15. März 2027 und dauert weitere fünf Jahre.
Norbert Himmler: Ich danke den Mitgliedern des Fernsehrates für das in mich gesetzte Vertrauen. Wir haben in den letzten vier Jahren in der Geschäftsleitung und gemeinsam mit den Mitarbeitenden wichtige Weichen für die Zukunft des ZDF gestellt. Heute habe ich meine Ziele und Pläne für die kommenden Jahre präsentiert. Um diese in herausfordernden Zeiten umsetzen zu können, braucht es weiter die kritische Begleitung und den Rückhalt von Fernsehrat und Verwaltungsrat. Ich werde meinen Beitrag dazu leisten, das ZDF für die Herausforderungen der digitalen Zukunft bestens aufzustellen.
Der wiedergewählte ZDF-Intendant bezog auch Stellung zur Aufarbeitung des Vorfalls im "heute journal": Als öffentlich-rechtlicher Sender tragen wir eine besondere redaktionelle und publizistische Verantwortung. Es ist unabdingbar, dass sich die Zuschauerinnen und Zuschauer auf unsere unabhängige, ausgewogene und transparente Berichterstattung verlassen können. Das ist die Grundlage unseres Auftrags. Wenn uns dabei - wie in diesem Fall - Fehler unterlaufen, müssen wir sie benennen, sie aufarbeiten und aus ihnen lernen.
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Leserkommentare
addicted4series schrieb am 15.03.2026, 21.29 Uhr:
Wenn man kein "Erbsenzähler" ist und man halbwegs mit beiden Beinen im Leben steht (und die ganzen wirtschaftl. Krisen derzeit in Europa realistisch einzuordnen weiß), wirkt die ganze KÜNSTLICHE EMPÖRUNG diesbezüglich inzwischen mehr als albern und übertrieben!
Auch in der TV-Branche des ÖRR passieren nun einmal Fehler (wie sonst überall auch) - die jedoch schon zur Gänze zu Tode analysiert und Konsequenzen gezogen wurden. Irgend wann ist auch mal gut -
KI ist eben kein HARMLOSES HELFERLEIN (dass man einfach machen lassen kann) - und sollte immer wieder von Neuem hinterfragt werden.MrMagoo schrieb via tvforen.de am 15.03.2026, 08.35 Uhr:
TV Wunschliste schrieb:
------------------------------------------------So habe man im Rahmen der Aufarbeitung fünf
Handlungsfelder identifiziert, die an die
genannten Fehler im "heute journal" anknüpfen.
Zugleich seien die zukünftigen Herausforderungen
des Qualitätsjournalismus in den Blick genommen
und ein ganzheitliches Maßnahmenfeld erarbeitet
worden. Folgende Maßnahmen wurden vorgestellt:
1. Die Chefredaktion stärkt das Wissen zu
Künstlicher Intelligenz im redaktionellen
Zusammenhang systematisch und nachhaltig.
2. Die Chefredaktion baut die Kompetenzen zur
Verifikation von Bildmaterial in den Redaktionen
aus.
3. Fremdmaterial kommt nur im Rahmen einer
verbindlichen Quellenhierarchie zur Ausstrahlung.
4. Die Abnahmeprozesse werden an die
Herausforderungen des Digitalen angepasst.
5. Es wird eine Fehlerkultur gestärkt, in der Fehler
transparent benannt, konsequent aufgearbeitet und
korrigiert werden.
Das liest sich ja ganz nett und ist auch schön durch das Wörtchen "stärkt" abgesichert, allerdings frage ich mich dennoch, wie es kommt, daß diese 5 "Handlungsfelder" erst durch eine Aufarbeitung identifiziert werden konnten?!
Sollten das nicht die Grundlagen einer jeden sorgfältigen, professionellen journalistischen Tätigkeit sein? 1. + 2. Die Chefredaktion stärkt das Wissen [...] systematisch und nachhaltig / baut die Kompetenzen zur Verifikation des Bildmaterials in den Redaktionen aus.
==Damit kann ich erstmal wenig anfangen: Liegt es nicht auf der Hand, daß Wissen aufgefrischt und erweitert wird? Das ist doch in jeder Branche so?! Dazu gibt es Fort- und Weiterbildungen usw. Mit dem Begriff "nachhaltig" habe ich immer so meine Schwierigkeiten: Das ist mittlerweile eine reine Worthülse und bedeutet so gut wie nichts. Oder wie will man Wissen "nachhaltig stärken"?! Wissen hat man oder nicht.
"Ausbau der Verifikation des Bildmaterials" - wenn man das so liest, dann klingt das, als sei der Arbeitsvorgang der Bildverifikation im ZDF irgendwo in den 70er Jahren stehengeblieben. Eigentlich müßte das im Bereich des Journalismus und v.a. im staatlichen Fernsehen automatisch 'ausgebaut' und angepaßt werden - im Grunde sind das doch auch Grundpfeiler einer journalistischen Arbeit. Man stellt doch auch keinen Koch ein, dem man erklären muß, wie Kartoffeln geschält werden?! 3. Fremdmaterial kommt nur im Rahmen einer verbindlichen Quellenhierarchie zur Ausstrahlung
==Das hat allerdings auch wieder so einen Beigeschmack: Was ist denn genau eine "verbindliche" Quellenhierarchie und wieso überhaupt eine Hierarchie?
Material kann zunächst immer verwendet werden, wenn die Quelle angegeben wird, auch, wenn die Quelle möglicherweise als "unseriös" (was immer das auch heißen mag) angesehen wird - das kann dann im Zuge des journalistischen Beitrags erläutert werden. Auch Material, von dem man nicht genau weiß, woher es stammt, kann dem Nachrichtenzuschauer präsentiert werden - es muß eben nur explizit gesagt werden, wie es um die Herkunft desselben steht. Das Vorenthalten von Informationen jedenfalls ist auch nicht dienlich. 4. Die Abnahmeprozesse werden an die Herausforderungen des Digitalen angepaßt.
==Damit kann ich gar nichts anfangen?!
Kann das jemand hier im Forum erläutern? 5. Es wird eine Fehlerkultur gestärkt, in der Fehler transparent benannt, konsequent aufgearbeitet und korrigiert werden.
==Das ZDF zeigt doch, daß es das im Grunde gar nicht kann oder will, wenn ein Format wie das heute-journal das nicht auch in der Vergangenheit stets als Grundlage seiner Arbeit angesehen und dies auch immer wieder aktualisiert und dadurch "gestärkt" hat?!
Alles in allem finde ich diese Punkte, die ja vom ZDF erst identifiziert werden mußten, selbst so logisch, daß mir die Ungereimtheiten erst durch meine eigenen Überlegungen auffielen: Und je mehr man darüber nachdenkt, desto merkwürdiger eigentlich, daß es für das ZDF augenscheinlich so schwierig war, diese Punkte zu benennen bzw. herauszupolieren.macabros schrieb via tvforen.de am 16.03.2026, 07.59 Uhr:
MrMagoo schrieb:...4. Die Abnahmeprozesse werden an die
Herausforderungen des Digitalen angepaßt.
==> Damit kann ich gar nichts anfangen?!
Kann das jemand hier im Forum erläutern?
...Das ist Mediensprech im Sinne von:
Schnelle Taktung und kurzfristige Veröffentlichung in der digitalen Newswelt von z. B. Breaking News vereinbart mit (verhältnismäßigen und den fremdbestimmten Rahmenbedingungen angeglichenen) Qualitätssicherungsinstrumenten die vorher schon definert wurden. (Quellenklärung, Klärung auf Faktensicherung, Sachliche Darstellung vor Meinungsbildung, ...)George Bailey schrieb via tvforen.de am 15.03.2026, 10.40 Uhr:
Das erscheint schon so, schwer sich vorzustellen, dass all diese Punkte bislang NICHT berücksichtigt wurden... Jedoch...:Was sollen sie denn nun sonst tun?Klar nochmal sagen, was falsch lief, und was nun die Konsequenzen sind, ist doch das Bestmögliche, oder? Wenn sie einen dieser Punkte NICHT erwähnt hätten, würde man es sofort als Vertuschung empfinden, also eben redundante Wiederholung, besser als umgekehrt.
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