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Konsequenzen nach KI-Fake-Bildern: ZDF-Korrespondentin verliert Job

von Glenn Riedmeier in News national
(20.02.2026, 13.19 Uhr)
Verstöße gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards "wiegen schwer"
Nicola Albrecht arbeitete zuletzt als New-York-Korrespondentin für das ZDF
ZDF/Svea Pietschmann
Konsequenzen nach KI-Fake-Bildern: ZDF-Korrespondentin verliert Job/ZDF/Svea Pietschmann

Der Einsatz von gefälschten KI-Bildern und Videoszenen aus einem anderen Kontext in einem Beitrag des  "heute journals" vom vergangenen Sonntag (15. Februar) zieht nun doch größere Konsequenzen nach sich als zunächst angenommen. Nachdem das ZDF ankündigte, einen Maßnahmenkatalog zu erstellen und verpflichtende Schulungen für Mitarbeiter in puncto Prüfung von Bewegtbildmaterial einzuführen, hat der Vorfall nun unmittelbare Folgen für die verantwortliche Autorin des Beitrags, die das ZDF auch namentlich nennt: Die New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht wird mit sofortiger Wirkung abberufen und verliert somit ihren Job.

In der versandten Pressemitteilung heißt es: "Das ZDF hatte angekündigt, die Fehler im 'heute journal' vom Sonntagabend konsequent aufzuarbeiten. Die Überprüfung kommt zu dem Schluss, dass die Verstöße gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards so schwer wiegen, dass die New York-Korrespondentin Nicola Albrecht mit sofortiger Wirkung abberufen wird."

Bei dem verwendeten Material in dem Beitrag über die US-Migrationsbehörde ICE kamen Bilder zum Einsatz, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurden. Weitere Videoszenen standen gar nicht in Zusammenhang mit ICE, sondern stammten aus einem völlig anderen Kontext, nämlich einer Festnahme in Florida aus dem Jahr 2022 im Zusammenhang mit einer Amokdrohung an einer Schule.

Das ZDF weist auf einen bislang noch nicht bekannten Umstand hin: Die Korrespondentin Nicola Albrecht hatte bereits am 13. Februar in einem Beitrag für das  "ZDF-Mittagsmagazin" über die Angst von Kindern unter anderem in New York vor den Festnahmen der amerikanischen ICE-Behörde berichtet. Der Beitrag für das "Mittagsmagazin" sei nicht zu beanstanden gewesen. Der Bericht wurde dann jedoch von Albrecht für die Verwendung im "heute journal" noch einmal angepasst. In dieser neuen Fassung verwendete sie dann die zwei Videoszenen aus dem Netz, wovon die eine KI-generiert war und die andere kontextfremd aus dem Jahr 2022 stammte.

Das ZDF stellt klar, dass das KI-generierte Material "ohne journalistische Begründung und ohne Einordnung gemäß der internen Regeln des ZDF zur Verwendung von KI-generiertem Material" nicht hätte verwendet werden dürfen. Bei der anderen Videoszene sei "eine nach journalistischen Standards erforderliche Überprüfung" ihres Ursprungs nicht erfolgt. Außerdem hätte der Schlussredaktion des "heute journals" bei der Abnahme des Beitrags die KI-generierte Bildsequenz auffallen müssen (in dem Video ist das Wasserzeichen von "Sora" zu sehen, dem Video-KI-Tool der Firma OpenAI).

ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten erklärt: Der Schaden, der durch die Missachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß. Es geht im Kern um die Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung. Wir erarbeiten zurzeit einen Maßnahmenkatalog, um mit aller Konsequenz sicherzustellen, dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden.

In die Kritik geriet das ZDF nicht nur durch das Senden des fehlerhaften "heute journal"-Beitrags an sich, sondern auch aufgrund des Umgangs damit. Zunächst sprach der Sender davon, dass die Kennzeichnung des KI-Materials bei der Überspielung des Beitrags "aus technischen Gründen" nicht übertragen worden sei. Erst mit einiger Verspätung entschuldigte sich die stellvertretende Chefredakteurin Anne Gellinek on Air für den "Doppelfehler" bei den Zuschauern und das ZDF kündigte eine Aufarbeitung des Vorfalls an (TV Wunschliste berichtete).

Die verantwortliche Autorin Nicola Albrecht begann im Jahr 2001 für das ZDF zu arbeiten. Als Auslandskorrespondentin berichtete sie ab 2011 aus Peking und von Dezember 2014 bis Juli 2020 leitete sie das ZDF-Auslandsstudio in Tel Aviv. Anschließend leitete sie bis Ende 2024 das ZDF-Landesstudio Brandenburg in Potsdam. Im Januar 2025 wurde sie Leiterin der ZDF-Korrespondentenstelle in New York.



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Leserkommentare

  • User 1810564 schrieb am 20.02.2026, 13.44 Uhr:
    Meiner Meinung nach ist sie ein Bauernopfer. Die öffentlich-rechtlichen Medien wurden schon öfter beim Schummeln ertappt, z. B. bei Umfragen in der Öffentlichkeit. „Nicht einmal jeder Dritte baut auf die öffentlich-rechtlichen Medien.“ Quelle Die Welt, 12.09.25 Dagegen muss etwas unternommen werden. Wie gut, dass man jetzt dafür ein passendes Bauernopfer gefunden hat.