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Michael Mittermeier in "Zapped!"
Michael Mittermeier in "Zapped!" mittermeier.de

TV Wunschliste: Den Durchbruch hatten Sie Mitte der 1990er Jahre mit Ihrem Programm  "Zapped! - ein TV-Junkie knallt durch". Was für viele Menschen die alten Otto-Platten waren, war für mich "Zapped!". Ich hatte die CD und konnte die Nummern auswendig mitsprechen - und damit war ich nicht allein. Was verbinden Sie mit dieser Zeit?

Michael Mittermeier: Vor "Zapped!" habe ich schon zehn Jahre Stand-up gespielt - und mitunter auch ziemlich gekämpft. Das war eine Zeit des Suchens und Ausprobierens, weil es ja noch gar keine Stand-up-Szene in Deutschland gab. "Zapped!" war das Programm, bei dem ich das erste Mal komplett bei mir war und mich so richtig als "Michl" gefunden habe. Und dann ist wirklich der Wahnsinn losgebrochen. Meine Plattenfirma rief an, dass ich mit "Zapped!" auf Platz 28 der Charts gelandet bin - mit einer Comedy-CD! Ich durfte unglaubliche Dinge tun: Ich bin vor Menschenmassen bei Open-Airs aufgetreten und 2001 war ich plötzlich Support-Act bei U2, weil ihnen auf dem Weg zum Konzert die Vorband ausgefallen ist. 60 Minuten vorher wurde ich im Taxi angerufen und gefragt, ob ich einspringen kann. Und auf einmal stand ich vor 25.000 Menschen in der Waldbühne - einfach nur mit einem Mikrofon in der Hand, ohne Screen im Hintergrund. So etwas gab es vorher einfach nicht - und ich hätte das auch nicht machen können, wenn ich nicht plötzlich so ein großer Name geworden wäre. Momente wie dieser sind für mich immer noch unfassbar!

Können Sie sich vorstellen, noch einmal ein monothematisches Bühnenprogramm über das Fernsehen zu machen, quasi ein "Zapped! Reloaded"?

Michael Mittermeier: Im nächsten Jahr wird "Zapped!" 25 Jahre alt. Und ohne zu viel zu verraten: es wird Specials zum Jubiläum geben!

Michael Mittermeier mit Thomas Hermanns
Michael Mittermeier mit Thomas Hermanns Sky/Thomas Kierok

Ich bin gespannt. Sie gehören auch zu den Urgesteinen des  "Quatsch Comedy Club". Für Sie und viele Kollegen war das gerade in der Anfangszeit eine enorm wichtige Plattform. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit den ersten Jahren zusammen mit Thomas Hermanns und Co.?

Michael Mittermeier: Die ersten Jahre fanden quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 1992 ging es los in Hamburg. Den Begriff Stand-up-Comedy kannte man in Deutschland noch nicht - damals wussten wir nicht, wo wir überhaupt hingehören. Machten wir Kabarett, Ironie, Satire? Im Quatsch Comedy Club haben wir endlich eine Heimat für unsere Kunstform gefunden, das war das Allerwichtigste. Wir haben uns verstanden gefühlt, wir konnten Stand-up-Comedians sein. Parallel zu "Zapped!" ist dann auch der  "Quatsch Comedy Club" auf ProSieben gestartet. Das waren tolle Jahre! Und Thomas Hermanns schätze ich sehr als Mensch und Mentor, der bei meinen Programmen "Zapped!", "Back to Life" und "Paranoid" auch Regie geführt hat. Zusammen haben wir wirklich viel erreicht.

Anfang der 2000er gab es einen regelrechten Mittermeier-Hype. Sie haben mit vielen Musikkünstlern "Mittermeier & Friends" ins Leben gerufen und mit "Kumba Yo!" einen echten Charthit gelandet. Haben Sie damals überhaupt richtig realisieren können, was eigentlich alles um Sie herum passierte?

Michael Mittermeier: In gewisser Weise realisiert man es, aber manche Sachen kann ich wiederum heute erst so richtig greifen. Wenn ich mir alte Fotos von damals anschaue, bin ich wirklich oft verblüfft und kann es immer noch nicht fassen. Das war wirklich Rock 'n' Roll und ich könnte Geschichten bis zum Sankt Nimmerleinstag aus dieser Zeit erzählen. Gleichzeitig ist es mir wichtig, nicht nur in Erinnerungen zu schwelgen. Ich freue mich, dass ich auf gleichbleibendem Level Stand-up-Comedy machen kann, und dass mir immer wieder junge Comedians zwischen 20 und 30 erzählen, dass sie mit mir aufgewachsen sind und mich schätzen. Ich hätte nie gewagt, mich auf eine Ebene mit Otto Waalkes zu stellen, aber manche haben tatsächlich meine "Zapped!"-Platte so oft gehört wie andere Otto-Platten.

Englisches Tourplakat: Michael Mittermeier geht 2012 auf Safari im Soho Theatre
Englisches Tourplakat: Michael Mittermeier geht 2012 auf Safari im Soho Theatre mittermeier.de

Was ich bemerkenswert finde: Als Sie in Deutschland auf dem Zenit Ihres Erfolgs angekommen waren, haben Sie etwas sehr Ungewöhnliches gemacht. Sie sind nach New York gereist, um dort aufzutreten, wo Sie natürlich niemand kannte. Inzwischen haben Sie mehrfach in den USA auf Englisch Programme gespielt. Aber weshalb haben Sie damals überhaupt diesen Schritt gemacht? Brauchten Sie eine neue Herausforderung?

Michael Mittermeier: Einerseits wollte ich mir eine Auszeit nehmen, um mal alles zu reflektieren, was davor passiert ist. Gerade 2002 sind so viele große Dinge hintereinander passiert, die ich gar nicht richtig greifen konnte. Ich habe zum Beispiel als Mit-Headliner bei Rock im Park und bei  Rock am Ring gespielt - neben Lenny Kravitz, Faithless und Santana! Andererseits wollte ich wieder zurück zur Quelle und mir den lange gehegten Traum erfüllen, in New York aufzutreten - und wenn es nur einmal fünf Minuten sind. Ich wollte mich dem Nulltest unterziehen: Wenn ich dort, wo mich niemand kennt, in einer fremden Sprache auf der Bühne Menschen zum Lachen bringen kann, dann bin ich wirklich lustig. Denn in so einer Situation lachen die Leute nicht, weil man bekannt ist oder einen großen Namen hat. Das ständige Hinterfragen ist mir wichtig, deshalb gehe ich vor einem neuen Programm auch immer auf offene Bühnen in kleinen Clubs, um mich auszutesten.

Auf der nächsten Seiten analysiert Michael Mittermeier, ob der schlechte Ruf deutscher Comedy berechtigt ist - und ob die Deutschen überempfindlich sind, was Humor angeht. Außerdem gibt der TV-Junkie persönliche Serientipps.


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