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TV-Kritik/Review: "American Woman": Unterhaltsam, nicht originell

TV-Kritik/Review: "American Woman": Unterhaltsam, nicht originell

von Marcus Kirzynowski (22.06.2018)
Alicia Silverstone kämpft sich durch 1970er-Jahre-Arbeitswelt
Noch ist das Leben sorglos am Pool: Kathleen (Mena Suvari), Bonnie (Alicia Silverstone) und Diana (Jennifer Bartels)
Bild: Paramount Network
TV-Kritik/Review: "American Woman": Unterhaltsam, nicht originell/Bild: Paramount Network

Originell ist "American Woman", lose inspiriert von den Kindheitserinnerungen des Realitystars Kyle Richards ("The Real Housewives of Beverly Hills"), sicher nicht. Serien über berufstätige Frauen in den 1970er Jahren hat es in letzter Zeit einige gegeben, meistens waren sie wenig erfolgreich. Wer erinnert sich noch an Amazons "Good Girls Revolt" oder die ZDF-Eigenproduktion "Zarah"? Und natürlich weht auch ein Hauch von "Mad Men" durch das stylishe Setting dieser Serie des neu benannten Paramount Network.

Die Handlung der ersten Folge - die einzelnen Episoden sind immer nur knapp 30 Minuten lang - ist schnell zusammengefasst: Bonnie Nolan (Alicia Silverstone) ist eine jener materiell sehr gut ausgestatteten, aber trotzdem latent unzufriedenen Hausfrauen, die in den 70ern noch häufig an der Zahl waren - zumindest in Beverly Hills. Ihr Gatte Steve (James Tupper, "Men In Trees") arbeitet in der Immobilienbranche, während sich Bonnie um die beiden gemeinsamen Töchter kümmert, die Teenagerin Becca (Makenna James) und deren kleine Schwester Jessica (Lia McHugh). Ansonsten sitzt sie in ihrem teuren Eigenheim herum, das von einem Hausmädchen tipptopp gepflegt wird, oder mit ihren beiden besten Freundinnen am Pool oder in gehobenen Restaurants. Als Steve sich mal wieder entschuldigt, dass er später nach Hause komme, weil er noch arbeiten müsse, wird Bonnie misstrauisch. Kurzerhand packt sie die Kinder ins Auto und fährt zu Steves Büro, wo sie Zeugin wird, wie ihr Ehemann sich einer anderen Frau an den Hals wirft. Bonnie ist konsequent, wirft den untreuen Gatten raus und reicht die Scheidung ein. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Steve als Steuerhinterzieher gefasst wird und das angebliche Vermögen sich als unrechtmäßig erworben entpuppt. Um wenigstens das Haus für sich und ihre Töchter halten zu können, muss Bonnie dringend Geld verdienen.

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Nur, wie soll eine Frau einen Job bekommen, die seit der Schulzeit nie einer Erwerbsarbeit nachgegangen ist und deren einzige Qualifikation die Kindererziehung ist - was eben damals noch weniger als heute als Qualifikation angesehen wurde? So ist das erste Gespräch mit dem Jobcenter ernüchternd. Ihr Lebenslauf sei quasi nicht vorhanden, so die Einschätzung der Arbeitsvermittlerin. Bonnie ist jedoch eine Frau mit einem starken Willen, die nicht so schnell aufgibt. So bequatscht sie den Personalmanager eines Kaufhauses, ihr eine Chance als Verkäuferin zu geben. Sie habe zwar keine Erfahrungen im Verkauf, aber zumindest jahrelange Erfahrung als Käuferin, argumentiert Bonnie. Und so steht sie bald hinter der Theke der Schuhabteilung, in der sie selbst vor ein paar Tagen noch teure Treter shoppen war. Dort muss sie nun Bekannte aus der High Society beraten, die mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Schadenfreude auf ihren Seitenwechsel reagieren.

American Woman
Kathleen (Mena Suvari) ahnt noch nicht, dass Greg (Cheyenne Jackson) nur auf ihr Geld scharf ist...
Das hat man jetzt alles schon einmal so ähnlich irgendwo gesehen. Alicia Silverstone, bekannt geworden durch Teeniekomödien und den wohl schlechtesten Batman-Film des modernen Zeitalters ("Batman & Robin"), hat aber durchaus die passende Power und Attitüde, um dieser etwas schablonenhaften Hauptfigur Glaubwürdigkeit und Sympathie zu verleihen. Auch das übrige Ensemble kann überzeugen, vor allem die Darstellerinnen der beiden besten Freundinnen: Kathleen (Mena Suvari, "American Beauty") ist ebenso sorglos-wohlstandsverwöhnt, wie Bonnie es noch bis vor kurzem war, während sich Diana (Jennifer Bartels) schon seit längerem als berufstätige Frau in der männerdominierten Arbeitswelt beweisen muss. Als Ratgeberin für ihre Freundin taugt sie trotzdem nur bedingt, ist sie doch ständigen Herablassungen und sexuellen Anspielungen ihrer männlichen Kollegen in einer Bank ausgesetzt. Was sie aber nicht einschüchtert, in Folge 2 ihren Chef knallhart mit ihrem Anspruch zu konfrontieren, befördert zu werden.

Neben dem Komplex Beruf/Arbeit spielt natürlich auch das Liebesleben der Protagonistinnen eine Rolle. Hier wird die Verlogenheit der damaligen Zeit vor allem in der Beziehung Kathleens zu einem Casting Director deutlich. Dieser Greg (Cheyenne Jackson) ist nämlich in Wirklichkeit schwul, lebt das aber nur im Geheimen aus. So klappt der Sex mit Kathleen nur, wenn er vorher anderweitig stimuliert wurde.
American Woman
Wahlfamilie: Bonnies Freundinnen Diana (Jennifer Bartels) und Kathleen (Mena Suvari), ihre beiden Töchter Becca (Makenna James) und Jessica (Lia McHugh); Bonnie Nolan (Alicia Silverstone)
Obwohl Serienschöpfer John Riggi ein (für "30 Rock") preisgekrönter Comedyautor ist, ist "American Woman" vom Tonfall her gemäßigt. Die ernsteren Momente überwiegen fast die humoristischen. Statt vordergründiger Pointen gibt es eher Dialoge, bei denen einem das Lachen angesichts der Heuchelei und der Ungerechtigkeiten der damaligen Zeit im Hals stecken bleibt. Wie gesagt, originell ist das alles nicht und in irgendeinem Aspekt herausragend sicher auch nicht. Die Serie macht aber wenig falsch, was auch am erfahrenen Showrunner John Wells liegen könnte, der die Leitung nach dem Ausscheiden Riggis übernommen hat. Wells hat durch Serien wie "Emergency Room", "The West Wing" oder aktuell "Shameless" bewiesen, dass er es versteht, höchst unterhaltsam zu erzählen, ohne gesellschaftliche Probleme zu vernachlässigen. Ganz in diese Höhen kann sich diese Geschichte wahrscheinlich nicht aufschwingen, richtig schlecht wird es bei Wells-Serien aber offenbar auch nie. Alles in allem eine nette Serie für Zwischendurch, die es beim derzeitigen Überangebot aber schwer haben dürfte, dauerhaft ihr Publikum zu finden.


Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten zwei Episoden der Serie "American Woman".

Meine Wertung: 3.5/5


Marcus Kirzynowski
© Alle Bilder: Paramount Network



"American Woman" wird seit Anfang Juni 2018 in den USA beim Sender Paramount Network ausgestrahlt. Ein deutsche Heimat ist bisher noch nicht bekannt geworden.


US-Trailer zu "American Woman"

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Über den Autor

  • Marcus Kirzynowski
Marcus Kirzynowski ist Düsseldorfer Journalist und Serienfreund; wuchs mit "Ein Colt für alle Fälle", "Dallas" und "L.A. Law" auf; Traumarbeitgeber: Fisher & Sons, County General Notaufnahme; die Jobs auf dem Battlestar Galactica und im West Wing wären ihm hingegen zu stressig; Wunschwohnort: Cicely, Alaska. Schreibt über amerikanische und europäische TV-Serien sowie andere Kultur- und Medienthemen, u.a. für TV Wunschliste und sein eigenes Online-Magazin Fortsetzung.tv.