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TV-Kritik/Review: Taboo

TV-Kritik/Review: Taboo

Opulent ausgestatteter Historienserie fehlt das Fleisch - von Marcus Kirzynowski (06.02.2017)
TV-Kritik/Review: Taboo
Taboo
Tom Hardy als James Keziah Delaney in "Taboo"

Historienserien sind ein wiederkehrendes Markenzeichen der BBC. Nach "Krieg und Frieden" und "Poldark" bleibt die britische Sendeanstalt für ihr neues Projekt "Taboo" grob in der Napoleonischen Ära und führt uns in die Endphase des Britisch-Amerikanischen Kriegs, ins Jahr 1814. Es ist die Zeit, in der die Britische Ostindien-Kompanie den weltweiten Seeverkehr kontrolliert und in den asiatischen Kolonien quasi-staatliche Funktionen ausübt. Dieser Allmacht stellt sich ein einzelner Mann, ein gesellschaftlicher Außenseiter, entgegen.

James Delaney (Tom Hardy), der in London seit langem für tot gehalten wird, taucht nach zwölf Jahren, die er in Afrika verbracht hat, überraschend zur Beerdigung seines Vaters wieder in der britischen Hauptstadt auf. Das passt den hohen Herrschaften der Handelskompanie überhaupt nicht, weil sie damit gerechnet hatten, sich Delaney seniors Hinterlassenschaft einzuverleiben. Der besaß zwar nicht mehr als ein kleines Stück Land an der nordamerikanischen Küste, das könnte aber nach dem absehbaren Kriegsende eine wichtige Brückenfunktion nach Kanada bekommen. Mit allen legalen und illegalen Mitteln versuchen die Repräsentanten der Kompanie nun, den Erben umzustimmen oder gleich zu beseitigen, um die Kontrolle über das Land zu gewinnen. Dabei haben sie aber die Rechnung ohne den störrischen Delaney gemacht.

Tom Hardy, der auch die Idee zu der Geschichte hatte und die Serie gemeinsam mit seinem Vater Edward und Steven Knight (einem der Erfinder von "Wer wird Millionär?") entwickelte, ist ein Schauspieler, dessen Stil man wohl nur lieben oder hassen kann und der sich am besten als minimalistisch beschreiben lässt. Wie schon als Bane in "The Dark Knight Rises" (wo sein Gesicht allerdings hinter einer Maske versteckt war) und "Mad Max: Fury Road" bewegt er sich auch hier wieder weitgehend mit einem Gesichtsausdruck und seine Dialogzeilen eher brummend als sprechend durch die Szenen. Erneut ist er der harte Mann, der lieber handelt als redet und sich von keiner Einschüchterung aufhalten lässt. Delaneys Vergangenheit bleibt in den ersten Folgen noch überwiegend im Dunkeln. Was genau er in der Zeit durchgemacht hat, als er in Afrika verschollen war, wird nur kurz angedeutet. Ebenso wie die wahre Natur seiner Beziehung zu seiner Halbschwester Zilpha (Oona Chaplin), die über familiäre Bande hinauszugehen scheint. Auf ein früheres inzestuöses Verhältnis spielt der Serientitel jedenfalls ebenso an wie auf die Afrikaerlebnisse des Helden, denn daher stammt das Konzept des Tabus ja ursprünglich.

Taboo
Oona Chaplin als Zilpha Geary in "Taboo"
Optisch ist "Taboo" über weite Strecken ein Gegenentwurf zur Welt der Reichen und Schönen, wie sie "Downton Abbey" präsentierte. Das innerstädtische London des frühen 19. Jahrhunderts ist dreckig. Daran erinnern uns die Macher in jeder zweiten Einstellung. Pferdeäpfel säumen die Hauptstraßen, Aborte befinden sich, kaum abgeschirmt, im Hinterhof, und jungen Prostituierten fehlen Zähne. Bei der Darstellung dieser Welt, bei der die Äußerlichkeiten natürlich auch für die moralische Verkommenheit des Gesellschaftssystems stehen, übertreibt die Serie ziemlich. Warum etwa wieder einmal ein Bordell als wichtiger Handlungsort eingebaut werden musste - und Franka Potente zum zweiten Mal nach "Copper - Justice is brutal" die Puffmutter geben muss -, bleibt das Geheimnis der Autoren. Diesem hart-schmutzigen "Leben auf der Straße" stehen die prunkvollen Büros der Ostindien-Kompanie sowie die Gemächer des Prinzregenten, des späteren Königs Georg IV., gegenüber. Der interessiert sich im Grunde nicht für Politik, sondern Trump-like mehr für seine eigene Anerkennung und Huldigung. Mark Gatiss spielt den Regenten, schlecht auf übergewichtig geschminkt und getrimmt, wie eine unfreiwillige Parodie auf dekadente Herrscher.

Es gibt noch mehr Bezüge zur politischen Gegenwart. In einer Zeit, in der der politische Führer der USA sein Land gegen dessen Nachbarländer abschotten will und Großbritannien sich einmal mehr auf seine historisch enge Beziehung zu den USA besinnt, ist es interessant zu sehen, wie die Länder vor 200 Jahren um die Vorherrschaft in Nordamerika kämpften. Der Handel zwischen den Kontinenten war schon damals die treibende Kraft hinter aller Politik, die Globalisierung längst in vollem Gange. Leider macht die Serie aus diesen grundsätzlich interessanten Themen zu wenig. Die Handlung plätschert weitgehend jeweils eine knappe Stunde lang vor sich hin, bevor es gegen Ende der zweiten Folge zu einem plötzlichen Gewaltausbruch kommt. Die moralischen Gegensätze zwischen der gewissenlosen, selbstgerechten Oberschicht und den rauhen, aber anständigen "kleinen Leuten" sind zu schablonenartig. Die Frauenrollen lassen sich nach zwei Episoden in die Rollenklischees Hure, (vermutlich demnächst) untreue Ehefrau und junge Witwe einteilen, während die wichtigen Entscheidungen von Männern getroffen werden und der Held Delaney tut, was ein aufrechter Mann nun einmal tun muss.

Wie bei einer BBC-Produktion (in Kooperation mit dem US-Sender FX) nicht anders zu erwarten, sieht das Ganze natürlich sehr gut aus: Kulissen und Kostüme sind akkurat, als Regisseure konnten zwei Skandinavier gewonnen werden, die den Nordic-Noir-Trend mitgeprägt haben. Die ersten vier Folgen hat Kristoffer Nyholm ("Kommissarin Lund") inszeniert, danach übernimmt Anders Engström ("Jordskott - Die Rache des Waldes") den Regiestuhl. Wer britische Period Dramen mag, könnte hier also durchaus auf seine Kosten kommen. Insgesamt fehlt der Geschichte bislang aber noch das erzählerische Fleisch auf den Knochen.


Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten zwei Episoden der Serie.

Meine Wertung: 3/5

Marcus Kirzynowski
© Alle Bilder: FX

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