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Interview mit Jochen Bendel: "Beim normalen 'Big Brother' will ich keine Medien-Profis sehen."
(18.09.2015)

wunschliste.de: Einige Zuschauer haben sich bei den letzten regulären
Jochen Bendel: Das ist einer der Punkte, die mir persönlich sehr wichtig sind. Beim normalen "Big Brother" will ich Leute von nebenan sehen und keine Medien-Profis. Ich habe schon einige Bewohner der neuen Staffel getroffen, die ich noch nie zuvor irgendwo gesehen habe. Auf der anderen Seite ist dank Facebook, Instagram, Snapchat etc. ja heutzutage keiner mehr wirklich "unbekannt".
"Big Brother" hat in gewisser Weise nun auch die Aufgabe, den Ruf von Reality-TV in Deutschland wiederherzustellen, nachdem Sat.1 mit
JB: Dazu kann ich nur sagen, dass "Big Brother" und "Newtopia" zwei völlig verschiedene Formate sind.
Sie haben in der Vergangenheit oft genug bewiesen, dass Sie das Format wirklich kennen und mögen, und es für Sie nicht nur ein Job ist, den man eben erledigen muss. Wie wichtig ist es, sich als Moderator von "Big Brother" auch für das Format begeistern zu können? Wie intensiv werden Sie die kommende Staffel verfolgen?
JB: Ich halte es für eine wichtige Voraussetzung, sich mit dem Format identifizieren zu können - und ich kann sagen, dass ich "Big Brother" wirklich liebe. Es macht den Zuschauern mehr Spaß, wenn sie merken, dass der Moderator mit dem Herzen dabei ist. Ich werde mir jeden Tag die Tageszusammenfassung ansehen und mich zusätzlich über den Livestream von Sky auf dem Laufenden halten. Das gehört dann zu meinem täglichen Ritual.
JB: Grundsätzlich bin ich eigentlich gegen "Lästern". Wenn es um Promis geht, finde ich es berechtigt, das Geschehen humorvoll und satirisch aufzuarbeiten, weil sie wissen, worauf sie sich einlassen. Ich habe durch meine Teilnahme an
2014 wirkten Sie selbst beim Dschungelcamp mit, dem größten Konkurrenten von "Big Brother". Sie kennen also beide Seiten einer Realityshow - als Teilnehmer und Moderator. Was haben Sie durch ihre Mitwirkung bei "IBES" gelernt? Können Sie besser nachvollziehen, weshalb manche Bewohner schon nach kurzer Zeit zusammenbrechen, weinen oder die Nerven verlieren?
JB: Ja, ich habe selber erlebt, wie es ist, so abgeschieden zu sein und sich auf zehn andere Leute einstellen zu müssen. Ich habe festgestellt, wie hart es sein kann, der Gruppendynamik ausgeliefert zu sein - gerade wenn man sich nicht durch Handy oder anderen Luxus ablenken kann. Es ehrt mich sehr, dass ich nach diesen eigenen Erfahrungen nun wieder auf die andere Seite wechseln und die zwölfte "Big Brother"-Staffel moderieren darf.
Was macht für Sie den Reiz an "Big Brother" im Vergleich zu "Promi Big Brother" aus?
JB: Das Tolle daran ist, dass die Bewohner noch so "unverdorben" sind und nicht so sehr mit der Kamera spielen. Klar streben auch viele von ihnen nach Bekanntheit, aber im Vergleich zu den Promis denken sie nicht so strategisch. Im Idealfall machen sie mit, weil sie wirklich Lust auf das Format haben und nicht, um sich selbst zu promoten.
Viele Sender bedauern, dass sie junge Zuschauer verlieren, weil diese inzwischen ins Internet abgewandert sind. Bei "Big Brother" scheint die Verbindung Fernsehen - Internet - soziale Netzwerke allerdings zu funktionieren. Wie erklären Sie sich, dass "Big Brother" nach nunmehr 15 Jahren immer noch viele Zuschauer fasziniert?
JB: "Big Brother" ist ein Format, das geradezu danach schreit, kommentiert und diskutiert zu werden - das war schon von Anfang an der Fall. Die Zuschauer haben das Bedürfnis, sich über die Bewohner und das Geschehen im Haus auszutauschen, zu streiten und zu diskutieren.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, ob sich Jochen Bendel ein Comeback von "Ruck Zuck" vorstellen kann und wie er die Entwicklung des Unterhaltungsfernsehens in Deutschland beurteilt.
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