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Anhängiges Strafverfahren wird eingestellt
Dieter Wedel
IMAGO / Sven Simon
Regisseur Dieter Wedel gestorben/IMAGO / Sven Simon

Der Regisseur Dieter Wedel ist tot. Wie das Landgericht München I mitteilte, starb er bereits am 13. Juli in Hamburg, wo ein Strafverfahren gegen Wedel anhängig war. Als bekanntester Fall der deutschen #MeToo-Debatte wurde Wedel Anfang 2018 von drei Schauspielerinnen beschuldigt, sie in den 1990er-Jahren sexuell bedrängt zu haben. Eine Schauspielerin habe er 1996 vergewaltigt. Nach vielen Monaten der Verfahrensverzögerung wollte das Gericht heute eigentlich bekanntgeben, ob es zum Prozess kommt, stattdessen verkündete es den Tod Wedels. Somit wird es keine Verhandlung mehr geben und das Verfahren gegen Wedel wird nach Gerichtsangaben nun eingestellt.

Während sein konkretes Geburtsdatum nicht bekannt ist (je nach Quelle 12. November 1939 oder 1942), wurde Dieter Wedel laut Gericht 82 Jahre alt. Gegenüber der dpa sagte er 2010, dass er sich 1968 drei Jahre älter gemacht habe, um seine erste Regiearbeit für den Film "Gedenktag" (1970) zu erhalten. Als Sohn eines Ingenieurs wuchs er in Bad Nauheim auf und inszenierte im dortigen Kulturhaus bereits als Schüler sein erstes Theaterstück "Massada". Nach der Schule studierte er an der Freien Universität Berlin Theaterwissenschaft, Publizistik und Geschichte und leitete währenddessen die dortige Studentenbühne.

Dieter Wedel zählte zu den erfolgreichsten deutschen Filmemachern, begann seine Karriere 1966 allerdings als Hörspielregisseur bei Radio Bremen. Von da aus ging es zum NDR nach Hamburg, wo er unter Dieter Meichsner Hausregisseur wurde. Auf seinen ersten Langfilm "Gedenktag" folgte 1972 der Dreiteiler  "Einmal im Leben - Die Familie Semmeling" über die fiktive deutsche Durchschnittsfamilie. 1976 kam es zur Fortsetzung  "Alle Jahre wieder - Die Familie Semmeling", in der der Urlaub der Familie kritisch porträtiert wurde. Nach vielen Jahren sollte daran 2001 der Mehrteiler  "Die Affäre Semmeling" anknüpfen, der jedoch längst nicht mehr so erfolgreich war.

1978 machte sich Dieter Wedel selbstständig und gründete zusammen mit dem Filmproduzenten Jürgen Dohme die Active Film GmbH. In seinem Schaffen als Regisseur und Produzent spezialisierte sich Wedel auf gesellschaftskritische Fernsehspiele. Parallel inszenierte er in den 1980er Jahren am Hamburger Thalia-Theater unter anderem den Shakespeare-Klassiker "Macbeth".

Im Fernsehen gelang ihm ab 1986 der große Durchbruch mit aufwendigen Mehrteilern:  "Wilder Westen inclusive" (1988),  "Der große Bellheim" (1992),  "Der Schattenmann" (1995),  "Der König von St. Pauli" (1998),  "Papa und Mama" (2006) sowie  "Gier" (2010). Wenn ein neues Werk erschien, wurde wertschätzend vom "neuen Wedel" gesprochen. Nach dem Vorbild von Alfred Hitchcock trat Wedel in seinen Produktionen immer wieder für wenige Sekunden selbst auf. So erfolgreich Wedel auch war, kam es immer wieder zu Plagiatsvorwürfen. So sollen sich Szenen aus  "Jenseits von Afrika" in "Papa und Mama" wiederfinden - und auch in anderen Filmen soll sich Wedel bei Oliver Stone, Woody Allen, Francis Ford Coppola und anderen bedient haben. Bei "Der Schattenmann" und "Die Affäre Semmeling" kam es diesbezüglich zu Prozessen. Die Vorwürfe räumte Wedel später ein, empfand die Aufregung darüber jedoch übertrieben.

Zwischen 2002 und Sommer 2014 leitete Wedel die Nibelungenfestspiele in Worms, zunächst als Regisseur, später auch als Intendant. Weitere Inszenierungen wie "Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß" und "Das Vermögen des Herrn Süss" folgten. 2015 wurde Wedel Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, doch im Januar 2018 erklärte er seinen Rücktritt, nachdem ihm mehrere Schauspielerinnen im Rahmen der #MeToo-Debatte sexualisierte Gewalt vorgeworfen hatten. In jenem Monat erlitt Wedel nach Angaben seines Umfelds einen Herzinfarkt.

Dem Regisseur wurde vorgeworfen, 1996 die damals 27-jährige Schauspielerin Jany Tempel bei einem Vorstellungsgespräch in einem Münchner Luxushotel vergewaltigt zu haben. In einem Bericht des ZEITmagazins im Januar 2018 warfen mehrere Schauspielerinnen sowie ehemalige Mitarbeiter Wedel gewalttätige und sexuelle Übergriffe vor, die er in den 1990er-Jahren begangen haben soll. Wedel bestritt die Vorwürfe gegen ihn und gab laut Angaben seines Anwalts "eine umfassende eidesstattliche Erklärung" zu den Anschuldigungen ab.

Es folgten weitere Schauspielerinnen und ehemalige Mitarbeiter, die Wedel ebenfalls sexuelle Übergriffe vorwarfen. Bereits 1975 soll es bei der Produktion der Serie  "Pariser Geschichten" zu einer Vergewaltigung in einem Waldstück gekommen sein, ein weiterer sexueller Übergriff soll sich 1980 in einem Hotelzimmer ereignet haben. Während beim Saarländischen Rundfunk die Vorfälle schriftlich festgehalten wurden, konnten bei internen Untersuchungen von Sat.1, des NDR, des ZDF und Bavaria Film keine Belege für sexuelle Übergriffe oder strafbare Handlungen gefunden werden.

Wedels Anwälte sprachen bei der Anklageerhebung von Vorverurteilung und betonten, dass die Anklage wahrscheinlich gar nicht zugelassen werden könnte. Die Verzögerung des Verfahrens wurde wiederum von Jany Tempels Anwalt kritisiert. Tempel leide "sehr unter der langen Verfahrensdauer". Die Schauspielerin war sogar kurzzeitig in einen Hungerstreik getreten, um gegen die Verzögerung zu protestieren. Nach dem Tod des beschuldigten Regisseurs wird das Gerichtsverfahren eingestellt.

Dieter Wedel hat sechs Kinder von sechs Frauen, darunter einen Sohn mit der 2019 gestorbenen Schauspielerin Hannelore Elsner.


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Leserkommentare

  • Spoonman schrieb via tvforen.de am 27.07.2022, 16.52 Uhr:
    Kennt jemand den Wedel-Zweiteiler "Wer den Schaden hat ...", der 1981 im ZDF lief?
    Die Hauptrollen spielten Hannelore Elsner, Jörg Pleva, Hans Korte und Klaus Schwarzkopf. Auch Antje Hagen und Hans Häckermann waren mal wieder dabei. Außerdem: Herbert Bötticher und Bruni Löbel.
    Es geht um ein Ehepaar, das aus dem Urlaub kommt und eine von Einbrechern ausgeräumte Wohnung vorfindet. Auf den Rat eines Freundes hin geben sie bei der Versicherung den Wert der gestohlenen Sachen höher an, als er in Wirklichkeit war. Als die Diebe gefasst werden, fliegt der Schwindel auf ...
    https://www.fernsehserien.de/wer-den-schaden-hat/cast-crew
    https://www.abendblatt.de/archive/1981/pdf/19811107.pdf/ASV_HAB_19811107_HA_012.pdf
    https://www.abendblatt.de/archive/1981/pdf/19811111.pdf/ASV_HAB_19811111_HA_012.pdf
    Klingt interessant und zeitlos und wurde wohl komödiantisch-satirisch im Semmeling-Stil inszeniert. Bei der prominenten Besetzung ist es eigentlich erstaunlich, dass es bisher keine DVD-Veröffentlichung gab und offenbar auch seit Ewigkeiten keine Wiederholung. Nach einer weiteren ZDF-Ausstrahlung 1985 lief der Zweiteiler 1993 noch mal bei 3sat.
  • Supergoof schrieb via tvforen.de am 22.07.2022, 12.16 Uhr:
    Es hat sich ausgewedelt für den großen Dieter Wedel, der aufgrund seiner zahlreichen Frauengeschichten und den Vergewaltigungsvorwürfen in Fachkreisen auch als Dieter Schwanz-Wedel bekannt war.
  • Katinka schrieb am 21.07.2022, 19.11 Uhr:
    Dieter Wedel bleibt mir in unangenehmer Erinnerung.
    Ich habe mal im TV gehört, wie er sich negativ über Ingrid Steeger äußerte, als diese schlimme Probleme hatte.
    Da ätzte er über ihre Einsamkeit.
  • Spoonman schrieb via tvforen.de am 21.07.2022, 17.48 Uhr:
    Der NDR wiederholt heute die von Dieter Wedel inszenierte erste Folge der Krimireihe "Schwarz Rot Gold" von 1982, mit Uwe Friedrichsen als Zollfahnder Zaluskowski.
    https://www.ndr.de/fernsehen/epg/import/Schwarz-Rot-Gold-Unser-Land,sendung243386.html
  • Red Cloud schrieb via tvforen.de am 20.07.2022, 13.43 Uhr:
    Wedel hat TV- Geschichte geschrieben mit seinen Mehrteilern, keine Frage. Aber vom Typ her mochte ich ihn nicht. Die Vorwuerfe, was sexuelle Uebergriffe angeht, da kann er sich mit Harry Weinstein in eine Reihe stellen. Leider kam es nicht mehr zum Prozess durch sein vorzeitiges Ableben.
    .
  • 4ever schrieb via tvforen.de am 20.07.2022, 19.17 Uhr:
    Wann und wo werden seine Mehrteiler wiederholt?
  • Spenser schrieb via tvforen.de am 20.07.2022, 19.49 Uhr:
    Red Cloud schrieb:
    Leider kam es
    nicht mehr zum Prozess durch sein vorzeitiges
    Ableben.

    Man könnte es auch so sehen, dass Gott ihn auf seiner Weise "bestraft" hat ;)
  • stefan0670 schrieb am 20.07.2022, 20.20 Uhr:
    Ich glaube kaum das das ZDF die Wedel Filme ins Programm nimmt.
    Denn da würde viele Frauen dann bei ZDF Amok laufen.
    Ist wie mit Derrick, nur weil Tappert in Kriegsjahren bei der Waffen-NS dabei war, verbannte das ZDF die Serie.
    https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/publikumsliebling-horst-tappert-und-die-waffen-ss-wegen-ss-vergangenheit-zdf-verbannt-derrick/13912614.html
    Was für ein Schwachsinn !
    1. Hätte er sich geweigert wär er selbst an der Wand gestanden.
    2. Derrik ist keine One-Man-Show, sondern es spelen auch andere Schauspieler mit. Und durch der Serien-Verbann hat man die anderen Schaupieler gleich mit bestraft !!!
    So ist das bei den Wedel-Filmen jetzt auch !
  • chrisquito schrieb via tvforen.de am 20.07.2022, 20.35 Uhr:
    4ever schrieb:
    Wann und wo werden seine Mehrteiler wiederholt?
    hm, könnte mir denken, dass es das wegen der Vorwürfe nicht gibt
  • Red Cloud schrieb via tvforen.de am 21.07.2022, 14.35 Uhr:
    Weinstein, dieser ranzige Typ heisst natürlich Harvey mit Vornamen.
    Ich habe heute morgen Michaela May im Radio gehört. Sie hatte kein gutes Haar an Wedel gelassen. Und sie bedauert es auch, dass es nicht mehr zum Prozess gekommen ist. Junge Schauspieler hat er runter gemacht, vor allen Anderen. Die waren dann teilweise so verunsichert, das sie nicht mehr ihren Text aufsagen konnten. Ich kann mir vorstellen, das er mit einem Mario Adorf so nicht umgegangen ist.
    Michaela May erzählte auch, in jungen Jahren hatte ein Regisseur ihr an den Busen gefasst. Daraufhin gab sie dem Typen eine schallende Ohrfeige. Hinterher kritisierte dieser Regisseur sie wo es nur ging beim Drehen. Sie kommt ja noch aus dieser Alt68er Generation.
    Die heutigen jungen Schauspielerinnen wissen oft nicht, wie sie mit einer solchen Situation umgehen sollen. Meistens lassen sie diese Busengrapscher gewähren, kann ich mir vorstellen.
  • Snake Plissken schrieb via tvforen.de am 21.07.2022, 15.01 Uhr:
    Red Cloud schrieb:

    Michaela May erzählte auch, in jungen Jahren
    hatte ein Regisseur ihr an den Busen gefasst.
    Daraufhin gab sie dem Typen eine schallende
    Ohrfeige. Hinterher kritisierte dieser Regisseur
    sie wo es nur ging beim Drehen. Sie kommt ja noch
    aus dieser Alt68er Generation.
    Die heutigen jungen Schauspielerinnen wissen oft
    nicht, wie sie mit einer solchen Situation umgehen
    sollen. Meistens lassen sie diese Busengrapscher
    gewähren, kann ich mir vorstellen.

    Das viele Schauspielerinnen sich das erstmal gefallen lassen (müssen), weil sie zB die Rolle nicht verlieren wollen, kann ich nachvollziehen.
    Aber mir stellt sich immer die Frage, wieso es über 25 Jahre dauert, bis man sowas in die Öffentlichkeit bringt??
    Sorry, aber das kann ich nie so recht begreifen.
    Erst recht ist es jetzt witzlos, eventuelle andere Opfer aufzufordern, jetzt, nach seinem Tod, ihre Geschichte zu erzählen.
    Snake
  • Red Cloud schrieb via tvforen.de am 21.07.2022, 15.45 Uhr:
    Wie du weisst kam das alles erst durch die Me To Debatte aus den USA ins Rollen.
    Wer sich nun nach Wedels Tod noch alles meldet, muss mann mal abwarten.
    Ich kann mir vorstellen, das sich die eine oder andere Dame noch zu Wort melden wird.
    Fake oder nicht.
  • Sir Hilary 2.0 schrieb via tvforen.de am 21.07.2022, 18.59 Uhr:
    4ever schrieb:
    Wann und wo werden seine Mehrteiler wiederholt?
    Mal auf youtube und den Streaming Diensten schauen. "Einmal im Leben", Der große Bellheim und Der Schattenmann sind mir da schon begegnet...
  • Wikki schrieb via tvforen.de am 21.07.2022, 19.38 Uhr:
    Ein ähnliches Thema ist ja immer der Missbrauch in der Kirche oder durch kirchliche Institutionen. Da fragen sich auch viele Menschen, warum erst viele Jahre später die Opfer sich melden.
    Natürlich wird es auch Trittbrettfahrer geben. Aber oft ist es einfach so, dass den Opfern nicht geglaubt worden wäre. So ein rosenkranzbetendes Ömchen, für das der Herr Pfarrer schon zu Lebzeiten heilig gewesen ist, hat damals wohl eher diesem geglaubt, als ihrem Enkelkind oder Kind. Vor Jahrzehnten hätte wohl oft eher das Kind Ärger bekommen.
    Wen wundert es da, dass viele sich es erst von der Seele reden, wenn diese Pfarrer, Nonnen, Mönche, Eltern und Großeltern gestorben sind?
    Wie gesagt, sicher lügen auch einige und ich bin persönlich grundsätzlich keine Freundin von me too, da es Männer gerne als das schlechtere Geschlecht wirken lässt. Ich möchte aber nicht gerne Richterin spielen und entscheiden, wer nun wirklich Opfer war.
    Aus diesem Grund ist das Erfinden eines sexuellen Missbrauchs für mich auch eine der schlimmsten Straftaten überhaupt und es macht keinen Unterschied, ob dies auf Eigeninitiave geschieht oder ob ein Zimmermädchen ein paar Scheine zugeschoben bekommt, damit andere Intrigen spinnen können.
    Und vielleicht befürchteten einige, dass man auch eher Dieter Wedel glaubt, als einer jungen oder mittlerweile gealterten Schauspielerin. Damals wäre sie vielleicht als frustrierte junge Zicke angesehen worden, die nur sauer war, weil es nicht so geklappt hat, wie sie es wollte, und heute fragt sich jeder, warum sie so lange gewartet hat.
    Man muss nur mal überlegen, wie spät Vergewaltigung in der Ehe zur Straftat geworden ist. Dass Sex kein Grundbedürfnis ist, das man wie die Luft zum Atmen braucht und niemand sich das Recht dazu ohne den Willen des anderen nehmen darf, hat man spät begriffen und manche begreifen es heute noch nicht. In ennem Forum las ich den Satz einer Frau, dass eine Frau, die mit Minirock auf der Parkbank schläft, selber schuld ist, wenn sie vergewaltigt wird. So lange noch Menschen herumgeistern, die so denken, werden sich manche Opfer nicht trauen, zu reden.
  • Spoonman schrieb via tvforen.de am 21.07.2022, 20.32 Uhr:
    Red Cloud schrieb:
    Wedel hat TV- Geschichte geschrieben mit seinen
    Mehrteilern, keine Frage. Aber vom Typ her mochte
    ich ihn nicht.

    Das geht mir genauso. Ich bin ein großer Fan der beiden ersten Semmeling-Dreiteiler, und ich mag z.B. auch seine frühe Serie "Aus Liebe zum Sport" über einen Ruderverein in Ratzeburg (1973 gedreht, 1974 ausgestrahlt). Darin tauchten viele Darsteller aus "Einmal im Leben" wieder auf, z.B. Fritz Lichtenhahn, Günter Strack, Hans Häckermann - und auch Dagmar Berghoff, mit der Dieter Wedel dreieinhalb Jahre lang liiert war. Weitere Hauptdarstellerinnen der Serie waren Brigitte Grothum und Ingeborg Schöner. Brigitte Grothum und Antje Hagen spielten wiederum auch in Wedels einzigem Tatort "Ein ganz gewöhnlicher Mord" von 1973 mit. Man könnte meinen, dass der Regisseur eine gewisse Vorliebe für einen bestimmten Frauentyp hatte...
    Aus den kurzen Ausschnitten, die gestern in den Nachrufen bei ARD und ZDF zu sehen waren, konnte man schon eniges über Wedels Charakter und Berufsauffassung heraushören. Ein Regisseur müsse nun einmal sagen, wo's langgeht - und das könne dann auch schon mal schmerzhaft werden. Und die Regiearbeit an einem Film war für ihn "wie eine große elektrische Eisenbahn - und ich darf alles bestimmen". Nun ja, das ist schon eine sehr spezielle Sichtweise.
  • Spoonman schrieb via tvforen.de am 21.07.2022, 21.04 Uhr:
    Red Cloud schrieb:
    Ich habe heute morgen Michaela May im Radio
    gehört.

    Weißt du noch, auf welchem Sender das war?
  • pumaquibö schrieb via tvforen.de am 21.07.2022, 21.54 Uhr:
    Müsste aus der Reihe "Im Gespräch" von Deutschlandradio Kultur gewesen sein.
    Hier nachzuhören: https://www.radio-today.de/radio-podcast.php?Seite=1&Play=1597158&Podcast=Schauspielerin+Michaela+May+-+%22Ich+m%C3%B6chte+leben%2C+in+jedem+Moment%22&Sender=Deutschlandfunk+Kultur&Rubrik=Im+Gespr%C3%A4ch
  • Snake Plissken schrieb via tvforen.de am 21.07.2022, 22.05 Uhr:
    Wikki schrieb:
    Ein ähnliches Thema ist ja immer der Missbrauch
    in der Kirche oder durch kirchliche Institutionen.
    Da fragen sich auch viele Menschen, warum erst
    viele Jahre später die Opfer sich melden.
    Natürlich wird es auch Trittbrettfahrer geben.
    Aber oft ist es einfach so, dass den Opfern nicht
    geglaubt worden wäre. So ein rosenkranzbetendes
    Ömchen, für das der Herr Pfarrer schon zu
    Lebzeiten heilig gewesen ist, hat damals wohl eher
    diesem geglaubt, als ihrem Enkelkind oder Kind.
    Vor Jahrzehnten hätte wohl oft eher das Kind
    Ärger bekommen.
    Wen wundert es da, dass viele sich es erst von der
    Seele reden, wenn diese Pfarrer, Nonnen, Mönche,
    Eltern und Großeltern gestorben sind?

    Okay, das Argument verstehe ich.
    Mir kommt dennoch der Zeitraum so ewig lange vor. Im Falle Wedel hätte sie zb vor 15 Jahren schon mit der Geschichte kommen können.

    Wie gesagt, sicher lügen auch einige und ich bin
    persönlich grundsätzlich keine Freundin von me
    too, da es Männer gerne als das schlechtere
    Geschlecht wirken lässt. Ich möchte aber nicht
    gerne Richterin spielen und entscheiden, wer nun
    wirklich Opfer war.
    Aus diesem Grund ist das Erfinden eines sexuellen
    Missbrauchs für mich auch eine der schlimmsten
    Straftaten überhaupt und es macht keinen
    Unterschied, ob dies auf Eigeninitiave geschieht
    oder ob ein Zimmermädchen ein paar Scheine
    zugeschoben bekommt, damit andere Intrigen spinnen
    können.
    Und vielleicht befürchteten einige, dass man auch
    eher Dieter Wedel glaubt, als einer jungen oder
    mittlerweile gealterten Schauspielerin. Damals
    wäre sie vielleicht als frustrierte junge Zicke
    angesehen worden, die nur sauer war, weil es nicht
    so geklappt hat, wie sie es wollte, und heute
    fragt sich jeder, warum sie so lange gewartet
    hat.
    Man muss nur mal überlegen, wie spät
    Vergewaltigung in der Ehe zur Straftat geworden
    ist. Dass Sex kein Grundbedürfnis ist, das man
    wie die Luft zum Atmen braucht und niemand sich
    das Recht dazu ohne den Willen des anderen nehmen
    darf, hat man spät begriffen und manche begreifen
    es heute noch nicht. In ennem Forum las ich den
    Satz einer Frau, dass eine Frau, die mit Minirock
    auf der Parkbank schläft, selber schuld ist, wenn
    sie vergewaltigt wird. So lange noch Menschen
    herumgeistern, die so denken, werden sich manche
    Opfer nicht trauen, zu reden.

    Dein letzter Satz trifft mich. Das es heute wirklich noch Leute gibt, die sowas sagen, ist echt übel :-(
    Snake
  • Spoonman schrieb via tvforen.de am 21.07.2022, 23.40 Uhr:
    pumaquibö schrieb:
    Müsste aus der Reihe "Im Gespräch" von
    Deutschlandradio Kultur gewesen sein.
    Hier nachzuhören:
    https://www.radio-today.de/radio-podcast.php?Seite
    =1&Play=1597158&Podcast=Schauspielerin+Michaela+Ma
    y+-+%22Ich+m%C3%B6chte+leben%2C+in+jedem+Moment%22
    &Sender=Deutschlandfunk+Kultur&Rubrik=Im+Gespr%C3%
    A4ch

    Danke! Die entsprechende Passage beginnt nach ca. 24 Minuten. (Zuerst spricht Michaela May über einen namenlosen Regisseur, der sie begrapscht hat, danach über Dieter Wedel.)
  • Sir Hilary 2.0 schrieb via tvforen.de am 21.07.2022, 23.51 Uhr:
    Snake Plissken schrieb:
    Wikki schrieb:
    --------------------------------------------------
    -----
    > Ein ähnliches Thema ist ja immer der
    Missbrauch
    > in der Kirche oder durch kirchliche
    Institutionen.
    > Da fragen sich auch viele Menschen, warum erst
    > viele Jahre später die Opfer sich melden.
    >
    > Natürlich wird es auch Trittbrettfahrer geben.
    > Aber oft ist es einfach so, dass den Opfern
    nicht
    > geglaubt worden wäre. So ein
    rosenkranzbetendes
    > Ömchen, für das der Herr Pfarrer schon zu
    > Lebzeiten heilig gewesen ist, hat damals wohl
    eher
    > diesem geglaubt, als ihrem Enkelkind oder Kind.
    > Vor Jahrzehnten hätte wohl oft eher das Kind
    > Ärger bekommen.
    >
    > Wen wundert es da, dass viele sich es erst von
    der
    > Seele reden, wenn diese Pfarrer, Nonnen,
    Mönche,
    > Eltern und Großeltern gestorben sind?
    Okay, das Argument verstehe ich.
    Mir kommt dennoch der Zeitraum so ewig lange vor.
    Im Falle Wedel hätte sie zb vor 15 Jahren schon
    mit der Geschichte kommen können.
    > Wie gesagt, sicher lügen auch einige und ich
    bin
    > persönlich grundsätzlich keine Freundin von
    me
    > too, da es Männer gerne als das schlechtere
    > Geschlecht wirken lässt. Ich möchte aber
    nicht
    > gerne Richterin spielen und entscheiden, wer
    nun
    > wirklich Opfer war.
    >
    > Aus diesem Grund ist das Erfinden eines
    sexuellen
    > Missbrauchs für mich auch eine der schlimmsten
    > Straftaten überhaupt und es macht keinen
    > Unterschied, ob dies auf Eigeninitiave
    geschieht
    > oder ob ein Zimmermädchen ein paar Scheine
    > zugeschoben bekommt, damit andere Intrigen
    spinnen
    > können.
    >
    > Und vielleicht befürchteten einige, dass man
    auch
    > eher Dieter Wedel glaubt, als einer jungen oder
    > mittlerweile gealterten Schauspielerin. Damals
    > wäre sie vielleicht als frustrierte junge
    Zicke
    > angesehen worden, die nur sauer war, weil es
    nicht
    > so geklappt hat, wie sie es wollte, und heute
    > fragt sich jeder, warum sie so lange gewartet
    > hat.
    >
    > Man muss nur mal überlegen, wie spät
    > Vergewaltigung in der Ehe zur Straftat geworden
    > ist. Dass Sex kein Grundbedürfnis ist, das man
    > wie die Luft zum Atmen braucht und niemand sich
    > das Recht dazu ohne den Willen des anderen
    nehmen
    > darf, hat man spät begriffen und manche
    begreifen
    > es heute noch nicht. In ennem Forum las ich den
    > Satz einer Frau, dass eine Frau, die mit
    Minirock
    > auf der Parkbank schläft, selber schuld ist,
    wenn
    > sie vergewaltigt wird. So lange noch Menschen
    > herumgeistern, die so denken, werden sich
    manche
    > Opfer nicht trauen, zu reden.
    Dein letzter Satz trifft mich. Das es heute
    wirklich noch Leute gibt, die sowas sagen, ist
    echt übel :-(
    Snake
    Snake, warum Opfer sexueller Gewalt oft erst sehr spät darüber berichten, wurde ja nun wirklich von vielen Psychologen, Forensikern und Kriminologen mehrfach und ausgiebig erklärt.... Das sollte heute kein Kopf schütteln mehr erzeugen...
  • Snake Plissken schrieb via tvforen.de am 22.07.2022, 16.43 Uhr:
    Sir Hilary 2.0 schrieb:
    Snake, warum Opfer sexueller Gewalt oft erst sehr
    spät darüber berichten, wurde ja nun wirklich
    von vielen Psychologen, Forensikern und
    Kriminologen mehrfach und ausgiebig erklärt....
    Das sollte heute kein Kopf schütteln mehr
    erzeugen...

    Mag sein. Dennoch, nach 25 Jahren damit an die Medien zu gehen, hat für mich eben einen seltsamen Beigeschmack. Besonders, wenn man nach dem Tod desjenigen "hofft, das sich mehr Opfer melden und ihre Geschichte erzählen".
    Snake
  • Sir Hilary 2.0 schrieb via tvforen.de am 22.07.2022, 16.51 Uhr:
    Snake Plissken schrieb:
    Sir Hilary 2.0 schrieb:
    --------------------------------------------------
    -----
    > Snake, warum Opfer sexueller Gewalt oft erst
    sehr
    > spät darüber berichten, wurde ja nun wirklich
    > von vielen Psychologen, Forensikern und
    > Kriminologen mehrfach und ausgiebig
    erklärt....
    > Das sollte heute kein Kopf schütteln mehr
    > erzeugen...
    Mag sein. Dennoch, nach 25 Jahren damit an die
    Medien zu gehen, hat für mich eben einen
    seltsamen Beigeschmack. Besonders, wenn man nach
    dem Tod desjenigen "hofft, das sich mehr Opfer
    melden und ihre Geschichte erzählen".
    Snake
    Aber die Gründe dafür sind doch nun hinreichend bekannt. Ja, es hilft Opfern wenn sie nicht alleine sind. Und auch andere ihre Erlebnisse schildern. Das ist psychologisch alles erklärbar. Da hat gar nichts einen Beigeschmack.
    Übrigens hatten wir lange eine Kultur ( zum teil immer noch ) wo eine Frau ja auch immer "selbst schuld" war. " Irgendwie hat sie ihn doch angemacht, hat sicher einen sehr kurzen Rock angehabt usw usw. Und da wunderst Du dich, wenn viele Frauen sich erst heute melden? Mich wundert das überhaupt nicht...
  • Wikki schrieb via tvforen.de am 22.07.2022, 21.15 Uhr:
    Das hatte ich ja in einem Forum auch gelesen. Es ging um Diebstahl und eine Frau meinte "Seine Wertsachen offen rumstehen zu lassen, ist ja wie, als Frau mit Minirock auf einer Bank zu schlafen und dann vergewaltigt zu werden, man ist selber schuld".
    Als die Frau zu Recht angegiftet wurde, hat sie es natürlich nicht so gemeint. Ist klar.
    Ich habe auc gehört, dass Mediziner zum Teil wünschen, dass "Sexsucht" als Krankheit anerkannt wird. Damit es solche Leute noch leichter haben und vielleicht noch einer Strafe entgehen, weil sie ja - genauso wie bei der Ausrede "psychisch krank" (siehe die ganzen Anschläge etc)?
    Ein wenig mehr Konzentration auf die Opfer, als auf die Täter wäre angebracht.
    Leider sind auch die Strafen für das Erfinden solcher Taten ebenfalls viel zu niedrig.
  • Wikki schrieb via tvforen.de am 22.07.2022, 21.37 Uhr:
    Hat dir das oben Erzählte nicht ausgereicht?
    Klar hat sich heute beim Respekt gegenüber Frauen und Kindern einiges geändert, aber zum Einen ist es noch immer nicht so, wie es sein sollte (besonders in Kulturen, die man durchaus in solchen Punkten als rückständig ansehen kann), aber auch zum Teil hier noch. Zum anderen fanden viele Taten eben früher statt und da galt eine junge Schauspielerin oder ein kleiner Ministrant eben nicht viel, ganz im Gegenteil zu Dieter Wedel oder dem Hochwürden aus Pusemuckel, dem man Ekeltriebe (ich schreibe bewusst Ekeltriebe, denn mit normalem Sexualverhalten hat sowas nicht zu tun ) gar nicht zugetraut hätte.
    Ich las vor einiger Zeit einen Bericht über ein Heim aus den 50er Jahren, in denen Jungen das ganze Jahr über von Nonnen und Priestern misshandelt wurden, sowohl sexuell, als auch über Prügelstrafen und Kinderarbeit. Viele der alten Männer KÖNNEN bis heute gar nicht darüber sprechen, einer hat es getan. Bei dem Bericht wurde einem schlecht. Der Erzähler sagte auch, dass bereits zu Lebzeiten einiger der Nonnen und Priester versucht wurde, eine Strafverfolgung zu beginnen und dreimal darf man raten, wer da die Steine in den Weg gelegt hat. Und irgendwann hatten sich die Schuldigen feige aus dem Staub gemacht, indem sie starben, ohne sich zu ihrer Schuld zu bekennen, für die es keine Entschuldigung gibt, auch das Wort mit K nicht.
    Ich kenne übrigens noch heute Leute, die für das Zölibat sind, da der katholische Pfarrer ganz für seine Gemeinde da sein soll. Die sind bestimmt auch dafür, dass Frau Lehrerin wieder unverheiratet sein muss.
    Noch Fragen?
  • Wilkie schrieb via tvforen.de am 25.07.2022, 22.26 Uhr:
    Spoonman schrieb:
    Ich bin ein großer Fan der
    beiden ersten Semmeling-Dreiteiler, und ich mag
    z.B. auch seine frühe Serie "Aus Liebe zum Sport"
    über einen Ruderverein in Ratzeburg (1973
    gedreht, 1974 ausgestrahlt). Darin tauchten viele
    Darsteller aus "Einmal im Leben" wieder auf, z.B.
    Fritz Lichtenhahn, Günter Strack, Hans
    Häckermann - und auch Dagmar Berghoff, mit der
    Dieter Wedel dreieinhalb Jahre lang liiert war.
    Weitere Hauptdarstellerinnen der Serie waren
    Brigitte Grothum und Ingeborg Schöner. Brigitte
    Grothum und Antje Hagen spielten wiederum auch in
    Wedels einzigem Tatort "Ein ganz gewöhnlicher
    Mord" von 1973 mit. Man könnte meinen, dass der
    Regisseur eine gewisse Vorliebe für einen
    bestimmten Frauentyp hatte...

    Den ganzen Schlag (Antje Hagen, Ingeborg Schöner, Brigitte Grothum
    und Dagmar Berghoff) sieht man in dem (sehr langweiligen) Zweiteiler
    "Eiger" aus dem Jahr 1974. Alle in Mini-Rollen.
    Hans Häckermann ist einmal im Bild und sagt fast nichts. Was dafür wohl als Gage abgerechnet wurde ... Dafür wurde die Rolle von Gert Burkard
    - https://www.tvforen.de/read.php?4,1335428,1335428#msg-1335428 -
    ausgebaut. In "Einmal im Leben" ist er 1 oder 2 mal zu sehen, sagt aber nichts. In "Eiger" darf er auch mal sprechen, ein Satz oder so, ein wenig mehr als Dieter Wedel selbst in dem Film als Tourist spricht (3 Wörter).
  • Spoonman schrieb via tvforen.de am 26.07.2022, 00.41 Uhr:
    Wilkie schrieb:
    Den ganzen Schlag (Antje Hagen, Ingeborg Schöner,
    Brigitte Grothum
    und Dagmar Berghoff) sieht man in dem (sehr
    langweiligen) Zweiteiler
    "Eiger" aus dem Jahr 1974. Alle in Mini-Rollen.

    Oh, der ist bisher an mir vorbeigegangen. Laut https://www.fernsehserien.de/eiger/im-tv wurde er in den 80ern noch mal als Einteiler gezeigt (offenbar auf ca. 85 Minuten gekürzt). Vielleicht ist diese Version weniger langweilig :) Auf DVD ist aber der Zweiteiler erschienen.
  • Impala1966 schrieb am 20.07.2022, 12.03 Uhr:
    Ob er Dreck am Stecken hatte oder nicht, seltsam finde ich, daß es Frauen gibt, die jemanden erst nach über 20 Jahren wegen sexueller Belästigung/Bedrängnis und Vergewaltigung anzeigen.
  • Mitschi01 schrieb am 21.07.2022, 01.31 Uhr:
    Möchte mal sehen wer Schülern zuhört, die in den 70er Jahren von Lehrern und z.T. Schulleitern mißbraucht oder krankenhausreif geschlagen wurden.
    All die mir bekannten Schüler haben geschwiegen und teilw. bis heute nicht einmal den Eltern erzählt.
    Tja, woran das wohl liegt ...