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BR feiert 30 Jahre "Schlachthof" - mit Ottfried Fischer als Ehrengast

von Glenn Riedmeier in News national
(07.07.2026, 17.24 Uhr)
Jubiläum für langjährige BR-Kabarettshow
Michael Altinger (l.) und Christian Springer feiern 30 Jahre "Schlachthof"
BR/Markus Konvalin
BR feiert 30 Jahre "Schlachthof" - mit Ottfried Fischer als Ehrengast/BR/Markus Konvalin

Im Dezember 1995 rief das BR Fernsehen eine Sendung ins Leben, die in abgewandelter Form bis heute besteht:  "Ottis Schlachthof". Bis 2012 führte Ottfried Fischer als Gastgeber durch die monatliche Kabarettsendung, bis er sich aus gesundheitlichen Gründen nach 16 Jahren verabschiedete. Quasi nahtlos wird das Format seit 2013 fortan von Michael Altinger und Christian Springer als  "Schlachthof" präsentiert - gesendet nach wie vor aus dem Wirtshaus im Schlachthof in München. Mit etwas Verspätung feiert der BR das 30-jährige Bestehen mit einer besonderen Jubiläumssendung - und Ottfried Fischer als Ehrengast.

Ausgestrahlt wird die große, hochkarätig besetzte "Schlachthof"-Jubiläumsshow am 17. September. Altinger und Springer begrüßen im traditionsreichen Münchner Wirtshaus unter anderem Luise Kinseher, Günter Grünwald, Alfred Dorfer, Constanze Lindner, Maxi Schafroth und Berni Wagner. Zudem ist Martin Frank als "Archivar", an Bord und "Zwischenruferin" Teresa Reichl ist ebenfalls mit von der Partie. Der Stammtisch aus der Ursprungssendung ist mittlerweile einem moderneren Bar-Tresen gewichen. In der Jubiläumssendung wird es allerdings eine Art "Neben-Stammtisch" im Publikum geben. Dort wird "Schlachthof"-Urgestein Ottfried Fischer mit einem Teil der Gäste Platz nehmen.

Interessant ist, wie sich das Format von der ursprünglichen Idee zum bis heute bestehenden Konzept weiterentwickelt hat. Denn alles begann mit der Idee eines zwanglosen Stammtisch-Talks, moderiert von Kabarettlegende Ottfried Fischer. In der Testfolge vom Dezember 1995 lautete das Thema "Fleisch essen und andere Perversionen". Fischer sprach mit Laien, es ging noch ernster zu und es wurde mitunter heftig gestritten. Im März 1996 ging "Ottis Schlachthof" in Serie - dann mit Andreas Giebel und Jochen Busse bereits mit Vertretern aus Kabarett und Kleinkunst, die den Gesprächspart mit Bühnenmonologen ergänzten. Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt das "Schlachthof"-Konzept, wie es die Zuschauer heute kennen.

Ottfried Fischer präsentierte von 1995 bis 2012 "Ottis Schlachthof"
Ottfried Fischer präsentierte von 1995 bis 2012 "Ottis Schlachthof" BR/Jacqueline Krause-Burberg

In der Regel lief "Ottis Schlachthof" am letzten Freitag im Monat um 22.30 Uhr im BR Fernsehen. Ottfried Fischer begrüßte seine "Stammtischbrüder und -schwestern" und bot stets eine bunte Mischung aus etablierten Kabarettkollegen und Nachwuchskünstlern. Nach über 170 Sendungen lief am 23. November 2012 die letzte Ausgabe. Als Grund für seinen Abschied gab Fischer seine voranschreitende Parkinsonerkrankung an, die der Schauspieler und Kabarettist im Jahr 2008 öffentlich machte.

Relativ früh war klar, dass das "Schlachthof"-Format auch ohne Ottfried Fischer fortgeführt werden soll. Im März 2013 übernahmen Michael Altinger und Christian Springer als neue Gastgeber die Sendung. Altinger wirkte bereits im letzten Halbjahr von "Ottis Schlachthof" als Stammgast in jeder Ausgabe mit. Am grundlegenden Konzept der Sendung hat sich nichts geändert - wie im Vorgängerformat absolvieren die Gäste Soloauftritte und diskutieren anschließend gemeinsam mit den Moderatoren über aktuelle gesellschaftspolitische Themen. Geändert hat sich der Sendeplatz: Mit der Umwandlung in "Schlachthof" wechselte die Show auf den Kabarett-Donnerstag, wo sie einmal im Monat um 21 Uhr läuft - und von bis zu 500.000 Zuschauern gesehen wird.

Björn Wilhelm, BR-Programmdirektor Kultur, kommentiert: Der 30. Geburtstag einer Sendung ist im schnelllebigen Fernsehgeschäft wirklich etwas ganz Besonderes und zeigt, wie wichtig die Arbeit der Macherinnen und Macher ist. Was der großartige Ottfried Fischer mit 'Ottis Schlachthof' begonnen hat, führen Michael Altinger und Christian Springer seit 2013 hervorragend weiter - mit renommierten Gästen, scharfen Pointen und immer auch politischen und aktuellen Bezügen. Sie haben so eine echte Kabarett-Institution im BR Fernsehen geschaffen. Danke und herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team für immer sprachmächtige Satire, für 30 Jahre Humor und Relevanz!

Tatsächlich ist der "Schlachthof" inzwischen eines der wenigen noch verbliebenen, langjährigen BR-Kabarettformate. Andere beliebte Shows wie  "Grünwald Freitagscomedy",  "Vereinsheim Schwabing",  "SchleichFernsehen" und  "Ringlstetter" wurden in den vergangenen Jahren eingestellt. Augrund von Einsparungen verzichtet der BR seit 2024 auch auch weitere Folgen des  "Komödienstadels".



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