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Brauchte es wirklich eine weitere Neuinterpretation der ikonischen Batman-Figur? Noch dazu mit Robert Pattinson in der Titelrolle? Jenem Darsteller, der es durch die klebrige
Die achtteilige Serie beginnt eine Woche nach den Ereignissen aus "The Batman". Für die, die den Leinwandstreifen nicht kennen, rekapituliert ein Zusammenschnitt fiktiver Newsberichte die Lage in Gotham City: Die durch den Filmbösewicht Riddler orchestrierten Explosionen haben die Dämme der Stadt zerstört und sie in Teilen geflutet. Vor allem in den ärmeren Vierteln herrscht Chaos und Verwüstung, während die wohlhabenden Bürger von der Katastrophe weitgehend verschont geblieben sind. Seit dem Tod Carmine Falcones besteht im Verbrechermilieu ein Machtvakuum, um das, so heißt es, erbittert gekämpft wird. Von diesem Gangkrieg, der in den Dialogen oft präsent ist, spürt man in manchen Phasen allerdings erstaunlich wenig. Gerade in der ersten Hälfte von "The Penguin" hätte es etwas mehr Druck auf dem Kessel sein dürfen.

Der Titelantiheld, der hier übrigens Oswald "Oz" Cobb (Farrell) und nicht, wie in den Comics, Oswald Cobblepot heißt, muss sich in der neuen Gemengelage erst einmal zurechtfinden. Gleich zu Anfang lässt sich der impulsive Gangster im Gespräch mit Carmines Sohn Alberto (Michael Zegen) zu einer folgenreichen Tat hinreißen. Weil der Erbe seines Bosses Oz' Bewunderung für einen Nachbarschaftspaten aus seiner Kindheit ins Lächerliche zieht, knallt Cobb den Falcone-Erben einfach ab. Den kurz darauf an seinem lilafarbenen Wagen herumfummelnden Teenager Victor "Vic" Aguilar (Rhenzy Feliz) verdonnert Oz im Anschluss dazu, ihm bei der Entsorgung der Leiche zu helfen. Eigentlich will er danach auch den Mitwisser aus dem Weg räumen. Doch irgendetwas sieht er in dem jungen Mann, der aus dem verrufenen Stadtviertel Crown Point stammt und bei der Flutung seine Familie verloren hat. Im Grunde traut Cobb ihm sofort über den Weg und setzt ihn gleich als seinen neuen Handlanger und Fahrer ein - was doch ein bisschen überrascht.
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"The Penguin" erzählt eine klassische Mafiastory mit verwegenen Gestalten, brutalen Morden, wechselnden Allianzen und diversen Täuschungsmanövern. Was auffällt: Auch wenn manches anders kommt, als von Oz geplant, er mehrfach improvisieren muss, ist ihm das Glück in vielen Momenten genau zu rechten Zeit hold. Weil unvorhergesehene Dinge passieren, kann er sich wiederholt aus brenzligen Situationen befreien. Und noch dazu lassen sich einige seiner Widersacher relativ leicht hinters Licht führen. Serienschöpferin Lauren LeFranc (

Spannend ist zweifelsohne, dass wir es hier mit einer Hauptfigur zu tun haben, die keineswegs dem Muster des typischen Sympathieträgers entspricht. "The Batman" zeigte Oz als schmierigen, profigierigen Verbrecher. Ein Bild, das die Serie noch einmal deutlich ausbaut. Der Mann mit dem aufgequollenen, von einer Narbe entstellten Gesicht und dem von einem deformierten Fuß herrührenden watschelnden Gang (daher sein abwertender Spitzname!) lässt ohne Wimpernzucken unschuldige Personen über die Klinge springen, um seine eigene Haut zu retten, kann erschreckend egoistisch sein und dann wieder verblüffend feinfühlig, etwa im Umgang mit seiner demenzkranken Mutter Francis (Deirdre O'Connell) oder mit seinem Schützling Vic, den er permanent anspornt, Ambitionen zu haben, sich nicht von schlechten Startschwierigkeiten im Leben aufhalten zu lassen. Cobb selbst kommt aus bescheidenen Verhältnissen und gibt sich mehr und mehr als Kämpfer für die Armen und Übersehenen aus. Ist er nur ein skrupelloser Populist? Ein berechnender Machtmensch? Oder liegt ihm das "einfache" Volk tatsächlich ein wenig am Herzen? Diese Fragen halten uns auf Trab und lassen eine ambivalente, ebenso schillernde wie abstoßende Figur entstehen, die entgegen voriger Befürchtungen durchaus eine ganze Serie tragen kann. Seinen Gegenspieler Batman vermisst man jedenfalls nicht.
Emotionale und dramatische Kraft zieht das Spin-Off aus den Beziehungen von Oz zu seiner Mutter, Oz zu Sofia, für die er früher als Fahrer tätig war, und Sofia zu ihrer Familie, von der sie einst auf grausame Weise fallen gelassen wurde. Nicht nur bei Cobb tun sich in der zweiten Hälfte von "The Penguin", erst recht in den letzten beiden Folgen, unfassbare Abgründe auf. Auch die Vergangenheit der Falcone-Tochter hält schreckliche Geheimnisse und tiefe Verletzungen bereit. Ähnlich wie die Schurkenvorgeschichte

Bemerkenswert ist vor allem das Spiel Colin Farrells, der trotz aufwendiger Maskerade Regungen und Gefühle souverän nach außen trägt. Auch durch einen markanten Akzent in der Originalfassung und mehrere Manierismen, zum Beispiel ein Zucken mit der Schulter, erschafft er eine plastische, raumgreifende Persönlichkeit, die wenig gemein hat mit der Comic-Version Danny DeVitos aus Tim Burtons
Atmosphärisch knüpft "The Penguin" an den filmischen Vorgänger an. Will heißen: Häufig regnet es. Die Farben sind gedeckt. Es dominieren Brauntöne. Und viele Szenen sind schummrig ausgeleuchtet. Im Gegensatz zur Leinwandarbeit gibt es in der Serie dann aber doch komische Einsprengsel. Kurze Augenblicke, die zumindest etwas Auflockerung garantieren. In den letzten beiden Episoden ist davon allerdings fast nichts mehr zu spüren. Besonders eine Schockwendung wenige Minuten vor dem Ende dürfte die Zuschauer wie ein Faustschlag in die Magengrube treffen und verleiht dem Ganzen eine tiefdüstere Note.
Dieser Text basiert auf der Sichtung aller acht Folgen der Serie "The Penguin".
Die erste Episode der Serie "The Penguin" ist ab dem 20. September bei WOW verfügbar. Am selben Tag erfolgt auch die lineare Erstaustrahlung auf Sky Atlantic. Ab Montag, dem 30. September wird dann im wöchentlichen Rhythmus jeweils eine neue Folge veröffentlicht.
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Leserkommentare
ReCon schrieb am 20.09.2024, 22.51 Uhr:
Ähnelt schon auch Gotham, das hier gar nicht erwähnt wird.
Ob die neue Serie da rankommen wird?Tom_Cat schrieb am 25.09.2024, 19.07 Uhr:
Ich muss sogar sagen, dass die Serie Gotham die beste Penguin und Riddler Interpretation hatte. Die Riddler davor waren zu albern und der Riddler aus "The Batman" war irgendwie auch kein wirklicher Riddler, also nicht mein Geschmack. Der Penguin war in "The Batman" schon gut, aber halt noch eine Nebenfigur und noch nicht da, wo man sich ihn als Fan wünscht.
In "Gotham" musste er sich aber auch noch entwickeln.
Ah ja, und von Tim Burtons Penguin, als verunstaltete Missgeburt, bin ich auch nicht der Fan.
Außerdem hatte "Gotham" sogar die beste Joker Interpretation...nach Heath Ledger und Jack Nicholson :-)Flapwazzle schrieb am 21.09.2024, 12.58 Uhr:
Robin Lord Taylor fand ich als Oswald Cobblepot richtig Klasse in Gotham. Überhaupt hatte die Serie durchweg gute bis sehr gute Darsteller.Warum jetzt der Pinguin in der neuen Serie Oz Cobb verkürzt heißt, bleibt wohl ein Geheimnis von Lauren LeFranc.
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