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Für Überraschung dürfte die neue Serie
"The Good Cop", das ist der vom Musiker Josh Groban gespielte (An-)Tony Caruso Junior, genannt TJ. Von seinem Vater hat er alles gelernt, was man wissen muss, um ein "guter Polizist" zu seien. Außer eben die Ehrlichkeit. Deren Mangel war Tony Senior (Tony Danza,
Beim Sohn musste Tony Senior als Auflage einziehen, seine Schanklizenz zurückgeben und - weil er seine Straftaten mit anderen korrupten Polizisten verübte - muss sich nun auch von der Polizei fernhalten. Doch wie früher geht Senior recht locker mit den Auflagen um, hat ein leichtes Glücksspielproblem, trinkt gerne mal einen über den Durst und mischt sich in die Arbeit seines Sohnes ein.

Für eine Netflix-Serie ist "The Good Cop" unglaublich bodenständig. Das Erzähltempo ist langsam, die Figuren zwar überzeichnet - aber gerade noch als Menschen mit Macken glaubwürdig, denen man auf der Straße oder im Büro begegnen könnte. Der Score ist leicht jazzig und melancholisch. Bei den Fällen werden den Zuschauern gegen Mitte der Episoden die Hinweise so präsentiert, dass man unmittelbar vor den Ermittlern den Täter erkennt - und der Rest der Folge davon handelt, wie TJ und Co. dem Täter dann mit verwertbaren Beweisen das Handwerk legen.
Dabei hat "The Good Cop" wie einst "Monk" auch eine tragische, menschliche Ebene. Einerseits in TJ, der von den Enthüllungen über seinen Vater ziemlich zerstört wurde. "Wenn du eine Regel brichst, brechen alle Regeln", ist nun sein Mantra. Wegen seiner zwanghaften Regeltreue eckt er bei den Kollegen an und ist zum sozial isolierten Außenseiter geworden. Andererseits ist das verbindende Element der beiden Caruso-Männer die Trauer um TJs Mutter: Sie starb bei einem "Unfall" mit Fahrerflucht vor knapp vier Jahren. Die Tatsache, dass ihr Mann Dreck am Stecken hat und der Vorfall sich vor einem gewaltigen Appartementhaus ereignet hat, es aber (bisher...) keine Augenzeugen gibt, lässt schließen, dass es sich hierbei um ein zumindest staffellanges Mysterium handelt.
Während der eingangs erwähnte Trailer von Netflix Tony Senior als Quell von lockeren Sprüchen und somit als Spaßmacher und Partytier darstellt, erweist sich seine Darstellung in der Serie ebenfalls vielschichtiger, tragischer: Denn Tonys Tage als Zentrum jeder Party sind vorbei. Die alten Freunde sind weggeschlossen, durch den Prozess gegen ihn ist er berüchtigt genug, um auch nach zehn Jahren noch erwarten zu können, dass bei der Erwähnung seines Namens ("Ich bin der Caruso.") beim Gegenüber der Groschen fällt. Auch die Tatsache, dass er seinen Sohn jeden Morgen mit einem "Trag deine (kugelsichere) Weste" verabschiedet, lässt aus allen oberflächlichen Wortgefechten seine Ängste durchscheinen.

Insgesamt präsentiert sich "The Good Cop" als ordentlich gemachter Krimi für Zuschauer, die es eher ruhig angehen lassen wollen - ganz ruhig. Ruhig, wie Fernsehserien für Zuschauer jenseits der werberelevanten Zielgruppe (also bis 49 Jahre) es vor zehn Jahren gewesen sind. Die Charaktermomente können nicht ganz überzeugen, Josh Groban ist eben kein Tony Shalhoub. Dafür hat die Serie augenscheinlich ein bedeutend höheres Budget als eine durchschnittliche Network-Serie, was sehr sehenswerte Außenaufnahmen von New York City bringt. Wenn Netflix sich nach und nach von Lizenzserien lösen will, dann muss man für gewisse Zuschauerschichten durchaus auch Formate wie "The Good Cop" ins Angebot aufnehmen. Aber ein Grund, sich ein Netflix-Abo zuzulegen, ist es bei weitem nicht.
Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten drei Episoden der Serie "The Good Cop".
Bernd Krannich
© Alle Bilder: Netflix/Michele K Short
Netflix hat die zehnteilige Auftaktstaffel zu "The Good Cop" am Freitag, den 21. September 2018 weltweit veröffentlicht.
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Leserkommentare
BejaminBlümchen schrieb via tvforen.de am 22.09.2018, 20.44 Uhr:
gerade bei Netflix entdeckt, die Serie. Bin mal gespannt, sowas wie Monk oder the Mentalist sehe ich sehr gerne.mynameistv schrieb am 21.09.2018, 12.56 Uhr:
Ich finde es aber sehr schade, dass man nicht erneut Piepers Stimme wollte.
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