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TV-Kritik/Review: "Maniac": Hochwertige Zutaten verklumpen zu schwerverdaulichem Serien-Eintopf

von Marcus Kirzynowski (20.09.2018)
Starduo Emma Stone und Jonah Hil kann Netflix-Serie nicht retten
Owen (Jonah Hill) und Annie (Emma Stone) in der Standardmontour der Studeinteilnehmer in "Maniac"
Bild: Michele K. Short / Netflix
TV-Kritik/Review: "Maniac": Hochwertige Zutaten verklumpen zu schwerverdaulichem Serien-Eintopf/Bild: Michele K. Short / Netflix

Mit "Maniac" hat Netflix ein weiteres jener Prestige-Serienprojekte aus dem Boden gestampft, die seit einigen Jahren überhand nehmen: Man nehme gleich zwei Hollywood-Stars, die sich erstmals aus dem Filmbusiness in die vermeintlichen Niederungen der Serienproduktion begeben, in diesem Fall Emma Stone ("La La Land", "Birdman oder (die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)") und Jonah Hill ("21 Jump Street", "The Wolf of Wall Street"). Dazu eine High-Concept-Welt, die mit erkennbar großem Budget bis in die kleinsten Details von Ausstattung und Effekten liebevoll ausgeschmückt wird. Als Regisseur aller zehn Episoden engagiere man dann noch einen erfolgreichen Filmemacher (Cary Fukunaga), der bereits mit einem Emmy (für seine Inszenierung der ersten Staffel von "True Detective") ausgezeichnte wurde. Entsprechend hoch werden die Erwartungen von Kritikern und Serienfans, so dass eigentlich nichts mehr schief gehen kann. In diesem Fall passierte das aber leider doch, denn herausgekommen ist ein zähes, seltsam uninspiriertes Wirrwarr, bei dem auch nach den ersten drei Folgen Ratlosigkeit bleibt, was die Autoren um Patrick Somerville eigentlich erzählen wollen.

Die Auftaktfolge begleitet über fast die gesamte Laufzeit Jonah Hills Figur Owen Milgrim, Sohn einer reichen New Yorker Unternehmerfamilie. Er ist jedoch so etwas wie das schwarze Schaf des Clans, leidet an Depressionen und wurde mit Schizophrenie diagnostiziert (ob das zutrifft, bleibt im Unklaren, zumindest sieht er regelmäßig Dinge und Menschen, die nicht real zu sein scheinen). Seine große Liebe (Jemima Kirke aus "Girls" in einer unauffälligen Nebenrolle) heiratet seinen Bruder und zudem verliert er auch noch seinen Bürojob. Talent hat Owen nicht einmal zum Suizid, denn ein entsprechender Versuch am Rande einer Familienfeier endet mit einem wirkungslosen Sturz aufs Glasdach. Folge 2 verschiebt den Fokus auf die zweite Hauptfigur, die von Emma Stone gespielte Annie Landsberg, eine junge Frau mit ähnlich großen psychischen Problemen. Statt ihre Ängste und Traumata in sich hineinzufressen wie Owen, neigt Annie jedoch zu Aggressivität, wenn sie sich nicht gerade mit Drogen betäubt. In einer Rückblende erfahren wir, dass ihre Schwester Ellie (Julia Garner) bei einer gemeinsamen Autofahrt tödlich verunglückt ist, wofür sich Annie die Schuld gibt.

Erlösung von allem psychischen Leiden verspricht in beiden Fällen eine pharmazeutische Studie, für die sich sowohl Owen als auch Annie freiwillig melden. So treffen beide im Forschungszentrum von Neberdine Pharmaceutical and Biotech (kurz NPB) zusammen, gemeinsam mit einer Gruppe anderer Probanden. Getestet werden sollen drei neue Medikamente, die der ebenso geniale wie exzentrische Dr. James K. Mantleray (Justin Theroux, "The Leftovers") entwickelt hat. Teil des medizinischen Verfahrens ist auch ein Supercomputer, den ein japanischer Wissenschaftler erbaut hat und der in seinen schrankwandhaften Ausmaßen so aussieht, als sei er einer 1960er-Jahre-"Star Trek"-Folge entsprungen. Dieser Computer reagiert ausgesprochen emotional, was sich durch Hunderte Lichter äußert, die sich zu mimischen Ausdrücken zusammenfügen. Wie nun diese Behandlung wirkt, wird erst am Ende der dritten Episode halbwegs klar: Die pharmazeutischen Substanzen versetzen die Probanden, gesteuert vom Elektronenhirn, in ihrer Gedankenwelt in immer neue Settings. Im ersten davon sind Annie und Owen plötzlich ein Ehepaar, Typ Unterschicht, er trägt Vokuhila, sie Dauerwelle.

"Moderne" Behandlungsmethoden: Mit Medikamenten versorgt werden die Probanden um Owen und Annie in eine Art Tiefschlaf versetzt, in dem das Gehirn gelenkt verschiedene Szenarien ausprobiert, von Erinnerung bis absurder Phantasie.
Auf dem Papier las sich das alles vielleicht noch interessant, im Ergebnis hat "Maniac" aber mit drei Mal rund 45 Minuten eine der umständlichsten und langatmigsten Expositionen der Seriengeschichte. Des Öfteren fragt man sich, wann die Geschichte denn endlich mal richtig losgeht. Optisch wirkt die Serie wie eine Mischung aus "Blade Runner" und "12 Monkeys", allerdings im Gegensatz zu deren damals bahnbrechenden Designs absichtlich im Retro-Stil angelegt. Wie kleinere technische Erfindungen suggerieren, spielt die Handlung offenbar in einer nicht genauer definierten näheren Zukunft (neben der praktischen Erfindung automatischer Hundehaufen-Aufsammelroboter gibt es etwa auch eine Cybersexapparatur, die Mantleray eine recht real anmutende Koitussimulation ermöglicht). Nicht nur der Riesencomputer, sondern auch das Design des NPB-Firmenlogos (in IBM-Optik) oder die grün-schwarze Darstellung auf den PC-Monitoren (die offenbar noch nicht über eine grafische Benutzeroberfläche verfügen) erzeugen aber ein permanentes 70er-Jahre-Feeling. Insgesamt wirkt das Design wie aus verschiedensten Quellen und filmischen Vorbildern zusammengeklaubt, ohne dass eigene originelle Einfälle erkennbar sind.

Schlimmer ist die inhaltliche Leere der Handlung. Patrick Somerville mag offenbar die Filme von Wes Anderson oder Michel Gondry, weiß aber nicht recht, was er mit deren Versatzstücken anfangen soll. Wobei das US-"Maniac" vielleicht auch nur eine uninspirierte Adaption der gleichnamigen norwegischen Vorlage ist. Die beiden Protagonisten, mit denen sich die Zuschauer eigentlich identifizieren können müssten, wirken auch nach drei Folgen weitgehend uninteressant und unzulänglich. Wobei Annie dank der besseren schauspielerischen Leistung Stones etwas sympathischer rüberkommt. Jonah Hill hingegen mag komödiantisches Talent besitzen, das er in vielen Filmen aus dem Umfeld des Starproduzenten Judd Apatow zeigen konnte - für ernste Rollen taugt er nicht. Seine gesamte "Solofolge" bestreitet er mit eingefrorenem Gesichtsausdruck.

Dr. James K. Mantleray (Justin Theroux) hat eine eigenwillige Beziehung zum Computer, der die Studie begleitet
Inhaltlich bietet die Handlung unter der schillernden Oberfläche im Grunde nichts Neues: eine Reise durch verschiedene Innenwelten, wie sie aus Filmen wie "Inception" oder "Vergiss mein nicht!" hinlänglich bekannt ist, durchlebt von zwei einsamen Figuren, die neben sich selbst letztlich den Anderen suchen. Das kennt man alles bereits zur Genüge und vor allem wurde es schon wesentlich fesselnder umgesetzt. "Maniac" bleibt ein im Labor erdachtes Serien-(Erfolgs-)Rezept, bei der sich die einzelnen vielversprechenden Zutaten beim Kochen zu einem schwer verdaulichen Eintopf verklumpt haben.


Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten drei Episoden der Serie "Maniac".

Meine Wertung: 2.5/5

Marcus Kirzynowski
© Alle Bilder: Netflix


Die zehnteilige Miniserie "Maniac" wird am Freitag, den 21. September 2018 weltweit bei Netflix veröffentlicht.

Trailer zu Maniac


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Leserkommentare

  • Sentinel2003 schrieb am 20.09.2018, 18.55 Uhr:
    Sentinel2003Ich hatte bis heute noch nie ein Bedürfnis. "Inception" zu sehen.....da ich damals zum Erscheinen des Filmes auch sehr oft gehört und gelesen habe, daß man in diesem Film sehr schwer durchsehen würde...und, auf solche Filme habe ich null Bock!
  • matzkap schrieb via tvforen.de am 20.09.2018, 18.11 Uhr:
    matzkapAls ich eben diesen Serientitel, "Maniac", las, war mein erster Gedanke, die hätten aus dem guten, alten "Maniac" von 1980 mit Joe Spinell eine Serie gebastelt :)
  • Baphomet schrieb am 20.09.2018, 18.04 Uhr:
    Baphomet"am Freitag, den"
    ****huuust
 

Über den Autor

  • Marcus Kirzynowski
Marcus Kirzynowski ist Düsseldorfer Journalist und Serienfreund; wuchs mit "Ein Colt für alle Fälle", "Dallas" und "L.A. Law" auf; Traumarbeitgeber: Fisher & Sons, County General Notaufnahme; die Jobs auf dem Battlestar Galactica und im West Wing wären ihm hingegen zu stressig; Wunschwohnort: Cicely, Alaska. Schreibt über amerikanische und europäische TV-Serien sowie andere Kultur- und Medienthemen, u.a. für TV Wunschliste und sein eigenes Online-Magazin Fortsetzung.tv.